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Ist die Bibel grausam? Ist Gott grausam?

PSALM 89,15

"GERECHTIGKEIT UND RECHT SIND DEINES THRONES STÜTZEN, GNADE UND TREUE GEHEN VOR DIR HER"

 

Zunehmend wird von Bibelkritikern der Vorwurf erhoben, der Gott der Bibel sei unehrlich, brutal, launenhaft, eifersüchtig und gewalttätig und sein Wort, die Bibel ein grausames Buch. Dies ist eine sehr einseitige Betrachtung von einer Perspektive, die grundsätzlich alles Negative aus der Bibel hervorhebt, dabei aber die andere Seite völlig außer Acht lässt.

 

Viel zu lange wurde zu diesem Thema geschwiegen.

 

Das Problem ist Unkenntnis des Wesens Gottes und der Schrift

 

Gott ist absolut heilig und gerecht. Gott ist aber ebenso barmherzig und gnädig.

 

Die Bibel ist nicht nur ein einziges Buch, sondern eine kleine Bibliothek, in welcher sich 66 Einzelbücher (Alte Testament 39 und Neue Testament 27) mit verschiedenen Literaturgattungen befinden. Sie wurde auf drei Erdteilen, in drei verschiedenen Sprachen, über eine Zeitspanne von ungefähr 1500-1600 Jahren, von mehr als 40 Autoren mit unterschiedlichem Hintergrund verfasst.

 

Man kann nicht aus einer einzigen Bibelstelle, nicht mal aus einem einzigen biblischen Buch, die Gesamtbotschaft herauslesen, sondern das Gesamte, also die komplette Bibel, ist eine Gesamtbotschaft. Fast immer, wenn jemand irgendetwas aus dem Zusammenhang reißt, irgendetwas zitiert und den Rest der Bibel übersieht, kommt ein verzehrtes, widersprüchliches und unkorrektes Bild dabei heraus. Die Bibel ist ein ganzes Offenbarungsbuch Gottes, das nur als Ganzes Sinn ergibt und immer im Gesamtzusammenhang betrachtet werden muss.

 

Um herauszufinden, wie das Wesen Gottes und Sein Charakter ist, muss man Jesus Christus anschauen, denn die Bibel sagt, "wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat" (Johannes 12,45) und "der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein" (Philipper 2,6).

 

Nicht die Bibel wird in erster Linie das Wort Gottes genannt, sondern in erster Linie ist das Wort Gottes eine Person: Jesus Christus.

Im Menschen Jesus Christus drückt Gott sich verbindlich aus. Jesus Christus ist das Abbild oder Ebenbild des unsichtbaren Gottes: "Er, Christus, ist das Abbild des unsichtbaren Gottes..." (Kolosser 1,15). Jesus ist die Sichtbarwerdung der Person des Vaters. Jesus ist die exakte Darstellung Gottes. Christus ist der vollkommene Ausdruck Gottes in menschlicher Gestalt.

 

Es gibt zwei grundlegende Prinzipien, die sich quer durch das Alte und Neue Testament ziehen:

 

1. Sünde (Zielverfehlung; also ein Verstoß gegen Gottes Gebote) trennt immer von Gott "sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, dass er nicht hört" (Jesaja 59,2) und hat letztlich immer tödliche Konsequenzen, denn die Bibel sagt "der Lohn der Sünde ist der Tod" (Römer 6,23) – zwar meistens nicht unmittelbar, aber jedenfalls in Bezug auf das ewige Leben und somit ewige Trennung von Gott. Dies zeigt sich bereits im Garten Eden. Obwohl Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis aßen, tritt die angekündigte Todesstrafe nicht sofort ein, im Gegenteil. Gott kümmert sich sogar noch fürsorglich um ihre Kleider und Gott ist es auch, der zuerst den Kontakt, nach dem Sündenfall, zum Menschen sucht. Erst viel später starben Adam und Eva tatsächlich physisch, geistlich starben sie allerdings sofort.

 

2. Ohne besondere Vorkehrungen ist die Begegnung sündiger Menschen mit Gottes Heiligkeit immer absolut tödlich – so wie es absolut tödlich wäre, wenn Menschen mit einem Raumschiff auf der Sonne landen wollten. Deutlich wird das z. B. beim Tod Usas, der versehentlich die Bundeslade berührt und dabei stirbt, obwohl er es in guter Absicht getan hatte (2. Samuel 6,6-7).

Beide Prinzipien prägen die Mosebücher ganz besonders. Denn diese Zeit war nun einmal bestimmt von der Sondersituation einer ganz außergewöhnlichen Gottespräsenz, die sich sogar sichtbar (Wolken- und Feuersäule!) und hörbar (Gottes Stimme!) äußerte. Viele der Gebote waren deshalb letztlich Sicherheitsvorschriften, die die Priester und das Volk Israel vor der lebensgefährlichen Gegenwart des heiligen Gottes schützen sollten. Etwas Unreines kann vor etwas Reinem nicht bestehen.

 

Es gibt Stellen im Alten Testament, wo ein Volk ausgerottet wird – es fühlt sich so an, dass dort Unschuldige sterben müssen, aber dort kommt Gericht. Das Gericht Gottes ist ein Thema, das können wir nicht wegleugnen. Gott ist aber der absolut voll radikal gnädige und liebende dem gegenüber, der sich umkehrt zu Ihm.

 

Er ist aber auch gleichzeitig der Strafende und Rächer derer, die nichts von Ihm wissen wollen und im Bösen verharren. Das ist die Wahrheit! Es werden nicht automatisch alle gerettet. Nein, das ist nicht so. Es bedarf einer echten Umkehr zu Gott.

 

Manche fragen sich, wie es sein kann, dass Gott dann unschuldige Menschen sterben lässt?

 

Die Antwort auf diese Frage ist: Das Konzept von unschuldigen Menschen gibt es in der ganzen Bibel nicht. Es ist nicht so, dass wir in einer neutralen Welt leben und eigentlich sind wir alles liebe Leute und gute Menschen, nur Gott ist irgendwie sauer. Nein, die Welt ist nicht in Ordnung und wir Menschen sind nicht unschuldig. Die Bibel sagt in Römer 3,23 "denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes" und in Römer 5,12 "Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben".

 

Der große Zustand der Welt nach der Bibel ist, dass der Mensch herausgefallen ist aus diesem Ideal Gottes von Liebe und Gemeinschaft und sich in Sünde hinein gegeben hat und zwar bis zu einem Maß, dass er aus eigener Kraft aus dieser Katastrophe nicht mehr herauskommt. Dies ist der Grundzustand nach dem Sündenfall. Eine Tatsache die Kritiker gar nicht kennen und wahrnehmen.

 

Gott will nicht den Untergang des Sünders, Gott will, dass sich alle bekehren, aber der Punkt ist: Gott ist der Herr des Lebens. Wir lesen in der Bibel: Du sollst nicht töten! Wir lesen auch, dass wir nicht übereinander richten sollen. Aber der Punkt ist: Gott ist der Richter. Uns Menschen steht es nicht zu, über Leben und Tod zu richten, aber Gott schon. Gott hat allen Menschen das Leben gegeben, deswegen hat Er, aber nur Er, das Recht, das Leben zurückzufordern. Wir als seine Geschöpfe sind nicht in einer Position, Gott sagen zu können, was gerecht ist und was nicht gerecht ist.

 

Manche Leute sagen: Ich kann nicht an Gott glauben, weil es so viel Unheil in der Welt gibt

 

Der Punkt ist: Vieles, was nach Unheil aussieht, ist – aus einer Distanz von vielen Jahren betrachtet – vielleicht kein Unheil mehr, sondern entfaltet einen Sinn in einem größeren Bereich.

 

Ob Gott mit seinem Plan, die Welt zu erschaffen, in der Unheil und Leid möglich ist, im Letzten Recht hatte oder nicht, im Letzten gerecht war oder nicht, kann niemand von uns beurteilen. Wir haben nicht solch eine Perspektive, wir stehen nicht auf solch einer Höhe von Übersicht, um dies beurteilen zu können. Schon im menschlichen Kontext sehen wir ein, dass in einem Krieg wie dem 2. Weltkrieg, wo ein Soldat sein Leben dafür gibt, dass Tausende andere leben können. Zum Beispiel ein Trupp von amerikanischen Soldaten versucht Tausende Menschen aus einem Konzentrationslager zu befreien, etliche amerikanische oder russische Soldaten sterben bei dem Versuch, doch trotzdem wird das Konzentrationslager befreit. Falls es diese Situation gegeben hätte, würde jedem einleuchten, der Tod von diesen Menschen ist schrecklich, aber trotzdem war er nicht sinnlos, sondern hat seinen Sinn entfaltet in einem größeren Ganzen. Niemand kann sagen, was das größere Ganze in der Welt ist und warum es Sinn machen kann, dass Gott über ein Volk Gericht bringt, um eine größere Heilsabsicht zu verwirklichen. Niemand kann das. Man kann nur sagen, der Einzige, dem man dies zutrauen könnte, hier in Gerechtigkeit zu handeln, wäre ein allmächtiger und allwissender Gott, welcher nicht an Zeit gebunden ist und immer das große Ganze sieht. Gott sieht Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf einmal und weiß um alle Dinge.

 

Aus der Bibel geht aber klar hervor, dass es am Ende gut ausgehen wird. Gut für jeden, der Jesus Christus hat! Diese Tatsache ignorieren Kritiker oft; teil aus Unglauben und Unwissenheit und teils aus Rebellion, weil Sie sich vor Gott nicht beugen wollen.

 

Das Ende ist nicht, dass die Welt im Desaster endet, ein paar Wenige gerettet werden und sonst ist alles furchtbar. Nein!

 

Ich bin überzeugt, dass am Schluss jeder bekennen wird: Herr alle Deine Wege waren gerecht, alles, was Du getan hast, hat sich am Schluss als das erwiesen, was das absolut Weiseste von allem war. Was wir völlig klarsehen müssen ist, dass die Welt kein neutraler Ort ist. Es gibt böses in der Welt und es ist nicht immer der einzige Weg, einfach nur tolerant zu sein.

 

Als Beispiel: Wenn die Alliierten 1940 gesagt hätten: Wir tolerieren, was Hitler macht, wir schauen da einfach zu, wir wollen nicht, dass unschuldige Menschen sterben und wir lassen den machen, dann wäre das Unheil nicht gestoppt worden und es wäre viel schlimmer gekommen. Es wäre zynisch zu sagen, wie unfair von den Amerikanern oder Briten, hier anzugreifen. Man kann immer noch fragen, ob es gerecht war, mit dem Bombenkrieg über deutschen Städten, aber wenn es Böses in der Welt gibt, dann muss man es stoppen. Gott tut genau das. Er stoppt wirklich Unrecht in der Welt aber zu Seiner Zeit.

 

Wenn die Menschen umkehren würden, wenn sie sich bekehren würden, hätte Gott keinen Gefallen an ihrer Vernichtung, Gott mag nicht, dass Menschen sterben. Die Bibel sagt im Alten Testament:

 

Hesekiel 18,23

"Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen, spricht der Herr, HERR, nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt?"

 

Hesekiel 33,11

"Sage zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR: Wenn ich Gefallen habe am Tod des Gottlosen! Wenn nicht vielmehr daran, dass der Gottlose von seinem Weg umkehrt und lebt! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! Ja, warum wollt ihr sterben, Haus Israel?"

 

Jeremia 29,11-14

"11 Denn ich weiß wohl, was für Gedanken ich gegen euch hege‹ – so lautet der Ausspruch des HERRN –, ›nämlich Gedanken des Heils und nicht des Leids, euch eine Zukunft und Hoffnung zu gewähren. 12 Wenn ihr mich alsdann anruft, so will ich euch antworten, und wenn ihr zu mir betet, will ich euch erhören, 13 und wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden; ja, wenn ihr dann von ganzem Herzen Verlangen nach mir tragt, 14 so will ich mich von euch finden lassen‹ – so lautet der Ausspruch des HERRN – ›und will euer Schicksal wenden und euch aus allen Völkern und von allen Orten her sammeln, wohin ich euch verstoßen habe‹ – so lautet der Ausspruch des HERRN –, ›und will euch an den Ort zurückbringen, von wo ich euch habe wegführen lassen!‹«"

 

Hiob 33,14

"Vielmehr redet Gott einmal und zweimal, man achtet nur nicht darauf"

 

Hiob 33,29-30

"29 »Sieh, dies alles tut Gott zweimal, ja dreimal an dem Menschen, 30 um seine Seele von der Grube fernzuhalten und damit er vom Licht des Lebens umleuchtet werde"

 

1. Timotheus 2,3-4

"3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Retter-Gott, 4 welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen."

 

2. Petrus 3,9

"Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen"

 

Ich glaube, dass Gott meistens gar nicht aktiv eingreifen muss, weil die zentrale Strafe der Sünde einfach der Schrott ist, den wir uns selber durch die Sünde zuziehen – das ist meine Meinung. Aber Gott ist der Herr von allen und Er lässt zu, dass Sünde negative Folgen hat, um uns zur Umkehr zu bringen, aber auch, um Sünde zu stoppen, wenn es nicht mehr anders geht. Wo genau Gottes aktives Eingreifen ist, wo die Aktivität des Teufels ist, wo wir uns einfach selber in den Schrott reingeritten haben und selber rauskommen müssen, lässt sich oft nicht mehr klar sagen. Das Einzige, was sich klar sagen lässt, Sünde hat wirklich reale Konsequenzen. Doch nun kommt das Gemeine: Nicht immer wird nur der von den Konsequenzen der Sünde betroffen, der selber gesündigt hat. Wenn meine Eltern schreckliche Dinge getan haben oder wenn das Volk, in dem ich lebe, Schuld auf sich häuft und dadurch das ganze Volk von negativen Dingen getroffen wird oder meine ganze Familie von negativen Dingen getroffen wird, kann es sein, dass ich als Unschuldiger Teil von negativen Folgen der Sünde trage. Das ist eine traurige und schreckliche Sache, die wir aber überall und ständig sehen. Natürlich sterben Unschuldige in Situationen, wo Sünde Strafe nach sich zieht. An dieser Situation kannst du – wenn du nicht an Gott glaubst oder Atheist bist, nur verzagen und sagen: Was konnten denn die ganzen Leute dafür, die im 2. Weltkrieg gestorben sind, z. B. die Deutschen, die da gestorben sind, nur, weil ihre Führung, die sie vielleicht gar nicht gut fanden, so viel Unsinn gemacht haben. Du kannst daran zerbrechen und davon ausgehen, dass die Welt sinnlos und ein grausamer Ort ist. Oder du kannst glauben, dass es einen Gott gibt, einen Herr der Geschichte, der auf den krummen Zeilen der menschlichen Geschichte gerade schreiben kann; auf eine Art und Weise, die wir nicht kennen und die dazu führt, dass am Schluss trotz allen Leides, trotz all dem Schrecklichen, trotz all dem, was wir nicht verstehen, ein Plan steht, ob dessen jeder sagt: Herr – wahr, gerecht und treu waren alle Deine Wege!

 

Ist die Bibel grausam? Ist Gott grausam?

Die einfache Antwort ist: Nein, die Menschheitsgeschichte ist grausam. Den Menschen ein falsches Bild von Gott zu vermitteln gehört zu den desinformierenden Grundstrategien des Teufels, dem alten Lügner. Dies hat er schon mit seinen ersten drei Lügen im Paradies bei unseren Vorfahren Adam und Eva getan.

 

Gott hat sich eingelassen, in Beziehung zu treten mit Menschen, die aufgrund des Sündenfalls grausam und verdorben sind und deren Taten grausame Reaktionen mit sich führen. Gottes Wille in all dem ist immer ein absolut entschieden Guter, ein Heilender, ein Rettender.

Gott will, dass Menschen gerettet werden - nicht, dass sie sterben. Gott will, dass Menschen glücklich sind, nicht, dass sie unglücklich sind. Gott will, dass Menschen heil sind, nicht, dass sie krank sind. Gott will, dass Menschen zu Ihm in die Ewigkeit, in den Himmel kommen, nicht, dass sie verloren gehen – das ist das, was Gott will. Gott will, dass menschliche Gemeinschaft funktioniert, dass Familien funktionieren, dass Staaten funktionieren, dass es Leuten finanziell gut geht, dass es Leuten gesundheitlich gut geht. Gott will das Gute. Dies ist unter anderem die Grundessenz Seines Wesens. Gott ist gut! Seine Heilsabsicht für uns gewinnt da an Boden, wo wir Ja zu Ihm sagen.

Ja sagen zu Gottes Plan funktioniert nur, wenn wir Ihn Gott sein lassen. Er ist der Herr des Lebens, wir sind nicht die Richter der Welt, der Mensch ist nicht Mittelpunkt der Geschichte. Wir haben einen sehr begrenzten Einblick in das, was wirklich gut ist und was wirklich objektiv gut ist.

 

Wenn jemand sagt, wenn Gott so und so ist, dann will ich mit Ihm nichts zu tun haben, dann schau her:

 

Es gibt eine Schule von Ethik oder von Moral, die nennt man Utilitarismus. Hier sagt man, wenn du so handelst, dass es für die meisten Menschen oder für eine möglichst große Anzahl von Menschen positive Effekte hat, dann handelst du gut und handelst du moralisch richtig. Eine zentrale Form diesen utilitaristischen Ansatz in der Ethik oder Moral zu kritisieren, ist zu sagen: Wer kann denn ermessen, was der größtmögliche Nutzen für möglichst viele Leute ist? Und wer kann das über Jahrzehnte hinweg beurteilen?

 

Kann es nicht sein, dass etwas, von dem eine kleine Gruppe von Leuten sagt: Das passt uns überhaupt nicht, das wollen wir nicht, sich aber auswirkt auf viele andere Leute und zwar absolut negativ.

Beispiel: Den einen Verbrecher lebenslänglich einzusperren, ist eine Beschneidung seiner Rechte, d. h. du bist nicht nett zu ihm, aber du bist nett zu den vielleicht 20 Leuten, die er sonst vielleicht missbraucht, vergewaltigt oder umgebracht hätte. Du kannst nicht zu dem Einzelnen nett sein und gleichzeitig zu allen andern auch nett sein. Die Frage, die am Ende steht ist, wer kann beurteilen, was den größtmöglichen Nutzen für die größtmögliche Anzahl von Leuten bringt?

 

Hier steht man vor der Frage: Wer entscheidet, wer gut und böse definieren darf?

Im Garten Eden hat der Mensch versucht, gut und böse zu definieren, sich selber vom Baum der Erkenntnis zu nehmen und das ist komplett in die Hose gegangen.

 

Wir sollten Gott - Gott sein lassen!

Was für eine gute Nachricht, dass Er ein guter und liebender Gott ist. In Jesus Christus wird das so was von klar.

 

Lies die Bibel! Lies Jesus! Lies das Leben Jesu und studiere die Person Jesus und Dir wird klar, wer Gott ist. Und lies im Licht dieser Klarheit auch die schwierigen Stellen des Alten Testaments und frage Jesus, wie soll ich damit umgehen? Aber verwende nicht die schwierigen Stellen, die Du nicht verstehst, die komisch sind, um das, was völlig klar und offensichtlich über Gottes Herz in Jesus Christus aufstrahlt und geschrieben steht, runter zu drücken, für undeutlich zu erklären oder komplett zu ignorieren.

 

Jesus ist das Wort Gottes – in Ihm erkennen wir, wer der Vater ist.

 

Manche Menschen fragen sich: Warum hat Gott den Baum der Erkenntnis des Guten und bösen in den Garten Eden gepflanzt?

 

Jeder Mensch hat schon einmal von den zwei bekanntesten Bäumen gehört:

 

1. dem Baum des Lebens

2. dem Baum der Erkenntnis des Guten und bösen

 

1. Mose 2,9

"Und Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen"

 

Weiter heißt es in 1. Mose 2,16-17

"16 Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen 17 aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!"

 

Wir haben folgende Situation:

Adam und Eva sind im Garten Eden und haben dieses Wort von Gott. Dort gibt es sehr viele Bäume und von dem einen dürfen sie nicht essen. Von allen anderen dürfen sie essen. Wie lange Adam und Eva dort so verweilten wissen wir nicht, denn gleich im nächsten Kapitel tritt die Schlange (der Satan) hinzu und sagt:

 

1. Mose 3,4-5

"Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! 5 Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses"

 

Adam und Eva sind im Garten Eden und alles ist wunderbar aber sie haben zwei Wörter. Einmal das Wort von Gott, der sagt du darfst alles machen, außer von diesem Baum zu kosten, da du sonst sterben wirst und einmal das Wort von der Schlange welche sagt, nö so stimmt das überhaupt nicht, ihr werdet nicht sterben, sondern sein wie Gott.

 

Nun, zuerst ist anzumerken, dass es gar nicht schlimm ist, sein zu wollen wie Gott. Das Problem ist, dass man es ohne Gott sein will. Wie Gott zu werden ist nicht dasselbe wie der Versuch, Gott zu werden.

 

Als die Schlange dies sagte, schenkte Eva dem Baum der Erkenntnis Beachtung und Adam und Eva aßen davon. Somit haben Adam und Eva diese Wahl getroffen und haben damit für alle Menschen, die nach ihnen kamen, diesen gefallen Zustand bestimmt.

 

Aber was ist dort eigentlich passiert? Sie haben vom Baum der Erkenntnis gegessen und haben damit die Wahl für sich und ihren Nachkommen getroffen, ihr Leben selbstständig ohne Gott zu leben. Selbst zu entscheiden, selbst zu wählen...und somit war Gott außerhalb von ihnen. Die Lüge hat in ihnen den Platz des Wortes Gottes eingenommen. Diesen Zustand bezeichnet die Bibel als Tod. Ein Leben außerhalb von Gott ist Tod. Sie starben nicht physisch, sondern geistlich; die innige Gemeinschaft starb; ihre Identität, das Bild Gottes starb. Sie wurden geistlich getrennt von Gott. Doch Gott vergaß nie ihren waren Wert und sah immer ihre echte Identität. Genauso sieht Gott heute immer Deinen wahren Wert, Deine wahre Identität. Statt Dich anzuklagen spricht Gott immer zu Deinem Potenzial. Immer!

 

Viele Menschen fragen sich, oder bringen den Vorwurf, dass Gott doch wusste, dass Adam und Eva von dem Baum der Erkenntnis essen würden und was dadurch passiert. Wieso hat er dann den Baum in den Garten Eden gepflanzt?

 

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Gott hat den Menschen als freie Personen geschaffen. Freiheit ist nur dann Freiheit, wenn man sich entscheiden kann. Um wählen zu können oder um sich entscheiden zu können brauch es zwei Gegensätze um überhaupt eine Wahl treffen zu können. Gott wollte, dass Adam und Eva gehorchen, aber Er gab ihnen die Freiheit, sich selbstständig zu entscheiden. Ohne diese Freiheit wären Adam und Eva wie Gefangene und ihr gehorsam wäre wertlos gewesen.

 

Manchmal geben wir uns der Illusion hin, Freiheit sei, alles zu tun, was man möchte. Doch Gott sagt, dass wahre Freiheit entsteht, wenn ein Mensch gehorsam ist und weiß, was er nicht tun soll. Die Beschränkungen, die Gott uns auferlegt, dienen unserem Wohl und helfen uns, das Böse zu meiden. Wir haben die Freiheit, vor ein schnell fahrendes Auto zu laufen, doch wir müssen nicht erst überfahren werden, um zu wissen, dass dies dumm wäre. Schenke den Versuchungen des Teufels kein Gehör. Du musst nichts Böses tun, um Erfahrungen zu sammeln und mehr über das Leben zu lernen.

 

Gott war nie der Feind des Menschen. Er muss nicht mit Menschen versöhnt werden, sondern der Mensch mit ihm. Christus starb nicht, damit Gott mich lieben kann, sondern dass die Liebe mich erreichen kann.

 

Seit dem Sündenfall ernähren sich alle Menschen, da sie Nachkommen Adam und Evas sind, von dem Baum der Erkenntnis des Guten und bösen. Gott hat Adam und Eva nach diesem Fall sofort den Zugang zum anderen Baum, dem Baum des Lebens verwehrt, was wir in 1. Mose 3,22-24 lesen können. Dies war sowohl eine Konsequenz als auch ein Akt der Barmherzigkeit, damit sie nicht auch noch vom Baum des Lebens essen und für immer, also ewig, in einem Zustand des Todes und der Entfremdung leben mussten.

 

Es gibt also: Entweder - Oder. Man kann sich von dem Baum des Lebens oder vom Baum der Erkenntnis des Guten und bösen ernähren. Beides gleichzeitig funktioniert nicht. Dies sollte uns immer bewusst sein.

 

Wenn wir die Menschheit heutzutage betrachten, sehen wir diese beiden Gegensätze überall. Die Menschheit, ohne Gott, befindet sich im Baum der Erkenntnis des Guten und bösen. Sie leben dort und ernähren sich davon. Sie können dort nicht ausbrechen. Es gibt für Menschen ohne Gott nichts außerhalb dieses Baumes. Durch Religion z. B. versucht der Mensch nun korrekt vor Gott zu leben. Welche Taten muss der Mensch vollbringen und welche Regeln muss er befolgen um wieder von Gott angenommen zu werden und Gott zu gefallen? Die Antwort ist der Baum des Lebens, welcher auf Jesus Christus zeigt.

Durch Jesus Christus und zwar nur durch Jesus Christus haben wir die Möglichkeit uns neu zu positionieren und die Wahl zu treffen. Wovon willst du dich ernähren? Willst du weiterhin vom Baum der Erkenntnis des Guten und bösen speisen oder wählst du den Baum des Lebens, welcher Jesus Christus ist.

 

Die Lösung ist Johannes 8,36:

"Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein"

 

Beide Testamente eröffnen den gleichen heiligen, gerechten, barmherzigen, gnädigen und guten Gott, der Sünde verdammt und sich wünscht Sünder zu retten; durch das Sühnopfer Jesus Christus!


Quellen:

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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