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Warum manche die Dreieinigkeit ablehnen

Einige Menschen haben Probleme mit dem Verständnis der Dreieinigkeit. Infolgedessen entwickelt man eine falsche Vorstellung oder lehnt sie ganz ab. Wie kann man etwas verstehen, das unsere sämtlichen Sinne, durch die wir mit der Welt kommunizieren, übersteigt? Wir stehen bei der Dreieinigkeit vor Dimensionen, die jenseits der uns vertrauten liegen, und können uns hier "nur" von der Bibel an die Hand nehmen lassen.

 

Es gibt vieles, was für uns Menschen schwer zu verstehen ist. Nehmen wir nur das Beispiel, dass Wasser (H₂O), je nach Temperatur und Druck als Gas (Dampf), als Flüssigkeit und in fester Form (Eis) existiert. Nur der Naturwissenschaftler weiß, warum das so ist. Oder erinnern wir uns an das Licht, das gleichzeitig als Partikel, Wellen und Quanten existiert. Wieder: Schwer zu verstehen, aber wahr.

 

Ganz ähnlich ist auch die Dreieinigkeit schwer zu verstehen, weil sie unsere menschliche Erfahrung so weit übersteigt, dennoch wird sie von der Bibel eindeutig bezeugt und ist wahr. Leider sind nur zu viele Menschen schnell dabei, menschliche Weisheit zu glauben oder zu vertrauen, aber die Weisheit Gottes lehnen sie ab; vielmehr noch, sie wird ihnen erst gar nicht offenbart.

 

Gott UNBEGREIFLICH, UNFASSBAR & UNVORSTELLBAR

Die Dreieinheit, Dreieinigkeit oder Trinität sind Begriffe, die von keinem menschlichen Wesen voll verstanden, geschweige denn erklärt werden kann. Gott ist unendlich größer als wir, darum sollten wir nicht erwarten, Ihn vollkommen zu verstehen oder zu erfassen. Dennoch ist es eine Tatsache, dass die Bibel lehrt, dass der Gott der Bibel sich in drei ewigen Personen offenbart, und zwar in Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist.

Die Schwierigkeit, das Wesen Gottes komplett zu erfassen, beruht auf dem menschlichen Verstand, welcher begrenzt ist. Gott selbst hat keine Grenze und ist somit für uns Menschen nicht komplett erfassbar oder zu verstehen. Unser Verstand und unsere Verständnismöglichkeiten sind nämlich nicht der Maßstab, an dem sich die Realität Gottes zu orientieren hätte. Wir Menschen neigen dazu, uns Gott so vorzustellen, dass wir ein konkretes Bild von Ihm haben, ein Bild, das Ihn fassbar, begreifbar, ja fast manipulierbar macht. Wir wollen Ihn irgendwo festsetzen, so dass wir uns Seiner jederzeit bedienen können, oder, wenn wir ihn brauchen, wenigstens wissen, wo Er ist. Am liebsten hätten wir einen Gott, den wir in gewisser Weise kontrollieren können, denn wissen, wie Gott ist, gibt uns Sicherheit. Zu diesen Vorstellungen haben wir zusätzlich all die Darstellungen Gottes vor Augen, die wir von Bildern, aus Erzählungen und von unseren eigenen Ideen her kennen.

Gott ist NICHT begreifbar, vorstellbar, fassbar. Er ist in seinem Wesen immer nur ANDEUTUNGSWEISE erkennbar. Alles, was wir uns von Ihm vorstellen können, die größte Macht, die gewaltigste Majestät, die beeindruckendste Heiligkeit, die aufopferungsvollste Liebe, all das kann nur eine schattenhafte Andeutung seines Wesens sein.

Bei diesem Thema geht es um Gott selbst. Um sein Wesen. Es geht um unseren Schöpfer. Wer diesen Gedanken, diesen Fakt: "Schöpfer – Geschöpf" nicht annimmt und erkennt kann sich unmöglich mit dem Thema "Dreieinheit, Dreieinigkeit oder Trinität" ernsthaft befassen. Der Schöpfer ist höher als seine Geschöpfe. Und selbst die, die in aller Demut, Ehrfurcht und mit der richtigen Herzenshaltung und dem richtigen Motiv an dieses Thema herangehen, müssen erkennen, dass sie zwangsläufig an Grenzen stoßen. Welcher Mensch, welches Geschöpf kann seinen Schöpfer in seiner Größe, Macht und Herrlichkeit beschreiben? Wir sind ja nicht einmal in der Lage, unsere engsten Familienangehörigen zu beschreiben. Je mehr wir sie kennen, desto besser können wir sie beschreiben, doch werden wir nie einen Zustand erreichen können, in dem wir eine uns nahestehende Person (egal ob Ehepartner, Kind, Eltern oder Freund...) völlig beschreiben können. Wir können nicht in das Herz des Anderen schauen und kennen nicht seine Gedanken. Wenn uns dies schon nicht gelingt – wer will da behaupten, Gott in angemessener Weise ganz beschreiben zu können?

Jesaja 55,8-9
"8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken."

Trotzdem gab und gibt es immer wieder Versuche, in menschlicher Weise Gott beschreiben und/oder "berechnen" zu wollen. Viele Menschen, welche der Dreieinigkeit widersprechen, versuchen anhand eines Zahlenmodells zu erklären, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist 1+1+1=3 drei Götter sind und nicht wie die Bibel ganz klar aussagt 1×1×1=1 ein Gott ist. Mit dieser Formel will man beweisen, dass es keine Dreieinigkeit geben kann, oder dass es dann eben drei Götter gibt. Der Mensch neigt dazu alles erklären zu wollen - bei Gott wird es niemals gelingen. "...Ich bin, der ich bin." – 2. Mose 3,14

Unseren Verstand richtig gebrauchen

Es geht zuerst darum, dass wir der Bibel mit ihren Aussagen glauben. Unser Verstand und unsere Logik sind nicht das letzte Maß, um Gott erfassen zu können. Dennoch wurde uns unser Verstand von Gott gegeben. Wozu?

Sprüche 3,5
"Vertraue auf den HERRN mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand!"

Sprüche 28,26
"Wer auf seinen Verstand vertraut, der ist ein Tor; wer aber in Weisheit lebt, der wird entkommen."

Philipper 4,7
"und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus"

Das Wort aus Sprüche 3,5 was einigen oft Probleme macht ist wohl "Verstand". Hierzu ist es wichtig ein korrektes Verständnis des Begriffs zu bekommen, und zwar im Licht des Wortes Gottes.

Das Wort "Verstand", welches in Sprüche 3,5 geschrieben steht heisst im Grundtext "binah / בִּינָה (Verständnis)" von "biyn" Wissen, Bedeutung, perfektes Verständnis, Weisheit und bezeichnet in der Regel das menschliche Verstehen oder Beherrschen einer Sache. Obwohl es wichtig ist, zu lernen und Einsicht zu gewinnen (vgl. Spr 4,116,1623,23), warnt die Bibel vor dem Hochmut/Stolz (was übrigens die große zentrale Sünde/Zielverfehlung des Menschen ist; beachte hierzu den Sündenfall), sich auf eigene Einsicht zu verlassen. Höre ich auf meinen Verstand/mein menschliches Verständnis, mache ich meinen Verstand zur höchsten Instanz und stelle ihn über Gott, wie damals Eva.

Gott hat uns nie den Auftrag gegeben, seine Gottheit voll und ganz zu verstehen. Die Unbegreiflichkeit Gottes wird in der Bibel immer wieder betont.

Römer 11,33-34
"33 O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie UNBEGREIFLICH sind seine Gerichte und UNERFORSCHLICH seine Wege! 34 Denn »WER hat des Herrn SINN erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen«?"

Jeremia 33,3
"Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir KUNDTUN GROßE und UNFASSBARE Dinge, von denen du NICHTS weißt."

 

Was bei Menschen, welche nicht an die Dreieinigkeit glauben, oder sie ablehnen, fehlt, ist ein gewisses Verständnis. Es gibt einen wichtigen Unterschied zu erkennen. Wir müssen zwischen drei Personen unterscheiden, die weder drei separate Götter noch drei Teile oder Aspekte Gottes sind, sondern wesensgleich und ewig Gott.

 

Eine biblisch fundierte Erklärung dazu ist ganz einfach. Es handelt sich um drei ganz einfache Wahrheiten, die mit dem Begriff der Dreieinigkeit verstanden werden. Wenn man folgende drei einfache Wahrheiten der Dreieinigkeit beherzigt, kann man alle Bibelverse richtig einordnen:

  1. Ein-Gott-Glaube (Monotheismus): Es gibt nur ein einziges unteilbares WESEN Gottes (JHWH).
  2. Dreipersonalität (Dreieinheit/Dreieinigkeit/Trinität): In diesem einen WESEN koexistieren von Ewigkeit her drei göttliche PERSONEN (Vater, Sohn, Heiliger Geist).
  3. Ebenbürtigkeit (Egalität): Alle drei Personen sind gleich ewig und gleichwertig.

Zu 1:

Dieses Wesen Gottes ist EINS. Gott ist Geist. Er übersteigt Raum, Zeit und Materie. Er unterliegt nicht irgendwelchen Beschränkungen. Zu jeder Zeit ist er allgegenwärtig.

 

Zu 2:

Das Wesen Gottes hat sich seit Ewigkeit her in drei verschiedenen Personen offenbart. Dies geht ganz klar aus seinem Wort, der Bibel, hervor. Nun ist es sehr wichtig den Unterschied zwischen "Wesen" und "Person" zu verinnerlichen. Am besten tut man dies indem man mit "wer" oder "was" nach dem "Wesen" und der "Person" fragt.

 

• Nach dem Wesen fragt man mit "was": Was ist das? Ein Tier, ein Mensch, Gott usw.

• Nach der Person fragt man mit "wer": Wer ist das? - Das ist der Abraham, Josef oder eben auch der Vater, der Sohn oder der Heilige Geist.

 

Bei "Wesen" und "Person" handelt es sich um zwei unterschiedliche Daseinskategorien. Vom Wesen her gibt es EINEN unteilbaren Gott, aber in diesem koexistieren von Ewigkeit her drei göttliche Personen - Vater, Sohn und Heiliger Geist.

 

Gläubige welche die biblische Tatsache Dreieinigkeit erkannt haben, sagen also nicht das 1+1+1=1 ist sondern immer 3, nämlich 3 göttliche Personen. Da aber alle drei Personen ein und dasselbe Wesen haben, sagen wir, dass 1×1×1=1 ist.

 

Zu 3:

Dies ist vielleicht der Punkt, an dem sich viele stoßen. Sie sind niemals uneins miteinander und handeln immer in vollkommener Übereinstimmung!


Quellen:

  • Ralph O. Muncaster - Was ist die Trinität
  • Ernst-Martin Borst - Dreieinigkeit - Vater, Sohn und Heiliger Geist
  • eigene Anmerkungen

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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