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Der Unterschied zwischen der Taufe des Johannes und der christlichen Wassertaufe

Es gibt höchstwahrscheinlich viele Christen, denen der Unterschied zwischen der Taufe Johannes des Täufers und der christlichen Wassertaufe nicht ganz klar ist. Deshalb mag es eine Hilfe sein, in diesem Zusammenhang Apostelgeschichte 19,1-5 zu lesen. Hier stehen sie beide nebeneinander, und der bedeutsame Unterschied zwischen ihnen wird klar herausgestellt.

 

Apostelgeschichte 19,1-5

"1 Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die höher gelegenen Gegenden durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und er fand einige Jünger 2 und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig geworden seid? Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist überhaupt da ist. 3 Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Paulus aber sprach: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft, indem er dem Volk sagte, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das ist an Jesus. 5 Als sie es aber gehört hatten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen"

 

Paulus scheint hier in Ephesus auf eine Gruppe Menschen gestoßen zu sein, die sich ihm gegenüber als "Jünger" ausgaben. Der Apostel hielt sie zunächst für Jünger Jesu Christi – d.h. für Christen –, stellte bei näherer Prüfung aber fest, dass es sich um Jünger Johannes des Täufers handelte.

 

Sie hatten die Botschaft der Buße, die Johannes predigte, kennengelernt und angenommen und damit auch die Form der Taufe, die dazugehörte. Jedoch hatten sie bis jetzt nichts vom Evangelium gehört – in dessen Mittelpunkt Tod, Begräbnis und Auferstehung Jesu Christi stehen – noch von der christlichen Form der Taufe, die ja unmittelbar mit der Annahme der Evangeliumsbotschaft zusammenhängt.

 

Nachdem Paulus ihnen dann das Evangelium gepredigt hatte, gingen diese Leute darauf ein und ließen sich noch einmal taufen – diesmal, so heißt es in der Schrift, auf den Namen des Herrn Jesus.

 

Diese Begebenheit zeigt deutlich, dass die Taufe des Johannes und die christliche Wassertaufe sich ganz klar voneinander unterscheiden, und zwar sowohl in ihrem Wesen als auch in ihrer Bedeutung. Nachdem der Dienst des Täufers zu Ende war und das Zeitalter der Gemeinde begonnen hatte, konnte die Taufe des Johannes nicht länger als gleichwertiger Ersatz für die christliche Wassertaufe betrachtet werden. Im Gegenteil: Jene Menschen, die nur die Taufe des Johannes empfangen hatten, mussten sich noch einmal taufen lassen, und zwar mit der vollständigen christlichen Wassertaufe.

 

Römer 5,1 sagt uns: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.

 

Alle wahren Christen haben nicht nur ihre Sünden bekannt und bereut, so wichtig das auch ist. Durch den Glauben an den Sühnetod Jesu Christi und an seine Auferstehung sind sie gerechtfertigt worden; sie sind vor Gott gerecht gemacht. Die Gerechtigkeit Jesu Christi ist ihnen von Gott zugerechnet worden aufgrund ihres Glaubens.

 

Das ist der Grund, warum sie sich anschließend taufen lassen. Nicht nur, um zu zeigen, dass sie ihre Sünden bekannt und bereut haben, sondern auch, um „alle Gerechtigkeit zu erfüllen (zu vollenden).“ Durch den äußerlich vollzogenen Gehorsamsakt vollenden sie die innere Gerechtigkeit, die sie bereits durch den Glauben in ihrem Herzen empfangen haben.

 

Diese Erklärung macht deutlich, wie total verschieden in ihrem Wesen und ihrer Bedeutung die christliche Wassertaufe und die Taufe des Johannes sind. Jetzt verstehen wir auch, warum der Apostel Paulus die Taufe Johannes des Täufers bei denen nicht gelten ließ, die wahre Christen sein wollten. Vielmehr unterwies er diese Menschen zuerst in der vollen Wahrheit des Evangeliums, wobei der Tod und die Auferstehung Jesu Christi im Mittelpunkt standen, und verlangte dann, dass sie noch einmal getauft wurden, nämlich mit der christlichen Wassertaufe.

 

Zum Schluss wollen wir das Wesen der christlichen Wassertaufe nochmals kurz zusammenfassen: Diese Taufe ist ein äußerer Gehorsamsakt, durch den der Gläubige die innere Gerechtigkeit, die ihm bereits durch den Glauben an den stellvertretenden Tod und die Auferstehung Jesu Christi zuteil geworden ist, erfüllt oder vollendet.


Quellen:

  • Derek Prince - Die Lehre von den Taufen
  • Derek Prince - Fundamente des christlichen Glaubens
  • eigene Anmerkungen

Dieser Lehrartikel basiert auf einer Lehrbotschaft über die Taufen von Derek Prince und beinhaltet einige Ergänzungen und Anmerkungen von uns und den oben genannten Quellen.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen