Jesus – Erbe aller Dinge


Hebräer 1,2

„... hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat;“


Der Titel „Erbe aller Dinge“ beschreibt Jesus Christus als den Sohn, dem Gott die gesamte Schöpfung übergeben hat. Er macht deutlich, dass Jesus nicht nur Schöpfer ist, sondern auch der rechtmäßige Besitzer und Herr über alles, was existiert. Himmel und Erde gehören ihm, und am Ende wird seine Herrschaft vollkommen sichtbar werden (Mt 28,18; Eph 1,20-22; Offb 11,15).

 

Das griechische Wort „kleronomos“ bedeutet „Erbe“ oder „Besitzer eines Erbes“. In Hebräer 1,2 wird Jesus als „Erbe aller Dinge“ bezeichnet, was seine universale Autorität unterstreicht. Der Ausdruck „panton“ umfasst „alles“, also die gesamte sichtbare und unsichtbare Schöpfung. Im Hebräischen spiegeln Begriffe wie „jarasch“ (in Besitz nehmen) und „nachalah“ (Erbe, Besitz) diesen Gedanken wider, während „kol“ die Gesamtheit betont.

 

Im Alten Testament wird diese Wahrheit prophetisch vorbereitet. Psalm 2,7-8 kündigt an, dass der Sohn die Nationen zum Erbe erhält. Auch Stellen wie Ps 89,28; Jes 9,6-7; 53,12; Jer 23,5-6 und Dan 7,13-14 zeigen, dass dem kommenden Messias eine ewige Herrschaft und ein umfassendes Erbe zustehen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Gott selbst das Erbe seines Volkes ist (4Mo 18,20), was im Neuen Testament eine tiefere Erfüllung findet.

 

Im Neuen Testament wird diese Verheißung eindeutig auf Jesus Christus bezogen. Alles ist ihm übergeben (Joh 3,35), alles ist ihm unterworfen (Hebr 2,8), und alles wurde durch ihn und für ihn geschaffen (Kol 1,16-19). Als auferstandener Herr besitzt er die höchste Autorität über alle Mächte (1Kor 15,25-28; Offb 5,12-13). Damit ist er nicht nur der verheißene Erbe, sondern auch der gegenwärtige Herrscher.

 

Sein Erbrecht gründet sich auf mehrere Aspekte. Als Sohn Gottes gehört ihm alles, da der Sohn das Erbe des Vaters empfängt (Joh 1,18). Gott selbst hat ihn als Erben eingesetzt (Offb 11,15). Gleichzeitig ist er der Schöpfer, durch den alles geworden ist (Kol 1,16), weshalb ihm seine Schöpfung rechtmäßig gehört. Diese Verbindung von Sohnschaft, göttlicher Bestimmung und schöpferischer Autorität macht seine Herrschaft einzigartig und vollkommen.

 

Im jüdischen Denken war der Erstgeborene der Haupterbe (5Mo 21,17), während das Erbe oft mit dem verheißenen Land verbunden war. In der hellenistischen Welt bedeutete Erbe zugleich Besitz und Herrschaft. Jesus erfüllt beide Vorstellungen: Er ist der Sohn, dem alles gehört, und der König, der über alles regiert.

 

Ein zentraler Aspekt dieses Titels ist, dass Christus sein Erbe mit den Gläubigen teilt. Römer 8,17 sagt, dass wir „Erben Gottes und Miterben Christi“ sind. Das bedeutet, dass alle, die zu ihm gehören, Anteil an seinem Erbe haben – an Leben, Herrlichkeit und Gemeinschaft mit Gott. Dieses Erbe übersteigt alles Irdische, wie 1Kor 2,9 beschreibt: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört...“

 

Diese Perspektive hat Gläubige durch alle Zeiten getragen. Die Gewissheit, dass Christus als Herr regiert und sein Erbe antritt, gibt Kraft in Prüfungen und richtet den Blick auf das, was bleibt. Das wahre Erbe ist nicht vergänglich, sondern ewig, und es liegt in der Gemeinschaft mit Christus selbst.


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Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!

 

Amen und Amen