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Wer nach dem Plan Gottes im wiedergeborenen Menschen regieren soll (Teil 10)

Vorab ein kurzes Resümee: Die Funktion des Körpers besteht darin, der Tempel Gottes, der Wohnort Gottes, des Heiligen Geistes, zu sein. Und wenn der Heilige Geist in diesem Tempel Wohnung nimmt, sind wir dazu verpflichtet, unsere Glieder Gott, dem Heiligen Geist, zur Verfügung zu stellen und sie als Sklaven oder Werkzeuge der Absichten Gottes ihm auszuliefern. Und indem der Körper dem Heiligen Geist hingegeben und ausgeliefert wird, wird er geheiligt bzw. für Gott abgesondert.

 

Beschäftigen wir uns als Nächstes damit, wer im Programm Gottes im wiedergeborenen Menschen regieren soll. Dabei geht es darum, wie die drei Elemente des wiedergeborenen Menschen zusammenspielen sollen. Dies ist eine sehr, sehr wichtige Frage, denn vielleicht sind wir tatsächlich wiedergeboren, aber wenn wir nicht verstehen, wie wir nach unserer Wiedergeburt leben und handeln sollen, gehen wir möglicherweise an einem Großteil dessen, was Gott für uns beabsichtigt hat, vorbei und auch an vielen Segnungen, die Gott für uns bereit hat.

 

Ich möchte diesen Abschnitt mit folgendem Statement beginnen: Im Plan Gottes ist die menschliche Persönlichkeit keine Demokratie. Wir hören dieses Wort "Demokratie" so häufig, dass wir oft zu der Anschauung neigen, dass alles nach diesem Prinzip funktionieren sollte. Gott arbeitet nicht nach dem Prinzip der Demokratie und es ist nicht Seine Absicht, dass die Persönlichkeit des wiedergeborenen Menschen nach diesem Prinzip funktionieren soll. Gott regiert von oben in sehr definitiver und konkreter Weise über den Menschen durch das höchste Element in dessen Persönlichkeit, durch dessen Geist: Der wiedergeborene Geist steht in direkter Beziehung mit Gott. Der wiedergeborene Geist ist eins mit dem Herrn und durch den Geist, durch diese Verbindung mit Gott, herrscht Gott über den Menschen und lenkt ihn. Aus diesem Grund kann der Mensch als wiedergeborener Christ nur dann erfolgreich sein, wenn sein Geist mit Gott in Kontakt ist und Gott hingegeben ist und auch der Rest seiner Persönlichkeit der Wegweisung Gottes, die er durch den Heiligen Geist empfängt, untergeordnet ist. Ich möchte das noch einmal mit allem Nachdruck sagen: Gott herrscht über den Menschen von oben herab durch dessen Geist. Die Seele des Menschen sollte wiederum dem Geist des Menschen untergeordnet sein. Und der Körper des Menschen sollte wiederum der Seele des Menschen unterworfen sein. Also noch einmal: Der Geist herrscht über die Seele und die Seele herrscht über den Körper. Das ist die Absicht und der Plan Gottes und nur in dem Maß, wie dies realisiert wird, können wir erfolgreich sein.

 

Die folgende Passage veranschaulicht, wie David durch seinen Geist seine Seele ermahnt. Beachte dabei, dass David hier zu seiner Seele spricht. Hier spricht nicht seine Seele. Hier spricht sein Geist zu seiner Seele. Der mit Gott in Beziehung stehende Teil in ihm spricht mit dem mit seinem Ich in Beziehung stehenden Teil in ihm:

 

Psalm 42,12

"Was bist du so aufgelöst, meine Seele und was stöhnst du in mir? Harre auf Gott! - denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott"

 

An diesem Beispiel erkennt man, dass die Seele Stimmungen unterworfen ist. Sie ist wankelmütig und wandelbar, weil sie so auf sich selbst und auf ihre Umwelt bezogen ist. Aber der Geist, der auf Gott bezogen ist, ist keinen Stimmungsschwankungen unterworfen. Er ist unveränderlich. David ist in keiner sehr guten Stimmung. Er fühlt sich verzweifelt, aber sein Geist sagt zu seiner Seele: "Komm schon. Schüttle alles ab. Es ist Zeit, den Herrn zu preisen. Gib dich nicht dieser Stimmung hin."

 

Ineiner weiteren Passage finden wir dasselbe Szenario wieder. David sagt:

 

Psalm 103,1-5

"1 Preise den HERRN, meine Seele [hier spricht wiederum nicht seine Seele, sondern sein Geist], und all mein Inneres seinen heiligen Namen! [Der Geist bezieht sich immer auf Gott. Der Geist sieht Gott immer als den, der würdig ist, gepriesen zu werden.] 2 Preise den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht alle seine Wohltaten! 3 Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten. 4 Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen. 5 Der mit Gutem sättigt dein Leben. Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler."

 

Beachte, dass die Segnungen Gottes durch die Seele auch zum Körper gelangen. Der Text spricht von der Heilung unserer Krankheiten und von der Erneuerung unserer Jugend. Das ist die Art und Weise, wie der wiedergeborene Mensch leben und wirken soll. Der Geist steht in Beziehung mit Gott. Der Geist gibt der Seele Anweisungen und durch die Seele fließen diese göttlichen Anweisungen und das göttliche Leben und die göttlichen Segnungen weiter zum Körper.

 

Betrachten wir nun vor diesem Hintergrund kurz die speziellen Verantwortungsbereiche der einzelnen Elemente der Persönlichkeit des Menschen:

 

1) Zunächst einmal ist es die Verantwortung des Geistes, ununterbrochen Gemeinschaft mit Gott zu haben und ihn anzubeten. Immer wenn es irgendeine Art von Trennung zwischen dem Geist des Menschen und Gott gibt, beginnen die Probleme. Die Funktion des Geistes besteht also darin, eine ununterbrochene Gemeinschaft mit Gott aufrechtzuerhalten und zu jeder Zeit Gott anzubeten.

 

2) Die Funktion der Seele ist Unterordnung und Selbstverleugnung. Denkt daran, dass die Rebellion in der Seele ihren Anfang nahm und dass die Seele dadurch mit Rebellion infiziert ist. Das große Problem der menschlichen Seele ist Rebellion, Ichbezogenheit und Selbstbehauptung ("Ich will... ich denke... ich fühle... ich bin wichtig... kümmert euch um mich... etc.") und damit der Mensch so funktionieren kann, wie Gott es gerne möchte, muss sich das ändern. Hören wir auf die Worte Jesu:

 

Matthäus 16,24-25

"24 Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach!"

 

Was ist der erste Schritt in der Nachfolge Jesu? Sich selbst verleugnen. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass ich zu meiner Seele nein sage. Meine Seele sagt: "Ich möchte...", aber ich sage: "Nein, was du willst, ist nicht wichtig. Gottes Wille hat Vorrang vor dem, was du willst." Deine Seele sagt: "Ich denke...", aber ich entgegne: "Was du denkst, ist nicht wichtig. Was Gott sagt, hat Vorrang vor dem, was du denkst." Meine Seele sagt: "Ich fühle...", aber meine Antwort, die ich meiner Seele gebe, lautet: "Was du fühlst, ist nicht wichtig. Es ist die Offenbarung Gottes, die die Wahrheit ist. Deine Gefühle ändern sich; deine Gefühle sind unzuverlässig. Deswegen bist du so stimmungsabhängig. Hör auf damit. Es geht nicht darum, was du willst. Es geht nicht darum, was du denkst. Es geht nicht darum, was du fühlst. Ich verleugne mich selbst."

 

Dann fährt Jesus fort:

 

"25 Denn wer sein Leben [im Griechischen steht hier das Wort „Seele“] retten will, wird es verlieren; wer aber [seine Seele] verliert um meinetwillen, wird [sie] finden."

 

Wie kann man seine Seele verlieren? Ich verstehe es folgendermaßen: Du legst dieses rebellische Ego, das deine Seele ist, ab. Du entsagst dieser Art Leben, das in deiner Seele ist. Die Seele akzeptiert bereitwillig den Tod. Sie kommt ans Kreuz, gibt ihr Leben auf und dann wird der Seele ein völlig neues Leben eröffnet, ein Leben, das von Gott kommt, das durch den Geist in die Seele fließt.

 

3) Die Funktion des Körpers in diesem Zusammenhang besteht, wie wir bereits gesehen haben, darin, ein reiner Tempel für den Heiligen Geist zu sein und hingegebene Glieder als Sklaven, die den Willen Gottes, des Heiligen Geistes, tun, zur Verfügung zu stellen.

 

Vor diesem Hintergrund glaube ich ganz persönlich, dass jeder Gläubige die Verpflichtung hat, seinen Körper im bestmöglichen Zustand zu erhalten und ihn immer als Tempel Gottes zu sehen und seine Glieder als Werkzeuge Gottes.

 

Um noch mehr zu verdeutlichen, wie diese drei Elemente Geist, Seele und Leib im wiedergeborenen Menschen zusammenhängen, möchte ich als Beispiel eine konkrete Erfahrung herausgreifen, die in jedem Bereich des Menschen, also in seinem Geist, in seiner Seele und in seinem Körper eine jeweils unterschiedliche Ausdrucksform hat. Und ich werde bestimmte Worte dabei in einer sehr konkreten Art und Weise verwenden.

 

Diese Erfahrung, die ich meine, ist im Bereich des Körpers körperliches, physisches Wohlbehagen. Im Bereich der Seele ist diese Erfahrung Glück und im Bereich des Geistes ist diese Erfahrung Freude. Mit unserem Körper empfinden wir Wohlbehagen, in unserer Seele sind wir glücklich und im Geist haben wir Freude. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden zwischen dem, was wir in der Seele haben und dem, was wir im Geist haben. Glück bzw. Glücklichsein ist situationsabhängig und deshalb ein veränderlicher Zustand. Aber Freude ist einzig und allein von Gott abhängig und deshalb unveränderlich. Wir können sehr unglücklich sein und dennoch Freude haben.

 

Wenn ich an Glück denke, sehe ich vor mir immer einen jungen Mann, der in seinem Sportwagen an einem Frühlingstag mit seiner Freundin spazieren fährt und meint, er könne die ganze Welt umarmen. Er ist glücklich. Sechs Monate später ist es Winter und seine Freundin hat ihm den Laufpass gegeben; sein Auto ist kaputt und es regnet. Er ist unglücklich. Soviel zum Thema Glück. Glück ist von Umständen abhängig. Aber Freude ist etwas, das aus dem Geist kommt und nur von Gott abhängig ist.

 

So sagt David in Psalm 43,4

"So werde ich kommen zum Altar Gottes, zum Gott meiner Jubelfreude, und werde dich preisen auf der Zither, Gott, mein Gott!

 

David war niedergeschlagen und deprimiert. Alles lief schief und war gegen ihn. Er war unglücklich, aber er sagte: Es gibt ein Mittel gegen das Unglücklichsein. Es besteht darin, dass ich durch meinen Geist wieder in Kontakt mit Gott trete. Und wenn ich mit Gott in Kontakt bin, ändert er sich nie. Gott ist nicht von Umständen abhängig. Er ist die große, unveränderliche, unwandelbare und ewige Quelle der Freude.

 

Im Neuen Testament sagt Paulus folgendes zu den Römern:

 

Römer 5,11

"Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben"

 

Ich glaube, in gewisser Weise ist das die höchste christliche Erfahrung überhaupt – sich Gottes rühmen, sich an Gott freuen. Dabei beherrscht der Geist, der mit Gott in Beziehung steht, das ganze Wesen. Und obwohl die Lebensumstände gegen uns sein mögen, ist aufgrund einer unveränderlichen Beziehung mit einem unveränderlichen Gott die Freude doch nach wie vor unser im Geist.

 

Und: Je mehr ein wiedergeborener Mensch seine Seele dem Geist unterordnet und mehr und mehr den Geist regieren läßt, desto mehr werden die Früchte des Geistes in seinem Leben sichtbar werden.


Quellen:

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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