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Der samaritanische Pentateuch

Der samaritanische Pentateuch, oder auch Samaritanus genannt, ist eine besondere hebräische Version der Tora und enthält wie der Name schon sagt, nur die fünf Bücher Mose und stammt von den Samaritanern. Die Bezeichnung Pentateuch leitet sich aus dem Griechischen ab (pentá /πεντά = fünf und teũchos τεῦχος = Gefäß, also "Fünfgefäß"). Der Begriff stammt von den Behältern (Krügen), in denen Schriftrollen aufbewahrt wurden.


Die Samaritaner waren ein Mischvolk aus Juden und Ausländern, angesiedelt bei Sichem (heutiges Nablus) auf dem Gebiet des Nordreichs Israel, nachdem es 722 v.Chr. von Assur erobert worden war. Auf dem Berg Garizim errichteten sie einen eigenen Tempel. Die älteste Handschrift des samaritanischen Pentateuchs datiert um 1100 n.Chr., wobei allerdings viele Gelehrte davon ausgehen, dass diese auf einem Text basiert, der aus der Zeit um 200-100 v.Chr. stammt. Er entstand wohl spätestens nach der Zerstörung ihres Heiligtums auf dem Garizim (127 v.Chr.), einem Berg nahe Sichem dem heutigen Nabulus, die ihre Trennung vom Jerusalemer Tempelkult besiegelte. Da sie nur die schriftliche Lehre der Tora als Heilige Schrift anerkannten, haben sie eine eigene Fassung in der ursprünglichen Schrift der Tora, nämlich in einer Form der archaisierenden althebräischen Schrift, erstellt.

 

Handschriften

Die erste Handschrift dieser bis dahin unbekannten Toraversion wurde 1616 in Damaskus entdeckt. Sie ist geschrieben in samaritanischer Schrift, eine mit der althebräischen Schrift verwandten Konsonantenschrift, die nur wenige Vokalzeichen enthält. Die Handschrift wurde anfangs als dem angenommenen biblischen Urtext näherstehend aufgefasst, seit einem Urteil von Wilhelm Gesenius, 1815 jedoch als fast wertlos für die biblische Textkritik erachtet. Gesenius war ein deutscher Theologe, Gelehrter der Kulturen und Geschichte des Nahen Ostens sowie einer der bedeutendsten Gelehrten der semitischen Sprachen, besonders des Hebräischen.

 

Dieses Urteil hat sich erheblich differenziert, seit 1860 in der Geniza von Kairo etwa 400 Jahre ältere Handschriften des samaritanischen Pentateuchs entdeckt wurden. Seine älteste bekannte Handschrift in Buchform (Kodex) wurde nach einer Eigennotiz 1149 gekauft und kann ein bis zwei Jahrhunderte zuvor geschrieben worden sein.

 

Das Problem des samaritanischen Pentateuchs besteht darin, dass er in etwa 6000 Fällen vom masoretischen Text abweicht, der heutigen wissenschaftlichen Bibelausgaben zugrunde liegt. Eine große Zahl dieser Varianten ist rein orthographischer Art (vor allem häufigere plene-Schreibung), und viele andere betreffen Kleinigkeiten, die den Sinn nicht beeinflussen.

 

Etwa 1.900 dieser Abweichungen stimmen mit denen der griechischsprachigen Septuaginta überein. Sie werden als Beleg für alte hebräische Textfassungen gedeutet, die beiden Bibelversionen vorlagen und von denen des Masoretentextes unabhängig entstanden sind.

Ein kleiner Teil der Abweichungen erklärt sich aus dem Interesse der Samaritaner, ihren Kult als den rechtmäßigen gegenüber dem Jerusalemer Tempelkult darzustellen. Dies gilt für ein hinter 2. Mose 20,17 eingefügtes Gebot, ein Heiligtum auf dem Garizim zu errichten, und für etwa 20 Verse im 5. Buch Mose, die die Erwählung des heiligen Ortes nachträglich auf Sichem beziehen. Die begrenzte Zahl dieser Eingriffe wird heute nicht mehr als Entwertung des gesamten Textes aufgefasst, da ihnen sonst große Übereinstimmung sowohl mit dem Masoretentext als auch der Septuaginta gegenübersteht.

 

Viele Unterschiede zum Masoretentext sind sprachlicher Natur. Sie vereinfachen altertümliche und komplizierte Formulierungen, um die Verständlichkeit für palästinische Juden, die bereits seit 539 v.Chr. überwiegend Aramäisch sprachen, zu erhöhen. Diese Anpassungen wurden nach dem Aufkommen von aramäischen Bibelübersetzungen, den Targumim, überflüssig. Sie verweisen daher auf ein hohes Alter des samaritanischen Toratextes, der somit nicht von der den Targumim überwiegend vorliegenden proto-masoretischen Texttradition abhängig gewesen sein kann.

 

Unter den Schriftrollen vom Toten Meer fanden sich Handschriften, die dem Text des samaritanischen Pentateuchs ähneln, ohne seine besonderen, auf den Garizimkult bezogenen Einfügungen zu kennen. Sie erwiesen das hohe Alter der ihm zugrundeliegenden Textüberlieferung.

 

Abgesehen von den für den Samaritanischen Pentateuch einzigartigen sektiererischen Varianten, wie der Verweis auf die Verehrung Gottes auf dem Berg Garizim, haben die Schriftrollen vom Toten Meer gezeigt, dass ein pentateuchischer Text, der dem Samaritanischen Pentateuch ähnelt, auf das zweite Jahrhundert v.Chr. zurückgeht.

 

Nur in Randnotizen und Zitaten nachgewiesen ist eine griechische Übersetzung des Samaritanus, das so genannte Samareitikon. Aus zahlreichen mittelalterlichen Handschriften bekannt ist der Samaritanische Targum, die Übersetzung ins Aramäische. Weiterhin existiert eine arabische Übersetzung des Samaritanus.


Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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