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Satan wurde besiegt und entwaffnet

In unserem vorigen Beitrag "Was das Kreuz Satan antat" hielten wir fest, dass Jesus Satan durch das Kreuz nicht nur besiegte, sondern ihm außerdem all seiner Waffen beraubte und ihm seine Beute wegnahm. Das Kreuz steht für die vollständige, ewige und unwiderrufliche Niederlage Satans.


Wir beschäftigten uns bereits kurz mit Kolosser 2, wo Paulus die Grundlage dieses von Jesus errungenen Sieges erläutert. Wir möchten diese Passage noch einmal aufgreifen und etwas genauer durchgehen. Wir wiesen bereits darauf hin, dass uns die Eingangsworte stark an die Worte des Paulus aus Epheser 2,1-2 erinnern:

Kolosser 2,13-15
"13 Und euch, die ihr tot wart in den Vergehungen und in dem Unbeschnittensein eures Fleisches [das erinnert sehr an die Worte aus Epheser 2, oder nicht? Es ist genau dasselbe!], hat er [Gott Vater] mit lebendig gemacht mit ihm [Jesus, dem Sohn. Wir sprechen jetzt also über etwas, das Gott Vater durch den Tod Jesu am Kreuz tat], indem er uns alle Vergehungen vergeben hat 14 Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den in Satzungen bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte; 15 er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten."

Am Ende des vorigen Beitrags veranschaulichten wir anhand eines römischen Triumphzugs, was Paulus hier meint, nämlich dass Jesus nicht nur den Sieg errang, sondern auch den Triumph feierte und uns einlädt, neben ihm auf dem Wagen zu stehen.

Dafür gibt es eine lehrmäßige Grundlage, die zu wenig Menschen klar erkennen. Aber es ist sehr wichtig, in diesem Punkt klar zu sehen, denn sonst fehlt uns der Glaube, um den Sieg, den Jesus für uns errungen hat, in unserem Leben praktisch anzuwenden. Deshalb werden wir versuchen, ganz genau zu erklären, was Paulus in diesen drei Versen des Kolosserbriefs sagt.

Zunächst sagt Paulus, Gott Vater hätte uns zusammen mit Jesus Christus "lebendig gemacht". Paulus sagt in Epheser 2 dasselbe, nämlich, dass er uns "mit ihm lebendig gemacht", "mit ihm auferweckt" und "mit ihm inthronisiert" hat (Eph 2,1-6).

Dann erwähnt er zwei Dinge, die den Kernpunkt dessen darstellen, was wir euch vermitteln möchten. Am Ende von Vers 13 sagt er:

"...indem er uns alle Vergehungen vergeben hat..." ...all unsere früheren Akte des Ungehorsams. Und in Vers 14 sagt er:

"...er hat den [in Satzungen bestehenden] Schuldschein gegen uns gelöscht, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte..."

Mit diesen Worten erläutert Paulus, dass Gott sich durch das Opfer Jesu um zwei Dinge gleichzeitig gekümmert hat. Gott hat sich zunächst voll und ganz um unsere Vergangenheit gekümmert. Das lesen wir am Ende von Vers 14: "...indem er uns alle früheren Akte des Ungehorsams vergeben hat..." Gott hat dafür vorgesorgt, dass wir für jeden einzelnen Akt des Ungehorsams, den wir in unserem Leben bis zu dem Zeitpunkt verübt hatten, als wir auf Jesus und sein Opfer vertrauten, vollkommene Vergebung erlangen würden.

Diese Aussage finden wir auch noch in vielen anderen Bibelstellen; wir möchten jedoch nur Apostelgeschichte 13 herausgreifen. Apostelgeschichte 13,38-39 ist Teil einer Predigt, die Paulus in einer Synagoge in Kleinasien hielt und in der er erklärte, wer Jesus ist und was er getan hat. Es heißt hier:

"38 So sei es euch nun kund, ihr Brüder, daß durch diesen [damit ist Jesus gemeint] euch Vergebung der Sünden verkündigt wird; und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt [oder: freigesprochen] werden konntet, 39 wird durch diesen [Jesus] jeder Glaubende gerechtfertigt [oder: freigesprochen]."

Mit anderen Worten: Gott bietet uns durch Jesus totale Vergebung für jede Missetat aus unserer Vergangenheit an. Dies bezieht sich sogar auf Dinge, für die man unter dem Gesetz Moses keine Vergebung bekommen konnte. Unter dem Gesetz des Mose gab es zum Beispiel keine Vergebung für Ehebruch. Die obligatorische Strafe für Ehebruch und viele andere solcher Dinge war der Tod (3Mo 20,10; 2Mo 21). Paulus sagt jedoch, durch Jesus hätte Gott dafür gesorgt, dass wir Vergebung für jede sündhafte Tat bekommen könnten, die wir je begangen haben. Das ist wirklich eine frohe Botschaft. Wir müssen ein kleines Wort in diesem Vers ganz dick unterstreichen, nämlich "alles" - ein kleines Wort, aber sehr wichtig. Wir müssen absolut sicher wissen, dass uns alle üblen Dinge, die wir getan haben, bevor wir zu Jesus kamen, voll und ganz vergeben sind.

Satan wird einem in dieser Hinsicht einen Kampf liefern. Er wird einen an alle möglichen Dinge erinnern, die man getan hat und einen einreden, Gott hätte einem zwar die meisten Dinge vergeben, aber es gäbe noch ein oder zwei Sachen, für die man von Gott nun wirklich keine Vergebung erwarten könnte. Das ist eine Lüge. Die Bibel sagt, wir können von allen Dingen freigesprochen werden, wovon wir unter dem Gesetz des Mose nicht freigesprochen werden konnten. Gott sei Dank stehen wir nicht unter dem Gesetz des Mose!

Gott kümmert sich also um unsere Vergangenheit. Alles, was auf dem Schuldschein stand, wurde gelöscht. Die Aufzeichnungen all unserer bösen Taten auf sind gelöscht. Es gibt keinen einzigen Eintrag mehr von irgendeiner Missetat, die man in der Vergangenheit begangen hat.

Das ist großartig, aber es reicht noch nicht, denn wir stehen ja vor dem "Problem", dass wir weiterleben "müssen". Das "Problem" ist nun mal, dass uns zwar die Vergangenheit vergeben wurde, wir uns aber dennoch der Zukunft stellen müssen. Stimmt's? Inwiefern hat Gott auch in Bezug auf unsere Zukunft vorgesorgt? Das lesen wir in Kolosser 2,14 wo es heißt:

"...er hat den [in Satzungen bestehenden] Schuldschein gegen uns gelöscht, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte..."

Worum hat sich Gott hier gekümmert? In ganz einfachen Worten? Um das Gesetz. Preis dem Herrn. Man kann diese Passage auf zweierlei Weise übersetzen. Ihr könnt euch eine aussuchen oder auch beide, wie ihr wollt. Die eine lautet: "...er hat die Todesurkunde getilgt..." die andere "...er hat den geschriebenen Kodex mit seinen Anforderungen gelöscht...". Es kommt auf dasselbe heraus, weil es nämlich der geschriebene rechtliche Kodex ist, der uns zu Schuldnern machte. Und jedesmal, wenn Juden zu Gott kommen und sein Angesicht suchen, steht Satan da, zeigt auf das Gesetz und sagt: "Du bist zum Zugang nicht berechtigt. Du hast dieses Gesetz gebrochen und jenes und jenes." Wenn sie diese Vorhaltungen einen Augenblick entkräften können, sagt Satan gleich als nächstes: "Aber es wird nicht lange dauern, bis du wieder ein Gesetz gebrochen hast. Du hast kein Recht, zu Gott zu kommen."

Das ist eigentlich auf Nichtjuden gar nicht anwendbar, doch versetzen wir uns in ihre Lage. Sie - oder wir - haben eine immense Schuld angehäuft: Dinge, die wir hätten tun sollen, Dinge, die das Gesetz forderte, die wir aber nicht taten und Dinge, die das Gesetz verbot, die wir aber taten. Solange unsere Gerechtigkeit vom Gehorsam gegenüber dem Gesetz oder irgendeines Gesetzes abhing, hatten wir ein gewaltiges Problem. Versteht ihr? Immer wieder wenn wir vom Kreuz weggingen, flüsterte uns diese Stimme ins Ohr: "Erinnere dich. Du hast das getan. Das ist verboten. Du hättest es nicht tun sollen. Du hast deine Gerechtigkeit verscherzt." Das ist sehr lebensnah und real und wird im Neuen Testament im Detail ausgeführt.

Gott hat für unsere Zukunft vorgesorgt, indem er verfügte, dass wir nicht durch Gesetzesgehorsam vor ihm gerecht werden müssen. Das ist eine atemberaubende Aussage.

Das Christentum besteht nicht aus Regeln. Viele wären wohl weniger schockiert, wenn man gesagt hätte, es gebe keinen Gott. Die meisten Christen sehen im Christentum nach wie vor ein Regelwerk, an das man sich halten muss - andere Regeln als anderswo, aber auch Regeln. Doch das hat nichts mit Christentum zu tun!

Wir möchten etwas näher darauf eingehen. Betrachten wir zunächst einige der vielen Stellen aus dem Neuen Testament, die absolut deutlich machen, dass wir nicht vor Gott gerecht werden, indem wir irgendein Gesetz halten. Beginnen wir mit Römer 6,14. Das richtet sich natürlich an Leute, die an Jesus glauben.

"Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade"

Eine atemberaubende Aussage. Sie macht vielen vielleicht Angst. Viele Leute schrecken zurück, wenn sie das hören. Das hat überraschende Auswirkungen. Du bist nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade. Du kannst nicht gleichzeitig unter beidem sein. Wenn du unter Gesetz bist, bist du nicht unter Gnade; wenn du unter Gnade bist, bist du nicht unter Gesetz, aber du kannst nicht unter beiden gleichzeitig sein.

Dann sagt Paulus: "Die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz." Das heißt: Die Sünde würde über euch herrschen, wenn ihr unter Gesetz wärt. Das ist der springende Punkt. Das ist schockierend, aber wahr.

1. Korinther 15,56
"Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber [ist] das Gesetz."

Habt ihr gehört? Es stimmt. Jedesmal, wenn wir versuchen, Gerechtigkeit zu erlangen, indem wir das Gesetz halten, macht die Sünde ihre Herrschaft wieder über uns geltend, weil wir, einfach gesagt, anfangen, uns auf unsere eigenen fleischlichen Fähigkeiten zu verlassen. Jedesmal, wenn wir das tun, werden wir gefangengenommen. Wer im Fleisch ist, kann Gott nicht gefallen. Das ist nicht schwierig, sondern unmöglich. Jedesmal, wenn wir zum Gesetz zurückgehen, erwecken wir den alten Rebellen zum Leben, und er veranlasst uns zum Ungehorsam.

Römer 7,5-6
"5 Denn als wir im Fleisch waren, wirkten die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz erregt wurden, in unseren Gliedern, um dem Tod Frucht zu bringen."

Hier steht es wieder: "Die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz erregt wurden." Dann Vers 6:

"6 Jetzt aber sind wir von dem Gesetz [befreit], da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so daß wir in dem Neuen des Geistes dienen und nicht in dem Alten des Buchstabens."

Wovon sind wir befreit worden? Vom Gesetz. Durch einen Tod. Durch wessen Tod? Den Tod Jesu, denn sein Tod war mein Tod. Das letzte, was dir das Gesetz antun kann, ist, dass es dich tötet. Das ist sein letzter Akt. Und wenn du erst einmal getötet bist, bist du nicht mehr unter dem Gesetz. Der Tod ist die einzige Möglichkeit, dem Gesetz zu entkommen, wenn man unter dem Gesetz ist.

Jesus wurde für die Sünden derer, die unter Gesetz sind, getötet. Sein Tod war unser Tod. Somit sind wir durch seinen Tod von den Verpflichtungen des Gesetzes befreit worden. Es gab keinen anderen Ausweg. Gott denkt dabei natürlich in erster Linie an das jüdische Volk, weil er sie unter das Gesetz gestellt hat. Die Nichtjuden sind in einer anderen Kategorie, für die jedoch dieselben Prinzipien gelten.

Wir sind also durch den Tod Jesu vom Gesetz befreit worden. Unser alter Mensch ist gestorben. Wir kommen immer wieder auf diesen Punkt zurück. Tun wir mal so, als wären wir alle Juden: Unser alter Mensch war mit dem Gesetz verheiratet. Solange unser alter Mensch lebte, konnten wir niemand anderen heiraten, ohne Ehebruch zu begehen. Doch als unser alter Mensch starb, waren wir frei, um jemand anderen zu heiraten. Wen haben wir geheiratet? Jesus, der von den Toten auferstand.

Das ist so interessant, dass wir in Römer 7 noch ein paar Verse weiter zurückgehen sollten. Wir müssen noch die ersten vier Verse lesen.

Römer 7,1
"1 Oder wißt ihr nicht, Brüder - denn ich rede zu denen, die Gesetz kennen - , dass das Gesetz über den Menschen herrscht, solange er lebt?"

Beachtet hier: Sobald ein Mensch tot ist, herrscht das Gesetz nicht mehr über ihn.

"2 Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an den Mann gebunden, solange er lebt..."

Wir möchten darauf hinweisen, dass das nicht für eine Scheidung aufgrund von Ehebruch gilt. Das sprengt den Rahmen, ist jedoch so ein wichtiges Thema, denn laut Gesetz wurde der Ehebrecher getötet. Man kann nicht einen Teil des Gesetzes anwenden, einen anderen Teil jedoch nicht. Wenn man Jude wäre, und die Frau Ehebruch beginge, dann wäre klar, was zu geschehen hätte. Das Todesurteil wäre obligatorisch. Sobald sie tot ist, wäre ich frei. Viele Christen verstehen diesen Punkt falsch. Sie sagen, es gäbe keinen Raum für Scheidung, weil ein Mann durch das Gesetz gebunden sei, solange sein Partner lebt. Doch genau dasselbe Gesetz tötet den Ehebrecher!

Wenn man mehr Einblick in diese Thematik möchte, empfehlen wir das Buch "Gott stiftet Ehen" von Derek Prince. Es enthält ein Kapitel über Scheidung.

Römer 7,3
"So wird sie nun, während der Mann lebt, eine Ehebrecherin genannt, wenn sie eines anderen Mannes [Frau] wird; wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei vom Gesetz, so daß sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie eines anderen Mannes [Frau] wird."

Die Lösung dieses Problems ist der Tod. Nun kommt ein "so", das auf die Übertragung bzw. Anwendung dieses Sachverhalts hinweist.

Römer 7,4a
"So seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus..."

Als Christus starb, starb er für die Übertretungen jener, die das Gesetz gebrochen hatten. Sein Tod wurde als unser Tod angerechnet. Deshalb sind wir dem Gesetz getötet worden. Versteht ihr, was Paulus sagt?

Römer 7,4
"So seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, um [mit einem anderen verheiratet zu werden] - ohne Ehebrecherinnen zu werden - [nämlich mit ihm, der aus den Toten auferweckt wurde], damit wir Gott Frucht brächten."

Als wir im Fleisch, unter dem Gesetz, waren, taten wir die Werke des Fleisches. Durch den Tod Jesu sind wir vom Gesetz und vom Fleisch befreit worden und sind jetzt frei, um mit dem auferstandenen Christus verheiratet zu werden und die Frucht des Geistes zu bringen. Der Zweck der Ehe ist es, Frucht zu bringen. Welche Frucht wir bringen, hängt davon ab, mit wem wir verheiratet sind.

Wenn wir Juden wären, wären wir mit dem Gesetz verheiratet. Dann gibt es keinen anderen Ausweg als den Tod. Es war jedoch die Gnade Gottes, dass dieser Tod stattfand, als Jesus starb. Unser alter Mensch wurde gekreuzigt. Nun ist der neue Mensch frei, um mit dem auferstandenen Christus verheiratet zu werden.

Wir möchten an dieser Stelle vor allem darauf hinaus, dass wir vom Gesetz befreit worden sind. Schaut euch diesen Vers genau an. Römer 7,6a:

"Jetzt aber sind wir von dem Gesetz [befreit]..."

Insofern man diese Tatsache erfassen kann, wird es den ganzen Lebensstil verändern.

Viele Geschwister im Leib Christi leben in einer Art Zwielicht zwischen Gesetz und Gnade. Sie wissen nicht, was was ist und manchmal stehen sie unter Gesetz, dann wieder unter Gnade.

Nun noch eine weitere Bibelstelle. Römer 10,4:

"Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit einem jeden, der glaubt."

Im Griechischen heißt es nicht "das Gesetz", sondern nur "Gesetz", und das ist ein wichtiger Unterschied:

"Christus ist das Ende von Gesetz zur Gerechtigkeit einem jeden, der glaubt."

"Einem jeden, der glaubt" - glaubst du? Dann ist Christus für dich das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit. Es macht keinen Unterschied, ob du Jude oder Nichtjude, Katholik oder Protestant bist. Wenn du an Jesus glaubst, ist Christus das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit.

Paulus ist hier unglaublich exakt. Er sagt nicht, Christus sei das Ende des Gesetzes als Teil des Wortes Gottes, denn in diesem Sinne hat es ewig Bestand. Er sagt auch nicht, Christus sei das Ende des Gesetzes als Teil der Geschichte Israels, denn das hat noch heute Geltung. Er sagt auch nicht, Christus sei das Ende des Gesetzes als Thema, über das man nachsinnen soll, denn es ist immer noch ein wichtiges Thema, über das man nachsinnen soll. Aber er sagt, Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit. Der Tod Christi hat das Gesetz als Mittel, um vor Gott Gerechtigkeit zu erlangen, ein für allemal außer Kraft gesetzt.

Schauen wir nun Epheser 2,14 an.

"Denn er [Jesus] ist unser Friede. Er hat aus beiden [d.h. aus Jude und Nichtjude] eins gemacht und die mittlere Mauer der Trennung zwischen uns niedergerissen."

Damit ist eine Mauer im Tempel gemeint, die zur Zeit Jesu und zur Zeit des Paulus stand, über die Nichtjuden nicht hinausgehen durften. Auf der Mauer stand eine Inschrift in Lateinisch und Griechisch, den beiden großen Sprachen der Nichtjuden, die jeden Nichtjuden warnte, dass er getötet werden würde, wenn er weiter als diese Mauer ginge. Paulus nennt dies die "mittlere Mauer der Trennung". Es gab eine vom Gesetz verordnete Trennung zwischen Juden und Nichtjuden. Das Gesetz schied die Juden von den Nichtjuden.

Doch Jesus hat durch seinen Tod diese Trennmauer niedergerissen und keine Inschrift sagt mehr zu den Nichtjuden: "Ihr könnt nicht weiter gehen."

Wie hat er das gemacht?

Epheser 2,15
"In seinem Fleisch hat er die Feindschaft, das ist das Gesetz der Gebote, das in Satzungen enthalten ist, beseitigt..."

Beachtet, das ist das ganze Gesetz. Manche Leute sagen, er hätte die Zehn Gebote nicht beseitigt, aber es heißt hier "das Gesetz der Gebote, das in Satzungen enthalten ist".

"...um in sich selbst einen neuen Menschen aus den beiden zu schaffen und so Frieden zu stiften und damit er sie beide [Jude und Nichtjude] in einem Leib durch das Kreuz mit Gott versöhne und dabei die Feindschaft töte."

Wenn ihr diese Verse näher untersucht, werdet ihr feststellen, dass das Gesetz eine doppelte Feindschaft stiftete. Es stiftete Feindschaft zwischen Jude und Nichtjude, weil es Grenzen festlegte, ab denen der Nichtjude keinen Zugang mehr zu Gott hatte. Es stiftete noch andere Formen der Feindschaft, denn wenn man die Geschichte des jüdischen Volkes betrachtet, sieht man, dass ihr Gesetzesgehorsam eine wichtige Ursache des Antisemitismus' war. Das ist eine Feindschaft, die durch das Kreuz beendet wurde, sozusagen die Feindschaft auf der waagrechten Ebene.

Das Kreuz beendete jedoch noch eine andere Feindschaft auf der senkrechten Ebene, denn das Gesetz hatte auch Feindschaft zwischen Gott und Mensch gestiftet. Der Mensch brach das Gesetz und verwirkte sich damit die Gunst Gottes. Doch durch seinen Tod am Kreuz beendete Jesus beide Feindschaften und ermöglichte Versöhnung zwischen Mensch und Gott, zwischen Jude und Nichtjude, zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Katholik und Protestant. Indem er das Gesetz abschaffte, machte er Versöhnung auf der senkrechten wie der waagrechten Ebene möglich.

Vergegenwärtigt euch diese Worte noch einmal. Es ist schon seltsam, doch die Leute erschrecken, wenn sie das lesen. Fast kommt es einem vor, als dächten sie: "Solange ich mich irgendwo an einem Gesetz festklammern kann, bin ich sicher. Vermutlich halte ich es nicht, aber zumindest ist es da und ich habe etwas, woran ich mich klammern kann." Wir müssen uns von diesem Denken loseisen, denn wenn wir diese Sache nicht richtig verstehen, werden wir die Gnade und Freiheit Gottes nie wirklich erfahren können.

Epheser 2,15 (in einer anderen Übersetzung)
"Als er in seinem Fleisch das Gesetz mit seinen Geboten und Vorschriften beseitigte, verfolgte er das Ziel, in sich einen neuen Menschen zu schaffen."

Das ist wirklich sehr anschaulich. "Indem er in seinem Fleisch das Gesetz mit seinen Geboten und Vorschriften beseitigte..."

Gehen wir zurück zu Kolosser 2,14:

"[Gott hat durch den Tod Jesu]... den [in Satzungen bestehenden] Schuldschein gegen uns gelöscht, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte..."

Was hat Gott ans Kreuz genagelt? Das Gesetz. Das Gesetz muss aus unserer Mitte fortgeschafft werden, damit wir immer und jederzeit freien Zugang zu Gott haben und in seiner fortwährenden Gunst leben.

In Vers 15 heißt es dann:

"...er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet..."

Nun kommen wir zu dem Punkt, auf den wir eigentlich hinaus möchten. Wie hat Gott Satan entwaffnet? Was ist eine der Hauptwaffen Satans? Schuld. Es fällt auf, dass am Anfang von Römer 8, diesem großen Kapitel über das geistgeführte, geisterfüllte Leben, ein Vers steht, der eine Art Tür darstellt. Ist euch diese Tür zu Römer 8 schon einmal aufgefallen? Es ist Vers 1:

"Also gibt es jetzt keine Verdammnis..."

Solange du unter Verdammnis bist, kannst du nicht in Römer 8 leben. Satan freut sich, wenn er uns gefangenhalten kann in unserem Gefühl der Verdammnis, in dem Gefühl, eigentlich unwürdig zu sein und unsicher, ob wir es schaffen werden. Das hat nichts mit Frömmigkeit zu tun. Wißt ihr, was das ist? Unglaube.

Gott musste also etwas gegen die Schuld unternehmen, und er tat es genau so: Zunächst ermöglichte er Vergebung für all unsere sündhaften Taten der Vergangenheit und tilgte sie in einem grandiosen Handstreich. Das ist großartig. Zweitens befreite er uns von der Verpflichtung, durch das Halten des Gesetzes Gerechtigkeit erlangen zu müssen. Denn das hat nie ein Mensch geschafft. Paulus sagt in Römer 3,20:

"...aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor [Gott] gerechtfertigt werden..."

Solange wir das Gesetz halten mussten, waren wir ständig unter Verdammnis. Doch Gott hat nun in zweierlei Hinsicht vorgesorgt: Einerseits befreite er uns von der Schuld der Vergangenheit; andererseits befreite er uns von der Schuldigkeit, nach dem Gesetz leben zu müssen.

Wir sagen nicht, wir müssten keine Gesetze halten - versteht uns richtig. Wir sagen lediglich, dass wir nicht gerecht gemacht werden, indem wir Gesetze halten. Das ist nicht der Weg, um vor Gott Gerechtigkeit zu erlangen.

Wie erlangen wir Gerechtigkeit vor Gott? Durch Glauben. Was wird uns als Gerechtigkeit angerechnet? Glaube, nicht Gesetzeswerke.

Schlagt Römer 4, ab Vers 3 auf. Paulus gründet seine Lehre auf das Vorbild Abrahams. Der Schlüsselvers ist 1. Mose 15,6, wo es heißt:

Römer 4,3
"3 Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“"

Diese Stelle kommentiert Paulus folgendermaßen:

Römer 4,4-5
"4 Dem aber, der Werke tut, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit. 5 Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet..."

Was musst du als erstes tun, um durch Glauben gerechtfertigt zu werden? Als erstes mußt du aufhören, irgend etwas zu tun. Es heißt: "Dem dagegen, der nicht Werke tut..." Versuch nicht, das durch deine eigene Leistung zu erreichen. Sobald du aufhörst, das zu versuchen, wirst du offen, um zu erkennen, dass dir dein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet wird.

Diese Stelle besagt, dass, solange ich aufrichtig an Jesus als mein Opfer und meinen Heiland glaube, mir dieser Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet wird - auch wenn ich etwas Falsches tue. Ist das nicht erstaunlich? Das ist von immenser Tragweite.

Wenn ihr die Geschichte Abrahams in 1. Mose 15 genauer untersucht, seht ihr, dass ihm sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet wurde. Danach tat er viele Dinge, die er besser nicht getan hätte. Er hatte einen Sohn mit seiner Magd Hagar, Ismael, der Abraham und seinen Nachkommen seit 4000 Jahren Probleme bereitet. Dann ließ er es zu, dass seine Frau Sarah unter Nichtjuden in einen Harem kam, und er hätte sie verlieren können, wenn Gott nicht eingegriffen hätte. Abraham tat Dinge, die er nicht hätte tun sollen. Doch die ganze Zeit über wurde ihm sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Das ist dir zu einfach? Versuch's! Überzeuge dich selbst, wie einfach es ist.

Du entgegnest: "Ich gehe den anderen Weg. Ich halte das Gesetz." Doch vergiß eins nicht: Wenn du das Gesetz halten willst, mußt du die ganze Zeit über das ganze Gesetz halten, sonst kommst du unter einen Fluch. "Verflucht ist jeder, der nicht in allen Werken dieses Gesetzes verharrt, um sie zu tun" (Gal 3,10).

Deshalb musst du dich entscheiden, ob du die Gewissheit wählst, unter einem Fluch zu stehen, oder das Risiko, im Glauben zu leben.

Unser Glaube wird uns zur Gerechtigkeit gerechnet - die ganze Zeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche - auch wenn wir das Falsche tun!

Der Dialog zwischen Jesus und Petrus beim letzten Abendmahl beeindruckt sehr. Jesus sagte zu Petrus: "Petrus, du wirst mich dreimal verleugnen." Petrus erwiderte: "O nein, das werde ich nicht." Jesus sagte: "Doch, du wirst. Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." Dann fügt er hinzu: "Aber ich habe für dich gebetet." Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wofür Jesus gebetet hat? Er sagte nicht: "Ich habe dafür gebetet, dass du mich nicht verleugnen wirst." Das war unvermeidlich, angesichts von Petrus' Charakter, angesichts der speziellen Situation und der mächtigen Präsenz des Bösen. Wofür hat Jesus gebetet? "Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört. Selbst wenn du etwas so Schreckliches tust wie mich dreimal zu verleugnen, kommt das wieder in Ordnung, Petrus, wenn nur dein Glaube nicht aufhört. Halte an deinem Glauben fest. Er ist deine Sicherheit." Wir sind uns sicher, dass das Petrus' Rettung war, denn wir denken, er hätte aufgegeben, wenn er sich nicht an diese Worte des Herrn erinnert hätte.

Das gilt auch für jeden von uns. Jeder, der noch nie einen Fehler gemacht oder als Christ das Falsche getan hat, möge bitte die Hand heben. Anscheinend hebt niemand die Hand. Aber ist euch aufgefallen, dass euch die ganze Zeit über euer Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet wurde? Ihr brauchtet euch nicht selbst zu verdammen.

Wenn du hingegen bewusst das Falsche tust, wenn du bewusst deinen Glauben verwirfst, ist das etwas Anderes. Wir sprechen von Leuten, die mit aufrichtigem Herzen versuchen, Gott zu gefallen und seinen Willen zu tun. Gott weiß, dass wir es nicht immer schaffen werden. Wir predigen keinen niedrigen Standard für Gerechtigkeit. Wir glauben, Jesus ist der Standard für Gerechtigkeit, aber wir müssen auch ehrlich sein: Wir entsprechen ihm nicht immer. Stimmt's? Aber wir brauchen uns dafür nicht zu verdammen. Überlass den Sieg nicht dem Teufel. Unser Glaube wird uns zur Gerechtigkeit gerechnet. Amen. Wir stehen nicht mehr unter den Anforderungen des Gesetzes (oder irgendeines Gesetzes), um Gerechtigkeit zu erlangen.

Wir müssen hier noch einmal unterstreichen, dass das nicht heißt, wir müssten keine Gesetze mehr halten. Wir müssen! Wir müssen die Gesetze unseres Landes halten. Wir müssen uns an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Es gibt viele Dinge, die wir tun müssen. Aber du wirst nicht gerecht, indem du diese Regeln hältst. Wenn du gerecht gemacht worden bist, wirst du diese Regeln halten. Das ist eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, ob du gerecht gemacht worden bist!

Nun und wenn du auch mal eine oder zwei Regeln missachtest... solange du es nicht absichtlich und aus Rebellion heraus tust, wird dir dein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Doch was auch immer du tust - halte an deinem Glauben fest. Laß ihn nie los. Er ist dein Leben.

Wir möchten mit alledem auf folgendes hinaus: Durch den Tod Jesu am Kreuz hat Gott Satan seine Waffe gegen uns weggenommen und zwar die Schuld. Solange er uns Schuldgefühle einreden kann, sind wir ihm nicht gewachsen. Gott tat dies durch diese doppelte Art der Vorsorge. Erstens: Vollkommene Vergebung für alle sündhaften Handlungen aus der Vergangenheit. Zweitens: Freistellung von der Anforderung, durch Gesetzesgehorsam gerecht zu werden. Unser Glaube wird uns zur Gerechtigkeit gerechnet.

Viele Christen sind sich dieser Sache nicht so recht sicher. Wir erzählen den Menschen, wir hätten die Lösung für die Probleme der Welt, tragen jedoch so schwer an unseren eigenen Problemen, dass die Welt sagt: Wenn das die Antwort ist, dann habe ich kein Interesse daran. Es stimmt vielleicht nicht generell, aber es ist etwas Wahres daran.

Nun zur dritten Aussage. Sie ist gewaltig: Gott hat Satan nicht nur seiner Waffen beraubt, sondern uns Waffen gegeben, um Satan damit zu besiegen. Und er erwartet von uns, dass wir das auch tun.

Betrachten wir dazu 2. Korinther 10,3-5

"3 Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, kämpfen wir nicht nach dem Fleisch; 4 denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir Vernünfteleien 5 und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi..."

Paulus sagt: Wir leben in einem fleischlichen Körper, wir leben in einer materiellen Welt und wir befinden uns im Krieg. Doch wir kämpfen nicht im fleischlichen oder materiellen, sondern im geistlichen Bereich. Und weil dieser Kampf in der geistlichen Welt stattfindet, brauchen wir geeignete Waffen. Paulus sagt, die Waffen sind nicht fleischlich. Was sind sie dann? Geistlich. Gott hat uns demnach geistliche Waffen gegeben. Gegen wen kämpfen wir? Gegen Satan. Wir dürfen das nicht vergessen, denn viele Christen verbringen ihre Zeit damit, gegen ihre Mitchristen zu kämpfen. Das ist nicht unser Kampf. Unser Kampf richtet sich gegen das Reich Satans. Und wir haben die geeigneten, geistlichen Waffen.

Wozu? Vers 4: Um Festungen zu zerstören. Wessen Festungen? Satans Festungen. Wir können Satans Festungen niederreißen (Vers 5:), indem wir Vernünfteleien zerstören [andere Übersetzungen sagen "Argumente", "Spekulationen" oder "Gedankengebäude"] und "...jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi..."

Betrachtet euch die Worte, die Paulus verwendet, wie auch die Alternativübersetzungen: Argumente, Vernünfteleien, Spekulationen, Gedankengebäude, Erkenntnis, Gedanken. Sie beziehen sich ausnahmslos auf die Welt der Gedanken. Der Kampf findet in den Gedanken statt. Die meisten von euch haben, seit sie an Jesus glauben, bestimmt schon mal immense gedankliche Konflikte ausgefochten. Das ist nichts Unnatürliches. Genau dort findet der Kampf statt. Das müssen wir erkennen.

Gott hat uns die Waffen gegeben, um die Festungen zu zerstören, die Satan in den Gedanken der Menschen errichtet hat. Was bezweckt Satan mit diesen Festungen? Er will die Menschen davon abhalten, an Jesus zu glauben und die Wahrheit des Wortes Gottes zu empfangen. Wir treffen viele Menschen, bei denen es fast schon eine Zeitverschwendung ist, ihnen die Wahrheit zu vermitteln, solange man nichts gegen ihre Festung unternommen hat.

Satan errichtet viele verschiedene Festungen in der Gedankenwelt von Menschen, doch wenn man eine wählen sollte, um alle von ihnen zusammenzufassen, wäre dies das Wort Vorurteile. Vorurteile zu haben bedeutet, dass man sich bereits seine Meinung gebildet hat, bevor man die Tatsachen kennt. Die typische Aussage eines Menschen, der Vorurteile hat, lautet: "Ich habe mir meine Meinung bereits gebildet; verwirre mich nicht mit den Tatsachen!" In seiner Formenvielfalt sind Vorurteile eine der mächtigsten Festungen Satans. Er errichtet Vorurteile in den Gedanken der Menschen als eine Festung, um zu verhindern, dass die Wahrheit des Evangeliums Eingang findet und ihr Werk verrichten kann.

Wir sehen dies sehr deutlich bei Leuten, die in Sekten und falsche Religionen verstrickt sind. Ein Gläubiger kann ihnen auf beste Weise die Bibel zitieren, doch weil ihr Verstand völlig umprogrammiert wurde, verstehen sie nichts. Sie antworten einem auf eine charakteristische Art und Weise. Und dies stellt eine Festung in ihrem Verstand dar, die die Wahrheit des Wortes Gottes davon abhält, Eingang zu finden.

Wir möchten niemanden abkanzeln, doch man kann sich mit den Zeugen Jehovas unterhalten, solange man will - sie hören einfach nicht, was man ihnen sagt. Ihr Denken ist vorprogrammiert. Auf alles, was man sagt, haben sie eine vorprogrammierte Antwort. Das ist eine Festung.

Oder sprecht mit Moslems. Das ist eine der stärksten Festungen im Denken von Menschen überhaupt. Die eigentliche Kraft dieser Festung beruht auf dem Gedanken, dass Gott keinen Sohn hat. Gott hat keine Frau, also kann er keinen Sohn haben. Er braucht auch keinen Sohn. Sie können vielleicht an Jesus als den Messias glauben, aber niemals als Sohn Gottes. Wer sich noch nie mit ihnen unterhalten hat, macht sich keine Vorstellung, wie vehement dieses Vorurteil vorgebracht wird.

Oder unterhaltet euch mit den Juden. Auch da stoßt ihr auf eine Festung. Sie lautet: "Wenn ich an Jesus glaube, kann ich kein Jude mehr sein." Das ist meiner Meinung nach derzeit das Haupthindernis, weshalb das jüdische Volk seinen Messias nicht annehmen kann.

All das sind Festungen. Wer hat die Waffen dagegen? Wir. Satan hat die Festungen errichtet, doch wir haben die Waffen, sie wieder niederzureißen.

Seht ihr, was unsere Aufgabe ist? Das ist atemberaubend. Es ist unsere Aufgabe, unsere geistlichen Waffen zu gebrauchen, die Gedanken von Männern und Frauen von den Festungen und Bollwerken Satans zu befreien und sie unter den Gehorsam gegenüber Christus gefangen zu nehmen. Was für eine erstaunliche Aufgabe! Doch ohne ein Verständnis des Kreuzes und dessen, was durch das Kreuz geschehen ist, werden wir nie in der Lage sein, diese Aufgabe auszuführen.

Wir möchten euch ein Bild für den kriegführenden Leib Christi aus Offenbarung 12,7-11 zeigen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Offenbarung zu interpretieren, und es ist ein sehr tiefschürfendes Thema. Manche Leute sehen in der Offenbarung Voraussagen, die sich bereits erfüllt haben: Wenn du Katholik bist, glaubst du, sie hätten sich mit dem Niedergang des heidnischen römischen Reichs erfüllt; wenn du ein guter Protestant bist, glaubst du, sie hätten sich mit dem Niedergang des päpstlichen römischen Reichs erfüllt. Mit anderen Worten: Wie auch immer man die Geschichte sieht - sie ist bereits Vergangenheit.

Wenn man einige dieser Interpretationen studiert wird man Einwände dagegen finden, z.B. Erstens, dass sie nicht mit den geschichtlichen Fakten übereinstimmen. Zweitens, dass sie nicht mit den biblischen Aussagen übereinstimmen. Man wird zu der Schlußfolgerung kommen, dass sich die meisten Voraussagen dieses Buchs der Offenbarung noch nicht erfüllt haben. Das ist wichtig, denn oftmals liest man Passagen, die in der Vergangenheitsform stehen (wir lesen gleich so eine). Doch was in der Vergangenheitsform steht, ist das, was Johannes sah. Er sah dieses, er sah jenes, er sah Dinge, die sich vor seinen Augen abspielten. Doch obwohl er sie in der Vergangenheitsform schildert, liegt die Erfüllung in der Zukunft.

Jetzt greifen wir so eine Stelle heraus. Wenn man sie so interpretiert, passt sie zu allem, was wir bisher gesagt haben. Offenbarung 12,7-11:

"Und es entstand ein Kampf im Himmel..."

Wenn im Himmel ein Kampf entsteht, dann muss dort noch mehr sein als Gott und seine Engel, oder nicht? Wären da nur Gott und seine Engel, könnte es keinen Kampf geben. Das beweist, dass noch andere Mächte außer Gott und seinen Engeln im Himmel sind. Ich glaube, das ist das Reich Satans.

"7 Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel; 8 und sie bekamen nicht die Übermacht, und ihre Stätte wurde nicht mehr im Himmel gefunden."

Wenn dies in der Zukunft spielt, wo ist dann jetzt ihre "Stätte"? Im Himmel.

"9 Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde [Von wo aus? Vom Himmel], und seine Engel wurden mit ihm geworfen. 10 Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen [Wo? Im Himmel]; denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte."

Wer ist der "Verkläger der Brüder"? Satan. Wenn auch das alles in der Zukunft spielt, zu welchem Schluß kommen wir dann über Satans derzeitige Aktivitäten? Was tut er? Er klagt uns an. Warum klagt er uns an? Er will, dass wir uns wie fühlen? Schuldig. Das ist einer seiner wichtigsten Waffen.

Beachtet nun, wer ihn wie überwand? Vers 11:

"Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod!"

Im Kontext wird deutlich, dass "sie" die Gläubigen auf Erden sind. Wer hier spricht, das sind die Engel im Himmel. Es heißt also, sie, die Gläubigen auf Erden, haben ihn überwunden. Wer ist mit "ihn" gemeint? Satan. Es gibt also einen direkten Konflikt zwischen uns, den Gläubigen, und Satan. Wir überwinden ihn. Wir stehen in einem direkten Konflikt mit Satan, was das Neue Testament durchwegs belegt.

Welche Waffen haben sie eingesetzt? Fleischliche Waffen, Bomben, Flugzeuge, Panzer? Nein, sie haben geistliche Waffen eingesetzt. Was waren ihre geistlichen Waffen? Das Blut des Lammes und das Wort ihres Zeugnisses.

"Wir überwinden Satan, wenn wir persönlich Zeugnis darüber ablegen, was das Blut Jesu dem Wort Gottes zufolge für uns tut."

Das ist unsere Hauptwaffe gegen Schuld.

"Wir überwinden Satan, wenn wir persönlich Zeugnis darüber ablegen, was das Blut Jesu dem Wort Gottes zufolge für uns tut."


Gottes Segen Euch allen!

1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen