Matthäus 11,3
„... und ließ ihm sagen: Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“
Hebräer 10,37
„Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird der kommen, der kommen soll, und wird nicht auf sich warten lassen.“
Der Titel „der Kommende“ bezeichnet den verheißenen Messias, auf den Israel wartete. Er durchzieht die gesamte Schrift und beschreibt den von Gott gesandten Retter, der kommt, um Erlösung zu bringen und Gottes Reich aufzurichten. Im Alten Testament wird dieser Kommende als König und Richter angekündigt, im Neuen Testament wird deutlich, dass sich diese Verheißung in Jesus Christus erfüllt hat – er ist gekommen und wird wiederkommen.
Das griechische Wort „erchomai“ bedeutet „kommen“ und beschreibt sowohl ein tatsächliches Erscheinen als auch ein heilsgeschichtliches Handeln Gottes. Das hebräische „bo“ trägt dieselbe Bedeutung und betont das aktive Eintreten Gottes in die Geschichte. Beide Begriffe zeigen: Das Kommen des Messias ist kein Zufall, sondern göttlich geplant und zielgerichtet.
Bereits im Alten Testament wird der Kommende verheißen. Nach dem Sündenfall kündigt Gott den Retter an (1Mo 3,15). Weitere Prophezeiungen sprechen von einem König, der kommen wird (Sach 9,9), von einem Richter der Welt (Ps 96,13) und von einem Menschensohn, der Herrschaft empfängt (Dan 7,13-14). Psalm 118,26 bezeugt: „Gesegnet sei der, der kommt im Namen des HERRN.“ Diese Erwartungen richten sich auf den Messias.
Im Neuen Testament wird Jesus als dieser Kommende erkannt. Johannes der Täufer stellt die entscheidende Frage (Mt 11,3), und das Zeugnis der Evangelien bestätigt: Jesus ist der verheißene Retter. Sein erstes Kommen geschah zur Erlösung der Menschen (Joh 3,16). Er erfüllte den Willen des Vaters (Joh 17,4), suchte die Verlorenen (Lk 19,10) und erfüllte das Gesetz (Mt 5,17). Gleichzeitig verkündete er das Reich Gottes (Mk 1,14-15).
Der Titel umfasst jedoch mehr als nur sein erstes Kommen. Christus kommt auch gegenwärtig zu den Gläubigen. Durch den Heiligen Geist wirkt er im Leben derer, die an ihn glauben, schenkt Vergebung, Frieden und eine lebendige Beziehung zu Gott (Mt 11,28). Damit ist sein Kommen nicht nur ein historisches Ereignis, sondern eine fortwährende Realität.
Zugleich weist der Titel auf seine Wiederkunft hin. Hebräer 10,37 verheißt, dass der Kommende nicht ausbleiben wird. Offenbarung 1,7 beschreibt, dass er sichtbar für alle zurückkehren wird. Während sein erstes Kommen in Niedrigkeit geschah, wird sein zweites Kommen in Macht und Herrlichkeit erfolgen. Dann wird er das Reich Gottes vollenden und Gerechtigkeit bringen (Offb 22,12).
In der jüdischen Erwartung war der Kommende der Messias, der Israel befreien sollte. Viele erwarteten einen politischen Befreier, doch Jesus offenbarte zunächst die geistliche Erlösung. Erst bei seiner Wiederkunft wird seine Königsherrschaft vollständig sichtbar werden.
Der Titel steht in enger Verbindung mit anderen Bezeichnungen Jesu. Als Menschensohn kommt er mit den Wolken des Himmels (Dan 7,13-14), als König wird er beim Einzug in Jerusalem gefeiert (Mt 21,9), und als Richter wird er die Nationen richten (Mt 25,31). All diese Aspekte vereinen sich in dem einen Titel: der Kommende.
Für Gläubige ist dieser Titel Hoffnung und Ausrichtung zugleich. Er erinnert daran, dass Gottes Verheißungen zuverlässig sind. Der, der gekommen ist, wird wiederkommen. Sein Kommen bringt Erlösung, seine Gegenwart bringt Leben, und seine Wiederkunft bringt Vollendung.
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Gottes Segen Euch allen!
1. Thessalonicher 5,23
„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“
Amen und Amen
