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Wie der Konflikt begann - Rebellion

Etwas, das den meisten von uns schon recht früh im Leben bewusst wird, ist die Tatsache, dass unser Leben voll von Konflikten, Kämpfen und Kriegen ist. Viele haben sich mit dieser Tatsache abgefunden und akzeptieren die Tatsache, dass es Kriege, Konflikte, Kämpfe und Streitigkeiten gibt.


Doch worauf ist diese Tatsache eigentlich zurückzuführen? Warum akzeptiert man etwas als normal, das in gewissem Sinne abnormal sein sollte? Warum gibt es Kriege auf der Welt? Warum gibt es Kämpfe, Streitigkeiten, Unfriede, Zerwürfnisse, Feindseligkeit und Auseinandersetzungen?

Gibt uns die Bibel irgendeine klare Erklärung der eigentlichen grundlegenden Ursache? Wenn es wirklich so ist, wird es dann immer so sein? Hat all das irgendwann einmal begonnen? Das sind die Fragen, die viele Menschen Jahre lang in ihren Gedanken hin- und herbewegen.

Was ist also der Hintergrund dieser ganzen Situation? Was ist die Wurzel, die Ursache dieses Konflikts, der uns auf Schritt und Tritt begegnet?

Wenn man die Bibel sorgfältig studiert kommt man zur Schlussfolgerung, dass man die Wurzel, die Ursache allen Aufruhrs, aller Konflikte und aller Kriege mit einem einzigen Wort zusammenfassen kann, mit dem Wort "Rebellion" - Rebellion gegen die gerechte, moralisch unantastbare Regierung Gottes. Unsere heutige Welt ist voller Rebellen. Ein Rebell kennt keinen Frieden.

In der Seelsorge hat man mit unzähligen Menschen zu tun, die mit ihren geistlichen, ihren persönlichen und ihren familiären Problemen Hilfe suchen. Man kann die Probleme von Menschen mehr oder weniger wie die drei Hauptbestandteile eines Baums definieren: Äste, Stamm und Wurzeln.

Die meisten Menschen beschäftigen sich mit den Ästen. Das sind die Dinge, die man sieht. Im Grunde verändert man nicht sehr viel, wenn man an einem Baum nur ein paar Äste abschneidet, denn es ist ja der Stamm, der die Äste trägt.

Nehmen wir als Beispiel das sehr weit verbreitete Problem von Abhängigkeiten. Abhängigkeiten sind ein Problem, das in unserer modernen Gesellschaft sehr weit verbreitet ist. Abhängigkeiten sind lediglich ein Ast. Man beschäftigt sich mit dem Ast, und auch wenn man diesen Ast abschneidet, hat dieses Problem eine noch viel tiefere Dimension, die man noch gar nicht berührt hat. Wenn man auf den Stamm losgeht, wird automatisch auch etwas gegen die Äste unternommen. Doch selbst unterhalb des Stammes gibt es noch die Wurzeln.

Nehmen wir als Beispiel eine Frau, die Alkoholikerin wird. Alkoholismus ist nur ein Symptom. Es steckt etwas Tieferes dahinter. Was? Nun, vielleicht ist ihr Ehemann untreu. Er gibt das Geld in einer Art und Weise aus, die sie nicht gutheißen kann und so weiter und so fort. Infolgedessen entsteht in ihr großer Ärger und große Bitterkeit gegen ihren Mann - und zwar aus vielen Gründen, die mit menschlichen Augen betrachtet durchaus ihre Rechtfertigung haben. Aber man wird das Problem dieser Frau niemals lösen, wenn man sich nur auf den Alkoholismus konzentriert. Man muss auf ihre Haltung gegenüber ihren Ehemann eingehen. Ist sie bereit, ihm zu vergeben? Wenn nicht, geschieht Folgendes: Selbst wenn sie vom Alkohol loskommt, wird sie im darauf folgenden Jahr eine andere Abhängigkeit oder ein anderes Problem haben. Und das gilt in so vielen Bereichen. Leider muss man sagen, dass die Gemeinde Jesu im Großen und Ganzen die meiste Zeit über nur an den Ästen herumschneidet. Man geht nicht tiefer. Unter den Ästen ist der Stamm und unter dem Stamm die Wurzeln! Rebellion ist die eigentliche Wurzel aller Probleme. Man würde staunen, wie viele nette, religiöse Rebellen sich in unseren Gemeinden finden lassen! Sie haben sich Gott nie wirklich unterworfen.

In den ersten Zeilen des Vaterunser heißt es:

Matthäus 6,9-10
"9 Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; 10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!"

Diese Anfangsverse prägen die gesamte Grundhaltung und Atmosphäre von Gebet überhaupt. Zunächst einmal beten wir gemeinsam als Glieder des Leibes Jesu. Wir beten nicht "mein Vater", sondern wir beten "unser Vater". Zu dieser Beziehung zu Gott gehören auch noch andere Menschen dazu. Eins der großen Probleme der Menschen besteht darin, dass sie sagen: "Ich bin der einzige, der je dieses Problem gehabt hat. Niemand sonst hat so gelitten wie ich. Ihr wisst ja gar nicht, was ich durchmache!" Die Bibel lehrt uns, uns als Glieder neben anderen Gliedern eines Leibes zu sehen.

Dieses Wort "unser" ist sehr wichtig. "Unser Vater". Wir werden daran erinnert, dass wir Söhne und Töchter Gottes sind. Wir haben das Recht, zu ihm als unserem Vater zu kommen. Das erste, das wir lernen müssen, ist Ehrerbietung und Respekt: "Geheiligt werde dein Name." In vielen Bereichen der Gemeinde Jesu gibt es heutzutage nicht allzu viel echte Ehrerbietung gegenüber Gott. Es gibt eine äußerliche Übereinstimmung im Verhalten. Aber das ist etwas ganz anderes - hier geht es darum, den allmächtigen Gott zu ehren und zu respektieren und zu fürchten: "Geheiligt werde dein Name."

Das nächste ist: "Dein Reich komme." Gott hat ein Reich, und sein letztendliches Ziel in dieser Phase der Heilsgeschichte besteht darin, sein Reich auf Erden Form annehmen zu lassen. Und wenn man sagt: "Dein Reich komme", dann bedeutet dies gleichzeitig dass "mein persönliches Reich geht" und man ordnet sich den Absichten und Zielen Gottes unter. Das ist keine religiöse Phrase. Man sagt: "Gott, dein Reich komme, und hier bin ich, um meinen Teil zum Kommen deines Reiches beizutragen." Deshalb sagt man das auch. Man identifiziert sich mit der Absicht Gottes und dann sagt man: "Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden." Wie geschieht Gottes Wille im Himmel? Wie wir es verstehen, geschieht er in perfekter Art und Weise - ohne Haken und Ösen, ohne Frustration und ohne Verzögerungen. Gottes Wille geht im Himmel in vollkommener Weise durch. Und Jesus lehrte uns zu beten, dass es auf Erden genauso sein möge. Wenn uns Jesus lehrte, so zu beten, dann kann man auch glauben, das es möglich ist. Wir glauben nicht, dass er uns gelehrt hätte, für etwas zu beten, was absolut unmöglich ist. Aber wenn man betet: "Dein Wille geschehe auf Erden", weiß man dann auch, wo das anfängt? Bei einem selbst! Man muss sich selbst ohne Vorbehalte dem Willen Gottes unterordnen.

"Dein Wille geschehe" bedeutet: "Herr, ich werde nicht länger ein Rebell sein." Wisst ihr, es gibt viele Menschen, die regelmäßig, jeden Tag oder jede Woche, das Vaterunser sprechen, aber nie erkannt haben, wozu sie sich damit verpflichten. Ich habe festgestellt, dass jemand erst dann einen tiefen, festen, dauerhaften inneren Frieden hat, wenn er sich voll und ganz und vorbehaltlos dem allmächtigen Gott untergeordnet hat.

Genau das sagt auch Jesaja 57,19-21 aus:
"19 die Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede den Fernen und den Nahen!, spricht der HERR. Ich will es heilen."

Gott bietet der gesamten Menschheit Frieden und Heilung an, denn es heißt hier "Friede den Fernen" und das ist in aller Regel eine Redewendung, die sich auf die Nichtjuden bzw. Heiden bezieht. Die Formulierung "die Nahen" bezieht sich auf Israel. Paulus greift diese Verweise im Epheserbrief 2,11-22 auf. Gott bietet Frieden und Heilung an. Aber es gibt jene, die niemals Frieden empfangen können, weil sie niemals ihre Rebellion aufgeben. Deshalb sagt Gott weiter:

"20 Aber die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer. Denn es kann nicht ruhig sein, und seine Wasser wühlen Kot und Schlamm auf. Kein Friede den Gottlosen! spricht mein Gott."

Solange diese Einstellung der Rebellion vorherrscht, kann es keine Ruhe geben. Es ist ständig alles in Aufruhr. Die Wellen wogen ständig hin und her. Das Wasser wühlt den Schmutz und den Schlamm auf. Schaut euch das Meer an! Es kann keine Ruhe geben. Und die Bibel sagt: "Aber die Gottlosen - die Rebellischen - sind wie das aufgewühlte Meer. Sie finden keine Ruhe. Kein Friede den Gottlosen!" Der beste Beweis dafür, dass man richtig lebt, besteht darin, dass du einen tiefen, gefestigten, dauerhaften inneren Frieden hast. Leider muss man sagen, dass es in unserer heutigen Zeit nur sehr wenige Leute gibt, die Frieden haben. Warum? Weil unsere Nationen Nationen von Rebellen sind! Es sind sehr oft religiöse Rebellen, aber dennoch Rebellen.

Wenn Gott bereit ist, in unser Leben zu kommen, dann ist es nur logisch, dass man ihm die absolute Vormachtstellung im Leben einräumt und ihn zum absoluten Herrn macht; alles andere wäre ziemlich unlogisch.

Nun, wo wir eine Grundlage gelegt haben, gehen wir einen Schritt weiter zurück in die Vergangenheit. Wir sind also mit dieser Tatsache der Rebellion konfrontiert - Rebellion in uns, Rebellion in der Welt, Rebellion gegen Regierungen, Rebellion gegen Gott, Rebellion in den Kindern gegen die Eltern, Rebellion in den Schülern gegen die Lehrer usw... Wo man auch hinschaut, sieht man Rebellion, die immer mehr wächst und zunimmt. Wann hat diese Rebellion begonnen? Wer war der erste Rebell? Hierzu mehr im nächsten Beitrag "Luzifers Rebellion".


Gottes Segen Euch allen!

1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen