Jesaja 40,5
„Und die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen; denn der Mund des HERRN hat es geredet.“
Die „Herrlichkeit Gottes“ gehört zu den zentralen Themen der Bibel und beschreibt die Offenbarung von Gottes Wesen, Majestät und Gegenwart. Sie zeigt sich sowohl sichtbar als auch unsichtbar und durchzieht die gesamte Heilsgeschichte – von den Erscheinungen Gottes im Alten Testament über die Menschwerdung Jesu bis zur ewigen Vollendung. Im Neuen Testament wird Jesus Christus als die sichtbare Offenbarung dieser Herrlichkeit bezeugt (Joh 1,14; Hebr 1,3).
Das hebräische Wort „kabod“ bedeutet „Herrlichkeit“ im Sinne von Gewicht, Ehre und überwältigender Gegenwart Gottes. Im Griechischen wird dies mit „doxa“ wiedergegeben, das sowohl die sichtbare Herrlichkeit als auch die göttliche Ehre beschreibt. Beide Begriffe zeigen, dass Gottes Herrlichkeit nicht nur ein äußeres Leuchten ist, sondern Ausdruck seines Wesens. Während im Hebräischen auch das Licht („or“) als Bild für Gottes Gegenwart dient, wird deutlich: Seine Herrlichkeit ist die sichtbare Offenbarung dessen, wer Gott ist.
Im Alten Testament erscheint die Herrlichkeit Gottes als leuchtende, überwältigende Präsenz. Sie zeigt sich in der Wolken- und Feuersäule, auf dem Sinai und in der Stiftshütte (2Mo 24,16-17; 40,34-35). Auch der Tempel wird von dieser Herrlichkeit erfüllt (1Kön 8,10-11). Propheten wie Jesaja und Hesekiel sehen diese Herrlichkeit in Visionen (Jes 6,1-3; Hes 1,28), und Jesaja verheißt, dass sie sich eines Tages allen Menschen offenbaren wird (Jes 40,5). Dennoch bleibt Gott selbst für den Menschen unsichtbar (2Mo 33,18-23).
Im Neuen Testament erfüllt sich diese Verheißung in Jesus Christus. „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit“ (Joh 1,14). In ihm wird die Herrlichkeit Gottes nicht nur sichtbar, sondern persönlich erfahrbar. Er ist nicht nur Träger dieser Herrlichkeit, sondern ihr vollkommener Ausdruck (Hebr 1,3; Kol 1,15). Die Jünger erlebten diese Herrlichkeit in seinem Wirken, in seinen Wundern (Joh 2,11), bei der Verklärung und nach seiner Auferstehung (Apg 7,55-56). Auch Jesus selbst spricht von der Herrlichkeit, die er beim Vater hatte (Joh 17,5).
Die Herrlichkeit Gottes steht eng mit dem Heil zusammen. Der Mensch hat durch die Sünde die Herrlichkeit Gottes verfehlt (Röm 3,23), doch durch Christus wird der Zugang zu ihr wiederhergestellt (2Kor 4,6). In ihm wird das Licht Gottes in den Herzen sichtbar, und die Gläubigen werden in sein Bild verwandelt (2Kor 3,18). Sie sind berufen, an dieser Herrlichkeit teilzuhaben (Röm 8,17-18).
Im Alten Testament war die Herrlichkeit Gottes eng mit der Stiftshütte und dem Tempel verbunden. Diese sichtbare Gegenwart wird oft als Schekina bezeichnet und zeigte sich in Wolke und Feuer (2Mo 13,21-22; 40,34-38; 1Kön 8,10-11). Im Neuen Testament erfüllt sich dies in Christus selbst. Johannes beschreibt, dass er „unter uns wohnte“ (Joh 1,14), was an die Gegenwart Gottes im Heiligtum erinnert. Jesus ist der wahre Tempel (Joh 2,19-21), in dem Gottes Herrlichkeit wohnt.
Diese Herrlichkeit findet ihre endgültige Vollendung in der Ewigkeit. Offenbarung 21,23 beschreibt das neue Jerusalem, das kein Sonnenlicht mehr benötigt, weil die Herrlichkeit Gottes es erleuchtet. Damit erfüllt sich, was im Alten Testament verheißen wurde: Gott wohnt für immer bei seinem Volk, und seine Herrlichkeit ist die ewige Quelle von Licht und Leben.
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Gottes Segen Euch allen!
1. Thessalonicher 5,23
„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“
Amen und Amen
