Jeremia 23,6
„In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel sicher wohnen; und das ist der Name, den man ihm geben wird: »Der HERR ist unsere Gerechtigkeit«.“
1. Korinther 1,30
„Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung...“
In Jeremia 23,6 wird eine zukünftige Zeit beschrieben, in der Juda gerettet wird und Israel sicher wohnen kann, und der Name des kommenden Königs lautet: „Der HERR ist unsere Gerechtigkeit“. Diese Verheißung weist auf den Messias hin. Im Neuen Testament wird deutlich, dass sich diese Wahrheit in Jesus Christus erfüllt, der uns von Gott zur Gerechtigkeit gemacht ist (1Kor 1,30). Damit wird sichtbar, dass wahre Gerechtigkeit nicht im Menschen selbst liegt, sondern in Christus.
Der Name „Jahwe Zidkenu“ bedeutet „Der HERR ist unsere Gerechtigkeit“ und geht auf das hebräische Wort „zedek“ zurück, das Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und ein Leben im Einklang mit Gottes Maßstab beschreibt. In der Form „zidkenu“ wird deutlich, dass diese Gerechtigkeit nicht individuell erarbeitet, sondern von Gott gegeben ist. Im Griechischen wird dieser Gedanke durch „dikaiosune“ ausgedrückt, das die von Gott geschenkte Gerechtigkeit bezeichnet, die im Neuen Testament zentral ist.
Im Alten Testament ist Gerechtigkeit eng mit Gottes Wesen und seinem Bund verbunden. Jeremia 23,5-6 und 33,15-16 sprechen von einem gerechten Spross, der Recht und Gerechtigkeit aufrichten wird. Jesaja 45,24-25 und 54,17 zeigen, dass Gerechtigkeit letztlich von Gott kommt, während Daniel 9,24 eine Zeit ankündigt, in der eine ewige Gerechtigkeit eingeführt wird. Diese Verheißungen machen deutlich, dass wahre Wiederherstellung nur durch göttliche Gerechtigkeit möglich ist.
Im Neuen Testament erfüllt sich diese Erwartung in Jesus Christus. Er ist gekommen, um sein Volk von den Sünden zu retten (Mt 1,21) und eine Gerechtigkeit zu offenbaren, die unabhängig vom Gesetz ist (Röm 3,21-22). In ihm wird der Mensch gerecht gesprochen, nicht aufgrund eigener Werke, sondern durch Glauben. 2Kor 5,21 beschreibt diesen zentralen Zusammenhang: Christus, der ohne Sünde war, wurde für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes werden. Auch Philipper 3,9 betont, dass diese Gerechtigkeit nicht aus dem Gesetz kommt, sondern durch den Glauben an Christus. In ihm erfüllt sich, was Hebräer 7,2 andeutet: ein König, der durch Gerechtigkeit gekennzeichnet ist.
Im alten Israel war Gerechtigkeit eng an das Gesetz gebunden, doch kein Mensch konnte es vollkommen erfüllen. Deshalb wartete das Volk auf den Messias, der die Gerechtigkeit bringen würde. Gleichzeitig macht die Schrift deutlich, dass kein Mensch aus eigener Kraft gerecht ist (Röm 3,10) und selbst die beste menschliche Gerechtigkeit unzureichend bleibt (Jes 64,5). Dennoch ist Gerechtigkeit Voraussetzung für das ewige Leben (Mt 25,46), was die Frage aufwirft, wie der Mensch vor Gott bestehen kann.
Die Antwort liegt allein in Jesus Christus. Durch seinen Tod und seine Auferstehung erfüllt er die Gerechtigkeit Gottes und eröffnet den Weg zur Rechtfertigung. Römer 5,19 zeigt, dass durch den Gehorsam des Einen viele gerecht werden. In ihm geschieht ein göttlicher Austausch: Unsere Schuld wird auf ihn gelegt, und seine Gerechtigkeit wird uns zugerechnet (2Kor 5,21). So stehen Gläubige nicht mehr auf Grundlage eigener Werke vor Gott, sondern in der vollkommenen Gerechtigkeit Christi. Diese Gerechtigkeit wird durch den Glauben empfangen (Röm 3,21-22) und schenkt eine neue Stellung vor Gott.
Diese Wahrheit steht auch im Zusammenhang mit anderen Namen und Titeln Jesu. Als Lamm Gottes trägt er die Sünde der Welt (Joh 1,29), als Mittler des neuen Bundes bringt er den Menschen in eine gerechte Beziehung zu Gott (Hebr 9,15), und als Erlöser schenkt er endgültige Vergebung und Wiederherstellung (Tit 2,14). In all dem wird deutlich, dass Gerechtigkeit nicht nur ein Prinzip, sondern eine Person ist.
Jahwe Zidkenu ist zugleich eine Verheißung der Wiederherstellung. Was Jeremia für Israel ankündigt, findet in Christus seine Erfüllung und reicht darüber hinaus zu allen Völkern. Er ist das Fundament einer neuen Gemeinschaft, die nicht auf menschlicher Leistung, sondern auf Gnade und Glauben beruht. Ohne seine Gerechtigkeit bleibt der Mensch wie in einem Labyrinth ohne Ausweg, doch in Christus wird ein Weg eröffnet, der zum Ziel führt – zur Gemeinschaft mit Gott.
So zeigt sich in Jesus Christus die ganze Tiefe dieses Namens: Er ist nicht nur gerecht, sondern unsere Gerechtigkeit. In ihm wird der Mensch vor Gott gerecht gesprochen und erhält Anteil an einem neuen Leben, das auf Gottes Gnade gegründet ist.
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Gottes Segen Euch allen!
1. Thessalonicher 5,23
„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“
Amen und Amen
