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Was ist der Mensch? - Einleitung (Teil 1)

Das Thema dieser Betrachtung ist in Form einer Frage formuliert: "Was ist der Mensch?" In der Bibel wird diese Frage gestellt und auch beantwortet. Ich persönlich glaube nicht, dass es noch eine andere Quelle gibt, bei der wir uns eine zuverlässige Antwort auf diese Frage holen könnten.

 

"Was ist der Mensch?" Der Psalmist David stellt diese Frage in Psalm 8, wo es heißt:

 

Psalm 8,4-9

"4 Wenn ich anschaue deinen Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 5 Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? 6 Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel...,"

 

Für "Engel" steht hier im Hebräischen das Wort elohim. Es ist das normale Wort für "Gott", kann aber auch mit "Engel" übersetzt werden.

 

"6 Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst du ihn. 7 Du machst ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt: 8 Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes, 9 Vögel des Himmels und Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchzieht"

 

Hier wird also das Paradox Mensch sehr klar formuliert. Er ist nur ein winzig kleiner Punkt in der Unendlichkeit von Gottes Universum. Wenn wir uns angesichts der Streitgespräche der modernen Physik die unermessliche Unendlichkeit des Universums vor Augen führen, dann müssen wir wie David fragen: "Was ist der Mensch?" An einer Stelle sagt die Bibel, die Menschen seien wie Heuschrecken auf dem Angesicht der Erde (vgl. Jes 40,22). Und auch damit wird der Mensch in Proportion zu den gesamten Dimensionen des Universums größer gemacht als er eigentlich ist. Der Mensch ist nur ein winzig kleiner Punkt in einem riesigen Universum, das er niemals ganz und gar erkunden und niemals ganz und gar beherrschen wird. Und dennoch hat Gott großes Interesse an ihm.

Größenvergleich: Erde und größter bekannter Stern VY Canis Majoris
Größenvergleich: Erde und größter bekannter Stern VY Canis Majoris

Psalm 33,6

"Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel erschaffen, das Heer der Sterne durch den Hauch seines Mundes"

 

Jesaja 40,12

"Kann jemand die Wassermassen der Meere mit der hohlen Hand messen oder die Weite des Himmels mit der Handspanne bestimmen? Und kann jemand die Erdmassen in Eimer abfüllen, die Berge wiegen und alle Hügel auf die Waagschale legen?"

 

Dann haben wir hier auch das Paradox der erstaunlichen Bestimmung und des gewaltigen Potenzials des Menschen. Er ist nur wenig geringer gemacht worden als Gott. Er ist dazu gemacht worden, über die ganze Erde zu regieren. Alles auf Erden ist unter seine Füße gestellt worden (vgl. 1Mo 1,26.28). Und wir stellen heute immer noch fest, dass der Mensch sozusagen dieses angeborene Empfinden hat, dass er regieren sollte, dass er ein Verlangen danach hat zu herrschen. Doch das Paradox besteht darin, dass er selbst nicht regieren kann. Er wird von allen möglichen persönlichen Problemen und Schwächen geplagt. Er wird von Problemen in seinen Beziehungen zu seinen Mitmenschen geplagt, was dazu führt, dass die Erde voller Kriege, voller Hass, voller Gewalt und voller Misstrauen ist. Und dennoch steckt tief im Menschen dieses Empfinden, dass er dazu bestimmt ist zu regieren.

 

Das ist also das Paradox: Einerseits ist der Mensch ein winzig kleiner Punkt in der unendlichen Weite des Universums und dennoch hat Gott so großes Interesse an ihm. Andererseits haben wir das Paradox bzw. den Konflikt zwischen seiner Bestimmung und seines Potenzials auf der einen Seite und seiner Probleme und seiner Schwächen auf der anderen Seite.


Quellen:

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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