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Lag Ba´Omer - der 33. Tag des Omer-Zählens

Lag Ba´Omer unterbricht die 49-tägige Trauerzeit zwischen Pessach und Schawuot am 33. Tag und ist ein Fest, ein Halbfeiertag, der auf den 33. Tag des Omer-Zählens fällt. Die verschiedenen einschränkenden Gebote der Trauerzeit, die für die 49 Omer-Tage gelten, sind an diesem Tage aufgehoben.


Nach der Zerstörung des Tempels, 70 n.Chr., sind die Tage zwischen Pessach und Schawuot als Trauertage in der jüdischen Geschichte zu betrachten. Es ist daher Brauch, dass in diesem Zeitraum keine Hochzeiten gefeiert werden, Juden sich nicht rasieren und sich nicht die Haare schneiden lassen.

Der Tag erinnert ebenso an die Ereignisse des Bar-Kochba-Aufstandes gegen Rom (132-135 n.Chr.).

NAME:
Lag Ba´Omer (ל"ג בעומר)

Das Wort "Lag" (hebr. ל"ג) ist ein Akrostichon aus zwei hebräischen Buchstaben, "Lamed ל" und "Gimel ג", die den Zahlenwert von 33 ergeben. Im Hebräischen haben Buchstaben auch einen Zahlenwert, und so steht das Aleph א für 1, das Beth ב für 2, das Gimel ג für 3 – und so weiter. Die beiden Buchstaben Lamed (Zahlenwert 30) und Gimmel (Zahlenwert 3) ergeben gemeinsam die Zahl 33 und so werden sie gemeinsam als Wort "Lag" gelesen. Lag Ba´Omer ist also "der 33. im Omer". Gemeint ist der Tag Nummer 33 in der Zeit des Omer-Zählens.

WANN:
18. Ijjar

Lag Ba´Omer fällt jeweils auf den 18. Ijjar.

Die sieben Wochen zwischen Pessach und Schawuot werden Tag für Tag gezählt, und am Schluss jedes Abendgebetes wird ein Segen gesprochen. Wegen dieses Zählens nennt man den Zeitraum "Sefira" (Zählung) oder "Sefirat ha-Omer" das Omer- oder Garbenzählen genannt wird (3Mo 23,15-16). Lag Ba´Omer fällt auf den 33. Tag nach dem zweiten Pessach-Tag.

■ ALLGEMEIN:
"Omer" ist der hebräische Ausdruck für "Garbe". In 3. Mose 23,9-16 steht: "Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, und es aberntet, so sollt ihr die erste Garbe eurer Ernte zu dem Priester bringen … Danach sollt ihr zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die Garbe als Schwingopfer darbrachtet, sieben ganze Wochen … nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und dann ein neues Speiseopfer dem Herren opfern." Am Pessahfest erinnert sich das Volk Israel also nicht nur an den Auszug aus Ägypten. Pessach ist auch ein Erntedankfest.

Vom zweiten Tag des Pessachfestes an werden 49 Tage gezählt, bis am 50. Tag Schawuot, das Wochenfest, beginnt. Vom griechischen Wort für "50" (pentekosté) ist übrigens die Bezeichnung für das "Pfingstfest" abgeleitet.

BEDEUTUNG:
Lag Ba´Omer ist ein fröhliches Fest. Die verschiedenen einschränkenden Gebote der Trauerzeit, die für die 49 Omer-Tage zwischen Pessach und Schawuot gelten, sind an diesem Tage aufgehoben. Kinder und Erwachsene veranstalten Picknicks und versammeln sich um Lagerfeuer. Vor allem aber können an diesem Tag Hochzeiten durchgeführt werden – ein Angebot, von dem reichlich Gebrauch gemacht wird. Man darf sich wieder rasieren und sich auch die Haare schneiden lassen. An Lag Ba´Omer wird deshalb auch die Zeremonie der "Chalaka" durchgeführt, bei der jüdischen Jungen, die drei Jahre alt sind, zum ersten Mal die Haare geschnitten werden. Hier wird auch der Kopf des Kindes das erste Mal mit einer Kippa bedeckt, und man zieht ihm das erste Mal einen kleinen Gebetsschal (Tallit katan) an.

In Bezug auf Rabbi Akiba wird des Aufstands von Bar Kochba, "Sohn des Sterns" gedacht, der versuchte, das römische Joch unter Kaiser Hadrian abzuschütteln (132–135 n.Chr.). Zentrum des Kampfes war die Festung Betar. Nach der Überlieferung hörte an diesem Tag die Epidemie auf, die so viele Schüler Rabbi Akibas dahinraffte. Rabbi Akiba ben Josef unterstützte den Aufstand und starb als Märtyrer. Aus diesem Grund wird Lag Ba´Omer auch der "Tag der Gelehrten" genannt.

Rabbi Schimon ben Jochai beteiligte sich an dem Kampf gegen die Römer. Er ist in Meron (bei Safed) begraben, bis heute ein Ort der Wallfahrt an Lag ba-Omer, denn der 33. Omer-Tag ist auch der Todestag von Rabbi Simeon bar Jochai (Raschbi), eines berühmten Tannaiten der vierten Generation. Der Überlieferung zufolge stieg er an seinem Todestag direkt in den Himmel auf, und deshalb wird das Fest zu seinen Ehren als "Hillula de Raschbi", als Freudenfest des Zaddik (des Gerechten) bezeichnet. Massenfreudenfeste mit Liedern, Tanz und Gebeten.

Es ist auch üblich, dass die Kinder an diesem Tag, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, auf die Felder und in die Wälder ziehen. Dieser Brauch erinnert an die Kämpfer im Bar-Kochba-Aufstand, aber auch an den Regenbogen als Zeichen des Bundes, „den der Herr mit dem Volk Israel schloss“, um ihm zu zeigen, dass er die Welt wie zur Zeit Noahs nicht noch einmal mit einer Sintflut bestrafen würde.


Gottes Segen Euch allen!

1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen