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Die Dreieinigkeit im Alten Testament

Wenn Gott wirklich dreieinig ist, dann war Er schon immer dreieinig. Gott ist unwandelbar und ändert sich nicht. Er war immer dreieinig, Er ist dreieinig und Er wird immer dreieinig bleiben. Es gibt zahlreiche Indizien für die Dreieinigkeit im Alten Testament. Bereits die allererste Erwähnung Gottes in der Bibel impliziert die Dreieinigkeit. Somit ist klar: Gott hat sich schon im Alten Testament als der Dreieinige offenbart.

 

In 1. Mose 1,1 heißt es: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Das hier im hebräischen Urtext für "Gott" benutzte Wort ist "Elohim" die Mehrzahl von "El" (Gott). Es ist ein Wort, das anderswo häufig zur Bezeichnung mehrerer Götter verwendet wird, doch der grammatische Kontext in 1. Mose 1,1 und anderen Bibelstellen weist eindeutig auf einen einzigen höchsten Gott hin.

Es ist sicher kein Zufall, dass bereits in den ersten beiden Wörtern der Bibel "Bereshit hebr. בְּרֵאשִׁ֖ית (im Anfang)" und "bara hebr. בָּרָא (schuf)" ein Hinweis auf die Dreieinigkeit zu finden ist.

Interlinearübersetzung zu 1. Mose 1,1
Interlinearübersetzung zu 1. Mose 1,1

Die ersten drei Buchstaben, im ersten Wort "Bereshit" [Beth (ב), Resch (ר) und Aleph (א)], sind genau dieselben wie im zweiten Wort "bara". Um zu verstehen, was dies alles mit der Dreieinigkeit zu tun hat, muss man wissen, für was, oder in welchem Zusammenhang diese Buchstaben stehen. Dies ist sehr interessant. Der erste Buchstabe Beth ist der Anfangsbuchstabe für das hebräische Wort für SOHN was "ben / בֵּ֔ן" heißt. Der zweite Buchstabe Resch ist der Anfangsbuchstabe für das hebräische Wort für GEIST was "ruach / ר֫וּחַ" heißt. Der dritte Buchstabe Aleph ist der Anfangsbuchstabe für das hebräische Wort für VATER was "abba / אַבָּא" heißt.

 

Hier sehen wir, dass bereits "Im Anfang" der dreieine Gott, welcher sich fortlaufend in der Bibel als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart, geoffenbart ist. So ist es auch nicht verwunderlich und ebenso kein Zufall, dass das dritte Wort "Elohim" das Pluralwort für Gott ist. Die drei Personen der Gottheit bilden den EINEN wahren Gott.

 

Manche mögen sich nun fragen, weshalb die Bibel mit dem Sohn beginnt (Beth für Sohn). Nun, ich möchte es einmal so formulieren: Der Vater und der Heilige Geist haben ein Anliegen; und zwar den Sohn. So verwundert es wieder nicht, dass die Bibel im letzten Buch und im letzten Kapitel, in Offenbarung 22, in den letzten beiden Versen 20 und 21 mit dem Sohn endet:

 

Offenbarung 22,20-21

"20 Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus! 21 Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!"

 

Der Sohn Jesus Christus selbst gibt uns zu verstehen, weshalb das so ist. In Johannes 5,39 sagt der Sohn folgendes:

 

"Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen"

 

Alle biblischen Schriften zeugen von Jesus Christus. Er ist das Zentrum. Man kann Ihm nicht genug Ehre erweisen, denn genau das ist das Anliegen des Vaters und des Heiligen Geistes. Und genau diese herrliche Wahrheit ist in Jesu Wesen verankert. Jesus selbst sagt in Offenbarung 22,13:

 

"Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende"

 

So beginnen die biblischen Schriften mit Jesus und enden mit Ihm.

 

An dieser Stelle möchten wir auf unsere Beiträge "Das Alpha & Omega und die Zeitlosigkeit Christi" sowie auf "Jesus, das Aleph & Tav את und das Alpha & Omega" hinweisen!

Man beachte weiter, wie Gott bei der Erschaffung des Menschen spricht: "Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei" (1Mo 1,26). Wieder erscheint der eine Gott grammatisch eindeutig als eine Mehrzahl.

 

Auch das Erste Gebot (2Mo 20,2-3) bezeugt den einen Gott in drei Personen. Es lautet: "Ich [Einzahl] bin der HERR, dein Gott [Elohim‚ Mehrzahl], der ich [Einzahl] dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter [wieder Elohim, Mehrzahl] haben neben mir [Einzahl]."

 

Erneut offenbart Gott sich sprachlich als ein einziger Gott, der gleichsam mehrere Personen "beinhaltet" -nicht drei verschiedene Götter, sondern einer. Zwar betont das Alte Testament, dass Gott Einer ist, aber an verschiedenen Stellen ist von Gott auch in der Mehrzahl die Rede (vgl. 1Mo 1,26; 1Mo 3,22; 1Mo 11,7; Jes 6,8; Jes 48,12-16; Jes 63,7-14)

 

Gott

Gott tritt uns im Alten Testament als der absolut Heilige und Herrliche entgegen, dessen Majestät so groß ist, dass der Mensch, der sein Angesicht sieht, sterben muss (1Mo 32,31; Jes 6,1-5).

 

Die sichtbare Erscheinung Gottes konnte viele verschiedene Formen annehmen:

 

• Der Herr erscheint Abraham in Mamre (1Mo 18,1-15)

• Gott erscheint Mose im brennenden Busch (2Mo 3)

• Die Wolken- und Feuersäule beim Auszug aus Ägypten (2Mo 14,19-20)

• Die Herrlichkeit Gottes in der Stiftshütte (2Mo 40,34)

• Gottes Umgang mit Mose in der Stiftshütte (2Mo 33,11)

• Der Herr erscheint Jesaja (Jes 6,1-5)


Gott der Vater

Gott offenbart sich auch im Alten Testament als Vater: 5Mo 32,6; 2Sam 7,14; Ps 68,6; Jes 9,5; Jes 63,16; Jer 3,19; Mal 1,6; 2,10

 

Gott der Sohn

Das Alte Testament ist auch voller Hinweise auf Jesus, die zweite Person der Dreieinigkeit. Hunderte von Prophezeiungen im Alten Testament (nach manchen Theologen sollen es über 320 sein) sind von Jesus exakt erfüllt worden. Gott erklärt im Alten Testament sehr klar, dass erfüllte Prophetie der Nageltest dafür ist, ob etwas "von ihm kommt" oder nicht (vgl. 5Mo 18,9-22; Jes 46,10). Die Juden wussten, dass einst ein Messias (Gesalbter) kommen würde. Vielleicht die deutlichste prophetische Verknüpfung zwischen dem Messias und der Dreieinigkeit finden wir in Jesajas Prophezeiung eines "Sohnes", der "lmmanuel" (Gott mit uns) heißen würde (Jes 7,14).

 

Christus im Alten Testament?

Viele Indizien lassen vermuten, dass es bereits im Alten Testament Erscheinungen Christi gab. Ein Beispiel ist der Priester Melchisedek, dem Abraham in 1. Mose 14,18-20 begegnet.

 

Melchisedek war auf jeden Fall eine "Vorausdeutung" auf Christus. Er war, wie Jesus, ein "Priester Gottes des Höchsten" (Hebr 7,1-2). Er bot Abraham Brot und Wein an; eine Vorausdeutung auf das Abendmahl. Und Abraham gab ihm den zehnten Teil von seiner Kriegsbeute; ein frühes Beispiel des später im Gesetz des Mose festgeschriebenen Zehnten.

 

Matthäus macht diese prophetische Parallele in seinem Evangelium sehr klar (vgl. Mt 1,23). Und die Apostel, die drei Jahre lang mit Jesus gelebt hatten, begriffen nicht nur die wichtige Rolle des Sohnes, Jesus, als Teil der Dreieinigkeit, sondern benutzten die alttestamentliche Prophezeiung eines kommenden "fleischgewordenen Gottes" als Argument, um die traditionell monotheistischen Juden davon zu überzeugen, dass Jesus Gott war. Bedenken wir den strikten Monotheismus der Juden und wie viele von ihnen in den ersten Jahren der Kirche zum christlichen Glauben übertraten, weil sie in ihm die alttestamentlichen Prophezeiungen erfüllt sahen, können wir nur zu einem Ergebnis kommen: Diejenigen, die "es wissen mussten", wie das mit Jesus war (einschließlich seiner Rolle als Person in der Dreieinigkeit), glaubten die alttestamentlichen Prophetien über ihn und dass er, wie Matthäus dies so betonte, "Gott mit uns" war.

 

Gott der Heilige Geist

Die dritte Person der Trinität, der Geist Gottes, wird im Alten Testament immer wieder erwähnt. Gleich in 1. Mose 1,2 finden wir diesen Satz:

 

"Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser."

 

Im hebräischen Urtext steht hier für "Geist" das Wort "ruach", das so etwas wie Atem bezeichnet, und zwar den Atem eines vernunftbegabten Wesens. Wir sehen also deutlich, dass dieser "Geist" von Gott dem Vater und Gott dem Sohn zu unterscheiden ist, weiter, dass er ein vernunftbegabtes Wesen sein muss und nicht einfach eine "Kraft", und schließlich, dass er schon bei der Schöpfung dabei war.

 

Der Geist Gottes erscheint im Alten Testament aber nicht nur als Schöpfer, sondern auch als Ratgeber und Helfer, der es (wie auch im Neuen Testament) Menschen möglich macht, Gottes Willen zu tun. In 2. Mose 31,3 erfüllt Gott Bezalel mit seinem Geist, um ihm die nötigen kunsthandwerklichen Fertigkeiten zum Bau der Stiftshütte zu geben. Gelegentlich werden sogar Menschen, die nicht zum Gottesvolk gehören, vom Heiligen Geist inspiriert, so der heidnische Prophet Bileam, der von Balak angeheuert wird, um Israel zu verfluchen, es aber dann im Auftrag Gottes segnen muss (vgl. 4Mo 24).

 

Am deutlichsten wird die Dreieinigkeit Gottes im Alten Testament in 1. Mose 18,1 ff., wo Gott dem Abraham in Gestalt von drei Männern erscheint:

 

1. Mose 18,1-3

"1 Und der HERR (= JHWH) erschien ihm bei den Terebinthen von Mamre, als er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes saß. 2 Und er erhob seine Augen und sah: und siehe drei Männer standen vor ihm; sobald er sie sah, lief er ihnen entgegen und verneigte sich zur Erde 3 und sagte: Herr, wenn ich denn Gunst gefunden habe in deinen Augen, so geh doch nicht an deinem Knecht vorüber."           

 

Fassen wir also nochmal zusammen:

Es ist unzweifelhaft Gott, der hier erscheint, denn 1. Mose 18,1 sagt dies ausdrücklich. Im Original steht an dieser Stelle der Gottesname JHWH, den die Revidierte Elberfelder Übersetzung üblicherweise mit HERR (statt Herr) wiedergibt. Doch vor Abraham stehen drei Männer: Und schließlich spricht Abraham diese drei Männer auch noch im Singular an ("Herr, ..." statt Herren). Aus der Anrede Abrahams an die drei Männer wird deutlich, dass Abraham diese drei Männer als eine Erscheinung des einen Gottes ansieht. Und wiederum das gleiche: Gott ist gleichzeitig Singular und Plural. Oder genauer gesagt: Gott ist gleichzeitig einer und drei.

 

Ein schöner Beleg der Dreieinigkeit im Alten Testament findet sich auch in Jesaja 48,12-16, wo es heißt:

"12 Höre auf mich, Jakob und Israel, mein Berufener! Ich bin, der da ist, ich der Erste, ich auch der Letzte: 13 Ja, meine Hand hat die Grundmauern der Erde gelegt und meine Rechte die Himmel ausgespannt; (...) 15 Ich, ich selbst habe geredet (...) 16 Tretet her zu mir, hört dies! Ich habe von Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es geschah, bin ich da. Und nun hat der Herr JHWH mich gesandt und seinen Geist."

 

Der, der hier durch den Propheten Jesaja spricht, spricht von sich selbst als dem Ersten und dem Letzten und dem Einen, der alle Dinge erschaffen hat. Der Sprecher ist daher Gott. Aber im selben Abschnitt spricht er davon, dass JHWH ihn und seinen Geist gesandt habe. Das Neue Testament erklärt diesen Abschnitt, für den das Judentum keine Erklärung bietet: "...dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt" (1Joh 4,14).

 

Wusstest Du, dass Jesus gegenüber den Pharisäern seine eigene Gottheit mit einer Stelle aus dem Alten Testament belegt (Matthäus 22,41-46)? Lies Psalm 110. Es handelt sich dabei um einen prophetischen Psalm, der sich auf Jesus Christus bezieht. Dies folgt zwangsläufig z.B. aus dem Vergleich von Psalm 110,4 mit Hebräer 5,5-6. Sieh Dir nun die Formulierung von Psalm 110,1 an:

"Spruch des JHWH für meinen Herrn: Setze Dich zu meiner Rechten bis ich Deine Feinde gemacht habe zum Schemel Deiner Füße."

 

Der Messias, auf den sich der Psalm bezieht, ist also der Herr Davids. Wer aber außer Gott selbst könnte der Herr Davids sein? Genau darauf weist Jesus die Pharisäer in Matthäus 22,41-46 hin: Nämlich auf die Tatsache, dass der Christus schon der Herr Davids war! Die Schlussfolgerung war den Pharisäern so erschreckend klar, dass sie nicht mehr wagten, ihn zu befragen (Vgl. Mt 22,46).

 

Genannt sei noch eine andere Stelle, die ich mit einer Frage verbinden will: Welcher König ist es, der in Psalm 45,7-8 zunächst als Gott angeredet und dann selbst von Gott gesalbt wird? Kleiner Tipp: Christus heißt Gesalbter!

 

Weitere deutliche Hinweise auf die Mehrzahl der Personen Gottes im Alten Testament sind:

1. Der Herr wird vom Herrn unterschieden in 1. Mose 19,24; Hosea 1,7

 

2. Der Erlöser wird vom Herrn in Jesaja 59,20 unterschieden. Gleichzeitig machen viele Stellen aber deutlich, dass nur Gott dieser Erlöser ist - vgl. zum Beispiel Jesaja 44,6; Jesaja 49,26; Jesaja 63,16; Jeremia 50,23; Hiob 19,25; Psalm 19,15; Psalm 78,35.


Quellen:

  • Ralph O. Muncaster - Was ist die Trinität
  • Ernst-Martin Borst - Dreieinigkeit - Vater, Sohn und Heiliger Geist
  • eigene Anmerkungen

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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