„…und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ – Apostelgeschichte 1,8
Die Evangelien und Apostelgeschichte zeigen den Weg von der Verheißung zur Erfüllung; in Jesus Christus und der Ausbreitung des Evangeliums. Mit dem Neuen Testament beginnt ein neues Kapitel der Heilsgeschichte. Wenn das Alte Testament die Erwartung geweckt hat, dann liefern die Evangelien und die Apostelgeschichte die Antwort. Sie bilden das geschichtliche Fundament für alles, was wir über den christlichen Glauben wissen.
Stellung im Kanon
Die Evangelien und die Apostelgeschichte sind der erste Kanonteil des Neuen Testaments und umfassen die Bücher 1 bis 5. Sie stehen an der entscheidenden Schnittstelle: Hier wird berichtet, wie die jahrhundertelangen Verheißungen der Propheten in Jesus Christus Realität wurden. Ohne diesen geschichtlichen Bericht hätten die späteren Briefe im Neuen Testament kein Fundament, auf dem sie aufbauen könnten.
Überblick über die enthaltenen Bücher
Dieser Kanonteil besteht aus fünf Geschichtsbüchern:
Matthäus
Markus
Lukas
Johannes
Apostelgeschichte
Bezeichnungen und Hintergründe
Der Begriff „Evangelium“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet schlicht „gute Nachricht“ oder „frohe Botschaft“. Es geht dabei um die Person Jesus Christus; sein Leben, seine Mission, seinen Tod und seine Auferstehung.
Die Apostelgeschichte ist untrennbar mit den Evangelien verbunden. Sie dokumentiert, wie die Botschaft von Jesus nach seiner Himmelfahrt ihren Weg in die Welt fand. Zusammen bilden diese fünf Bücher die „geschichtlichen Bücher“ des Neuen Testaments, weil sie tatsächliche, überprüfbare Ereignisse und die Entstehung der ersten Gemeinde festhalten.
Verfasser und zeitlicher Rahmen
Die Berichte stammen von Männern, die entweder selbst Augenzeugen waren oder eng mit ihnen zusammenarbeiteten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Bemerkenswert ist, dass Lukas sowohl das nach ihm benannte Evangelium als auch die Apostelgeschichte verfasst hat; Letztere als bewusste Fortsetzung seines ersten Berichts.
Entstehungszeit: Die Schriften entstanden im Zeitraum von etwa 50 bis 95 n. Chr.
Sie wurden also zu einer Zeit verfasst, als noch viele Augenzeugen des Geschehens lebten. Das war entscheidend, um die Zuverlässigkeit der Überlieferung in einer Phase der raschen Ausbreitung des Glaubens sicherzustellen.
Der inhaltliche Bogen: Von Galiläa bis nach Rom
Inhaltlich decken diese Bücher die entscheidende Wende der Weltgeschichte ab:
- Die Evangelien: Sie beginnen mit dem Auftreten Johannes des Täufers und konzentrieren sich auf den Dienst Jesu Christi, seine Lehre, seine Wunder und schließlich sein Opfer am Kreuz sowie die Auferstehung.
- Die Apostelgeschichte: Sie setzt direkt nach der Auferstehung an. Sie schildert, wie der Heilige Geist die Jünger bevollmächtigt und die Botschaft von Jerusalem aus über Judäa und Samaria bis ins Herz des Römischen Reiches (Rom) getragen wird.
Damit wird eine neue Heilsphase markiert: Gottes Wirken ist nicht mehr auf Israel beschränkt, sondern erreicht alle Völker.
Kernprofil und Hauptanliegen
In dieser Kanongruppe geht es um Konfrontation und Entscheidung. Gott offenbart sich als derjenige, der Wort hält.
- Vier Blickwinkel: Die Evangelien berichten nicht stumpf identisch, sondern zeigen Jesus aus vier unterschiedlichen Perspektiven. Das ergänzt sich zu einem vollständigen Bild seines Wesens und seiner Sendung.
- Gottes Plan: Die Apostelgeschichte macht deutlich, dass Gottes Plan unaufhaltsam ist. Weder Widerstand noch Verfolgung konnten die Ausbreitung der Gemeinde stoppen.
- Der Ruf zur Nachfolge: Der Leser wird direkt mit der Person Jesu konfrontiert. Es geht um Glauben, Ablehnung und die Konsequenzen der Nachfolge.
Ein zentraler Vers, der das Anliegen der Evangelien zusammenfasst, findet sich bei Johannes: „Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.“ (Joh 20,31)
Praktische Lesehinweise
Perspektiven statt Widersprüche: Wenn dir Unterschiede in den Berichten auffallen, betrachte sie als verschiedene Blickwinkel auf dasselbe Geschehen. Jeder Evangelist setzt eigene Schwerpunkte, um bestimmte Aspekte Jesu zu betonen.
Thematische Ordnung: Die Evangelisten ordnen Ereignisse oft eher thematisch als streng chronologisch. Es geht ihnen darum, eine Botschaft zu vermitteln, nicht nur ein Protokoll zu schreiben.
Die Apostelgeschichte als Brücke: Lies die Apostelgeschichte als Reisebericht. Sie erklärt dir, warum wir heute überhaupt die Briefe an die Römer, Korinther oder Epheser im Neuen Testament haben.
Im Werk „Die 27 Bücher des Neuen Testaments – Einführung, Kontext, Lehre und heilsgeschichtliche Einordnung (Band 2)“ findet sich zu den Evangelien & Apostelgeschichte eine systematische Gesamtdarstellung im Heilsplan Gottes. Ideal für das vertiefte Schriftstudium.
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Gottes Segen Euch allen!
1. Thessalonicher 5,23
„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“
Amen und Amen
