· 

Jesus Christus, der Fels - Das Fundament eines Christen und wie man darauf baut

1. Korinther 3,11

"Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus"


An verschiedenen Stellen vergleicht die Bibel das Leben eines Gläubigen mit dem Bau eines Gebäudes. So heißt es zum Beispiel im Brief des Apostel Judas:

 

„Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben.“ (Judas 1,20)

 

Auch der Apostel Paulus verwendet dasselbe Bild an verschiedenen Stellen:

 

In dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ (Epheser 2,22)

 

Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen.“ (Apostelgeschichte 20,32)

 

In all diesen Passagen wird das Leben des Gläubigen mit dem Bau eines Gebäudes verglichen.

 

Ein solides Fundament

In der normalen Reihenfolge ist das erste und wichtigste Element eines jeden dauerhaften Bauwerks sein Fundament. Das Fundament setzt notwendigerweise eine Grenze für das Gewicht und die Höhe des Gebäudes, das darauf errichtet werden darf. Ein schwaches Fundament kann nur ein kleines Gebäude tragen. Ein starkes Fundament kann ein großes Gebäude tragen. Es besteht eine feste Verbindung zwischen dem Fundament und dem Gebäude.

 

Derek Prince berichtete einmal:

In der Stadt Jerusalem wohnte ich einmal in einem Haus, das von einem Assyrer gebaut worden war. Dieser Mann hatte von der Stadtverwaltung eine Lizenz zum Bau eines zweistöckigen Hauses erhalten, und das Fundament wurde entsprechend errichtet. Um sein Einkommen aus der Vermietung des Gebäudes zu erhöhen, hatte dieser Assyrer jedoch ohne Genehmigung ein drittes Stockwerk gebaut. Das Ergebnis war, dass, während wir tatsächlich in dem Haus wohnten, das ganze Gebäude begann, sich an einer Ecke abzusetzen und es geriet schließlich aus dem Lot. Was war der Grund dafür? Das Fundament war nicht stark genug, um das Haus zu tragen, das dieser Mann darauf zu errichten versuchte.

 

Dennoch passiert in der geistlichen Reihenfolge dasselbe im Leben vieler bekennender Christen. Sie machen sich auf den Weg mit der Absicht, ein schönes, imposantes Gebäude des Christentums in ihrem Leben zu errichten. Aber leider beginnt ihr feines Gebäude schon bald an zu bröckeln, zu sinken und aus dem Lot zu geraten. Es neigt sich in grotesker Weise. Manchmal stürzt es völlig ein und hinterlässt nichts als einen verfallenen Haufen von Versprechen und Gebeten und guten Absichten, die unerfüllt geblieben sind.

 

Unter dieser Masse von Ruinen liegt der Grund für das Scheitern begraben. Es war das Fundament. Niemals richtig gelegt, konnte es das geplante schöne Gebäude nicht tragen.

 

Christus der Fels

Was ist denn nun das von Gott vorgesehene Fundament für das leben eines Christen? Auf diese Frage gibt uns der Apostel Paulus in 1. Korinther 3,11 eine klare Antwort:

 

Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

 

Dies wird auch von Petrus bestätigt, wenn er von Jesus Christus spricht:

 

Darum steht auch in der Schrift: »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden«.“ (1 Petr 2,6).

 

Hier bezieht sich Petrus auf den Abschnitt in Jesaja, in dem es heißt:

 

Darum, so spricht Gott, der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Stein … der aufs festeste gegründet ist.“ (Jes 28,16).

 

So sind sich Altes Testament und Neues Testament in dieser wesentlichen Tatsache einig: Die wahre Grundlage des christlichen Glaubens ist Jesus Christus selbst – nichts und niemand anderes. Es ist kein Glaubensbekenntnis, keine Kirche, keine Konfession, kein Erlass und keine Zeremonie. Es ist Jesus Christus selbst – und „einen anderen Grund kann niemand legen“.

 

Bedenke die Worte Jesu. Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte Er Seine Jünger folgendes:

 

Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen? Sie sprachen: Etliche für Johannes den Täufer; andere aber für Elia; noch andere für Jeremia oder einen der Propheten. Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel! Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.“ (Mt 16,13-18).

 

Es wurde manchmal angedeutet, dass diese Worte Jesu bedeuten, dass Petrus der Fels ist, auf dem die christliche Gemeinde errichtet werden soll, und dass Petrus daher in gewisser Weise eher das Fundament des Christentums als Christus selbst ist. Diese Frage ist von so entscheidender und weitreichender Bedeutung, dass es unbedingt notwendig ist, die Worte Jesu sehr sorgfältig zu untersuchen, um ihre eigentliche Bedeutung zu ermitteln.


Anmerkung zu 1. Korinther 3,11 (klick) Das griechische Wort, welches in 1Kor 3,11 für "Grund" genutzt wird, ist themelios / θεμέλιος und meint eine Grundlage, einen Grundstock, einen Grundstein, eine Basis, einen Sockel, ein Fundament (ein Unterbau eines Gebäudes). Der Begriff ist verwandt mit tithémi, was setzen, stellen, legen meint und wird in Lk 6,48f; 14,29; Röm 15,20; lKor 3,10-12; Eph 2,20; lTim 6,19; 2Tim 2,19; Hebr 6,1; 11,10 und Off 21,14.19 verwendet. Themelios ist ein Ausdruck für die unentbehrliche Grundlage, für das Fundament, ohne welches jemand oder etwas keinen Bestand hat. Der einzige feste Grund für Zeit und Ewigkeit ist Jesus Christus, die Botschaft von Ihm und ein Leben mit Ihm.

Anmerkung zu 1. Petrus 2,6 (klick) Der Begriff, der in 1Petr 2,6 für "Eckstein" verwendet wird ist akrogóniaios / ἀκρογωνιαῖος und meint »zum Haupt der Ecke« oder »zur Spitze des Winkels«, was im Zusammenhang soviel wie Eck- oder Schlussstein (im Gewölbe) bedeutet, also der wichtigste Stein des Bauwerks.

Der einzige Fels

Im Originalgriechischen des Neuen Testaments gibt es in der Antwort Christi an Petrus ein gezieltes Wortspiel. Im Griechischen ist der Name „Petrus“ 'petros'; das Wort für „Fels“ ist 'petra'. Jesus spielt mit dieser Klangähnlichkeit, indem Er sagt: „Du bist Petrus [petros], und auf diesen Felsen [petra] will ich meine Gemeinde bauen.“ (Mt 16,18).

 

Obwohl diese beiden Wörter im Klang ähnlich sind, haben sie eine ganz andere Bedeutung. 'Petros' bedeutet ein kleiner Stein oder ein Kieselstein. 'Petra' bedeutet ein großer Fels. Die Idee, die Gemeinde auf einem Kieselstein zu bauen, wäre natürlich lächerlich und könnte daher nicht die wahre Absicht Christi sein.

 

Interlinearübersetzung zu Matthäus 16,18
Interlinearübersetzung zu Matthäus 16,18

 

Jesus benutzt dieses Wortspiel, um die Wahrheit, die Er zu vermitteln versucht, zum Vorschein zu bringen. Er identifiziert Petrus nicht mit dem Felsen; im Gegenteil, Er stellt Petrus dem Felsen gegenüber. Er weist darauf hin, wie klein und unbedeutend der kleine Stein, Petrus, im Vergleich zu dem großen Felsen ist, auf dem die Gemeinde gebaut werden soll.

 

Gesunder Menschenverstand und die Heilige Schrift bestätigen diese Tatsache gleichermaßen. Wenn die Gemeinde Christi wirklich auf den Apostel Petrus gegründet wäre, wäre sie sicherlich das unsicherste und instabilste Gebäude der Welt. Später im gleichen Kapitel des Matthäusevangeliums lesen wir, dass Jesus begann, Seine Jünger vor Seiner bevorstehenden Verleugnung und Kreuzigung zu warnen. Der Abschnitt geht dann weiter:

 

Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren und sprach: Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht! Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!“ (Mt 16,22-23).

 

Hier wirft Christus Petrus direkt vor, sich von den Meinungen der Menschen und sogar von den Eingebungen Satans selbst beeinflussen zu lassen. Wie kann ein solcher Mann das Fundament der gesamten christlichen Gemeinde sein?

 

Später im Evangelium lesen wir, dass Petrus, anstatt Christus vor einer dienenden Magd zu bekennen, Seinen Herrn dreimal öffentlich verleugnete.

 

Selbst nach der Auferstehung und dem Pfingsttag erzählt uns Paulus, dass Petrus von der Furcht vor seinen Landsleuten dazu beeinflusst wurde, an einem Punkt Kompromisse bezüglich der Wahrheit des Evangeliums zu machen (vgl. Gal 2,11-14).

 

Sicherlich war Petrus also kein Fels in der Brandung. Er war liebenswert, ungestüm, ein geborener Führer – aber ein Mann wie alle anderen, mit allen Schwächen, die der Menschheit innewohnen. Der einzige Fels, auf den sich der christliche Glaube gründen kann, ist Christus selbst.

 

Kein anderer Name

Die Bestätigung dieser lebenswichtigen Tatsache, dass Jesus die einzige Grundlage ist, auf der wir unser Leben aufbauen können, die einzige Grundlage des wahren, biblischen Glaubens, lässt sich auch im Alten Testament finden.

 

Der Psalmist David, prophetisch vom Heiligen Geist inspiriert, sagt folgendes:

 

Der Herr ist mein Fels, meine Burg und mein Retter; mein Gott ist mein Fels, in dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils, meine sichere Festung.“ (Psalm 18,3)

 

In Psalm 62 legt David ein ähnliches Glaubensbekenntnis ab.

 

Nur auf Gott wartet still meine Seele; von ihm kommt meine Rettung [Heil]. Nur er ist mein Fels und mein Heil, meine sichere Burg; ich werde nicht allzusehr wanken.“ (Psalm 62,2-3)

 

In den Versen 6-8 desselben Psalms wiederholt David dies:

 

Nur auf Gott wartet still meine Seele; denn von ihm kommt meine Hoffnung. Nur er ist mein Fels und mein Heil, meine sichere Burg; ich werde nicht wanken. Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott.“ (Psalm 62,6-8)

 

Nichts könnte klarer sein als das. Das Wort Fels kommt dreimal vor und das Wort Heil viermal. Das heißt, die Worte Fels und Heil sind durch die Heilige Schrift eng und untrennbar miteinander verbunden. Jedes ist nur in einer Person zu finden, und diese Person ist der Herr selbst. Dies wird durch die alleinige Wiederholung des Wortes unterstrichen.

 

Sollte jemand noch einer weiteren Bestätigung dessen bedürfen, können wir uns den Worten des Petrus selbst zuwenden. Im Gespräch mit dem Volk Israel über Jesus sagt Petrus:

 

Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen!“ (Apg 4,12)

 

Der Herr Jesus Christus ist also der wahre Fels, der Fels der Zeiten, in dem das Heil ist. Der Mensch, der auf diesem Fundament aufbaut, kann wie David sagen: „Nur auf Gott wartet still meine Seele; denn von ihm kommt meine Hoffnung. Nur er ist mein Fels und mein Heil, meine sichere Burg; ich werde nicht wanken.

 

Konfrontation

Wie also baut der Mensch auf diesem Felsen, der Christus ist?

 

Kehren wir noch einmal zu dem entscheidenden Moment zurück, als Christus und Petrus einander gegenüberstanden und Petrus sagte: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Mt 16,16)

 

Wir haben erkannt, dass Christus der Fels ist. Aber es ist nicht Christus in Isolation oder Abstraktion. Petrus hatte eine ganz persönliche Erfahrung. In dieser Erfahrung gab es vier aufeinander folgende Phasen.

 

Eine direkte, persönliche Konfrontation von Petrus mit Christus. Christus und Petrus standen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Es gab keinen Vermittler zwischen ihnen. Kein anderer Mensch spielte bei dieser Begegnung irgendeine Rolle.

 

Eine direkte, persönliche Offenbarung, die Petrus gewährt wurde. Jesus sagte zu Petrus: 

 

Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel!“ (Mt 16,17). 

 

Dies war nicht das Ergebnis natürlicher Überlegung oder intellektuellen Verständnisses. Es war das Ergebnis einer direkten geistlichen Offenbarung an Petrus durch Gott, den Vater, selbst. Die persönliche Anerkennung der Wahrheit von Petrus, die ihm auf diese Weise offenbart worden war. Ein offenes und öffentliches Bekenntnis des Petrus zu der Wahrheit, die er erkannte.

 

In diesen vier aufeinanderfolgenden Etappen sehen wir, was es bedeutet, auf dem Fels zu bauen. Das Ganze hat nichts Abstraktes, Intellektuelles oder Theoretisches an sich. Jede Etappe beinhaltet eine bestimmte, individuelle Erfahrung.

 

1. Die erste Etappe ist eine direkte, persönliche Konfrontation mit Christus.

 

2. Die zweite Etappe ist eine direkte, geistliche Offenbarung Christi.

 

3. Die dritte Etappe ist eine persönliche Anerkennung Christi.

 

4. Die vierte Etappe ist ein offenes und persönliches Bekenntnis zu Christus.

 

Durch diese vier Erfahrungen wird Christus für jeden einzelnen Gläubigen zum Fels, auf dem sein Glaube aufgebaut ist.

 

Offenbarung

Es stellt sich die Frage: Kann ein Mensch heute Christus auf dieselbe direkte, persönliche Weise kennen lernen, wie Petrus Ihn kennen gelernt hat?

 

Die Antwort ist ja, und zwar aus den folgenden zwei Gründen: Erstens war es nicht Christus in Seiner rein menschlichen Natur, der Petrus offenbart wurde. Petrus kannte bereits Jesus von Nazareth, den Sohn des Zimmermanns. Derjenige, der sich nun Petrus offenbarte, war der göttliche, ewige, unveränderliche Sohn Gottes. Dies ist derselbe Christus, der nun erhaben im Himmel zur Rechten des Vaters sitzt. Im Laufe von fast zweitausend Jahren hat Er sich nicht geändert. Es ist immer noch Jesus Christus, derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Wie Er Petrus offenbart wurde, kann Er auch heute noch denen offenbart werden, die Ihn aufrichtig suchen.

 

Zweitens kam die Offenbarung nicht durch „Fleisch und Blut“ – durch irgendein physisches oder sensorisches Mittel. Es war eine geistliche Offenbarung, das Werk des Heiligen Geistes. Derselbe Geist, der Petrus diese Offenbarung gegeben hat, ist immer noch in der ganzen Welt am Werk und offenbart denselben Christus. Jesus selbst hat es Seinen Jüngern versprochen:

 

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“ (Joh 16,13-14)

 

Da geistliche Offenbarung im ewigen, geistlichen Bereich liegt, wird sie nicht durch materielle oder physische Faktoren, wie den Lauf der Zeit oder Sprache, Sitten, Kleidung oder Umständen, eingeschränkt.

 

Diese persönliche Erfahrung Jesu Christi, des Sohnes Gottes – durch den Heiligen Geist geoffenbart, anerkannt und bekannt – bleibt der eine unveränderliche Fels, das eine unverrückbare Fundament, auf das sich jeder wahre christliche Glaube gründen muss. Glaubensbekenntnisse und Meinungen, Kirchen und Konfessionen – all dies mag sich ändern, aber dieser eine wahre Fels der Errettung Gottes durch den persönlichen Glauben an Christus bleibt ewig und unveränderlich. Auf Ihm kann ein Mensch seinen Glauben für Zeit und Ewigkeit aufbauen und zuversichtlich wissen, dass ihn nichts jemals zum Einstürzen bringen kann.

 

Anerkennung

Nichts ist in der Schrift und im Zeugnis der frühen Christen auffälliger als ihre Gelassenheit und Zuversicht in Bezug auf ihren Glauben an Christus. Jesus sagt:

 

Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ (Joh 17,3)

 

Es geht nicht nur darum, Gott in allgemeiner Weise durch die Natur oder durch rationales Bewusstsein als Schöpfer oder Richter zu erkennen. Es geht darum, Ihn persönlich in Jesus Christus offenbart zu erkennen. Es geht auch nicht darum, Jesus Christus nur als eine historische Persönlichkeit oder als einen großen Lehrer zu kennen. Es geht darum, Christus selbst, direkt und persönlich, und Gott in Ihm zu erkennen. Der Apostel Johannes schreibt hierzu folgendes:

 

Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt.“ (1Joh 5,13)

 

Die frühen Christen glaubten nicht nur, sondern sie wussten es auch. Sie hatten einen erfahrungsbasierten Glauben, der ein bestimmtes Wissen über das, was sie glaubten, hervorbrachte.

 

Etwas weiter unten im selben Kapitel schreibt Johannes noch einmal:

 

Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus.“ (1Joh 5,20)

 

Man beachte die bescheidene und doch entspannte Zuversicht dieser Worte. Ihre Grundlage ist die Kenntnis einer Person, und diese Person ist Jesus Christus selbst. Paulus gab die gleiche Art von persönlichem Zeugnis, als er folgendes sagte:

 

Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag.“ (2 Tim 1,12)

 

Beachte, dass Paulus nicht sagte: „Ich weiß, an was ich glaube“. Er sagte: „Ich weiß, an wen ich glaube.“ Sein Glaube gründete sich nicht auf ein Glaubensbekenntnis oder eine Kirche, sondern auf eine Person, die er durch direkte Begegnung kannte – Jesus Christus. Infolge dieser persönlichen Begegnung mit Christus hatte er ein gelassenes Vertrauen in das Wohlergehen seiner Seele, das nichts in der Zeit oder in der Ewigkeit zerstören konnte.

 

Derek Prince sagte einmal:

Einige Jahre lang führte ich regelmäßig Straßentreffen in London, England, durch. Am Ende der Treffen sprach ich manchmal Menschen an, die die Botschaft gehört hatten, und stellte ihnen diese einfache Frage: „Sind Sie ein Christ?“ Oft erhielt ich Antworten wie: „Ich glaube schon“, „Ich hoffe es“, „Ich versuche es“ oder „Ich weiß es nicht“. Alle, die solche Antworten geben, verraten ganz klar eine Tatsache: Ihr Glaube ist nicht auf dem einen sicheren Fundament einer direkten, persönlichen Kenntnis von Jesus Christus aufgebaut.

 

Angenommen, man würde Dir die gleiche Frage stellen: Bist Du ein Christ? Was für eine Antwort würdest Du geben können?

 

Versöhne dich doch mit Ihm und mache Frieden! Dadurch wird Gutes über dich kommen“ (Hiob 22,21)

 

Hören und tun was Christus sagt

Wenn wir einmal in unserem eigenen Leben das Fundament einer persönlichen Begegnung mit Christus gelegt haben, wie können wir dann weiter auf diesem Fundament aufbauen?

 

Die Antwort auf diese Frage findet sich in dem bekannten Gleichnis vom weisen Mann und dem törichten Mann, die jeweils ein Haus bauten.

 

Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, da stürzte es ein, und sein Einsturz war gewaltig.“ (Mt 7,24-27)

 

Beachte, dass der Unterschied zwischen diesen Männern nicht in den Prüfungen lag, denen ihre Häuser unterzogen wurden. Das Haus jedes Mannes musste den Sturm – den Wind, den Regen, die Überschwemmungen – ertragen. Das Christentum hat noch nie jemandem einen sturmfreien Durchgang zum Himmel geboten. Im Gegenteil, man warnt uns, dass „wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen.“ (Apg 14,22).

 

Jedes Straßenschild mit der Aufschrift „Zum Himmel“, das die Bedrängnis umgeht, ist eine Täuschung. Es wird nicht zum versprochenen Ziel führen.

 

Was war also der wirkliche Unterschied zwischen den beiden Männern und ihren Häusern? Der kluge Mann baute auf einem Fundament aus Fels, der törichte Mann auf einem Fundament aus Sand. Der kluge Mann baute so, dass sein Haus den Sturm unbewegt und sicher überstand; der törichte Mann baute so, dass sein Haus den Sturm nicht überstehen konnte.

 

Was genau sollen wir unter dieser Metapher des Bauens auf einem Felsen verstehen? Was bedeutet sie für jeden von uns als Christen? Christus selbst macht dies sehr deutlich.

 

Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute“ (Mt 7,24)

 

Auf dem Felsen bauen bedeutet also, die Worte Christi zu hören und zu tun.

 

Die Bibel, das Fundament des Glaubens

Sobald das Fundament – Christus der Fels – in unserem Leben gelegt ist, bauen wir auf diesem Fundament auf, indem wir das Wort Gottes hören und tun; wir studieren beständig die Lehre des Wortes Gottes und wenden sie in unserem Leben an. Das ist der Grund, warum Paulus zu den Ältesten der Gemeinde in Ephesus sagte:

 

Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen und ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten.“ (Apg 20,32)

 

Es ist Gottes Wort, und Gottes Wort allein – so wie wir es hören und tun, wie wir es studieren und anwenden –, das in der Lage ist, in uns ein starkes, sicheres Gebäude des Glaubens aufzubauen, das auf dem Fundament von Christus selbst errichtet wurde.

 

Damit kommen wir zu einem Thema, das im christlichen Glauben von höchster Bedeutung ist: die Beziehung zwischen Christus und der Bibel und damit auch die Beziehung jedes Christen zur Bibel.

 

Auf all ihren Seiten erklärt sich die Bibel als „Wort Gottes“. Andererseits wird in einer Reihe von Passagen derselbe Titel – „das Wort“ oder „das Wort Gottes“ – Jesus Christus selbst gegeben.

 

Zum Beispiel:

 

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ (Joh 1,1)

 

Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater“ (Joh 1,14)

 

Und er [Christus] ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«.“ (Offenbarung 19,13)

 

Diese Identität des Namens offenbart eine Identität des Wesens. Die Bibel ist das Wort Gottes, und Christus ist das Wort Gottes. Jede ist eine göttliche, autoritative, vollkommene Offenbarung Gottes. Jeder stimmt vollkommen mit dem anderen überein. Die Bibel offenbart Christus vollkommen; Christus erfüllt die Bibel vollkommen. Die Bibel ist das geschriebene Wort Gottes; Christus ist das persönliche Wort Gottes. Vor Seiner Fleischwerdung war Christus das ewige Wort mit dem Vater. In Seiner Fleischwerdung ist Christus das fleischgewordene Wort. Derselbe Heilige Geist, der Gott durch Sein geschriebenes Wort offenbart, offenbart auch Gott in dem fleischgewordenen Wort, Jesus von Nazareth.

 

Beweis der Jüngerschaft

Wenn Christus in diesem Sinne vollkommen eins mit der Bibel ist, dann folgt daraus, dass das Verhältnis des Gläubigen zur Bibel dasselbe sein muss wie sein Verhältnis zu Christus. Von dieser Tatsache legt die Heilige Schrift an vielen Stellen Zeugnis ab.

 

In Johannes 14 warnt Jesus Seine Jünger davor, dass Er in körperlicher Form von ihnen genommen werden wird und dass es danach eine neue Art von Beziehung zwischen Ihm und ihnen geben wird. Die Jünger sind unfähig und nicht willig, diese bevorstehende Veränderung zu akzeptieren. Insbesondere sind sie nicht in der Lage zu verstehen, wie sie, wenn Christus dabei ist, sich von ihnen zu entfernen, Ihn immer noch sehen oder mit Ihm Gemeinschaft haben können. Christus sagt darauf, folgendes zu ihnen:

 

Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich; weil ich lebe, sollt auch ihr leben!“ (Joh 14,19)

 

Der letzte Satz dieses Verses könnte auch folgendermaßen wiedergegeben werden: „aber ihr werdet mich weiterhin sehen“. Wegen dieser Aussage fragt Judas (nicht Iskariot, sondern der andere Judas):

 

Herr, wie kommt es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?“ (Joh 14,22)

 

Mit anderen Worten: „Herr, wenn Du weggehst und die Welt Dich nicht mehr sehen wird, wie kannst Du Dich uns, Deinen Jüngern, noch offenbaren, aber nicht denen, die nicht Deine Jünger sind? Welche Art von Kommunikation wirst Du mit uns aufrechterhalten, die der Welt nicht offen stehen wird?

 

Jesus antwortet:

 

Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh 14,23)

 

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Antwort liegt in dem Satz „er wird Mein Wort befolgen“. Das Unterscheidungsmerkmal zwischen einem wahren Jünger und einer Person der Welt ist, dass ein wahrer Jünger das Wort Christi befolgt. In der Antwort Christi werden vier Tatsachen offenbart, die für jeden Menschen, der aufrichtig ein Christ sein möchte, von entscheidender Bedeutung sind. Der Klarheit halber wiederholen wir zunächst die Antwort Jesu:

 

Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh 14,23)

 

Im Folgenden sind also die vier wesentlichen Fakten aufgeführt:

 

1. Gottes Wort zu halten ist das höchste Merkmal, das die Jünger Christi vom Rest der Welt unterscheidet.

 

2. Das Einhalten des Wortes Gottes ist der höchste Test für die Liebe der Jünger zu Gott und die höchste Voraussetzung für die Gunst Gottes gegenüber den Jüngern.

 

3. Christus offenbart sich den Jüngern durch Gottes Wort, wenn es gehalten und befolgt wird.

 

4. Der Vater und der Sohn treten in das Leben der Jünger ein und errichten ihr bleibendes Heim bei ihm durch Gottes Wort.

 

Test der Liebe

Wer sagt: »Ich habe ihn erkannt«, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht; wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.“ (1Joh 2,4-5)

 

Wir sehen an dieser Passage, dass man die Bedeutung von Gottes Wort im Leben eines Gläubigen nicht hoch genug werten kann.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Halten des Wortes Gottes uns als Jünger Christi auszeichnet. Es ist der Test Ihrer Liebe zu Gott. Sie ist die Ursache für Gottes besondere Gunst und gegenüber. Es ist die Art und Weise, durch die sich Christus uns offenbart und durch welche Gott, der Vater und der Sohn, in unser Leben kommt und bei uns zu Hause ist.

 

Unsere Haltung gegenüber Gottes Wort ist unsere Haltung gegenüber Gott selbst. Wir lieben Gott nicht mehr als wir Sein Wort lieben. Wir gehorchen Gott nicht mehr, als wir Seinem Wort gehorchen. Wir ehren Gott nicht mehr, als wir Sein Wort ehren. Wir haben in unserem Herzen und in unserem Leben nicht mehr Platz für Gott, als wir für Sein Wort haben.

 

Wollen wir wissen, wie viel Gott uns bedeutet? Fragen wir uns einfach, was uns das Wort Gottes bedeutet. Die Antwort auf die zweite Frage ist auch die Antwort auf die erste. Gott bedeutet uns so viel, wie uns Sein Wort bedeutet – nur so viel, und nicht mehr.


Quellen:

  • IBL- geistlich-fit
  • Derek Prince - Fundamente des christlichen Glaubens
  • eigene Anmerkungen

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen