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Eretz Israel - Eine Geschichte des Überlebens und Wiederaufbaus in Epochen

Die Heimat des jüdischen Volkes ist das Land Israel (Eretz Israel). Hier ereignete sich ein großer und entscheidender Teil seiner langen Geschichte, von der die Bibel die ersten tausend Jahre aufzeichnet. Hier bildete sich seine kulturelle, religiöse und nationale Identität; und hier behielt das jüdische Volk eine ununterbrochene Präsenz. Auch In den langen Jahrhunderten. als die Mehrheit des Volkes Im Exil leben musste, weil es zu Fremdherrschaften und auch zu Umbenennungen wie beispielsweise Palästina kam, hat das jüdische Volk die Bande zu seinem Land immer aufrechterhalten.

 

Die Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart dieses Landes wird durch die etwa 20.000 anerkannten und gesetzlich geschützten antiken Stätten Israels belegt, die Tausende von Jahren Geschichte darstellen. In jedem Jahr werden Dutzende von Ausgrabungen aus jeder Periode der Geschichte und in allen Teilen des Landes vorgenommen. Die Funde zeugen von der langen Verbindung des jüdischen Volkes mit dem Land Israel und umfassen u.a. die Pferdeställe König Salomos in Megiddo, Häuser aus israelitischer Zeit in der Davidstadt (Jerusalem), rituelle Bäder in Masada, zahlreiche Synagogen im gesamten Land und die Schriftrollen von Qumran am Toten Meer, die die frühesten Handschriften des Buches Jesaja in heute noch lesbarer hebraischer Schriftform enthalten. Ausgrabungen haben auch Überreste anderer Zivilisationen aufgedeckt, die im Laufe derJahrhunderte ihre Spuren in diesem Land hinterlassen haben. Alle Funde werden festgehalten; die historischen Stätten werden sowohl für Forscher, als auch für Besucher sorgfältig erhalten und markiert.

 

Die biblische Zeit (ca. 1700 - 538 v.Chr.)

Die Geschichte des jüdischen Volkes beginnt der biblischen Überlieferung nach mit den Patriarchen Abraham, seinem Sohn lsaak und seinem Enkel Jakob. Eine sich im Land ausbreitende Hungersnot zwang Jakob und seine Söhne, die Vorfahren der zwölf Stämme lsraels. zur Auswanderung nach Ägypten, wo ihre Nachkommen versklavt wurden. Das stiftende Moment der Nationsbildung war der Auszug der Hebräer aus Ägypten unter der Führung von Moses. Die Exodus Geschichte erzählt, wie sie 40 Jahre lang durch die Wüste Sinai wanderten, wo sie die Zehn Gebote und die Thora empfingen, die dem monotheistischen Glauben Ihrer Vorväter Form und Inhalt verliehen. Mit der Führung Josuas wird die Besiedelung des Landes durch die israelltischen Stämme verbunden. Fortan schloss man sich In Zelten äußerer Bedrohung unter der Führung von Autoritäten zusammen, die als Richter bezeichnet wurden. Zur Zeit Sauls (um 1020 v.Chr.) wurde eine Monarchie errichtet, sein Nachfolger David vereinte die Stämme und machte Jerusalem zur Hauptstadt des Landes (ca. 1000 v.Chr.). Davids Sohn Salomo machte das Königreich zu einem wirtschaftlich mächtigen Land und errichtete in Jerusalem den Tempel für den Gott Israels. Archäologische Funde zeugen von wichtigen städtischen Handelszentren, zu denen die Städte Chazor; Megiddo und Geser gehoren. Nach Salomos Tod spaltete sich das Land in zwei Königreiche Israel mit der Hauptstadt Samaria und Judäa mit der Hauptstadt Jerusalem, die während der folgenden zwei Jahrhunderte nebeneinander existierten, von jüdischen Königen regiert und von den Propheten zu sozialer Gerechtigkeit und Einhaltung der Gesetze angehalten. 722 v.Chr. fielen die Assyrer in das Königreich Israel ein, und das Volk wurde zerstreut (die zehn verlorenen Stämme). 586 v.Chr. wurde Judäa von den Babyloniern erobert, die den Tempel in Jerusalem zerstörten und die jüdische Elite ins babylonische Exil trieben.

 

Die Epoche jüdischer Selbstverwaltung (538 - 60 v.Chr.)

Nach der Eroberung des babylonischen Reiches durch die Perser 538 v.Chr. kehrten viele Juden nach Judäa zurück, der Tempel in Jerusalem wurde neu erbaut und das jüdische Leben im Land wiederhergestellt. In den folgenden vierJahrhunderten erfreuten sich die Juden eines hohen Maßes an Autonomie unter persischer und hellenistischer Vorherrschaft. Spätere Maßnahmen der herrschenden Seleukiden zur Unterdrückung der jüdischen Religion und jüdischer Bräuche führten schließlich zum Makkabäer-Aufstand (166 v.Chr.). Ihm folgte die Gründung eines unabhängigen jüdischen Königreichs unter jüdischen Königen der Hasmonaer-Dynastie, das etwa 80 Jahre Bestand hatte.

 

Die Epoche der Fremdherrschaft (ab 60 v.Chr.)

Nach 60 v.Chr. geriet das von politischen Streitigkeiten geschwächte Land zunehmend unter römische Herrschaft. Ein Versuch, sich vom römischen Joch zu befreien, führte zu einer Reihe jüdischer Aufstände, die ihren Höhepunkt in der Revolte von 66 n.Chr. erreichten. Nach vier Jahren immer wieder aufflammender Kampfhandlungen fiel Judäa, der Zweite Tempel wurde bis auf die Grundmauern niedergebrannt, und viele Juden wurden des Landes verwiesen (70 n.Chr.). Ein letzter Widerstand gegen die Römer von etwa 1000 Juden in der Bergfestung Masada endete 73 n.Chr. mit dem Massensuizid der Verteidiger. Es folgte die römische (70-313) und byzantinische (313-636) Herrschaft. Nach Kaiser Konstantins Bekehrung zum Christentum (313) und der Gründung des byzantinischen Reiches war das Land Israel gegen Ende des 4. Jh. ein überwiegend christliches Land geworden. Dennoch erhielt die jüdische Bevölkerung des Landes Ihre Institutionen in den Bereichen von Recht, Erziehung und Kultur aufrecht und setzte deren Entwicklung weiter fort. Die sich mit allen Aspekten des Lebens befassende jüdische Gesetzgebung wurde in der Mischna (2. Jh.) kodifiziert und im Talmud (3.-5. Jh.) ausführlich erläutert. Diese Gesetze, von denen einige in späteren Zeiten den veränderten Bedingungen angepasst wurden, sind für gläubige Juden noch heute verbindlich. Ein weiterer Versuch der Juden, ihre nationale Souveränität zurückzugewinnen (Bar-Kochba Aufstand, 132 n.Chr.)‚ führte zur Errichtung einer unabhängigen jüdischen Enklave in Judäa mit Jerusalem als Hauptstadt. Drei Jahre später schlugen die Römer den Aufstand nieder und veränderten den Namen Jerusalems in Aelio Copitolino und den des Landes in Palästina, um dadurch die jüdische Verbindung mit dem Land zu beseitigen.

 

Seit dem 7. Jahrhundert gab es im Land weitere unterschiedliche Herrscher. Die arabische Besetzung (636-1099) begann vier Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammed (652) und dauerte mehr als vier Jahrhunderte; die Kalifen regierten erst von Damaskus, später von Bagdad und Ägypten aus. Es folgte die Fremdherrschaft durch Seldschuken (1091-1099), Kreuzritter (1099-1291), Mamelukken (1291-1516), osmanische Türken (1517-1917) und schließlich den Briten. Die Grenzen wurden Veränderungen unterzogen und der Name des Landes je nach Laune des jeweiligen Herrschers geändert. Die jüdische Bevölkerung verringerte sich zwar während der Jahrhunderte der Fremdherrschaft, doch blieben Juden die ganze Zeit über im Land, und ihre Zahl wurde von Zeit zu Zeit verstärkt durch Juden, die aus der Diaspora zurückkehrten - zuerst ein Rinnsal, das Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Strom wurde.

 

Britische Herrschaft (1917-1948)

Im Dezember 1917 zogen britische Truppen unter General Allenby in Jerusalem ein und setzten der 400 jährigen osmanischen Herrschaft ein Ende. Der britische Außenminister Balfour sicherte die Unterstützung Großbritanniens bei der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina - unter diesem Namen war das Gebiet damals bekannt - zu. Im Juli 1922 übertrug der Völkerbund Großbritannien das Palästina-Mandat. Im Hinblick auf die historische Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Eretz Israel (Land Israel) wurde Großbritannien aufgefordert, die Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zu unterstützen. Am 29. November 1947 nahm die Generalversammlung die Empfehlung des Komitees zur Teilung des Britischen Mandatsgebietes in einen jüdischen und einen arabischen Staat an. Die jüdische Gemeinschaft akzeptierte den Teilungsplan, die Araber lehnten ihn ab. Bereits während der Debatten in der UN zur Teilung des Britischen Mandatsgebietes warnten die arabischen Führer vor der Umsetzung des Teilungsplans. So sagte beispielsweise der ägyptische Delegierte vor der UN Vollversammlung: „Das Leben von Millionen von Juden in muslimischen Ländern wird durch die Teilung gefährdet sein".

 

Die Gründung des Staates Israel (1948)

Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel gemäß dem UN-Teilungsplan von 1947 ausgerufen. Keine 24 Stunden danach fielen die Streitkräfte Ägyptens, Jordaniens, Syriens, des Libanon und des Irak und weitere unterstützende Truppen in das Land ein und zwangen Israel, die in seiner alten Heimat wiedererlangte und von der internationalen Gemeinschaft anerkannte Souveränität mit Waffengewalt zu verteidigen. In diesem Unabhängigkeitskrieg Israels, der mit Unterbrechungen 15 Monate dauerte, konnten die gerade erst aufgestellten, schlecht ausgerüsteten israelischen Verteidigungsstreitkräfte die Angreifer zurückdrängen. Bis Juli 1949 hatte Israel mit jedem der arabischen Anrainerstaaten separate Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet.

 

Israel heute

Israel und seine Bevölkerung befinden sich seit der Staatsgründung in einem dynamischen Entwicklungsprozess. Gesellschaftliche Selbstfindung und staatliche Selbstbehauptung gehen dabei Hand in Hand. In den vergangenen sieben Jahrzehnten hat Israel über eine Million Einwanderer aus der ganzen Welt integriert und seine Bevölkerungszahl verzehnfacht. Die israelische Gesellschaft ist voll Schwung und Tatendrang, die Menschen sind kreativ und kulturell aktiv; Israels Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie entsprechen höchsten westlichen Standards. Und auch das wichtigste Ziel versucht Israel weiterhin zu erreichen: Frieden mit allen seinen Nachbarn.


Quellen:

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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