Zefanja 2,4
„Denn Gaza wird verlassen und Askalon verödet werden, Asdod soll am hellen Mittag fortgetrieben und Ekron ausgerottet werden.“
Seit dem brutalen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist der Gazastreifen weltweit in den Schlagzeilen. Das nur 365 km² große Küstengebiet am Mittelmeer wird heute vor allem mit Krieg, Terror und humanitären Krisen verbunden. Doch die Region hat eine lange, wechselvolle Geschichte. Wer das heutige Gaza verstehen will, muss seine Vergangenheit kennen.
Gaza in biblischer Zeit
Die Bibel erwähnt Gaza und seine Bewohner mehrfach, vor allem im Alten Testament. Dort lebten die Philister, die sich wahrscheinlich im 12. Jahrhundert v. Chr. nach dem Rückzug der Ägypter niederließen. Neben Gaza gründeten sie weitere bedeutende Städte wie Aschdod, Aschkelon und Gat. Immer wieder gerieten sie mit den Israeliten in blutige Konflikte.
Berühmt ist die Geschichte von Simson, der die Stadttore von Gaza forttrug (Ri 16,3), oder der Kampf zwischen David und dem Philister Goliath (1Sam 17). Auch die Propheten kündigten Gerichtsworte über Gaza an (z. B. Am 1,6-7; Zef 2,4). Auffällig ist zudem: In Josua 15 wird Gaza dem Stamm Juda zugesprochen.
Griechen, Römer und Byzantiner
Im 4. Jahrhundert v. Chr. eroberten die Griechen die Stadt, die bald zu einem Zentrum hellenistischer Kultur wurde. Später kam Gaza unter die Herrschaft der jüdischen Hasmonäer, ehe die Römer es im 1. Jahrhundert v. Chr. in ihre Provinz Judäa eingliederten. Dank seiner Lage an den Handelsrouten zwischen Ägypten und Syrien blieb Gaza ein wichtiger Umschlagplatz.
Unter den Byzantinern, die ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. herrschten, breitete sich das Christentum stark aus. Viele Einwohner wurden Christen, zahlreiche Kirchen entstanden.
Islamische Herrschaft und Osmanisches Reich
Im 7. Jahrhundert eroberten arabische Muslime Gaza. Das Gebiet wurde islamisiert: Arabisch wurde Amtssprache, Kirchen wurden zu Moscheen umgewandelt. Ab dem 16. Jahrhundert herrschten die Osmanen fast 400 Jahre lang über Gaza, bis zum Ersten Weltkrieg.
Britisches Mandat und ägyptische Kontrolle
1917 besetzten britische Truppen Gaza. Das Gebiet wurde Teil des britischen Mandats Palästina. Nach dem UN-Teilungsplan von 1947 sollte Gaza Teil eines arabischen Staates werden. Doch nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 fiel der Streifen unter ägyptische Verwaltung, allerdings ohne offizielle Annexion. Die Bewohner erhielten keine Staatsbürgerschaft und blieben staatenlos.
1956 besetzte Israel den Gazastreifen kurzzeitig während der Suezkrise, musste sich aber auf internationalen Druck wieder zurückziehen.
Israelische Herrschaft und Intifadas
Im Sechs-Tage-Krieg 1967 eroberte Israel den Gazastreifen von Ägypten. Israel baute dort Siedlungen, während viele Palästinenser in Israel Arbeit fanden. Doch die Besatzung führte zu wachsendem Widerstand.
1987 brach im Gazastreifen die Erste Intifada aus, ein jahrelanger Aufstand gegen Israel. In dieser Zeit gründete sich auch die Hamas. Im Rahmen der Osloer Verträge zog sich Israel 1994 teilweise zurück, die Palästinensische Autonomiebehörde übernahm Verwaltungskompetenzen. Israel errichtete gleichzeitig einen Grenzzaun zur Terrorabwehr.
2005 zog Israel sich vollständig aus dem Gazastreifen zurück, räumte alle Siedlungen und evakuierte rund 8.000 Israelis.
Machtübernahme der Hamas
Nach den palästinensischen Wahlen 2006 übernahm die Hamas in einem blutigen Machtkampf die Kontrolle über Gaza. Seitdem regiert die Terrororganisation das Gebiet mit harter Hand. Raketenangriffe auf Israel führten zu wiederholten Kriegen (2008/09, 2014, 2021). Israel und Ägypten verhängten Blockaden, um Waffenlieferungen zu unterbinden.
Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas den bisher schwersten Angriff auf Israel, mit Massakern an Zivilisten, Massenentführungen und Raketenbeschuss. Israel reagierte mit massiven Militäroperationen. Der Gazastreifen versank seither in einem verheerenden Krieg, dessen Folgen die Region bis heute prägen.
Falls Sie durch unseren Dienst und diesen Beitrag gesegnet wurden, oder uns einfach unterstützen möchten, können Sie Ihre Dankbarkeit und Wertschätzung in Form einer finanziellen Segnung ausdrücken, worüber wir uns sehr freuen und äußerst dankbar sind.
Gottes Segen Euch allen!
1. Thessalonicher 5,23
„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“
Amen und Amen
