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Wie können wir in Einheit für Israel beten?

Jesaja 62,6-7
"6 O Jerusalem, ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht einen Augenblick schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, gönnt euch keine Ruhe! 7 Und lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem [wieder] aufrichtet, und bis er es zum Ruhm auf Erden setzt!"

Die Bibel ermutigt uns, die wir durch Jesus an den Gott Israels gläubig geworden sind, für Jerusalem und für Israel zu beten. Zahllose Gebetsgruppen treffen sich,  zum Teil in großer Treue schon seit Jahrzehnten, um diesem Aufruf der Bibel Folge zu leisten. In den letzten Jahren sind Gebetskonferenzen sowie Gebetsabende und -halbnächte ins Leben gerufen worden mit keinem anderen Ziel, als für Israel (und die Beziehung Deutschlands zu Israel) zu beten. Einige biblische Hinweise mögen solchen, die mit anderen Gleichgesinnten für Israel beten, eine Hilfestellung sein.

Die Grundlage: Gottes Verheißungen
Das wichtigste Fundament für das gemeinsame Gebet ist das Wort Gottes, genauer gesagt, die Verheißungen des Wortes Gottes, die für die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesu für Israel gelten. Davon gibt es eine große Anzahl. Für den interessierten Einsteiger in das Gebet für Israel möchte ich die Kapitel Jeremia 31, Hesekiel 36 und Römer 11 nennen. Hier finden wir einige der klarsten Verheißungen zum Gebet für die Rückkehr der jüdischen Menschen aus aller Welt nach Israel, für  den Wiederaufbau des Landes und für die Ausgießung des Heiligen Geistes. All dies ist ein fortlaufendes Geschehen, das wir im Gebet unterstützen und begleiten dürfen. Die in der Bibel offenbarten Verheißungen Gottes für unsere Zeit in Bezug auf Israel bilden den Rahmen für alle anderen Arten von Gebeten und  Anliegen. Außerhalb dieses Rahmens oder gegen diesen Rahmen können wir nicht mit dem Segen Gottes für Israel beten.

Die Mitte: Gebet in der Liebe Jesu
Innerhalb des Rahmens von Gottes Plänen und Verheißungen für Israel dürfen wir uns danach ausstrecken, mit viel Liebe und Barmherzigkeit für die Menschen in Israel und in der angrenzenden Region zu beten, im Geiste des Propheten Jesaja, der uns aufruft:

 

"1 Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 2 Redet zum Herzen Jerusalems und ruft ihr zu, dass ihr Frondienst vollendet, dass ihre Schuld abgetragen ist; denn sie hat von der Hand des HERRN Zweifaches empfangen für alle ihre Sünden. 3 Die Stimme eines Rufenden [ertönt]: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott!" (Jesaja 40,1-3)

Unser Herz möge berührt sein von der Not des jüdischen Volkes über die letzten zweitausend Jahre. 
Unser Herz möge weich sein gegenüber der Not, die das jüdische Volk insbesondere in der Zeit des Holocaust erlebte. Und unser Herz möge viel Mitgefühl dafür haben, durch welche Nöte das jüdische Volk heute geht: Weltweite Ablehnung, permanenter Terror, ständige Kriegsgefahr, die Herausforderung durch die Absorption einer großen Menge jüdischer Menschen in kurzer Zeit – neben all den normalen Herausforderungen und Nöten, die wir als Westeuropäer auch kennen.

Gleichzeitig ermutige ich sehr zum Gebet für die anderen Menschen in der Region, beispielsweise für die arabischen Christen in ihrer Isolation sowie für alle Moslems, die ein Herz haben, dass sich nach dem lebendigen Gott ausstreckt – auch wenn sie sich dessen vielleicht nicht bewusst sind.

Der Balanceakt: Gebet für politische Anliegen
Im 1. Timotheusbrief, 2,2 heißt es: "Betet für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit." Das heißt, die Bibel ermutigt uns zum Gebet für politische Verantwortungsträger. Wir dürfen für sie um Weisheit, Schutz, Gottesfurcht und gute Ratgeber bitten, damit sie ihre Aufgabe in Verantwortung vor Gott zum Besten ihrer Bürger wahrnehmen. Das gilt grundsätzlich – es gilt auch für Israel.

Darüber hinaus mache ich dazu Mut, darum zu beten, dass Israels Verantwortungsträger erkennen, dass Israel eben kein Volk ist wie jedes andere, dass dieses Volk eine besondere Berufung und Verantwortung aufgetragen bekommen hat und dass sie als die Führer dieses Volkes die Aufgabe haben, in ihrem politischen Handeln diesen Tatsachen angemessen Rechnung zu tragen.

Eine besondere Herausforderung im Gebet für Israel stellt die Tatsache dar, dass Israel immer wieder von Terror, von Kriegen, von Antisemitismus und manch anderem angegriffen und bedrängt wird. Oftmals scheint es, als würden die Feinde Israels den Sieg davontragen. Wie können wir angesichts dieser Realitäten biblisch beten? Mir persönlich hilft, mir zwei biblische Wahrheiten immer wieder zu vergegenwärtigen:

1. Gott ist souverän. Er ist in absoluter Kontrolle. In Psalm 2 heißt es, dass während die Völker toben und 
sich gegen Gott und seinen Gesalbten auflehnen, Er auf Seinem Thron sitzt und lacht (Vers 4). Er ist der Anfänger und Vollender – auch der Verheißungen bezüglich Israel.

2. Gott wirkt inmitten von Not und Gericht zum Besten seiner Kinder. Durch den Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hat, ist das Volk Israel nach wie vor in besonderer Weise mit Gott verbunden. Deshalb gilt Gottes Verheißung, dass Er nach wie vor und für alle Zeit der "Hüter Israels" ist, der weder schläft noch schlummert (Psalm 121). In dieser Gewissheit dürfen wir mit dem Propheten Habakuk gerade angesichts von Krieg und Not beten: "HERR, ich habe die Kunde von dir gehört, ich habe dein Werk gesehen, HERR! Mache es lebendig in naher Zeit und lass es kundwerden in naher Zeit. Im Zorne denke an Barmherzigkeit!" (Habakuk 3,2)

Das Ziel: Gebet in Einheit und im Glauben
Im einmütigen und glaubensvollen Gebet steckt eine große Kraft und Verheißung. Israel braucht diese Kraft und diesen Schutz. Genau deshalb sucht Gott ja aktiv nach "Wächtern auf den Mauern Jerusalems". Ich möchte uns allen Mut machen, in dieser Berufung weiter zu wachsen.


Quellen:

 

Unser besonderer Dank geht an Harald Eckert für diesen Beitrag!