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Können oder sollten wir die Bibel wortwörtlich interpretieren?

Oft verbreitet sich der Vorwurf, es wäre falsch die Bibel wortwörtlich zu nehmen und es hätte gar negative Auswirkungen. Dadurch entsteht eine ganz subtile Herabsetzung von Menschen die an die Bibel glauben, und sie werden in diesem Zusammenhang oftmals als Radikale und Fundamentalisten, im negativen Sinne, bezeichnet. Vielfach werden sie sogar mit religiösen Terroristen auf eine Stufe gestellt.

 

Ja, es wurde viel grausame Gewalt im Namen einer sogenannten "christlichen Religion" ausgeübt, wenngleich auf jeden Fall festzuhalten ist, dass solche Gräueltaten niemals mit der Kernbotschaft der Bibel, dem Evangelium, vereinbar sind. Diese Menschen haben niemals verstanden, was es heißt, dem lebendigen Gott zu dienen und was Gottes Wort wirklich aussagt. Es wurde dazu benutzt, um menschliche Ideologien voranzutreiben. Niemals war dabei der Wille Gottes an erster Stelle, welcher möchte, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1Tim 2,4).

 

Ein paar Überlegungen und Gedanken:

Wer kein Fundament hat, steht auf wackligem Boden. Die Hauptbotschaft der gesamten Bibel ist das Evangelium und war nie eine Religion, sondern es ging immer um eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus.

 

Der Unterschied zwischen Religion und dem christlichen Glauben, so wie ihn die Bibel lehrt, ist so zu verstehen: Religion wird als der Versuch des Menschen verstanden, sich Gott anzunähern. Christlicher Glaube gründet sich darauf, dass sich Gott in Jesus den Menschen angenähert hat. Religion sagt TUE - Jesus sagt: "ES IST VOLLBRACHT!"

 

Religion ist somit das Streben des Menschen, vor Gott gerecht zu werden. Im christlichen Glauben geht es um Beziehung zu diesem Gott, der schon alles getan hat, damit wir vor ihm, durch unseren Glauben, gerecht sind.

 

In der Bibel gibt es ausschließlich Wörter. Es sind keine Bilder darin. Wir können also gar nicht anders, als die Bibel Wort für Wort beim Wort zu nehmen. Anders als wörtlich ist die Bibel nicht zu haben. Nur: Was heißt das praktisch?

 

Was heißt es praktisch, die Bibel wortwörtlich zu nehmen?

Wenn man Gespräche mit Menschen seiner Umgebung führt, hört man sie oft etwas in dieser Art sagen: "Es gibt viele gute Dinge in der Bibel. Aber man sollte nicht alles darin wörtlich nehmen". Doch was wird eigentlich mit der Aussage gemeint: "man kann die Bibel nicht wörtlich nehmen?" Bei näherem Nachfragen wird man herausfinden, dass damit folgendes gemeint ist: "Es gibt viele gute Dinge in der Bibel; aber ihr Christen solltet nicht darauf bestehen, dass man allem was darin steht Glauben schenken soll und es umsetzen soll – denn gewisse Dinge darin sind falsch. Gewisse Dinge sind gut, gewisse schlecht; gewisse Dinge sind geschichtlich unzuverlässig, Legenden, von denen wir nicht wissen, was wirklich wahr ist und was wirklich gesagt wurde. Außerdem ist vieles in der Bibel kulturell rückständig und es werde Ansichten vertreten, die man heute nicht mehr vertreten sollte. Daher kann man nicht allem in der Bibel vertrauen und sie kann unmöglich als absolute Autorität oder Wort Gottes verstanden werden."

 

Was sagen wir als Christen dazu? Wir werden heute dafür argumentieren, dass man der Bibel vertrauen kann. Und zwar historisch, kulturell und persönlich. Wir beziehen uns dabei heute auf zwei Bibelstellen aus dem Evangelium von Lukas.

 

Lukas 1,1-4

"1 Da es nun schon viele unternommen haben, einen Bericht von den Ereignissen zu verfassen, die sich unter uns zugetragen haben, 2 wie sie uns die überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind, 3 hat es auch mir gut geschienen, der ich allem von Anfang an genau gefolgt bin, es dir, hochedler Theophilus, der Reihe nach zu schreiben, 4 damit du die Zuverlässigkeit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist."

 

Lukas 24,13-32

"13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus, sechzig Stadien von Jerusalem entfernt. 14 Und sie unterhielten sich miteinander über dies alles, was sich zugetragen hatte. 15 Und es geschah, während sie sich unterhielten und miteinander überlegten, dass sich Jesus selbst nahte und mit ihnen ging; 16 aber ihre Augen wurden gehalten, so dass sie ihn nicht erkannten. 17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr im Gehen miteinander wechselt? Und sie blieben niedergeschlagen stehen. 18 Einer aber, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der Einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was dort geschehen ist in diesen Tagen? 19 Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, mächtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk; 20 und wie ihn die Hohenpriester und unsere Obersten zum Todesurteil überlieferten und ihn kreuzigten. 21 Wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erlösen solle. Doch auch bei alledem ist es heute der dritte Tag, seitdem dies geschehen ist. 22 Aber auch einige Frauen von uns haben uns aus der Fassung gebracht, die am frühen Morgen bei der Gruft gewesen sind 23 und, als sie seinen Leib nicht fanden, kamen und sagten, dass sie auch eine Erscheinung von Engeln gesehen hätten, die sagen, dass er lebe. 24 Und einige von denen, die mit uns sind, gingen zu der Gruft und fanden es so, wie auch die Frauen gesagt hatten; ihn aber sahen sie nicht. 25 Und er sprach zu ihnen: Ihr Unverständigen und im Herzen zu träge, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben! 26 Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit hineingehen? 27 Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf. 28 Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie gingen; und er stellte sich, als wollte er weitergehen. 29 Und sie nötigten ihn und sagten: Bleibe bei uns! Denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. 30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot und segnete es, und als er es gebrochen hatte, reichte er es ihnen. 31 Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn; und er wurde vor ihnen unsichtbar. 32 Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften öffnete?"

 

Die Bibel wortwörtlich zu nehmen, heißt nichts anderes, als sie im Kontext und vor allem im Gesamten zu lesen und zu verstehen, was sie eigentlich aussagt. Die Bibel will beim Wort genommen werden. Sie will uns glauben machen, dass Gott in Raum und Zeit gehandelt hat. Und dass Er für uns ein Buch hat schreiben lassen, in dem sich Gott uns selbst vorstellt.

 

Hierbei geht es darum, Gott ganz persönlich zu erkennen, geoffenbart in Jesus Christus, dem lebendigen Wort Gottes. Es genügt nicht, lediglich etwas über die Bibel und Jesus Christus zu wissen, ihn vielleicht als historische Figur oder großen Lehrer zu kennen. Man muss Christus selber auf ganz direkte und persönliche Art und Weise begegnen und erkennen und Gott in Ihm.

 

Jesus - Das Wort Gottes

Die Bibel bezeichnet sich selbst durchgängig als "Wort Gottes". Daneben gibt es eine ganze Reihe von Bibelstellen, wo dieselbe Bezeichnung – "das Wort" oder "das Wort Gottes" – für Jesus Christus gebraucht wird. Zum Beispiel heißt es in Johannes 1,1:

"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott."

 

In Johannes 1,14 lesen wir:

"Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater ..."

 

Und in Offenbarung 19,13 finden wir die Worte:

"Und er (Christus) ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewand, und sein Name heißt: Das Wort Gottes."

 

Diese Namensgleichheit verrät eine Wesensgleichheit. Die Bibel ist das Wort Gottes, und Christus ist das Wort Gottes. Beide sind gleichermaßen die vollkommene, autoritative Offenbarung Gottes. Eins stimmt völlig mit dem anderen überein. Die Bibel offenbart auf vollkommene Weise Christus; Christus erfüllt auf vollkommene Weise die Bibel. Die Bibel ist das geschriebene Wort Gottes; Christus ist das Wort Gottes in Person. Vor Seiner Menschwerdung war Christus das ewige Wort beim Vater. Durch Seine Menschwerdung ist Er das fleischgewordene Wort. Derselbe Heilige Geist, der Gott durch Sein geschriebenes Wort, die Bibel, offenbart, offenbart Ihn auch im fleischgewordenen Wort, als Jesus von Nazareth.

 

Gott sieht das Herz an

Mit der Behauptung, die Begebenheiten der Bibel seien nur mythische, symbolisch zu deutende Bilder, lässt sich jeder Unsinn rechtfertigen. Wir laufen Gefahr, die Glaubwürdigkeit der Bibel zu untergraben, wenn wir sie nicht wörtlich nehmen. Wenn aber der Gott der Bibel Gott aller Menschen ist, dann spricht er in einer Sprache, die jeder Mensch, auch die Ungebildeten, verstehen, vorausgesetzt man begegnet dem Wort Gottes mit einer aufrichtigen und demütigen Herzenshaltung, da Gott immer auf das Herz des Menschen achtet:

 

1. Samuel 16,7

"Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an"

 

Jesaja 46,12

"Höret mir zu, ihr stolzen Herzen, die ihr ferne seid von der Gerechtigkeit"

 

Jakobus 4,6

"Er gibt aber desto größere Gnade. Deshalb spricht er: "Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade"

 

Zugang und ein richtiges Verständnis zum Wort Gottes erhält man nur über eine demütige Herzenshaltung.

 

Wenn man die Bibel nicht wortwörtlich nimmt und ihre Aussagen nach seinem eigenen Maßstab für befolgenswert oder nicht einstuft, legt man selbst fest was richtig und falsch und gerecht und ungerecht ist. Dabei ist man mit seinem eigenen Maßstab genauso absolut wie jemand der die Bibel als Maßstab hat.

 

Die Bibel ist Gottes eigenes Wort. Es ist Gottes einzigartiges Geschenk an alle Menschen, überall. Gott gab uns dieses Geschenk, um uns aus der Sünde der Not und der Dunkelheit zu helfen.

 

Die Bibel ist kein gewöhnliches Buch. Jedes Wort darin ist wahr. Es ist gefüllt mit der Kraft und Autorität Gottes. Die Menschen, die es geschrieben haben, waren vom Heiligen Geist inspiriert. Gott bewegte sie, die Wahrheit zu schreiben, genauso wie Er es ihnen eingab.

 

Wir sollten unsere Bibel daher so lesen, als würde Gott persönlich und direkt zu uns sprechen.

 

Wenn man die Bibel wörtlich nimmt:

• lehnt man Gewallt ab: "Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben." (1Petr 3,9)

 

• versucht man mit allen Menschen im Frieden zu leben: "Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden" (Röm 12,18)

 

• ist man bemüht der Gesellschaft Gutes zu tun: "So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens" (Gal 6,10). "Im übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgend eine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht!" (Phil 4,8)

 

• setzt man sich für soziale Gerechtigkeit ein: "Wer den Schwachen unterdrückt, der lästert seinen Schöpfer, wer Ihn aber ehren will, der erbarmt sich über den Armen" (Spr 14,31; vgl. auch Jes 1,17; Jer 7,5-7)

 

• ist man gegen Rassismus: "Und er hat aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht" (Apg 17,26)

 

• ist man für den Menschen: "Ich habe kein Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern daran, dass der Gottlose umkehre von seinem Weg und lebe!" (Hes 33,11)

 

Gottes Wort ist durch Seinen Geist lebendig

So wie Gott Geist ist, ist auch Sein Wort durch Seinen Geist lebendig.

 

In 1. Korinther 1,18 schreibt der Apostel Paulus: "Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft." Noch deutlicher äußert er sich im zweiten Kapitel: "Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird" (1Kor 2,14). Trotz aller seiner Begabungen und Fähigkeiten ist der Mensch von Natur aus unfähig, Gottes Wort wirklich zu verstehen.

 

Solange der Mensch denkt, es gebe keinen Gott, lautet Gottes Urteil über ihn: Du Tor! "Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott!" (Ps 14,1; 53,2). Deshalb ist der Mensch auch nicht fähig oder befugt, das Wort Gottes zu beurteilen. Es ist gerade umgekehrt: "Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Überlegungen des Herzens; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles ist bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben" (Hebr 4,12-13). Nur wer unter dieser Voraussetzung an das heilige Wort Gottes herangeht, wird es verstehen und wahren Segen erfahren.

 

Dann wirkt die Bibel für den noch uneretteten Menschen wie ein Spiegel, der ihm seinen sündigen Zustand offenbart (Röm 3,9-20; vgl. Jak 1,23-25). Aber das Wort Gottes zeigt auch den Weg, auf dem jeder die ewige Errettung finden kann. Es ist das Wasser, das den Menschen moralisch reinigt (Joh 3,5; 15,3), und das Samenkorn, das in ihm die neue Geburt aus Wasser und Geist bewirkt (Jak 1,18-21). Es ist das Evangelium, das den Blick des von Sünde überführten Sünders auf Gott richtet, "der uns errettet hat und berufen mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben, jetzt aber offenbart worden ist durch die Erscheinung unseres Heilandes Jesus Christus, der den Tod zunichte gemacht, aber Leben und Unverweslichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium" (2Tim 1,9-10).

 

Alles in der Bibel Stehende ist unter der Leitung von Gottes Geist niedergeschrieben worden und deshalb vollkommen zuver­lässig. Wir können uns also darauf verlassen, dass sich der Sündenfall im Garten Eden genauso abgespielt hat, wie er in 1. Mose 3 wiedergegeben wird.

 

Wichtig ist es zu unterscheiden, ob in der Bibel etwas wortwörtlich gemeint wird oder bildhaft. Der große Fehler ist jedoch oft, dass nicht-wörtlich als nicht-historisch, als nicht-zuverlässig aufgefasst wird.

 

Hierzu ein paar Beispiele:

Die Frau aus Samaria fasst die Aussage des Herrn "wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit..." (Joh 4,14) auch wörtlich auf, denn sie sagt: "Herr, gib mir dieses Wasser, damit mir nicht dürste und ich nicht hierher komme, um zu schöpfen" (Joh 4,15).

 

In Lukas 22,36 sagt Jesus, dass jemand, der kein Schwert hat, sein Kleid verkaufen und sich ein Schwert anschaffen soll. Die Jünger haben dabei wörtlich an eine solche Waffe gedacht, denn sie sagen: "Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter" (Lk 22,38). Petrus benutzt später eins der beiden. Der Herr sagt jedoch in Matthäus 26,52: "Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen".

 

Hieraus wird klar, dass der Herr nicht wörtlich ein Schwert gemeint haben kann. Aber welche Bedeutung hat denn das Wort in Lukas 22,36?

 

Wohl die folgende: Der Herr wusste, dass nun eine Zeit anbrechen würde, wo sie mit Entbehrungen, Verfolgungen und Widerstand rechnen mussten. Sie mussten sich daher für den bevorstehenden Kampf des Glaubens geistlich rüsten. Dazu benötigten sie verschiedene Hilfsmittel, die Gott ihnen zur Verfügung stellen würde. Ein besonders wirksames Mittel im Kampf des Glaubens ist das "Schwert des Geistes" (Eph 6,17), ein wesentlicher Bestandteil der "Waffenrüstung Gottes", wovon der Apostel im gleichen Kapitel spricht.

 

Als der Herr das Abendmahl einsetzte, sagte Er von dem Brot: "Nehmt, esst; dieses ist mein Leib" (Mt 26,26). Diese Aussage wörtlich zu nehmen widerspräche jedoch dem ganzen Geist der Schrift. Der Herr hat z.B. auch gesagt: "Ich bin der wahre Weinstock" (Joh 15,1) und "Ich bin das Brot des Lebens" (Joh 6,35.48).

 

Diese Aussagen sind bildlich gemeint. So reden wir auch. Von einem Foto sagen wir "Das ist meine Mutter" während wir meinen: "Es stellt meine Mutter dar", oder "Es ist ein Bildnis meiner Mutter."

 

Wenn Jesus zu Nikodemus sagt, dass "ein Mensch von neuem geboren werden muss, um das Reich Gottes zu sehen" (Joh 3,3), meint Nikodemus, dies beziehe sich auf die natürliche Geburt, während der Herr es geistlich meint.

 

Und genau das ist der Punkt um die Bibel zu verstehen: Man muss von neuem geboren sein, um das Wort Gottes geistlich zu beurteilen. Man muss mit Gott in Beziehung stehen, zumindest Gott zugewandt sein, um daran Anteil zu bekommen.

 

Wir können oder sollten die Bibel nicht nur wörtlich nehmen, wir müssen sie sogar wörtlich nehmen, aber verstehen und erkennen was wirklich ausgesagt wird. Ein zunächst wörtlicher Ansatz zur Interpretation ist der einzige Weg zu bestimmen, was Gott uns wirklich versucht zu sagen. Egal welche Literatur wir lesen, wir sollten ganz besonders bei der Bibel immer erst bestimmen, was der Autor uns zu sagen beabsichtigte. Viele lesen heute einen Vers oder eine Passage der Heiligen Schrift und kreieren dann ihre eigenen Definitionen der Worte, Sätze oder Absätze; sie ignorieren einfach den Zusammenhang und die Absicht des Autors. Das ist aber nicht, was Gott beabsichtigte, darum sagt uns Gott, dass wir mit dem Wort der Wahrheit korrekt umgehen sollen (2Tim 2,15).

 

Ein weiterer Grund, warum wir die Bibel wörtlich nehmen sollten, ist, dass Jesus Christus sie auch wörtlich nahm. Wenn der Herr Jesus aus dem Alten Testament zitierte, war immer klar, dass er an die wörtliche Auslegung glaubte. Ein Beispiel: Als Jesus durch Satan in Versuchung geführt wurde in Lukas 4, antwortete er, indem er das Alte Testament zitierte. Wenn Gottes Gebote in 5. Mose 8,3; 6,13 und 6,16 nicht wörtlich zu nehmen wären, dann hätte Jesus diese nicht verwendet und die Worte wären machtlos gewesen, um Satan zum Schweigen zu bringen; sie hatten aber gewisslich Wirkung.

 

Die Jünger verstanden die Gebote von Christus (die Teil der Bibel sind) ebenfalls wörtlich. Jesus befahl den Jüngern hinauszugehen und mehr Nachfolger zu gewinnen in Matthäus 28,19-20. Im Buch Apostelgeschichte 2 sehen wir, dass die Jünger Jesus beim Wort nahmen, weil sie hinaus gingen in die damals bekannte Welt, das Evangelium predigten und jedem erzählten "Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus gerettet!" (Apg 16,31). Auch wir müssen die Worte Jesu wörtlich verstehen, wie es die Jünger taten. Wie könnten wir uns sonst unserer Erlösung sicher sein, wenn wir ihm nicht glauben, wenn er sagt, dass er "gekommen ist, zu suchen und zu retten, was verloren ist" (LK 19,10), die Strafe für unsere Sünden zu bezahlen (Mt 26,28) und ewiges Leben anzubieten (Joh 6,54).

 

Auch wenn wir die Bibel wörtlich nehmen, so sind dennoch bildhafte Sprache enthalten. Ein Beispiel für bildhafte Sprache wäre, wenn jemand sagt: "Es regnet Bindfäden". Man wüsste, dass nicht wirklich Bindfäden vom Himmel fallen, sondern dass es sehr stark regnet.

 

Wenn dein Vorgesetzter dir sagt: "Ich habe Ihnen schon 1000-mal gesagt, dass Sie nicht zu spät kommen sollen!" dann würdest du ihn nicht beim Wort nehmen, wenn du ihm antworten würdest: "Stimmt nicht, Chef, ich hab mitgezählt: Es waren nur 18-mal!

 

Genauso wenig nehmen wir Jesus beim Wort, wenn wir seine Aussage, dass wir 7mal 70mal vergeben sollen (Mt 18,21-22) als Aufforderung verstehen, eine Strichliste anzulegen. Jesus wörtlich nehmen heißt hier: Die tiefe Symbolik verstehen, die hinter dieser Aussage und Zahlen steckt.

 

Dieses Beispiel unterstreicht: Die Irrtumslosigkeit der Schrift hängt untrennbar mit ihrer jeweiligen Aussageabsicht zusammen. Der Glaube an die Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit wird dann schräg, wenn er der Bibel eine falsche Aussageabsicht und einen falschen Wahrheitsbegriff überstülpt.

 

Es gibt daher auch bildhafte Sprache in der Bibel, die nicht wortwörtlich zu verstehen sind. Um hier ein gesundes und richtiges Verständnis zu bekommen ist eine persönliche Beziehung zu Gott unerlässlich. Es geht hierbei darum, Sein Wesen zu kennen, um zu verstehen was Er meint.

 

Wenn wir uns selbst zum Schiedsrichter machen darüber, welche Teile der Bibel wörtlich zu nehmen sind und welche nicht, dann erheben wir uns letztlich über Gott. Wer vermag dann zu sagen, dass die eine oder andere Auslegung eines biblischen Geschehens oder einer Wahrheit mehr Gültigkeit hat als eine andere? Die Verwirrung und Verdrehungen, die unabdingbar das Resultat eines solchen Systems wäre, würde im Grunde die Bibel null und nichtig machen. Die Bibel ist das Wort Gottes an uns und von Ihm dazu vorgesehen, dass wir daran glauben – wörtlich und vollständig.

 

Wem Glauben wir?

Wir haben es ganz einfach. Wem glauben wir? Theologen oder Leute, die sagen, wir müss(t)en die Bibel nicht wortwörtlich nehmen?

 

Oder glauben wir Jesus? Denn Jesus sagt, dass alles, was in den Heiligen Schriften steht, wahr ist.

 

"Und was in den Heiligen Schriften steht, ist unumstößlich, das wissen wir..." (Joh 10, 35; GNB)

 

Oder auch diese Aussage von Jesus: "Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?" (Joh 5,46-47)

 

Man darf sich das Wort Gottes nicht kaputt reden lassen. Denn ohne Gottes Wort gibt es keine Erkenntnis über Sein herrlich-schönes Wesen und von seinem genialen Plan für unsere Errettung vor der ewigen Verdammnis (Hölle). Manche sagen, dass es diese gar nicht gibt; sie ist auch nur bildlich gemeint. Diese Menschen werden eine buchstäblich heiße Überraschung erleiden.

 

Das Wort Gottes wurde aufgeschrieben, damit wir Menschen Glauben haben, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit wir durch den Glauben Leben haben in seinem Namen (Joh 20,31).

 

Die Bibel ist ein Buch, das man lesen kann, als hörte man Gott sprechen! Wenn man die Bibel liest und sie auf sich wirken lässt und sie ihr Werk in uns tun kann, dann wirkt die gesamte schöpferische Kraft des allmächtigen Gottes in uns!

 

Die Bibel ist Gottes Botschaft an die Menschheit. Sie beinhaltet nicht nur das Wort Gottes, sie ist das Wort Gottes.

 

Beginnt nicht dein Herz zu brennen?

Du hast in deinem Herzen eine Sehnsucht nach Sinn, Erfüllung, Bedeutung, Sicherheit und unendlich Liebe. Dein Herz wird nie zufrieden sein, bis du den Liebhaber deiner Seele gefunden hast; den der dich geschaffen hat. Du findest ihn, indem du verstehst, wie es in der Bibel um Ihn geht.

 

Willst du, dass dein Herz zu brennen beginnt. Willst du, dass endlich die tiefste Sehnsucht deines Herzens gestillt wird? Lies das Wort.

 

Lukas 24,32

"War uns nicht zumute, als würde ein Feuer in unserem Herzen brennen, während er unterwegs mit uns sprach und uns das Verständnis für die Schrift öffnete?"


Quellen:

  • gotquestions.org/Deutsch/bibel-literal
  • soulsaver.de/glaube/wenn-man-die-bibelwoertlich-nimmt
  • blog.aigg.de/?tag=bibel-woertlich-nehmen
  • Derek Prince - Fundamente des christlichen Glaubens
  • eigene Anmerkungen

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen