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Siebenten-Tags-Adventisten (STA)

Der Name "Siebenten-Tags-Adventisten" nimmt darauf Bezug, dass die Kirchenmitglieder Adventisten sind, also an eine baldige Wiederkehr Jesu Christi glauben (lateinisch adventus, Ankunft) und den siebten Wochentag nach der biblischen Zählung, den Samstag (Sabbat), heilig halten.

 

Eigenbezeichnung:

• Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten in Deutschland

• Siebenten-Tags-Adventisten

• engl. Seventh-Day Adventist Church (SDA)

 

Abkürzungen: STA, SDA

 

Gründer/Gründung:

Joseph Bates (1792-1872), James White (1821-1881), Ellen G. White (1827-1915), J.N. Andrews (1892-1983). Gegründet am 21. Mai 1863 in Battle Creek, Michigan, USA.

Joseph Bates (1792-1872) gilt als Mitbegründer der Siebenten-Tags-Adventisten. Er brachte den Sabbat-Gedanken in die Bewegung, den er von den Siebenten-Tags-Baptisten übernahm.

 

Joseph Bates war der bedeutendste Verkündiger der Sabbatlehre unter den Adventisten. Nachdem er im März 1845 den Sabbat angenommen hatte, gelang es ihm, viele Adventisten vom Sabbat zu überzeugen, unter ihnen Hiram Edson, F. B. Hahn, O.R.L. Crosier und James und Ellen G. White. Hiram Edson (1806–1882) war eine weitere wichtige Persönlichkeit in der Entstehungsphase der Adventisten.

 

Mitglieder: weltweit ca. 20 Millionen / ca. 80.000 Gemeinden | ca. 35.000 in Deutschland / ca. 560 Gemeinden

Die Zahlen beziehen sich nur auf getaufte Mitglieder. Kinder aus adventistischen Familien sind nicht mitgezählt. Zusammen mit den noch nicht getauften Kindern und Jugendlichen besuchen weit über 30 Millionen Menschen die adventistischen Gottesdienste.

 

Schriften:

• "Grundbegriffe von A‑Z ‑ Lehre und Leben der Siebenten‑Tags‑Adventisten"

 

Was glauben die Siebenten-Tags-Adventisten über:

 

Gott:

In der Lehre über das Wesen Gottes unterscheiden sich die Siebenten-Tags-Adventisten nicht vom herkömmlichen Christentum. In dieser Hinsicht ist die STA in keinster Weise mit den Mormonen, Christlichen Wissenschaftlern oder den Zeugen Jehovas vergleichbar, die alle die Lehre der Dreieinigkeit ablehnen. Die Siebenten-Tags-Adventisten bestätigen die Lehre der Dreieinigkeit ausdrücklich, wie es Artikel 2 ihrer Grundlegenden Glaubenssätze zeigt.

 

Jesus:

Durch die vielen Strömungen oder Abspaltungen in der Adventisten-Bewegung, herrschen auch oft unterschiedliche Lehrmeinungen. Die Siebenten-Tags-Adventisten sehen in dem biblischen Namen Michael nicht einen geschaffenen Engel, sondern den Sohn Gottes vor Seiner Fleischwerdung; sie unterscheiden sich jedoch darin von den Mormonen, die Michael als eine Bezeichnung für die von ihnen gelehrte Präexistenz Adams interpretieren. Obwohl einige der frühen adventistischen Autoren behaupteten, der Sohn sei dem Vater nicht völlig gleich und muss in ferner Vergangenheit einen Anfang gehabt haben (eine Form des Arianismus), erklärt die Gemeinschaft heute offiziell Christi völlige Gleichheit mit dem Vater und die ewige Existenz des Sohnes von allen Zeiten her.

 

Erlösung:

Die Sichtweise der Siebenten-Tags-Adventisten von Christi Versöhnungswerk enthalten einige sich widersprechende Aussagen. Sie halten zwar, genau wie alle evangelikalen Christen, daran fest, dass der stellvertretende Tod Christi für die Erlösung eines verlorenen Geschlechts ausreichte, sie haben jedoch diese zentrale Lehre des herkömmlichen Christentums um ihre eigenen Lehren des Untersuchungsgerichts und der Auferlegung der Sünden auf Satan erweitert. Während sie einerseits weismachen wollen, dass der Mensch allein aus Gnade errettet wird, haben die Siebenten-Tags-Adventisten andererseits diese Aussage durch ihre Ansichten über das Untersuchungsgericht verschleiert, indem sie erklären, dieses Gericht bestimme mit seiner Untersuchung des Lebens und der Werke eines Menschen darüber, ob dieser Mensch gerettet wird oder nicht. Diese Lehre vom Untersuchungsgericht greift die Souveränität Gottes an, da sie besagt, dass weder Gott Vater noch Christus wissen, wer wirklich zu Gottes Volk gehört, bevor nicht diese Untersuchung stattgefunden hat. Die Unterscheidung zwischen der Vergebung und der Austilgung der Sünden, die die Siebenten-Tags-Adventisten treffen, stellt die Zuversicht eines Gotteskindes infrage, und durch sie wird es für einen jeden, selbst in der Stunde seines Todes, unmöglich, zu wissen, ob er gerettet ist oder nicht. Und die Vorstellung, dass alle von Menschen begangenen Sünden auf Satan gelegt werden müssen, schreibt Satan eine unentbehrliche Rolle für die Tilgung der Sünden zu, wodurch die Vollkommenheit Christi geschmälert wird.

 

Tod/ Ewige Verdammnis (Hölle):

Hinsichtlich der Hölle und des Zustandes der Toten vertreten die Siebenten-Tags-Adventisten den Standpunkt des Annihilationismus (Annihilationismus besagt, dass der endgültige Zustand der Gottlosen die vollständige Vernichtung (lat.: annihilatio) ist. Er verwirft die Ansicht, dass die Hölle ein Ort der nie endenden Qual oder der ewigen Trennung von Gott ist.): Sie betrachten den Tod als einen Zustand des Schlafs und begründen dies mit Bibelstellen wie Pred 9,5.6.10. Sie lehren, dass ein Mensch die Zeit seines Todes nicht bewusst erlebt, und lehnen die Ansicht ab, dass die Menschen direkt nach dem Tod in den Himmel oder in die Hölle kommen. Diese Zeit endet mit der Auferstehung, die (im Falle der Gerechten) zur Wiederkunft Christi bzw. (im Falle der Gottlosen) nach dem Millennium geschieht. Es schließt sich dann das Jüngste Gericht an. Dieses endet für die Gottlosen nicht mit einer ewigen Qual in einer feurigen Hölle, sondern mit der endgültigen Vernichtung bzw. Auslöschung – wobei die formale Zugehörigkeit zu den Siebenten-Tags-Adventisten keine automatische Rettung bedeutet und auch Angehörige anderer Kirchen Rettung finden werden: Allein der lebendige Glaube an Jesus Christus als Erlöser und Herrn ist entscheidend, wobei die Gläubigen sich nicht anmaßen sollen, entsprechende Urteile über andere Menschen zu sprechen.

 

Überzeugungen/Anderes:

In weiten Teilen ähnelt die Lehre der Siebenten-Tags-Adventisten der Lehre von anderen protestantischen und insbesondere baptistischen Kirchen.

Die Lehre wird derzeit in 28 Glaubenspunkten offiziell beschrieben. Diese Glaubenspunkte beschreiben unter anderem das Gottesverständnis, die Rolle Jesu Christi, die Dreieinigkeit, das Bibelverständnis, die Lehre vom Sabbat, von der Gemeinde (Kirchenverständnis), von der Gemeindefinanzierung, vom christlichen Lebensstil, von Tod und Auferstehung, von der Endzeit, der damit verbundenen Wiederkunft Christi und der neuen Erde. Gemäß dem Vorwort der Glaubensartikel sind diese nicht statisch, sondern können und sollen je nach Erkenntnisstand durch eine Vollversammlung der Generalkonferenz angepasst werden.

 

Sabbat:

Das Sabbat-Gebot wurde in der Gründerzeit um 1845 von den Siebenten‑Tags‑Baptisten übernommen und wird abgeleitet von der jüdischen Tradition, nach der die Gläubigen den siebten Tag der Woche (heutiger Sonnabend) als Ruhetag (Sabbat) begingen und betonen ihn in ihrer Lehre sehr stark, was letztendlich auf Gesetzlichkeit bzw. Werksgerechtigkeit zurückzuführen ist. In der Gemeindepraxis redet man heute davon, dass das Volk Gottes überall vorhanden ist, aber der Sabbat das Zeichen und der Beweis ist, dass Gott die Adventisten als sein auserwähltes Volk anerkannt hat. Dieses Gebot wird von den Adventisten als unwandelbares Gesetz verstanden, da Gott ihn nach sechs Schöpfungstagen für alle Menschen zum Gedenken an die Schöpfung eingesetzt und geheiligt habe. (Ihre Hauptverweisstellen bei dieser Argumentation sind: 1Mo 2,1-3; 2Mo 20,8-11; 31,12-17; Hebr 4,1-11.)

 

Hier ist zu bedenken, dass das Sabbat-Gebot ein Bestandteil des alten Gesetzes-Bundes ist, der den Israeliten gegeben wurde (vgl. 2Mo 31,13.17). Jesus Christus schloss mit den Menschen jedoch einen neuen Bund, der mit dem alten nicht mehr zu vergleichen ist (vgl. Hebr. 8,6-10; Lk 22,20; 1Kor 11,25.) Um strittige Fragen unter den ersten Christen zu klären, fand in Jerusalem ein Apostel-Konzil statt, auf dem weder das Halten des Sabbats, noch das Einhalten der Beschneidung gefordert wurde (vgl Apg 15,28-29); und nach Römer 14,5-9 räumt der Apostel Paulus den Gläubigen in der Beachtung besonderer Feiertage ihre persönliche Entscheidungsfreiheit ein. Ja, er geht sogar soweit, dass er in der Forderung, bestimmte Tage einzuhalten, einen Rückfall in das Gesetz des Alten Bundes sieht (vgl. Gal 4,10-11; 5,1-4), und an die Kolosser schreibt er: "16 So lasst euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, 17 die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat" (vgl. Kol. 2,16.17).

 

Taufe:

Die Siebenten-Tags-Adventisten praktizieren (wie auch viele andere Kirchen) die Glaubenstaufe durch Untertauchen. Sie sind der Auffassung, dass die persönliche Umkehr zu Gott, der persönliche Glaube an Jesus Christus als den Erretter und die bewusste Entscheidung Grundvoraussetzungen für die Taufe sind. Sie betrachten die Glaubenstaufe als Voraussetzung für die Mitgliedschaft. Vor der Taufe erfolgt ein gründliches adventistisches Bibelstudium. Die Gemeinde hat ein Recht darauf, Glaubensbekenntnis und Haltung der Person kennenzulernen, die in die Gemeinde aufgenommen werden möchte. Daher stellt sich der Taufkandidat in der Regel der Gemeinde oder dem Gemeindeausschuss vor und kann dabei seinen Glauben bekennen. Die Taufe erfolgt im Taufbecken, die bei größeren Gemeindehäusern in den Gottesdienstsaal eingebaut sind, oder bei geeignetem Wetter auch in Flüssen oder Seen. Gleichzeitig mit der Taufe erfolgt die Aufnahme in die Gemeinde. Der Übertritt in die Freikirche ist ohne erneute Taufe möglich, wenn eine vorherige Glaubenstaufe aus einer anderen Kirche vorliegt. Eine als Säugling oder Kleinkind empfangene Taufe (Kindstaufe) wird nicht anerkannt.

 

Lebensführung:

Die Kirche ist bekannt für ihren Schwerpunkt auf Ernährung und Gesundheit. Die Siebenten-Tags-Adventisten fassen den menschlichen Körper als ein Haus Gottes auf, daher legen sie hohen Wert auf eine gesunde Lebensführung und sollen Alkohol, Tabak und andere Rauschmittel meiden. Zudem werden einige der biblischen Speisegebote (3Mo 11) eingehalten; Adventisten essen daher beispielsweise kein Schweinefleisch, kein Pferdefleisch, kein Kaninchenfleisch und keine Schalentiere (Muscheln, Krabben). Viele Siebenten-Tags-Adventisten ernähren sich vegetarisch. Es ist sicher nichts gegen Gesundheitsbestrebungen zu sagen, im Gegenteil. Nur der Stellenwert, den man dieser Sache einräumt, ist zu hoch.

 

Ellen G. White:

Ellen G. White (1827–1915) war Mitbegründerin der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten und gilt in dieser als "Bote bzw. Botin". Ihre zahlreichen Schriften prägen die Freikirche bis heute. Die Kirche glaubt, dass sie ein fortwirkender, bevollmächtigter Ausdruck der Wahrheit sind und zu Trost, Führung, Unterweisung und Zurechtweisung taugen.

 

Organisation / Gemeindeverständnis und Struktur:

Organisatorisch bestehen große Parallelen zur methodistischen Kirche, aus der viele Gründungsmitglieder der STA stammten. Die Kirche ist presbyterianisch-synodal als Weltkirche organisiert (Presbyterianismus (von griechisch presbyteros / πρεσβύτερος, der Ältere) ist eine Form der Kirchenverfassung, bei der die Kirche auf mehreren Ebenen durch Gremien von Ältesten und Pastoren geleitet wird). Sitz der Weltkirchenleitung, ebenfalls Generalkonferenz genannt, ist Silver Spring in Maryland, USA. Die Generalkonferenz ist ein parlamentarisch gewähltes Gremium, dem ein Präsident vorsteht. Als Kirchenleitung ist sie für die Einheit im Glauben, Lehrfragen und Weltmission zuständig.

 

Adventistische Gottesdienste:

Der erste Teil ist die sogenannte "Bibelschule" (auch Sabbatschule) und dauert ca. eine Stunde. Dabei diskutieren Jugendliche und Erwachsene in Gruppen über die Bibel, für die Kinder gibt es ein separates Programm. Das Bibelgespräch wird durch ein Studienheft zur Bibel unterstützt, das von der Weltkirchenleitung herausgegeben wird. Dieses Heft ist so aufgebaut, dass man sich jeden Tag mit einem Teil eines Themas in der Bibel (Buch oder Themengebiete mit Bibelstellen) zu Hause beschäftigen kann. Am Sabbat (Samstag) wird dann in der Gemeinde darüber gesprochen.

 

Der zweite Teil des Gottesdienstes mit Predigt und Gesang dauert in etwa noch einmal eine Stunde. Entsprechend der presbyterianischen Tradition sind die Gottesdienste liturgisch sehr schlicht, die Predigt steht im Mittelpunkt. Die Predigttexte werden vom Pastor oder Ältesten frei gewählt. In der Gestaltung der Gottesdienste sind die Gemeinden weitgehend frei.

 

Auch wenn die STA bekennen, dass die Gemeinde "aus allen Gläubigen besteht, die Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser bekennen", wird durch die Aussagen der Sonderlehren doch ein gewisses Elitedenken erkennbar. Heute gibt es in den Reihen der STA viele unterschiedliche Strömungen. Ihre allgemeine Tendenz geht immer mehr in Richtung Freikirche. Um die Gleichstellung mit Freikirchen zu erreichen, müssten sie allerdings die Schriften Ellen G. Withes, und ihre Sonderlehren, wie z.B. das Sabbat-Gesetz fallen lassen.

 

Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten brauchen das wahre Evangelium!

 

Wer mit Mitgliedern der Siebenten-Tags-Adventisten Gespräche führt, sollte über die wichtigsten Glaubens- und Lehrinhalte dieser Glaubensgemeinschaft informiert sein. Dennoch führen Streitgespräche über dessen Glaubensinhalte meistens in eine Sackgasse. Allein das Wort Gottes kann durch Wirken des Heiligen Geistes Anhänger der Lehre der STA von ihrem falschen Weg abbringen und zur Umkehr führen. Bibeltreue Christen sollten diesen, wie jeden anderen Menschen, in der Liebe Jesu Christi begegnen.


Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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