Jesus – Das Ebenbild des unsichtbaren Gottes


Kolosser 1,15

„Dieser [Jesus] ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist.“


Der Titel „Ebenbild des unsichtbaren Gottes“ stammt aus Kolosser 1, wo Paulus Jesus als die vollkommene Offenbarung Gottes beschreibt. Während Gott in seiner Essenz unsichtbar ist, macht Jesus ihn sichtbar. Er ist nicht nur ein Abbild, sondern die exakte Darstellung des Vaters, die seine Herrlichkeit und sein Wesen vollkommen widerspiegelt.

 

Der Begriff „Ebenbild“ leitet sich vom griechischen „eikon“ ab und bedeutet eine exakte Darstellung oder Repräsentation. Im Alten Testament entspricht dies dem hebräischen „tselem“, das als „Abbild“ oder „Statue“ verwendet wird (1Mo 1,26-27; 5,1-3; 9,6; Ps 8,5-6; Pred 7,29). Während der Mensch nach Gottes Bild geschaffen wurde, ist Jesus das vollkommene Ebenbild des Vaters. Er trägt nicht nur göttliche Eigenschaften, sondern ist die sichtbare Manifestation Gottes selbst (Joh 14,9). Der Zusatz „des unsichtbaren Gottes“ (Kol 1,15) unterstreicht, dass Jesus den Gott offenbart, den kein Mensch je gesehen hat (Joh 1,14; 1,18).

 

Im Neuen Testament wird „eikon“ sowohl für sichtbare Abbilder als auch für geistliche Ähnlichkeit verwendet (Röm 8,29; 1Kor 15,49; 2Kor 3,18; 4,4; Kol 3,10). Die höchste Erfüllung dieses Begriffs liegt jedoch in Christus: Er ist der „Abglanz seiner Herrlichkeit“ und der Abdruck seines Wesens (Hebr 1,3). Während Adam im Bild Gottes geschaffen wurde, ist Christus das unverfälschte und vollkommene Bild des Schöpfers.

 

In der antiken Welt wurden Könige oder Götzenbilder als „eikon“ bezeichnet, um Autorität darzustellen. Paulus greift dieses Bild auf und zeigt, dass Jesus nicht nur ein Symbol ist, sondern die lebendige Offenbarung Gottes. Während Götzenbilder tot sind, ist Christus das lebendige Bild Gottes, in dem die Fülle der Gottheit wohnt (Kol 2,9).

 

Durch Jesus wird der unsichtbare Gott sichtbar und erfahrbar. Als Philippus bat: „Herr, zeige uns den Vater“, antwortete Jesus: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). In seinem Leben offenbart sich Gottes Wesen vollkommen – in Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Gericht (Hebr 1,3).

 

Das Konzept des Ebenbildes beginnt bereits in der Schöpfung. Der Mensch wurde nach Gottes Bild geschaffen, doch dieses Bild wurde durch die Sünde entstellt (1Mo 1,27). Jesus Christus, das vollkommene Ebenbild Gottes, stellt dieses Bild wieder her. Als Haupt der neuen Schöpfung zeigt er, wie wahres Leben in Gemeinschaft mit Gott aussieht und führt die ursprüngliche Bestimmung des Menschen zur Erfüllung.

 

Dabei ist zwischen „Ebenbild“ (eikon) und bloßer „Gleichheit“ zu unterscheiden. Während Gleichheit nur Ähnlichkeit meint, beschreibt „Ebenbild“ eine exakte Repräsentation. Jesus ist nicht nur ähnlich wie Gott, sondern Gott selbst in menschlicher Gestalt. In ihm wird die unsichtbare Wirklichkeit Gottes sichtbar, und in ihm begegnet der Mensch dem lebendigen Gott.


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Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!

 

Amen und Amen