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Benjamin – Sohn der rechten Hand

1. Mose 49,27

"Benjamin ist ein reißender Wolf; am Morgen verzehrt er Raub, und bis zum Abend verteilt er Beute"

 

Jesaja 41,10

"fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit"


Kurzinfo

Benjamin (Sohn der rechten Hand) | 12. Sohn Jakobs; 9. Stamm (Lagerordnung) | Wolf | Jaschpe-Nephrit (Beryll) | Mehrfarbig | westl. der Stiftshütte neben Manasse & Ephraim | Kislew/ Nov-Dez |

 

Die Person Benjamin

Benjamin (בִּנְיָמִין) bedeutet übersetzt "Sohn meiner rechten Hand" (oder Sohn des Glücks) und ist eine Ehrenstellung. Rahel nannte ihn zunächst Benoni (Sohn meiner Not oder Sohn meines Schmerzes), da sie nach der Geburt verstarb, doch Jakob gab ihm den Namen "Benjamin", als Zeichen für einen bevorzugten Sohn. Benjamin war die "rechte Hand" Jakobs, was eben durch seine Namensgebung offenbart wird.

 

1. Mose 35,16-18

"16 Und sie brachen von Bethel auf. Und es war noch eine Strecke Landes, um nach Efrata zu kommen, da gebar Rahel; und sie hatte es schwer mit ihrem Gebären. 17 Und es geschah, als sie es schwer hatte mit ihrem Gebären, da sagte die Hebamme zu ihr: Fürchte dich nicht, denn auch der wird dir ein Sohn! 18 Und es geschah, als ihre Seele ausging - denn sie musste sterben -, da gab sie ihm den Namen Ben-Oni; sein Vater aber nannte ihn Ben-Jamin"

 

Benjamin ist der zwölft- und somit letztgeborene Jakobs und der zweite Sohn von Rahel. 

 

Im samaritanischen Pentateuch erscheint Benjamins Name als "Binyaamem" (Sohn meiner Tage).

 

Klassische rabbinische Quellen behaupten, dass Benjamin am 11. Marcheschwan geboren wurde.

 

Benjamin hatte 10 Söhne: Bela, Becher, Aschbel, Gera, Naaman, Ehi, Rosch, Muppim, Huppim und Ard. (1Mo 46,21).

 

Jakobs prophetischer Segen

Gemäß dem prophetischen Segen erwächst die zukünftige Geschichte des jeweiligen Stammes aus dem gegenwärtigen Charakter des jeweiligen Sohnes. Die Eigenschaften eines jeden Sohnes werden bis zu einem gewissen Grad zu den charakteristischen Kennzeichen seines Stammes.

 

1. Mose 49,27

"Benjamin ist ein reißender Wolf; am Morgen verzehrt er Raub, und bis zum Abend verteilt er Beute"

 

Die Betonung des prophetischen Segens liegt auf Benjamins gewaltigem Geist und seiner kriegerischen Wesensart; angriffslustig und meistens auf der Siegerseite zu finden. Er wird so erfolgreich dabei sein, dass er seine Beute mit anderen teilen kann.

 

Moses prophetischer Segen

5. Mose 33,12

"Der Liebling des HERRN wird sicher bei ihm wohnen; er beschirmt ihn den ganzen Tag"

 

Der Stamm Benjamin

Angehörige des Stammes Benjamin werden Benjaminiter genannt.

 

Benjamin lagerte als 9. Stamm westlich der Stiftshütte neben Manasse und Ephraim (4Mo 2,18-24). Ephraim hatte auch die Führung der westlichen Abteilung und sie brachen beim Abmarsch an dritter Stelle auf (4Mo 2,18-24; Ps 80,3). Fürst der Söhne Benjamin war Abidan.

 

Als Stammessymbol trägt Benjamin den Wolf (1Mo 49,27) und ist dem Edelstein "Jaschpe-Nephrit (Beryll)" und der Farbe "Multicolor/ Mehrfarbig" zugeordnet (2Mo 1,2-3 i.V.m. 2Mo 28,15-30; 2Mo 39,8-21). Kislew ist der hebräische Monat, der dem Stamm Benjamin zugeteilt ist und schließt die gregorianischen Monate November & Dezember ein.

 

Die Größe des Stammes bei der ersten Volkszählung betrug 35.400 Mann (4Mo 1,37). Bei der zweiten Volkszählung 45.600 Mann (4Mo 26,41). Vergleicht man beide Volkszählungen, stellt man Folgendes fest: Benjamin hat 10.200 Männer hinzugewonnen und rückt damit unter den 12 Stämmen vom 11. auf den 7. Platz (4Mo 1,37; 26,41).

 

Stammes-Gebiet

Kleines Stück Land im Norden Jerusalems, im antiken Israel eine strategische Position, zwischen Ephraim und Juda (Jos 18,11). Das Gebiet des Stammes erstreckt sich von Ephraim im Norden zu den Bergen Judas im Süden.

 

Nach der Teilung des Königreiches diente das Gebiet Benjamin als eine Art Pufferzone zwischen den Königreichen Israel und Juda (1Kön 15,22).

 

Insbesondere enthielt ihr Stammesgebiet Jerusalem, auch wenn sie die Stadt nicht eroberten. Das Besondere dabei ist, dass das Heiligtum, der Tempel, im Gebiet von Benjamin ist. Außerdem befinden sich die Städte Jericho, Bethel, Gibeon, Rama und Mizpe im Land Benjamin (Jos 18,11-28).

 

Levitische Städte und Zufluchtsstädte* aus dem Stamm Benjamin: Gibeon, Geba, Anatot, Almon

 

Wissenswertes

Benjamin war der einzige von allen Söhnen Jakobs, der innerhalb der Grenzen des Verheißenen Landes zur Welt kam (alle anderen in Paddan-Aram; nordmesopotamische Gegend).

 

Der Stamm Benjamin ist bekannt für seine Bogenschützen und Schleuderer, die zum Teil mit links oder auch mit beiden Händen werfen können (Ri 20,16; 1Chr 8,40; 12,2; 2Chr 14,7; 17,17).

 

Seine Tapferkeit und Tüchtigkeit zeigt sich in der Geschichte seiner Nachkommen (1Mo 46,21; 4Mo 26,38-41; 1Chr 7,6-12; 8,1-28).

 

In Ägypten stellte Joseph seine Brüder auf die Probe, indem er sagte, dass er Benjamin als seinen Sklaven behalten würde. Als Juda Joseph anflehte, er möge Benjamin ihrem Vater nicht wegnehmen, offenbarte Joseph seine wahre Identität und versöhnte sich mit seinen Brüdern (1Mo 44-45).

 

Benjamin ist der einzige der Söhne, der seinen Vater über den "Tod" Josephs trösten konnte (Joseph war nicht tot, er wurde in die Sklaverei verkauft, ohne dass es Jakob wusste). Für Jakob war Benjamin sozusagen der Ersatz für Joseph. Beide waren sie Söhne von Rahel (Jakobs Lieblingsfrau) und so ließ er ihn so wenig wie möglich von seiner Seite weichen.

 

Später in der Wüstenwanderung sehen wir, wie Benjamin zusammen mit den Stämmen Ephraim und Manasse (Ephraim & Manasse waren die Söhne Joseph und damit die Neffen von Benjamin) ein Lager bildet. Man sieht hieran ihre Verbundenheit (nur sie stammten von Rahel ab).

 

Das Buch der Richter hat sehr viel mit dem Stamm Benjamin zu tun. Zunächst einmal damit, dass der erste Richter von dem uns berichtet wird Ehud, ein Benjaminiter, war. Auch die letzte Begebenheit in diesem Buch handelt primär von den Benjaminitern. lm Zeitalter der Richter löschte ein Strafgericht Gottes durch die anderen Stämme den Stamm Benjamin beinahe aus (Ri 19-21). In einem großen israelischen Krieg ziehen alle (!) Stämme Israels gemeinsam gegen den Stamm Benjamin. Dabei wird Benjamin beinahe ausgerottet. Nur 600 Männer bleiben am Leben. Sie erhalten 600 Frauen von den anderen Stämmen, damit sie überhaupt überleben können.

 

Interessant ist, dass bei der Zusammenführung von Juda und der übrigen Stämme unter die Herrschaft König Davids ausschließlich Benjaminiter beteiligt waren (Abner, Ischboset, Baana und Rekab; 2Sam 3-4). Benjamin fungiert häufig als Bindeglied.

 

Benjamin ist auf die Einheit von Israel bedacht. Und das, ohne dass er leitet oder eine große Autorität aufzuweisen hat. Er ist der Jüngste, hat aber eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe zugeteilt bekommen. Die Wiederherstellung Israels und spielte insbesondere bei der Vereinigung der anderen Stämme während der Zeit der Richter und der frühen Jahre der Monarchie eine wichtige Rolle.

 

König Saul, der erste König über Israel, stammte aus dem Stamm Benjamin (1Sam 9,12). Nach Sauls Tod kämpfte der Stamm mit David um die Herrschaft über das Königreich, stellte sich aber am Ende auf Davids Seite (2Sam 2,8-9.31; 2Sam 3,19; 2Sam 5,1-3).

 

Mordechai und seine Nichte Esther waren aus dem Stamm Benjamin. Beide ordnen sich dem König von Persien unter und retten somit dem gesamten Jüdischen Volk (und damit auch den Benjaminitern) das Leben (Est 2,5-6).

 

Jeremia war ein Benjaminiter (Jer 1,1), ebenso der Apostel Paulus (Röm 11,1; Phil 3,5).

 

In Jerusalem tragen zwei Tore den Namen des Stammes: eins am Tempel (Jer 20,2) und eins in der Stadtmauer (Jer 37,13; 38,7; Sach 14,10), das vielleicht mit dem Schaftor gleichzusetzen ist. In der Weissagung des Hesekiel erhält Benjamin seinen Anteil am Verheißenen Land südlich von der Stadt und dem Gebiet der Leviten zugewiesen (Hes 48,23), und unter den 144.000 Versiegelten aus den 12 Stämmen werden an letzter Stelle auch 12.000 Benjaminiter aufgeführt (Offb 7,8).

 

Bibelstellen zu Benjamin & Benjaminiter

1Mo 35,1.8.24; 42,4.36; 43,14-16.29.34; 45,12.14.22; 46,19.21; 2Mo 1,3; 4Mo 1,11.36-37; 2,22; 7,60; 10,24; 13,9; 26,38.41; 34,21; 5Mo 27,12; 33,12; Jos 18,11.20-21.28; 21,4.17; Ri 1,21; 3,15; 5,14; 10,9; 19.14.16; 20,3-4.10.12-13.15.17-18.20-21.23-25.28.30-32. 35-36.39-42.44.46.48; 21,1.6.13-18.20-21.23; 1Sam 4,12; 9,1.4.16.21; 10,2.20-21; 13,2.15-16; 14,16; 2Sam 2,9.15.25.31; 3,19; 4,2; 16,11; 19,17-18; 20,1; 21,14; 23,29; 1Kön 2,8; 4,18; 12,21.23; 15,22; 1Chr 2,2; 6,45.50; 7,6.10; 8,40; 9,3.7; 11,31; 12,2.17.30; 21,6; 27,12.21; 2Chr 11,1.3.10.12.23; 14,7; 15,2.8-9; 17,17; 25,5; 31,1; 34,9.32; Esr 1,5; 4,1; 10,9; Neh 11,4.7.31.36; Est 2,5; Ps 68,28; 80,3; Jer 1,1; 6,1; 17,26; 20,2; 32,8.44; 33,13; 37,12-13; 38,7; Hes 48, 22-24.32; Hos 5,8; Obd 19; Sach 14,10; Apg13,21; Röm 11,1; Phil 3,5; Offb 7,8


Quellen:

  • Daniel Glimm - Der prophetische Esel Issaschar
  • de.wikipedia.org & en.wikipedia.org
  • templeinstitute.org/priestly-garments-2
  • Jerusalemer Bibellexikon
  • Lexikon zur Bibel
  • worldwidewings
  • eigene Anmerkungen

 

Hinweis:  Dieser Lehrbeitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll (und kann) lediglich dazu dienen, einen Anhaltspunkt zu geben, um tiefer im Wort Gottes zu forschen.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen