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Welche Bedeutung hat das Alte Testament für Christen?

"Was für den Erlöser unerlässlich wichtig war, muss auch für die Erlösten immer unerlässlich wichtig bleiben"


Vielen Bibellesern ist das Alte Testament schwer zugänglich, oder sogar große Teile daraus kaum noch bekannt. Manche meinen, abgesehen von den Psalmen und einigen anderen Stellen enthalte es doch nur Berichte über längst vergangene Epochen, die für den heutigen Leser höchstens noch historischen Wert haben könnten. Andere sehen im Alten Testament zwar die Heilige Schrift der Israeliten, aber eben auch nur das. Für Christen sei ausschließlich das Neue Testament erforderlich und von Bedeutung.

 

Oft existieren sogar regelrechte Vorurteile dagegen: Es sei voller grausamer Geschichten oder hätte für Christen keine Bedeutung mehr, da es durch das Neue Testament überholt oder sogar vollständig abgelöst sei.

 

Wenn Christen Teil des neuen Bundes sind, warum sollten sie dann das Alte Testament lesen und verstehen? Diese Auffassungen werden jedoch der wahren Bedeutung der Schriften des Alten Testaments nicht gerecht und die Vorurteile lösen sich schnell in Luft auf, denn es gibt gute Gründe, warum das Alte Testament genauso von Wichtigkeit ist, wie das Neue.

 

Im Wort "Testament" klingt oft der Begriff "endgültig" mit. Leider assoziieren wir aus dem heutigen Gebrauch des Begriffes "Testament" auch, dass ein Neues Testament das Alte ablöst, ja es sogar ungültig macht. Genau dies trifft aber auf die beiden Testamente der Bibel nicht zu! Im Gegenteil: Beide Teile sind einander näher als man glaubt und aneinander gebunden. Die Schriften des Neuen Testament, die übrigens von Juden niedergeschrieben wurden (mit Ausnahme von Lukas), sind ohne die Schriften des Alten Testament überhaupt nicht denkbar und auch nicht zu verstehen.

 

Das Alte Testament enthält verhüllt das Neue Testament und das Neue Testament enthält enthüllt das Alte Testament; eins ist ohne das andere nicht zu verstehen. Das Neue Testament ist im Alten aufbewahrt; das Alte ist im Neuen geoffenbart. Man muss ins Alte Testament gehen um die Bedeutung des Neuen Testaments zu erkennen. Das Neue Testament ist ohne das Alte Testament ebenso undenkbar wie das zweite Stockwerk eines Hauses ohne das erste, während umgekehrt das Alte Testament ohne das Neue ebenso unvollendet bleibt wie ein Haus ohne Dach. Das Alte Testament ist fundamental, das Neue Testament baut auf dem Fundament mit weiteren Offenbarungen von Gott auf. Das Alte Testament legt das Fundament für die Lehren und Ereignisse des Neuen Testaments.

 

Die Bibel ist eine fortlaufende Offenbarung. Wenn man die erste Hälfte eines guten Buchs überspringt und es versucht zu Ende zu lesen, wird man Schwierigkeiten haben die Charaktere, die Handlung und das Ende zu verstehen. Gleichermaßen kann das Neue Testament nur in Gänze erfasst werden, wenn wir die Grundlage der Ereignisse, Charaktere, Gesetze, das Opfersystem, die Bünde und die Versprechen des Alten Testaments verstehen.

 

Wenn wir nur das Neue Testament hätten, würden wir die Evangelien anschauen und wüssten gar nicht, warum das jüdische Volk nach dem Messias (dem Erlöser und König) Ausschau gehalten hat. Wir würden nicht verstehen, warum der Messias kam und wir wären nicht in der Lage gewesen, die Identität von Jesus von Nazareth als Messias zu erkennen.

 

Aber gerade für uns Christen gibt es noch einen sehr wichtigen Grund, der das Alten Testament unverzichtbar macht, denn hier liegt die Wurzel unseres Christseins. Die Kenntnis des Alten Testaments ist wichtig für unser Verständnis der jüdischen Tradition, die im Neuen Testament nicht so detailliert erwähnt oder dargelegt wird, wie im Alten Testament.

 

Jesus selbst war und ist Jude. Als Kind durchforschte Er die hebräischen Schriften. Seine "Bibel" bestand aus den Schriften des Alten Testament. Er las darin, studierte sie, legte sie aus und zitierte die Schriften immer und überall (Lk 4,16-19).

 

Jesus erkannte die Schrift des Alten Testament an. Er akzeptierte sie und stellte sie nie in Frage. Er akzeptierte ihre Autorität, als das von Gott inspirierte Wort. Viel mehr noch: Er machte sich mit der Schrift eins. Er basierte Seine gesamte Lehre auf diese Schriften. Jesus verbrachte Sein ganzes Leben damit, diesen Schriften zu gehorchen und sie auszuleben. Um wieviel mehr sollten dies Sein Nachfolger tun?

 

Manche mögen den Einwand vorbringen, dass Jesus unter dem mosaischen Gesetz stand und deshalb die Schriften kennen musste. Ja, dies ist korrekt, aber nicht der alleinige Grund. Man muss hier den Unterschied der sinngemäßen Bedeutung zwischen "Altem Bund" und "Altem Testament" erkennen. Zu sagen, dass der "Alte Bund" vergangen ist, bedeutet nicht, dass das "Alte Testament" nicht länger (oder irgendwie weniger) das Wort Gottes ist.

 

"Bund" oder "Testament"

Das deutsche Wort "Bund" ist die Übersetzung des hebräischen Wortes "berit". Im Neuen Testament geben Bund und Testament beide dasselbe griechische Wort wieder (diathēkē). Für den Titel der Heiligen Schriften ist "Bund" als Bedeutung sicherlich vorzuziehen, weil die in den Schriften enthaltene Botschaft eben einen Bund zwischen Gott und seinem Volk darstellt.

 

Das Alte Testament (oder der Alte Bund) wird von uns so genannt, um es besser vom "Neuen" zu unterscheiden. Allerdings wäre "der ältere Bund" sicher eine bessere Bezeichnung, weil der Begriff "alt" auf manche Menschen den Eindruck erweckt, dass es nicht mehr die Mühe wert sei, es zu studieren. Das wäre geistlich, historisch und kulturell gesehen ein tödlicher Irrtum. Beide Testamente sind von Gott inspiriert und daher für alle Christen nützlich. Zwar beschäftigen sich wahrscheinlich die meisten Christen häufiger mit dem Teil der Bibel, der besonders von unserem Herrn erzählt, von seiner Gemeinde und davon, wie seine Jünger leben sollen, aber die Bedeutung des Alten Testaments für einen geistlich voll ausgerüsteten Gläubigen kann gar nicht stark genug betont werden.

 

Jesus Christus und Seine Beziehung zum Alten Testament

Der Herr Jesus benutzte das Alte Testament als absolute Autorität. Er zitierte häufig aus dem Alten Testament, aber nie sagte Er etwas, das darauf hingedeutet hätte, dass die Schreiber sich geirrt oder einen Fehler gemacht haben könnten. Seine Anwendung der alttestamentlichen Schriften zeigt, dass Er sie als absolut maßgebend betrachtete (vgl. Mt 4,4.7.1021,1626,31.54Lk 4,17-21Joh 17,12). In Matthäus 5,17 erklärt Jesus:

 

"Denkt nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen."

 

Wir dürfen nicht denken, Jesu Lehre in den folgenden Versen wollte den moralischen Gehalt des alttestamentlichen Gesetzes verändern, aufheben oder ersetzen. Er gab weder ein neues Gesetz noch modifizierte Er das alte, sondern erklärte die wahre Bedeutung von Moses Moralgesetz und dem übrigen Alten Testament. Das Neue Testament hat das Alte Testament nicht verdrängt oder aufgehoben. Es erklärt und erfüllt es vielmehr.

 

Jesus stellte die Worte des Alten Testaments auf die gleiche Stufe wie seine eigenen Worte (vgl. Mt 5,17.18 mit Mt 24,35).

 

In den Versen aus Mt 5,17-18 bestärkt Jesus die Genauigkeit der Schriften bis hin zum kleinsten Detail und dem geringsten Betonungszeichen – da es Gottes eigenes Wort ist.

 

Ein Jota oder ein Strichlein...

Der kleinste hebräische Buchstabe ist "Jod", hier griechisch mit "Jota" übersetzt. Er sieht ähnlich aus wie ein Apostroph (’). Ein Strichlein ist eine sehr kleine Verlängerung oder ein Anstrich an einigen hebräischen Buchstaben, wodurch diese Buchstaben von ähnlichen unterschieden werden, wie z.B. im Deutschen ein großes "E" von einem großen "F". Was Jesus meint: Jeder Buchstabe eines jeden Wortes des Alten Testament ist wichtig und wird erfüllt werden. Nichts in der Schrift, noch nicht einmal das kleinste Strichlein, ist ohne Bedeutung.

 

Jesus verwies auf Adam und Eva, Kain, Noah, Mose, David, Jona usw., indem Er jedes Mal die alttestamentlichen Erzählungen als absolut wahr und maßgebend vorstellte. Diese Schriften waren für Jesus die Basis einer maßgebenden und endgültigen Antwort auf alle Lebensfragen (die Auferstehung, die Ehe, die Ehescheidung und viele andere Themen).

 

Johannes 10,35

"Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging - und die Schrift kann nicht aufgelöst werden"

 

Die Schlachter-Übersetzung gibt den Vers wie folgt wieder: "die Schrift kann doch nicht außer Kraft gesetzt werde".

 

Hier drückt Jesus seinen Glauben an die Inspiration der Schriften des Alten Testament aus. Er nennt sie unfehlbar, indem er davon spricht, dass sie erfüllt werden müssen und nicht geleugnet werden können. In der Tat ist jedes Wort der Schrift inspiriert, nicht nur die Gedanken oder Vorstellungen, die sie vermittelt. 

 

Schließlich stellte Jesus sich selbst als das Thema "in allen Schriften" vor:

 

Lukas 24,27

"Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf"

 

Wir können das Evangelium, die Botschaft Jesu, nicht vollständig verstehen und weitergeben, wenn wir das Alte Testament und seine Bedeutung nicht kennen. Dies ist vielleicht einer der wichtigsten Gründe, weshalb wir Christen das Alte Testament lesen und verstehen müssen. Die Bibel ist die Geschichte der Erlösung, aber wenn wir nur einen Teil dieser Geschichte lesen und schätzen, werden wir nie das große Ganze richtig begreifen. Wir müssen einen Schritt zurücktreten und das Gesamtbild sehen und das können wir nur, wenn wir alle Kapitel der Geschichte lesen.

 

Die Bibel in ihrer Gesamtheit ist in sich geschlossen und bildet eine Einheit, einen geistlichen Organismus. Die einzelnen Schriften geben sich Handreichungen und bestätigen sich gegenseitig.

 

Das Evangelium im Alten Testament verheißen

Kommen wir zur Kernbotschaft der Bibel, dem Evangelium. Das Alte Testament verkündigt geistliche Wahrheiten, die zunächst in irdischen Bildern ausgedrückt werden (1Kor 15,42-47), um auf das Evangelium von Jesus Christus, in Form einer Vorschattung hinzuweisen.

 

Im ersten Kapitel des Römerbriefes schreibt der Apostel Paulus:

 

Römer 1,1-2

"1 Paulus, Knecht Christi Jesu, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, 2 das er [also Gott] durch seine Propheten in heiligen Schriften vorher verheißen hat..."

 

Ausnahmslos betont Paulus, dass das ganze Konzept des Evangeliums klar und deutlich in den Schriften des Alten Testaments vorausgesagt worden war. Er sagt: "Wir tun nichts anderes, als das zu erfüllen, was die Schriften bereits gesagt haben."

 

Das ist sehr, sehr wichtig, vor allem im Umgang mit dem jüdischen Volk. Einige sind vielleicht mit der jüdischen Denkweise nicht so vertraut. Dies sollte man ändern, wenn man bedenkt, dass der Liebhaber unserer Seele, unser Bräutigam, Jude ist. Wie gut kennen wir Ihn, Seine Identität und die jüdische Kultur? All das kann und darf für uns Christen nicht unwichtig sein; nein ganz im Gegenteil. Jesus Christus ist Jude und wird auch immer Jude sein. Eine Braut, die ihren Bräutigam nicht kennt und Seine Zeiten nicht versteht wird nicht bereit sein.

 

Paulus kämpfte gegen diese Trennung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Er sagte: "Alles, was wir im Neuen Testament predigen, hat seinen Ursprung im Alten Testament."

 

Paulus bestätigt in Römer 3, dass den Juden die alttestamentlichen Schriften anvertraut worden waren und dass diese maßgeblich sind. Sie empfingen die eigenen Worte des wahren Gottes:

 

Römer 3,2

"Denn vor allem sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden."

 

Unter den Propheten stand Jesaja an erster Stelle, der die "gute Nachricht", das Evangelium, verkündete (Jes 61,1; vgl. Jes 40,9-11; 52,7-10; Lk 4,16-21).

 

Das Lesen des Alten Testaments ist daher eine der von Gott vorgegebenen Möglichkeiten, das Evangelium besser zu verstehen und sich daran zu erfreuen (Hebr 4,2).

 

Die Einheit des Alten und Neuen Testament

Wir können das Neue Testament nicht verstehen, wenn wir das Alte Testament nicht kennen. Beide bilden eine untrennbare Einheit. Der Hebräerbrief zeigt diese Wahrheit besser auf als jedes andere Buch des Neuen Testaments. Beispielsweise im Kapitel 11 zählt der Autor diverse Vorbilder des Alten Testaments auf und schreibt so ein wunderschönes, ermutigendes Kapitel, dass wir als die "Galerie des Glaubens" kennen. Die Geschichten dieser Männer und Frauen finden wir einzig im Alten Testament. Aber dieses Kapitel aus Hebräer und ein Großteil des restlichen Neuen Testamentes verliert sein Potential, wenn man das Alte Testament nicht kennt.

 

Im Neuen Testament kommen mindestens 330 Zitate aus dem Alten Testament vor. Diese Tatsache zeigt die enge Verbindung beider Teile der Bibel. Außerdem werden an vielen Stellen des Neuen Testament alttestamentliche Begebenheiten und Namen erwähnt, ohne dass dabei aus den betreffenden Abschnitten wörtlich zitiert wird.

 

Das Alte Testament ist nicht nur ein Buch von historischem Wert und höchster Genauigkeit, wie zahlreiche archäologische Funde belegen. Es gibt im Alten Testament viele Prophetien, die bereits erfüllt sind, aber auch solche, die noch auf ihre Erfüllung warten. Außerdem enthält es eine Fülle von Vorschattungen neutestamentlicher Wahrheiten. Ihre Bedeutung musste den zeitgenössischen Lesern verborgen bleiben, denn sie wurde erst durch die neutestamentliche Offenbarung beleuchtet.

 

Machaira - Das zweischneidige Schwert

Die Bibel, das Wort Gottes, wird oft als "Schwert" beschrieben:

 

Epheser 6,17b

"... das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort"

 

Hebräer 4,12a

"Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert..."

 

Das in Epheser 6,17 und Hebräer 4,12 erwähnte Schwert (griech. machaira) ist ein "Kurzschwert", das an beiden Klingenseiten geschärft ist; ein "zweischneidiges" oder ein "beidseitiges" Schwert. Die zwei Klingenseiten stellen die zwei Hauptteile der Bibel dar (das Alte und das Neue Testament).

 

Von Mose bis Offenbarung

So wie das 1. Buch Mose das Buch der Anfänge ist (geschrieben ca. 1445-1405 v.Chr.), so ist die Offenbarung das Buch der Abschlüsse (geschrieben ca. 94-96 n.Chr.). Themen, die im ersten biblischen Buch eingeführt werden, werden nun zur Vollendung gebracht. Dazu muss man natürlich wissen, dass die Bücher der Bibel von unterschiedlichen Autoren, in unterschiedlichen Sprachen, zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten verfasst wurden. Und trotzdem passt alles perfekt zusammen! Wie ist das möglich?

 

Man sollte folgendes beachten und sich bewusst machen, dass fast alles, was in 1. Mose beginnt, in der Offenbarung abgeschlossen wird. Es besteht ein bemerkenswerter innerer Zusammenhang zwischen diesen beiden Büchern:

 

- Erschaffung der Erde und des Himmels (1Mo 1,1)

- Vernichtung der Erde und des Himmels (Offb 20,11b) &

- Erschaffung des neuen Himmels und der neuen Erde (Offb 21,1)

- Beginn der Herrschaft Satans über die Erde (1Mo 3,1-7)

- Satan wird in den Feuersee geworfen (Offb 20,10)

- Kommen der Sünde auf die Erde (1Mo 3,1-7)

- Sünde wird verbannt (Offb 21,27)

- Verkündung des Fluches über die Schöpfung (1Mo 3,17-19)

- Der Fluch wird weggenommen (Offb 22,3)

- Das Recht auf den Baum des Lebens verwirkt (1Mo 3,24b)

- Zugang zum Baum des Lebens wiederhergestellt (Offb 22,2)

- Vertreibung aus dem Garten Eden (1Mo 3,24)

- Wiederaufnahme des Menschen in das Paradies Gottes (Offb 22,1-7)

- Kommen des Todes in diese Welt (1Mo 2,175,5)

- Tod für immer weggenommen (Offb 21,4)

- Hochzeit des ersten Adam (1Mo 4,1)

- Hochzeit des letzten Adam (Jesus) (Offb 19,7)

- Leid kommt über die Menschheit (1Mo 3,16)

- Leid wird weggenommen (Offb 21,4)

 

Hier sehen wir deutlich, wie untrennbar beide Testamente miteinander verbunden sind.

 

Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben

In 2. Timotheus 3,16 schreibt Paulus: 

 

"Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit"

 

Das GANZE Wort Gottes, Altes sowie Neues Testament, das zu uns spricht, ist nicht nur der Ausspruch Gottes, sondern Paulus sagt hier, dass alles nützlich ist für unser Wachstum und unsere Reife als Christen. Ohne Altes und Neues Testament sind wir nicht komplett ausgerüstet, um die guten Dinge zu tun, zu denen Gott uns berufen hat.

 

Wenn Paulus von der ganzen "Schrift" spricht, dann bezieht er sich auf das vollständige Alte Testament und auch auf die Teile des Neuen Testament, die damals bereits stückweise existierten. Der Begriff "Schrift", ist ein Begriff, der kanonischen Schriften vorbehalten war.

 

In 1. Timotheus 5,18, zitiert Paulus aus dem Alten Testament, sowie aus dem Neuen Testament als Schriftstelle. Petrus spricht ebenso von den Paulusbriefen als "Schrift" (2Petr 3,16). 

 

Das bedeutet, dass der Ausdruck "die Schrift" sich auf beide Stellen – Altes und Neues Testament – bezieht. Petrus bezieht sich gleichermaßen auf die Schriften des Paulus, wie auch auf die übrigen Schriften.

 

1. Timotheus 5,18

"Denn die Schrift sagt (5Mo 25,4): »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«; und: (Lk 10,7) »Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert«"

 

Hebräer 3,7

"Darum, wie der Heilige Geist spricht (Psalm 95,7-11): »Heute, wenn ihr seine Stimme hört"

 

Es werden alttestamentliche Schriftstelle zitiert, was zeigt, dass der Heilige Geist der Autor der gesamten Bibel ist. Somit können wir gerechtfertigter Weise den Vers aus 2. Timotheus 3,16 auf die gesamte Bibel, Altes sowie Neues Testament, beziehen.

 

Man erlebt leider oft, dass einige Leute meinen, dass die aufgeschriebenen direkten Worte Jesu, in der Bibel, ein größeres Gewicht haben, als andere. Dem ist nicht so.

 

Wie wir bereits gesehen haben, ist die gesamte Bibel von Gott eingehaucht. Es gibt keine Berechtigung, die direkt gesprochenen Worte Jesu zu nehmen und über andere zu stellen, wie etwa über die des Paulus, des Petrus oder der des Apostels Johannes. Auch alle anderen aufgeschriebenen Worte, aus der Bibel, sind von Gott. Und am Ende bleibt es, dass die Bibel sich selbst auslegt.

 

Das Alte Testament als "Bilderbuch"

Mehrmals wird im Neuen Testament darauf hingewiesen, dass auch das Alte Testament zur Unterweisung der Christen geschrieben wurde. Im Römerbrief schreibt Apostel Paulus den Christen in Rom, die zum großen Teil keine ehemaligen Juden, sondern Heiden waren:

 

Römer 15,4

"Denn alles, was früher geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und durch die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben."

 

Mit alles, "was früher geschrieben ist", und mit den "Schriften" ist eindeutig das Alte Testament gemeint.

 

Das geht erstens aus der Tatsache hervor, dass im vorhergehenden Vers ein Psalmvers angeführt wird. Zweitens existierten zur Zeit der Abfassung des Römerbriefes erst wenige neutestamentlichen Schriften. Drittens wird der hier für die "Schriften" verwendete griechische Ausdruck "hai graphai" im Neuen Testament nur für die Heiligen Schriften des Alten Testament benutzt.

 

Christen leben zwar unter dem Neuen Bund und stehen nicht unter der Autorität des Alten Bundes, doch Gottes Moralgesetz hat sich nicht geändert und die ganze Schrift hat geistlichen Nutzen (1Kor 10,6.10.11; 2Pt 1,20-21).

 

Christen, die das Neue Testament über das Alte Testament stellen, setzen damit nicht nur Paulus' Lehre und sein eigenes Beispiel sowie die anderen neutestamentlichen Verfasser und Jesus selbst herab, sondern bringen sich zudem um die Ermutigung, den Trost und guten Rat, den das Alte Testament bereithält, indem sie den Gläubigen hilft, geduldig an ihrer Hoffnung auf die endgültige Rettung festzuhalten (Röm 8,17-30).

 

Auch in seinem ersten Brief an die Korinther bezieht Paulus sich des Öfteren auf das Alte Testament. In Kapitel 9,9 zitiert er das Gebot aus 5. Mose 25,4: "Du sollst dem Ochsen, der drischt, nicht das Maul verbinden." In Vers 10 fügt er hinzu: "Denn es ist unsertwegen geschrieben ...", und er benutzt dieses Gebot sowie die Gewohnheit der Tempeldiener (V. 13) als Erklärung dafür, dass auch im geistlichen Bereich jeder Arbeiter ein Recht auf Lohn für seine Tätigkeit hat.

 

In 1. Korinther 10,1-11 schildert Paulus verschiedene Ereignisse aus der Zeit der Wüstenwanderung Israels als warnende Beispiele. Sein Kommentar dazu lautet: "Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen, damit wir nicht nach bösen Dingen begehren, wie auch jene begehrten" (V. 6). Die Aufzählung von vier weiteren Sünden Israels (Götzendienst, Hurerei, Auflehnung und Murren) schließt mit den Worten: "Alle diese Dinge aber widerfuhren jenen als Vorbilder und sind geschrieben worden zu unserer Ermahnung, auf die das Ende der Zeitalter gekommen ist" (V. 11). 

 

Galater 4,21-31 geht noch einen Schritt weiter. Hier spricht Paulus von Sara, der Frau Abrahams, und Hagar, ihrer Magd, sowie von ihren Söhnen Isaak und Ismael und weist dabei ausdrücklich auf einen bildlichen Sinn hin: Die Personen sind Bilder der Gnade und des Gesetzes (V. 24). Ähnlich wird in Hebräer 7,1-3 der König Melchisedek mit Christus, dem Sohn Gottes, verglichen. Dabei werden auch seine Namen übersetzt und erklärt: König der Gerechtigkeit und König des Friedens.

 

Diese Stellen des Neuen Testaments sind deshalb wichtig, weil sie uns einen vom Heiligen Geist inspirierten Schlüssel zum rechten Verständnis des Alten Testaments geben. Das Alte Testament ist voll von Typen oder "Vorbildern" auf neutestamentliche Personen, Tatsachen und Ereignisse. Daher ist es durchaus gerechtfertigt, in dieser Beziehung vom Alten Testament als dem "Bilderbuch" des Neuen Testaments zu sprechen. Viele Wahrheiten, die im Neuen Testament lehrmäßig und oft in abstrakter Form verkündet werden, finden sich bereits typologisch im Alten Testament vorgeschattet.

 

So ist zum Beispiel die Opferung Isaaks in 1. Mose 22 ein deutliches Vorbild davon, dass Gott "seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat" (Röm 8,32). Das Zelt der Zusammenkunft (die Stiftshütte) in der Wüste ist ein passendes Vorbild der Versammlung Gottes heute (Mt 16,18; 1Kor 3,9-17; Offb 21,3). Auch die vierzigjährige Wanderung Israels durch die Wüste mit allen ihren Versuchungen ist ein Bild des christlichen Lebens auf der Erde mit seinen Gefahren.

 

Diese Beispiele zeigen, dass es verschiedenartige Vorbilder im Alten Testament gibt.

 

Das Alte Testament als Zeugnis von Christus

Das Wichtigste ist jedoch, dass auch das Alte Testament bereits vom Herrn Jesus zeugt. Er selbst sagte in Johannes 5,39 zu den Juden: "Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen."

 

Man beachte den zweiten Teil des Verses besonders aufmerksam: "… und sie sind es, die von mir zeugen." Das bedeutet einfach, dass das Hauptthema des Alten Testaments das Kommen des Christus ist. Wenn jemand das beim Studium des Alten Testaments nicht erkennt, dann entgeht ihm die Hauptsache. Zusammenfassend legt das Alte Testament die Basis für das Kommen des Messias nieder.

 

Seinen Jüngern kündigte Er Sein Leiden mit den Worten an: 

 

Lukas 18,31-33

"31 Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten über den Sohn des Menschen geschrieben steht; 32 denn er wird den Nationen überliefert werden und wird verspottet und geschmäht und angespien werden; 33 und wenn sie ihn gegeißelt haben, werden sie ihn töten, und am dritten Tag wird er auferstehen".

 

Als Er sich dann am Tag Seiner Auferstehung den beiden Jüngern anschloss, die betrübt von Jerusalem nach Emmaus gingen, sagte Er schließlich zu ihnen:

 

Lukas 24,25-27

"25 O ihr Unverständigen und tragen Herzens, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben! 26 Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? 27 Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn selbst betraf".

 

"Die ganzen Schriften" bestanden damals nur aus den Schriften des Alten Testament.

 

Am Abend des gleichen Tages erschien Er allen Seinen Jüngern. Bei dieser Gelegenheit sagte Er:

 

Lukas 24,44-47

"44 Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen. 45 Dann öffnete er ihnen das Verständnis, die Schriften zu verstehen, 46 und sprach zu ihnen: So steht geschrieben, dass der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen sollte aus den Toten 47 und in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden sollten allen Nationen, angefangen von Jerusalem".

 

Nicht nur die Propheten, sondern alle Schriften des Alten Testament zeugen also von Christus und von Seinem Werk. Die vom Herrn in Lukas 24,44 gebrauchte Einteilung des gesamten Alten Testament in Gesetz Moses, Propheten und Psalmen entspricht genau der jüdischen Einteilung: Gesetz, Propheten, Schriften (Tora, Neviim, Ketuvim).

 

Auch die Apostel beriefen sich bei ihrer Verkündigung von Anfang an darauf, dass die Schriften des Alten Testaments auf Christus hinwiesen: so Petrus in Apostelgeschichte 2,30-31; 3,18.22.23, Philippus in Apg 8,35 und Paulus in Apg 17,2-3; 28,23.

 

Prophezeiungen über Jesus Christus

Die Prophezeiungen über den Herrn Jesus und Sein Werk beginnen im 1. Buch Mose. Sie durchziehen das ganze Alte Testament und finden ihrem Höhepunkt in den Propheten. In diesen Prophezeiungen ist ein deutliches Fortschreiten der Offenbarung zu erkennen. 

 

Die erste göttliche Aussage über den Herrn Jesus findet sich schon in 1. Mose 3,15. Dort sagt Gott nach dem Sündenfall zur Schlange: "Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen". Dies ist ein klarer Hinweis auf Golgatha (vgl. Röm 16,20; Hebr 2,14).

 

Abraham erhielt von Gott in 1. Mose 22,18 die folgende Verheißung: "Und in deinem Nachkommen werden sich segnen [oder: gesegnet werden] alle Nationen." Nach Galater 3,16 ist dieser Nachkomme Abrahams Christus.

 

Die erste von einem Menschen ausgesprochene Prophezeiung über den Herrn Jesus stammt vom Erzvater Jakob. In seinem Segen über seinem Sohn Juda sagt er: "Nicht weichen wird das Zepter von Juda noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis Schilo (der Friedenbringende oder Herrscher) kommt, und ihm werden die Völker gehorchen" (1Mo 49,10).

 

Hier wird bereits angekündigt, dass Christus aus dem Herrscherhaus Juda hervorgehen würde.

 

In den Psalmen und den Büchern der Propheten werden weitere Einzelheiten über das Leben, Leiden und Sterben des Herrn angekündigt, die alle bereits ihre Erfüllung gefunden haben. In Micha 5,1 wird Sein Geburtsort Bethlehem erwähnt, in Daniel 9,25 die Zeit Seines Kommens und in Jesaja 7,14 Seine wunderbare Geburt von einer Jungfrau. Auch Seine Herrlichkeit und Herrschaft im Tausendjährigen Reich wird an vielen Stellen beschrieben. In der letzten messianischen Prophezeiung im Alten Testament, in Maleachi 3,20, wird der Herr die "Sonne der Gerechtigkeit" genannt. So werden Ihn die Menschen auf der Erde bei Seiner Erscheinung in Herrlichkeit sehen.

 

Jesus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit

Es gibt keinen "Gott des Alten Testaments" und einen anderen "Gott des Neuen Testaments". Gott sei Dank, Er verändert sich nie! Es ist wichtig, dass wir gewisse Aspekte von Gottes Gericht und seinem Zorn im Alten Testament sehen, damit wir Ihn als den anbeten, der Er wirklich ist.

 

Die Bibel beschreibt das Wesen Gottes und Seine Handlungsweise den Menschen gegenüber, indem sie uns sozusagen das Bild einer Münze präsentiert, deren zwei gegensätzliche Seiten dennoch eine komplette Münze darstellen. In Römer 11,22 hebt Paulus diese beiden Seiten deutlich hervor: "Sieh nun die Güte und die Strenge Gottes ..." Hier werden diese beiden Seiten beim Namen genannt: Güte und Strenge. Einerseits Barmherzigkeit und Gnade, andererseits Zorn und Gericht.

 

Wenn die eine Seite der Münze ohne Prägung bleibt, ist sie unvollständig und damit wertlos. Genauso verhält es sich auch mit dem Bild, das uns die Bibel von Gott präsentiert. Immer nur von der Güte Gottes zu sprechen, ohne jemals Seine Strenge zu erwähnen – also immer nur von Seiner Barmherzigkeit und Seiner Gnade und niemals von Seinem Zorn und Seinem Gericht zu sprechen – damit löschen wir gewissermaßen eine Seite der Münze aus und machen somit das Bild Gottes in der Bibel unvollständig und wertlos.

 

Er ist ein Gott, der Sünde verurteilt und der eines Tages diese Erde richten wird. Petrus schreibt uns, dass wir das zukünftige Gericht verstehen, wenn wir uns an das vergangene Gericht (die Sintflut in 1Mo 6-8) erinnern. Gott in diesen Bereichen zu kennen, beeinflusst unser Leben als Christen, denn Petrus schreibt weiter und meint sinngemäß: "Wenn aber alles in dieser Weise zugrunde gehen wird, müsst ihr euch erst recht darauf vorbereiten, das heißt, ihr müsst ein Leben führen, das Gott gefällt und allein auf ihn ausgerichtet ist" (2Petr 3,11).

 

Fazit

Zusammenfassend erlaubt uns das Alte Testament zu erfahren, wie wir Gott lieben und dienen können. Es zeigt mehr über Gottes Charakter.

 

In beiden Testamenten begegnen wir demselben Gott. Beide Testamente eröffnen den gleichen heiligen, barmherzigen und gerechten Gott, der Sünde verdammt und sich wünscht Sünder durch das Sühnopfer Jesu zu retten.

 

Die Bibel, bestehend aus Altem und Neuem Testament, bildet ein göttlich inspiriertes und zusammengefügtes Ganzes. Zieht man auch nur einen kleinen Teil davon in Zweifel, bricht das Ganze in sich zusammen. Es ist eben eine göttliche Einheit. Deshalb heißt es im ersten Teil des Alten Testament: 

 

5. Mose 4,2

"Ihr sollt nichts hinzutun zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des HERRN, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete"

 

Ähnliche Worte finden wir am Schluss des Neuen Testament:

 

Offenbarung 22,18-19

"18 Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; 19 und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott sein Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, wovon in diesem Buch geschrieben ist"

 

Durch immer wiederkehrende erfüllte Prophezeiungen wird aufgezeigt, warum die Bibel einzigartig unter den Büchern ist. Sie ist eben nicht nur ein Buch. Die Bibel allein kann zeigen, dass sie tatsächlich ist, was sie behauptet zu sein: das eingegebene lebendige Wort Gottes.

 

Wenn man das Alte und Neue Testament so gemeinsam betrachtet und auslegt, bestätigen und ergänzen sich beide gegenseitig und stellen eine zusammenhängende, einheitliche, vollständige und allumfassende Offenbarung Gottes dar.

 

Was für den Erlöser unerlässlich wichtig war, muss auch für die Erlösten immer unerlässlich wichtig bleiben.

 

Das Alte Testament ist ebenso Gottes Wort wie das Neue Testament.


Quellen:

  • Derek Prince - Bibelkurs zum Selbststudium
  • Arend Remmers - Die Bibel im Überblick
  • David H. Stern - Kommentar zum jüdischen Neuen Testament
  • Ryrie Studienbibel
  • William MacDonald - Kommentar zum Alten Testament
  • William MacDonald - Kommentar zum Neuen Testament
  • bibelpraxis.de/index.php?article.1598
  • die-bibel.de/bibeln/leitfaden-bibellese/ist-die-bibel-noch-aktuell/eine-bibel-zwei-testamente/
  • gotquestions.org
  • olivetree.com/blog/old_testament_law_still_apply/
  • thegospelcoalition.org/article/old-testament-important
  • eigene Anmerkungen

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen