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Chanukka - Das Tempelweihe und Lichterfest

Johannes 10,22-23

"22 Es war damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem, und es war Winter. 23 Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos."

 

Chanukka ist ein acht Tage dauerndes, jährlich gefeiertes Fest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels (des serubbabelischen Tempels) in Jerusalem unter Judas Makkabäus, aus dem Geschlecht der Hasmonäer, im Jahr 164 v.Chr. Es erinnert an den Triumph jüdischer Truppen unter der Führung der Makkabäer über die griechischen Herrscher. Es war ein gewaltiger Sieg der kleinen jüdischen Nation gegen das mächtige hellenistische Königreich der Seleukiden und ein geistiger Sieg des jüdischen Glaubens über den Hellenismus. Daher trägt es auch den Namen Tempelweihefest. Chanukka beginnt am 25. Tag des Monats Kislew.

 

Das Chanukka-Fest, auch als "Fest des Lichts" bekannt, geht nicht bis auf die Zeit Moses zurück und wird im Alten Testament nirgendwo erwähnt, denn es entstand erst in der Zeit zwischen Ende des Alten und Anfang des Neuen Testaments. Trotzdem ist es aus zwei biblischen Gründen ein biblisches Fest:

Erstens wurden die Ereignisse, die das Chanukka-Fest veranlassten, im Buch Daniel prophetisch angekündigt (vgl. Dan 8,9-14; 11,21-35).

Zweitens bestätigte Jesus selbst dieses besondere Fest, indem Er nach Jerusalem ging, um es dort zu feiern (vgl. Joh 10,22-23).

 

NAME:

Es gibt hauptsächlich zwei Namen für dieses Fest:

 

1. Chanukka / חֲנֻכָּה

Der erste Name ist Chanukka, das hebräische Wort für "Weihung/Einweihung/Hingabe". Es heißt "das Fest der Einweihung", weil es sich auf die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels bezieht, nachdem dieser von den Griechen entweiht worden war.

 

2. Chag Ha'orim / חַג הָאוּרִים

Der zweite gebräuchliche Name ist Chag Ha'orim, bedeutet "Lichterfest". Das Lichterfest wird begangen in Erinnerung an ein Wunder; das Wunder des Öls. Als die Juden den Tempel wieder einweihten und den Leuchter anzünden wollten, fanden sie nur noch für einen Tag ausreichendes Öl vor. Es hätte acht Tage gedauert, um neues Öl herzustellen. Sie beschlossen, den Leuchter trotzdem anzuzünden und damit den Vorrat für einen Tag zu verbrauchen. Nach der Legende reichte das Öl dann aber durch ein Wunder doch acht Tage lang.

 

WANN:

25. Kislew - 2.-3. Tebet

Chanukka wird acht Tage lang gefeiert und beginnt, wie alle biblischen Feste am Sonnenuntergang beginnen, am Abend des 25. Kislew und endet bei Sonnenuntergang am 2. bzw. 3. Tebet. An jedem Abend wird ein Licht mehr an der Chanukkia, dem neunarmigen Chanukka-Leuchter entzündet. Dies geschieht in Erinnerung an das erwähnte Wunder im Tempel.

 

In Nachahmung des mosaischen Laubhüttenfests meinte man, es sollte acht Tage lang dauern. Als Salomo den ersten Tempel einweihte, wurde das in Nachahmung des Laubhüttenfests acht Tage lang gefeiert. So folgte man dem Beispiel Salomos und feierte die Wiedereinweihung des Tempels genau so lange.

 

Chanukka wird als Halbfeiertag (Chol Mo’ed) begangen. Das bedeutet, dass mit Ausnahme der in diese Zeit fallenden Sabbate werktägige Pflichtarbeit gestattet ist.

 

BIBELSTELLEN:

Johannes 10,22-38

Daniel 8,9-14

1. Makkabäer 1,10-64; 2. Makkabäer 6,1-5; 10,1-8

Anmerkung: Auch wenn beide Makkabäerbücher nicht zum Kanon der Bibel gehören, sind es dennoch sehr genaue Geschichtsbücher. Das erste Makkabäerbuch berichtet von der Erfüllung der Prophetie aus Daniel 8,10.

 

Schriftlesungen der Juden an Chanukka:

Die Schriftlesungen stammen aus dem Gesetz, den Propheten und den Schriften.

2. Mose 40 (Einweihung der Stiftshütte)

Sacharja (am ersten Sabbat von Chanukka), daneben 1. Könige

• Psalmen 90,91, 67, 133, 33

• 4. Mose 7,1-17.42-47; 1. Mose 41,1-44,17; Jes 66,1.23; 1. Samuel 20,18.42

Andere Lesungen sind aus 2. Makkabäer 7 und das Buch Judith aus den Apokryphen.

 

An Sabbat-Chanukka wird im Gottesdienst der Synagoge als Haftara (Zusatzlesung aus den Propheten) Sacharja 2,10-3,7 und die Vision vom goldenen Leuchter aus Sacharja 4 gelesen; falls ein zweiter Sabbat in die Chanukkazeit fällt auch 1. Könige 7,40-50.

 

ALLGEMEIN - DIE GESCHICHTE VON CHANUKKA

Im Jahre 167 v.Chr. erließ der griechisch-syrischen Feldherr und Herrscher Antiochus Epiphanes (Antiochus IV) ein Dekret, wonach alle seine Untertanen zur griechisch-heidnischen Religion übertreten mussten. Zu jener Zeit befand sich Israel unter der Herrschaft des Griechischen Reiches, was harte Zeiten für die Juden bedeutete. Antiochus verbot den Judaismus und die Anbetung im Tempel. Durch Folter zwang er das jüdische Volk zu konvertieren und tötete viele von ihnen. Dann schändete er den Tempel, indem er eine Statue von Zeus im Allerheiligsten aufstellte und Schweine auf dem Altar opferte. Schließlich konnte ein jüdischer Priester namens Mattatias es nicht länger ertragen. Ein griechischer Hofbeamter war in seine Stadt gekommen, hatte einen Altar für einen heidnischen Gott errichtet und befahl Mattatias, ein Opfer darauf darzubringen. Mattatias weigerte sich. Er sagte: "Auch wenn alle Völker im Reich des Königs sich seinem Befehl fügen...ich, meine Söhne und meine Brüder bleiben dem Bund treu, den Gott mit unseren Vorfahren geschlossen hat." (vgl. 1Makk 2,19-20).

Ein anderer Jude meldete sich freiwillig, das heidnische Opferritual durchzuführen, worauf Mattatias sein Schwert zog und ihn tötete. Danach attackierten Mattatias und seine Söhne den griechischen Hofbeamten und töteten auch ihn.

Zu Beginn des Aufstandes zog Juda, Sohn des Mattatias, mit einer kleinen Gruppe von Juden gegen die mächtigen griechischen Armeen in den Kampf. Juda hatte einen interessanten Spitznamen: "Makkabäer" - „der Hammer“. "Makkabäer" war das Akrostichon (Anm.: Anfangsbuchstaben, -silben oder -wörter der Verszeilen eines Gedichts, die ein Wort oder einen Satz ergeben) aus dem Satz: "Wer ist wie Du unter den Göttern, o HERR." Das war ihr Schlachtruf.

Erstaunlicherweise besiegten Juda und seine Anhänger die griechischen Armeen im Jahre 165 v.Chr. wie durch ein Wunder. Nachdem sie ihre Unabhängigkeit wiedererlangt hatten, war es Judas Anliegen, als erstes den Tempel instand zu setzen. Als der Tempel instand gesetzt und gereinigt war, riefen sie ein großes Fest aus, um ihn dem Herrn neu zu weihen. Das Volk Israel versammelte sich in Jerusalem, um zu feiern. Als es Zeit war, die Menora im Tempel zu entzünden, hatten sie nur noch genug Öl für einen Tag. Aber an diesem Fest geschah ein Wunder und das Öl reichte acht Tage lang, ein Vermehrungswunder.   

Es war ein Wunder wie zur Zeit Elisas, als sich das Öl der Witwe vermehrte (vgl. 2Kö 4,1-7).

 

Die Wiedereinweihung fand am gleichen Datum statt wie die Entweihung. Der Tempel wurde am 25. Kislew im Jahr 167 v.Chr. entweiht. und die Wiedereinweihung fand am gleichen Tag im Jahr 164 v.Chr. statt.

 

JÜDISCHER BRAUCH:

Die Rabbiner entwickelten 24 Gebote‚ wie man Chanukka richtig begehen soll.

 

1. Der richtige Beweggrund ist die Verkündigung des Wunders, dass das Öl acht Tage lang gereicht hat.

 

2. Während der acht Tage darf ein Segen nur in Gegenwart eines Schriftgelehrten oder eines Tora- oder Gesetzesschülers ausgesprochen werden.

 

3. Fasten war während dieser Zeit nicht erlaubt, denn man war verpflichtet, an den acht Tagen zu feiern.

 

4. Das Licht muss gleich nach Sonnenuntergang und beim Erscheinen der Sterne angezündet werden. Wenn das zu dieser Zeit gerade nicht möglich ist, dann kann das Lichteranzünden bis zu einer Stunde vorher erfolgen; kommt jemand aber erst später heim, so hat er dann immer noch die Lichter anzuzünden.

 

5. Der Leuchter muss außen an der linken Seite des Hauseingangs aufgestellt werden, um allen Vorübergehenden das Wunder bekannt zu machen. Er sollte 30 bis 90cm hoch stehen. so dass ihn jeder gut sehen, der vorbeigeht. Er sollte aber nicht höher als 10m stehen, denn wenn er so hoch steht, dann werden ihn die Leute nicht beachten, und sein Zweck wäre nicht erfüllt.

 

6. Wenn jemand in einem höhergelegenen Stockwerk wohnt, dann sollte der Leuchter in ein Fenster gestellt werden, das der Straße am nächsten liegt.

 

7. Wenn es für einen Juden gefährlich ist, den Leuchter draußen aufzustellen, weil er vielleicht in einer Gegend wohnt, wo Juden von Nichtjuden gehasst werden, dann darf er den Leuchter im Innern des Hauseingangs auf einen Tisch stellen. Obwohl das keine Verkündigung des Wunders ist, erfüllt es doch einen anderen Zweck. nämlich dem Juden Hoffnung zu geben. Licht wird zur Erleuchtung angezündet, und das Licht des Messias muss im Herzen brennen und leuchten, selbst wenn andere es nicht sehen können.

 

8. Wenn sich jemand entscheiden muss, ob er Öl zum Anzünden des Leuchters oder Wein für den Sabbat kaufen soll, dann muß er sich für das Öl entscheiden. Wenn ein Mann all seine Habseligkeiten verkaufen muss, um die Lichter kaufen zu können, dann muss er das tun. Das zeigt, wie bedeutsam dieses Fest im rabbinischen Gebot wurde.

 

9. Der Leuchter muss ordentlich aufgestellt werden, bevor er angezündet wird. Er muß dann genau an der Stelle bleiben, wo er angezündet wurde, und darf danach nicht mehr transportiert werden.

 

10. Das Licht soll erst angezündet werden, wenn alle anwesend sind.

 

11. Das Anzünden der Lichter zu diesem Anlass ist für alle Männer obligatorisch.

 

12. Auch Frauen sollen die Lichter anzünden oder zumindest anwesend sein, wenn ein Mann dies tut, denn die Frauen sind in das Wunder mit einbezogen. Nach jüdischer Überlieferung schrieb das griechische Gesetz vor, dass sich jede jüdische Braut am Tag ihrer Hochzeit zuerst einem griechischen Fürsten zum Geschlechtsverkehr hingehen musste. Deshalb waren die F rauen, die nun von diesem Missbrauch befreit waren, in das Wunder mit eingeschlossen.

 

13. Wenn ein Ehemann auf Reisen ist, muss er die Lichter dort anzünden, wo er sich befindet. Die Ehefrau muss die Lichter da anzünden, wo sie gerade ist. Wenn sich jemand im Hause eines anderen aufhält, sollte er dem Gastgeber eine Münze geben, um einen Teil der Lichter zu erwerben. Auf diese Weise kann auch er an der Feier teilhaben.

 

14. Solange die Lichter brennen, soll die Frau nicht arbeiten.

 

15. Es kann jede Art von Öl verwendet werden, aber Olivenöl ist vorzuziehen. Die Elektrizität der heutigen Zeit erfüllt das Gebot nicht. Darum können elektrische Lichter für diesen Zweck nicht verwendet werden.

 

16. Im Blick auf die Brenndauer soll soviel Öl oder eine Kerze von der Länge vorhanden sein, dass das Licht mindestens eine halbe Stunde lang brennt.

 

17. Über die Art des Lichteranzündens waren die Rabbiner uneins. Eine Rabbinerschule meinte, man sollte zum Anfang acht Kerzen anzünden und jeden Tag eine wegnehmen. Eine andere Schule lehrte das Gegenteil: Man sollte zuerst eine Kerze anzünden und dann jeden Tag eine weitere dazutun. Schließlich setzte sich die zweite Schule durch.

 

18. Chanukka-Kerzen müssen keinen praktischen Nutzen haben. Das Licht dieser Kerzen soll nicht zum Lesen oder Arbeiten dienen. Es hat den Zweck, das Gebot zu erfüllen, und man soll daraus keinen Nutzen ziehen.

 

19. Die acht Chanukka-Lichter sollen in einer Reihe stehen mit dem Dienerlicht (Schammes) darüber. Die Leuchter haben aus diesem Grund Platz für neun Lichter, aber das neunte Licht hat einen besonderen Platz abseits der anderen. Es dient nur dazu, alle anderen Lichter anzuzünden.

 

20. Die Lichter sollen so angezündet werden, dass man rechts anfängt und das täglich neu hinzukommende Licht immer das nächste links ist. Dabei wird aber dieses neue Licht immer zuerst angezündet, und die Reihenfolge des Anzündens geht dann von links nach rechts.

 

21. Am Freitagabend muss man sicherstellen, dass die Chanukkakerze vor der Sabbatkerze angezündet wird.

 

22. Am Samstagsabend muss die Chanukkakerze nach dem Ende der Sabbatfeier angezündet werden.

 

23. Ist jemand zu krank, um zum Anzünden der Lichter ans Fenster zu gehen, dann sollte er es neben seinem Bett tun, denn das Lichteranzünden ist wichtig.

 

24. Bei der Chanukkafeier in der Synagoge muss das Chanukkalicht zwischen dem Nachmittags- und dem Abendgottesdienst angezündet werden.

 

Die Zeremonie des Anzündens

Beim eigentlichen Gottesdienst zum Anzünden der Lichter müssen bestimmte Gebete gesprochen werden. Vor dem Anzünden sagt der Mann: "Gelobt seist Du, HERR, unser Gott, König der Welt, der uns geheiligt hat durch Seine Gebote und befohlen, das Chanukkalicht anzuzünden. Gelobt seist Du, HERR, unser Gott, König der Welt, der Wunder getan unseren Vätern in früheren Tagen zu eben dieser Zeit." Dies muss jeden Abend vor dem Anzünden gebetet werden. Nur am ersten Abend wird noch ein zweiter Segen gesprochen: "Gelobt seist Du, HERR, unser Gott, König der Welt, der uns hat am Leben erhalten, dass wir erreicht haben und erlebt diese Zeit." Wenn dann die Lichter angezündet sind, wird an jedem Abend gesagt: "Diese Lichter zünden wir an wegen der vielfachen Rettung, der Zeichen und Wunder, die Du ausgeführt für unsere Väter durch Deine heiligen Priester. Diese ganzen acht Tage sind diese Lichter heilig und wir dürfen uns ihrer nicht bedienen zu gewöhnlichem Gebrauche, sondern sie nur sehen, um Deinem Namen zu danken für Deine Wunderzeichen und Deine Rettung."

 

Den Segenssprüchen folgt dann ein besonderes Lied, "Ma‘os Tzur", auf deutsch "Du mein Schild, Hort meiner Macht". Dieses Lied hat sechs Strophen und wird jeden Chanukka-Abend gesungen. Es wurde im 13. Jahrhundert von einem Juden namens Mordechai gedichtet. Die erste Strophe ist Ausdruck messianischer Hoffnung auf die Wiedereinführung der alten Tempelgottesdienste Die zweite Strophe ist ein Lobpreis für die Befreiung aus Ägypten, die dritte preist Gott für die Rückführung aus Babylon, die vierte für die Errettung aus den Händen Hamans. Die fünfte Strophe ist eine Zusammenfassung der Wunder von Chanukka. Die sechste ist ein Hinweis auf den deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa und wird heute selten gesungen. Sie war aber ein bedeutender Teil des Originals und bezog sich auf die Befreiung der Juden von diesem gottlosen (nichtjüdischen) Kaiser.

 

Es gibt drei besondere Gebete, die bei dieser Gelegenheit außerdem gesprochen werden:

1. Al Hanissim (von den Wundern)

2. Hallel (Psalmen 113-118)

3. Ana Bekhoach (mystisches, kabbalistisches Gebet)

 

MESSIANISCHE BEDEUTUNG:

Obwohl das Fest im Alten Testament nicht erwähnt wird, was aus den bereits erwähnten Gründen auch nicht sein konnte, hat es trotzdem seine Berechtigung, denn Jesus hat dieses Fest gefeiert. Der Grund dafür lag darin, dass das Alte Testament die Ereignisse vorhergesagt hatte, die zu diesem Fest führten.

 

Johannes 10,22-39

Vers 22 lautet: "Es war damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem". Das Fest der Tempelweihe ist das Chanukka-Fest. Dem Vers voraus geht ein Textabschnitt (Joh. 7,1-10,21), der von den Ereignissen im Leben Christi während des Laubhüttenfestes handelt. Die acht Tage von Chanukka entstanden aus den acht Tagen des Laubhüttenfestes. Letzteres konnte vom jüdischen Volk nicht gefeiert werden, weil zu der Zeit die Syrer immer noch über Jerusalem herrschten. Nachdem der Tempel wieder eingeweiht worden war, fuhren sie fort, das achttägige Laubhüttenfest drei Monate später als üblich zu begehen. Von daher kam der Begriff der acht Tage von Chanukka, das eigentlich nur eine "Kopie" des Laubhüttenfestes war. Deshalb ist es kein Zufall, dass Johannes im Anschluss an die Diskussion über das Laubhüttenfest in Johannes 7,1-10‚21 das Leben Christi in Beziehung zum nächsten Fest, eben Chanukka, behandelt (vgl. Joh 10,22-39). Gerade wie die Vorstellung vom Licht und den acht Tagen im Laubhüttenfest ihren Ursprung hat, so ergeben sich im Johannes-Evangelium die Geschehnisse an Chanukka im Leben des Messias aus dem Laubhüttenfest. Während des Laubhüttenfestes bezeichnete sich Jesus als das Licht der Welt (vgl. Joh 8,12; 9,5). Das wurde drei Monate später wieder aufgegriffen, als Jesus weitere Aussagen über sich selbst machte während des Chanukka-Festes.

 

Während des Chanukka-Festes wurde Jesus öffentlich die Frage gestellt, ob er der Messias sei, denn das Fest galt den Juden seit der Zeit der Makkabäer als der Inbegriff der Befreiung von feindlicher Militärmacht. Man sehnte sich nach einem mächtigen, königlichen Messias, der die verhassten Römer aus dem Land treiben würde.

 

Die Chanukkia ist ein Bild von Jesus!

Das "erste/neunte" Licht wird Diener-Licht genannt; sie weist auf Jesus hin.  

 

Bei der siebenarmigen Menora wurde die mittlere Leuchte "Leuchte des Herrn" genannt, aber bei der neunarmigen Chanukkia wird die mittlere Leuchte "der Diener" genannt. Das ist Jesus. Jesus ist der Herr, aber Er kam als Knecht oder Diener, um Sein Leben hinzugeben und Gottes Segen auf der Erde zu lösen. Das stellt die Chanukkia dar. Das Diener-Licht überträgt das Licht auf alle anderen Lichter! So wie Jesus aus der ewigen Herrlichkeit in die Welt kam und sich somit beugte, so muss das Diener-Licht zum entzünden der anderen Lichter gebeugt werden. Während Chanukka wird jeden Abend eine weitere Kerze hinzugefügt bis alle angezündet sind. Das stellt Jesus dar als das Licht, das sich auf der ganzen Erde ausbreitet.

 

Jesus - Der Schamasch, der das Licht in unseren Herzen und Leben entzündet hat!

 

Markus 10,45

"Denn auch der Menschensohn kam nicht, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben."

 

Jesus, der Messias, zündet wie die Schamasch-Kerze das Licht in unseren Herzen an und bringt uns aus der Dunkelheit ins Licht des Lebens, um das Licht zu sein, das in und durch uns zu anderen scheint.

 

Johannes bestätigt, dass Jesus das Licht ist, das die Dunkelheit nicht überwinden kann.

 

Johannes 1,4-5

"4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen."

 

Die Finsternis hat keine Macht über das Licht. Wenn das Licht eingeschaltet wird, verschwindet die Finsternis sofort! Es ist niemals ein Kampf oder ein Wettbewerb. Licht gewinnt jedes Mal! Immer!

 

Johannes 8,12

"Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben"

 

SPEISEN & GETRÄNKE:

Zum traditionellen Verzehr an Chanukka gehören vor allem Kartoffelpuffer (Lattkes) und Pfannkuchen (Sufganiot). Man isst somit in Öl Gebackenes, was an das Wunder mit dem Öl für die Lampen erinnert.

 

FESTTAGSGRÜßE (WÜNSCHE):

  • Fröhliches Chanukka
  • Chag Chanukka Sameach (חַג חֲנוּכָּה שַׂמֵחַַ)

WISSENSWERTES &  ANDERE BRÄUCHE:

Chanukka ist primär ein häusliches Fest. An den Chanukka-Abenden versammeln sich die Familien mit Freunden zu ausgelassenen Festen.

 

Man verteilt Geschenke, insbesondere an Lehrer. Wo es in der jüdischen Vergangenheit arme Gemeinden gab, war das manchmal der Hauptanteil an Einkommen der jüdischen Lehrer. In den USA wurde daraus das Äquivalent für Weihnachten. Darum beschenken sich die Juden zu Chanukka, denn es fällt ja in die Weihnachtszeit.

 

Ein weiterer Brauch ist das Chanukka-Gelt. "Gelt" ist das jiddische Wort für "Geld". So ist es üblich, den Kindern kleine Geldgeschenke zu machen.

 

Auch ein bestimmtes Spiel ist Brauch an Chanukka. Das Spiel "Dreidel", das Drehen des viereckigen Kreisels. Die Seiten des Kreisels sind mit den hebräischen Anfangsbuchstaben des Satzes "Ein großes Wunder ist hier geschehen". Die Buchstaben haben die Zahlenwerte "Nun (50), Gimel (3), He (5), Schin (300)", (Anm.: Der Zahlenwert der hebräischen Buchstaben beträgt 358).

Das hebräische Wort "maschiach" besitzt denselben Zahlenwert von 358. Es bedeutet Messias - Gesalbter und ist aus den hebräischen Buchstaben "Mem-40/ Schin-300/ Jod-10/ Chet-8" zusammengesetzt.

 

Des Weiteren hat auch das Brustschild des Hohepriesters, das im Hebräischen "Choschen" heißt, den gleichen numerischen Wert von 358.


Quellen:

  • crazy-christians.de - Hanukkah und seine Bedeutung (Robert Heidler)
  • Susanne Galley - Das jüdische Jahr - Feste, Gedenk- und Feiertage
  • Arnold Fruchtenbaum - Die Feste des Herrn (Das Chanukka-Fest)
  • Alfred Burchartz - Israels Feste - Was Christen davon wissen sollten
  • eigene Anmerkungen

Mein besonderer Dank geht an Daniel Glimm für die Bereitstellung der entsprechenden Botschaft.

 

Gottes Segen Euch allen und ein friedliches Chanukka-Fest!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen