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Die geistliche Waffenrüstung (Verteidigungswaffen)

Weil wir in einem geistlichen Kampf stehen, hat Gott uns angemessene geistliche Waffen gegeben, um Satans Festungen zu zerstören. Das Schlachtfeld, auf dem dieser Kampf ausgetragen wird, ist das Reich der Gedanken (2Kor 10,3-5).

Epheser 6,10-12: "10 Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke! 11 Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt..."

Die Schrift weist uns klar und warnend darauf hin, dass jeder Christ in einen direkten, persönlichen Konflikt mit dem Teufel verwickelt werden wird. Das ist nichts Abstraktes oder rein Psychologisches, sondern eine Konfrontation von Person zu Person. Wir werden im Konflikt dem Teufel gegenüberstehen. In Epheser 6,10 werden wir vor allem darauf hingewiesen, dass er listig und verschlagen ist. Angesichts dessen werden wir ermahnt, uns zu wappnen und uns auf eine unvermeidliche Konfrontation vorzubereiten.

Eine sehr wichtige Wahrheit ist, dass "das Böse kein Es ist, sondern ein Er." Wenn man das einmal verstanden hat, ist man schon ein großes Stück vorwärts gekommen.

Epheser 6,12
"Denn in unserem Ringkampf kämpfen wir nicht gegen körperliche Personen, sondern gegen Herrschaften und die Machtbereiche ihrer Autorität, gegen die Weltbeherrscher der derzeitigen Finsternis, gegen geistliche Mächte der Bosheit in der Himmelswelt."

Wir sagten schon, dass wir es in unserem Kampf mit einem durchorganisierten, effizienten, zentral gesteuerten, aber unsichtbaren und somit geistlichen Reich zu tun haben. Es ist das Reich Satans. Und im Gegensatz zu einer Meinung, die man oft hört, beschränkt sich der Einflussbereich des Teufels nicht auf die Hölle oder das Totenreich. Ja, er agiert nicht einmal auf der Erdoberfläche. Sein Sitz und sein Hauptquartier ist in der Himmelswelt. Dort herrscht er über eine Schar rebellischer Engel, die sich unausweichlich seiner Autorität unterordnen.

Es gibt eine niedrigere Sparte seines Reichs hier auf Erden, nämlich unzählige Dämonen oder böse Geister, über die Satan die Kontrolle hat. Ohne daraus eine Lehre machen zu wollen, möchten wir erwähnen, dass Engel und böse Geister auf zweierlei Ebenen agieren.
Bur so viel: In der Bibel steht das Wort "Himmel" durchgehend und ausnahmslos in der Mehrzahl. In 2. Korinther 12,2 ist vom "dritten Himmel" die Rede, woraus wir schließen können, dass es mindestens drei Himmel gibt. Daraus kann man folgende Einteilung ableiten: Der erste Himmel ist der sichtbare Himmel; der dritte Himmel ist, der Bibel zufolge, der Wohnsitz Gottes, wo das Paradies ist; und der zweite Himmel liegt logischerweise zwischen dem ersten und dem dritten. Und genau dort liegt das Hauptquartier Satans.
Zur Bestätigung kann man Daniel 10 heranziehen, wo wir folgendes lesen: Daniel fing zu beten an; er betete 21 Tage lang; sein Gebet wurde am ersten Tag erhört; gleich am ersten Tag sandte Gott auch als Gebetserhörung einen Engel aus, der jedoch erst drei Wochen später auf Erden ankam, weil er von satanischen Engeln im Himmel aufgehalten worden war. In Daniel 10 werden in diesem Zusammenhang konkret der Fürst des Königreichs Persien und der Fürst von Griechenland erwähnt. Daraus kann man schließen, dass Satan Herrscher niedrigen Ranges unterstehen, die über delegierte Autorität auf Erden verfügen, also über Reiche, Königreiche, Staaten, Gemeinden, Städte und noch viele andere Sparten und Teile der Menschheit.

In 2. Korinther 10,3-5 lasen wir, dass Gott uns Waffen gegeben hat, die diesem Kampf angemessen sind. Sie sind nicht fleischlich; daraus schließen wir, dass sie geistlich sind und mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen; 2. Korinther 10,5 kann man entnehmen, dass die Gedanken der Menschen das Schlachtfeld sind. Die Schlüsselworte dieses Verses lauten: "Vernünfteleien", "Gedanken" und "Erkenntnis". All diese Worte haben mit der Gedankenwelt zu tun. Mit anderen Worten: Wir sind in einen gewaltigen Kampf gegen unsichtbare Mächte verwickelt, die die Menschheit gefangen nehmen und beherrschen wollen, indem sie das Denken der Menschen gefangennehmen. Es ist unsere Verantwortung, die Gedanken der Menschen von der Herrschaft Satans zu befreien und sie in die Gefangenschaft gegenüber dem Gehorsam Christi zu bringen. Wir Christen sind die wichtigsten Menschen auf Erden, da allein wir über die Waffen verfügen, die diese Aufgabe bewältigen können. Deshalb sind wir als Christen wichtiger und einflussreicher als politische Herrscher, Oberbefehlshaber, Wissenschaftler oder dergleichen. Diese sind in ihren eigenen Bereichen zwar sehr effektiv, aber sie haben keinen Zugriff zum geistlichen Bereich. Dazu haben sie weder das Werkzeug noch die Ausrüstung. Allein wir sind dazu ausgerüstet.

In Epheser 6,13 fährt Paulus fort mit dem Wörtchen "deshalb". Immer wenn man in der Bibel "deshalb" oder "weshalb" liest, muss man herausfinden, weshalb es da steht. Es signalisiert immer eine logische Verknüpfung zu dem bereits Gesagten. Die Verbindung hier könnte man so beschreiben: Weil wir in diesen erbarmungslosen Konflikt verwickelt sind, sollten wir unbedingt darauf achten, dass wir richtig geschützt sind. Paulus spricht deshalb jetzt über den Schutzpanzer des Christen. Das ist auch das Thema dieser Betrachtung - unsere schützende Rüstung. Nach diesen schützenden oder defensiven Waffen gehen wir dann weiter zu den offensiven Waffen. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass Paulus recht hat, wenn er uns zunächst einmal warnt, wir sollten für unseren Schutz sorgen. Es gibt viele Christen, die sich in einen ernsthaften Gebetskampf gegen Satan eingelassen haben, dabei jedoch mental, physisch, geistlich oder familiär Schaden erlitten und verletzt wurden, weil sie nicht als erstes die schützende Rüstung angezogen hatten. Wie praxisbezogen die Bibel doch ist! Bevor man im großen Stil in den geistlichen Kampf einsteigt und hochtrabende Projekte startet, um die Bollwerke Satans zu stürmen, sollte man unbedingt seine Rüstung anhaben, denn sonst wird man ein Opfer dieses Kampfes werden.

Paulus veranschaulicht diese schützende, geistliche Rüstung anhand der Standardausrüstung eines römischen Legionärs seiner Zeit. Der Apostel Paulus schrieb den Epheserbrief an die Nachfolger Jesu in der Stadt Ephesus (in der heutigen Türkei). Ephesus war eine bedeutende Hafenstadt des römischen Reiches. Der Brief wurde um das Jahr 60 n.Chr. verfasst, als Paulus in Rom unter Hausarrest stand, weil er über Jesus gepredigt hatte. Er hatte Kontakt mit den römischen Palastwachen und wusste, wie deren Rüstungen aussahen.

Wir lesen nun Epheser 6,13-18, und wir werden sehen, dass hier sieben Teile der Rüstung genannt werden. Dann werden wir uns eingehend mit den Eigenschaften und Funktionen jedes Teils der Rüstung befassen. Wir beginnen mit Epheser 6,13:

"13 Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes..."

Paulus legt großen Wert auf diese Aufforderung; in Vers 11 sagte er bereits: "Zieht die ganze Waffenrüstung an..." Jetzt sagt er: "Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes..." Wir möchten euch darauf hinweisen, dass diese Rüstung nicht einfach auf uns herniederfällt; sie wächst nicht an uns; man kommt nicht in dieser Rüstung zur Welt. Wir müssen uns entscheiden, aktiv werden und sie anziehen, sonst stehen wir ohne sie da.

"13 Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen könnt."

Paulus warnt uns: Jeder von uns wird diesen "bösen Tag" zu sehen bekommen. Hierbei handelt es sich um etwas Persönliches. Jeder einzelne von uns wird ganz speziell und konkret geprüft und in die Mangel genommen werden. "Wir [müssen] durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen..." (Apg 14,22) heißt es in der Schrift. Es gibt keinen leichten Weg in Gottes Reich.

Jesus brachte das Gleichnis von den beiden Männern, die sich ein Haus bauten, der eine auf Fels, der andere auf Sand. In beiden Fällen sagt er: "als der Sturm kam...", nicht: "falls ein Sturm kommt..." Du kannst dir sicher sein, dass er kommen wird. Jedes Haus musste demselben Sturm herhalten. Wir werden durch Stürme geprüft werden; wir werden uns dem bösen Tag stellen müssen. Das ist garantiert. Wenn dann der böse Tag in deinem Leben kommt, dann glaube nicht, Gott hätte einen Fehler gemacht oder das sei nicht mehr sein Wille. Sondern es ist wahrscheinlich der Beweis dafür, dass du im Willen Gottes stehst. Aber du musst darauf vorbereitet sein.

Wir lesen diesen Vers noch einmal:

"13 Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen [oder: aushalten] und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen könnt. 14 So steht nun...".

Beachtet, wie sehr das Wort "stehen" hervorgehoben wird. Wer steht, ist stark und bestimmt und weigert sich, hin- und hergeschubst zu werden.

"14 So steht nun, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit 15 und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens. 16 Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt. 17 Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort."

Hier werden also sieben Teile der Rüstung genannt, die wir nun kurz separat ansprechen wollen.

Gürtel der Wahrheit

Als erstes heißt es in Vers 14:
"So steht nun, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit."

Der erste Teil der Rüstung ist der "Gürtel der Wahrheit". Wozu diente der Gürtel? Die Männer damals hatten keine Hosen, da hätte man es gut verstehen können, warum man einen Gürtel braucht. Die Kleidung der Männer war damals recht lose und oft sehr lang; wer etwas tun wollte, wobei er sich frei und ungehindert bewegen können muss, musste zunächst seine langen, losen Kleider etwas festmachen. Er "umgürtete seine Lenden", wie das Neue Testament es formuliert. Er hob das Kleid ein wenig hoch und steckte es um die Hüfte herum in den Gürtel, damit er von den Knien abwärts Beinfreiheit hatte. Vom Gürtel hing ein Schurz herab und bedeckte die Leistengegend bzw. den Unterleib des römischen Soldaten. Kleine Messingplatten auf dem Schurz sorgten für größtmöglichen Schutz. Vor einem Kampf legte ein Soldat als erstes Teil seiner schützenden Rüstung den Gürtel an. Er lag eng am Körper des Soldaten und schirmte einige der verletzlichsten Teile ab. Dann konnte er ans Werk gehen. Es ist also der logische erste Schritt, den Gürtel anzulegen.

Der Gürtel bot dem Soldaten auch im Kampf Gleichgewicht. Ohne seinen Gürtel wäre er verloren. Tatsächlich musste er seinen Gürtel während des Wachens immer tragen. Das einzige, was feststellte, ob er sich im Dienst befand oder nicht, war die Tatsache, dass sein Gürtel angeschnallt war oder nicht. Ein römischer Soldat ohne Gürtel war ziemlich nutzlos.

Geistlich gesehen ist der Gürtel die Wahrheit. Man könnte sagen: "Das ist die Wahrheit des Wortes Gottes", muss jedoch feststellen, dass das Wort Gottes erst später genannt wird. Ich glaube, dass etwas noch Grundlegenderes gemeint ist - schlicht und einfach die Wahrheit, ehrlich sein, aufrichtig sein, alles Aufgebauschte und Hohle und Oberflächliche und Unreale ablegen, mit dem sich die meisten religiösen Menschen umgeben. Ich sage ganz bewusst "die meisten religiösen Menschen", denn Unaufrichtigkeit ist meiner Meinung nach das Hauptproblem religiöser Menschen.

Jesus sagte: "Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei" (Lk 12,1). Oft sprach er die religiösen Führungspersönlichkeiten seiner Zeit an und wir meinen oft: "Ach das waren die da, aber wir sind doch nicht so." Doch vergesst nicht, dass wir die religiösen Führungspersönlichkeiten unserer Zeit sind, zumindest einige von uns. Er sagte zu ihnen: "Ihr seid Heuchler." Meiner Meinung nach steckt hinter diesem Wort eine ganz spezielle Bedeutung, die ich kurz erläutern möchte.

Das englische Wort für "Heuchler" - hypocrite, geht auf das griechische Wort für "Schauspieler" zurück. Die Schauspieler der damaligen Zeit mussten spezielle Regeln befolgen. Wenn ein Autor ein Stück schrieb, konnte er darin nur wenige, festgelegte Charaktere auftreten lassen. Diese Charaktere waren mehr oder weniger festgelegt, zahlenmäßig begrenzt und jeder dieser Charaktere hatte seine eigene charakteristische Maske. Wenn der Schauspieler auf die Bühne ging, trug er immer eine Maske, die den Charakter versinnbildlichte, den er spielte. Wenn der Autor nun ein Stück schrieb, musste er sich die Masken vor Augen führen, die die Schauspieler auf der Bühne tragen würden. Das griechische Wort für diese Maske heißt "prosopon", das alternativ mit "Gesicht", "Person" oder "Charakter" übersetzt wird. In älteren englischen Theaterstücken werden am Anfang immer die Personen des Stücks aufgelistet; auch diese Auflistung geht auf die Theaterstücke der Antike zurück. Der Schauspieler trat also nicht als er selbst auf, sondern mit einer stilisierten Maske, und sprach Worte, die ihm ein Autor auf den Leib geschrieben hatte. Es gab nur eine bestimmte Anzahl von Masken.

Für uns ist das ein hervorragendes Bild für alles Religiöse. Im religiösen Bereich gibt es nur eine bestimmte Anzahl von Masken, die Personen zugeteilt werden. Entweder sucht man sich eine Maske aus oder sie wird einem zugeteilt. Die Maske bestimmt dann im großen und ganzen die Verhaltensweise der Person.

Da gibt es zum Beispiel die "katholische Maske", die "baptistische Maske", die "Pfingstlermaske", die "Episkopalmaske", die "Mennonitenmaske" und viele andere. Wer diese Maske aufsetzt, ist nicht mehr er selbst; vielmehr muss er sich so verhalten, wie es ihm seine Maske vorschreibt.

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass manche Leute ihren Tonfall ändern, wenn sie zu beten beginnen. Sie haben eine "Gebetsstimme"; manche Prediger haben eine "Predigtstimme". Die meisten religiösen Menschen ändern ihr Verhalten, wenn sie ins Gemeindehaus oder die Kirche kommen. Sie halten inne, setzen die Maske auf und tragen sie wacker, bis sie das Gebäude wieder verlassen.

Bezogen auf die Worte des Paulus über den Gürtel der Wahrheit heißt das: Nimm die Maske ab! Sei echt! Sag es, wie es ist! Beschönige nichts! Bezeichne Lüge als Lüge, Wollust als Wollust und Hass als Hass! Hülle diese Dinge nicht in ein nettes Mäntelchen, bis sie ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben. Wenn wir das nicht tun, kommen wir auch in diesem Kampf nicht recht weit, denn jedes Mal, wenn wir einen Vorstoß wagen und unseren Gürtel nicht anhaben, werden wir über unsere Kleider stolpern und nicht vorwärtskommen.

Die erste rigorose Anforderung ist also: Zieh den Gürtel der Wahrheit an! Sei echt! Führe ein rechtschaffenes Leben und sei ehrlich und vertrauenswürdig (1Petr 2,12).

Religiöse Menschen sind in den seltensten Fällen sie selbst. Wenn Gottes Volk wirklich ehrlich mit sich selbst und mit den Mitchristen wird, steht eine Erweckung praktisch vor der Tür. Diese ehrliche Konfrontation ist ein schmerzhafter Prozess, den viele Menschen scheuen; wenn es so weit ist, ziehen sie sich zurück. Sie sind nicht bereit, sich der Wahrheit zu stellen, doch der Lohn der Wahrhaftigkeit ist groß.

Umgürtet mit Wahrheit heißt daher, bereit zu sein zum Aufbruch, zum Aufbruch aus falschen Denkgewohnheiten, aus verkrusteten Traditionen. Bereit zu sein zur biblischen Wahrheit umzukehren; bereit zu sein, die vom Zeitgeist geprägten Meinungen und Haltungen zu verlassen und sich der Wahrheit zuzuwenden. "Umgürtet sein" heißt auch, unbehindert zu sein auf dem Weg, den man geht. Wer einer Irrlehre oder dem Zeitgeist anheimfällt, der wird dadurch auf dem Glaubensweg behindert.

Brustpanzer der Gerechtigkeit
Gehen wir weiter zum nächsten Teil der Rüstung, den wir auch in Vers 14 finden - den "Brustpanzer der Gerechtigkeit".

Der römische Soldat band sich den Brustpanzer um die Brust. Es gab zwei Arten von Brustpanzern. Eine Art bestand aus mehreren breiten, gebogenen Metallschienen, die von Lederriemen zusammengehalten wurden. Der andere Brustpanzer war eine Art Kettenhemd, das aus kleinen, miteinander verbundenen Metallringen bestand.

Der Sinn beider Arten der Rüstung war derselbe - die Iebenswichtigen Organe des Soldaten zu schützen. Wenn ein Soldat keinen Brustpanzer trug, konnte ein Pfeil leicht seine Brust treffen und damit sein Herz durchbohren.

Beim Brustpanzer geht es also ums Herz. Schauen wir kurz Sprüche 4,23 an: "Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens." Schütze dein Herz mehr als alles andere.

Alles, was du jemals im Leben erleben wirst, kommt aus deinem Herzen. Was du in deinem Herzen hast, wird den Lauf deines Lebens bestimmen. Wenn dein Herz voller Bitterkeit, Unglaube und Angst ist, wird es dein Leben auf die falsche Bahn lenken. Doch wenn dein Herz voller Glaube, Friede und Liebe ist, wird dein Leben in der rechten Bahn verlaufen. Alle Dinge des Lebens kommen aus dem Herzen. Deshalb musst du es mit all deiner Kraft beschützen.

Gehen wir nun zu den Worten des Paulus zurück: "Zieh den Brustpanzer der Gerechtigkeit an." Wir dürfen nicht vergessen, dass im Neuen Testament die Gerechtigkeit eines Sache des Herzens, nicht des Kopfes ist.

Wir wollen euch diesbezüglich zwei andere Stellen zeigen. 1. Thessalonicher 5,8 ist eine Art Parallelstelle. Dort heißt es: "Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils." Achtet noch nicht auf den Helm; der kommt später dran. Aber merkt auf: In 1. Thessalonicher 5,8 sind Glaube und Liebe der Brustpanzer; in Epheser 6 ist es die Gerechtigkeit. Das ist nun kein Widerspruch, da uns auf diese Weise erklärt wird, was Gerechtigkeit im Neuen Testament ist: Glaube, der durch die Liebe tätig wird. Denn in Galater 5,6 sagt Paulus: "Denn in Christus Jesus hat weder Beschneidung noch Unbeschnittensein irgendeine Kraft, sondern der durch Liebe wirksame Glaube." Das grundlegende Verständnis von Gerechtigkeit im Neuen Testament ist also Glaube, der durch die Liebe tätig wird, und dies ist eine Sache des Herzens.

Gehen wir kurz noch zu Römer 10,10: "Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit...". Es ist ein Unterschied, ob man mit dem Kopf glaubt oder mit dem Herzen. Wer mit dem Kopf glaubt, akzeptiert die Wahrheit lediglich auf einer intellektuellen Ebene, was im Menschen oft keine Veränderung seines Lebensstils nach sich zieht. Doch wenn wir mit dem Herzen glauben, glauben wir "zur Gerechtigkeit", d.h. es verändert unsere Lebensweise. Paulus sagt deshalb, wir müssten unser Herz mit einem Brustpanzer der Gerechtigkeit schützen, das ist Glaube im Herzen, der durch die Liebe wirksam wird.

In diesen schwierigen Zeiten müssen wir uns überprüfen, ob wir das, was wir tun, auch aus Liebe heraus tun. Was ich nicht aus Liebe heraus tue, ist falsch. Wenn wir uns ärgern und zornig werden, werden wir nicht die richtigen Früchte hervorbringen, auch wenn wir im Recht sind. Wir müssen unser Herz bewachen und darauf achten, dass sein Motiv stets der durch die Liebe wirksame Glaube ist. Wenn du einen Bruder korrigierst, kann das gut und notwendig sein, doch tu es nicht, solange du es nicht in Liebe tun kannst. Solange du es aus Verärgerung oder Kritiksucht heraus tust, entsprechen vielleicht all deine Worte der Wahrheit, aber es wird nichts Gutes dabei herauskommen.

In Jesaja 59 legt der Herr ,"Gerechtigkeit an wie einen Panzer", zieht in den Kampf gegen Ungerechtigkeit und Korruption und bringt so wieder Frieden und Ordnung in das Land.

Gott bietet jedem, der an Jesus glaubt, seine eigene Gerechtigkeit an. Gerechtigkeit kann man sich nicht durch gute Taten erkaufen. Sie kommt alleine durch den Glauben an Jesus Christus (Tit 3,5; Phil 3,9).

Den Brustpanzer der Gerechtigkeit anzulegen bedeutet: • an Jesus und an seine Gerechtigkeit zu glauben statt an unsere eigene (Gal 2,20-21; Röm 1,17;3,22).

• standhaft gegenüber Ungerechtigkeit und Korruption zu bleiben (3Mo 19,15; Hebr 1,9).

• zu wissen, dass Gott seinen Beistand gegen die Mächte des Bösen denen gewährt, die an Jesus glauben (2Thes 3,3).

Schuhe der Bereitschaft des Evangeliums
Gehen wir weiter zu Vers 15:

"...und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens."

Hier geht es also um "Schuhe" oder "Stiefel". Ein Legionär hatte eigentlich Stiefel, die mit Lederbändern um seine Waden herum festgeschnürt waren. Sie bestanden aus dickem Leder mit beschlagenen Sohlen. Die beschlagenen Sohlen sorgten für einen festen Stand des Soldaten. Sie verhinderten, dass seine Füße im Kampf ausrutschten. Das griechische Wort, das in Epheser 6,15 mit "Bereitschaft" übersetzt wird, kann auch ,"bereiteter Grund" heißen, mit anderen Worten, "ein standfestes Fundament" für die Füße des Soldaten. Ohne seine Schuhe konnte ein römischer Soldat seine Position gegen den Feind nicht verteidigen. Die römischen Legionäre waren berühmt dafür, dass sie mit Lasten lange Strecken marschieren konnten und dies ging nicht ohne robuste Schuhe. Noch vor der Zeit der Römer galt das Zerstören eines Soldatenschuhes als Metapher für Schwäche oder Niederlage (Jes 5,27-28).

Jeder Soldat muss mobil sein. In einer Zeit, als es noch keine motorisierten Transportmittel gab, hing die Mobilität der Soldaten davon ab, wie gut sie zu Fuß waren. Deshalb legt Paulus großen Wert auf unser Schuhwerk. Wer mobil und bereit sein will, braucht gutes Schuhwerk. Und genau das sagt Paulus: "...und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens." Man muss bereit sein, man muss die Vorkehrungen vorher treffen. Was heißt das? Unserer Meinung nach hat das zwei Bedeutungen:

1. Zur Verkündigung des Evangeliums sind Vorbereitungen erforderlich. Wir müssen die grundlegenden Fakten des Evangeliums aus der Schrift heraus kennen. Viele Menschen, die gerettet, wiedergeboren und Mitglied einer Gemeinde sind, sind nicht in der Lage, einem anderen das Evangelium weiterzusagen. Sie wissen einfach nicht, wie man den Heilsweg erklärt oder annimmt, obwohl dies nun wirklich nicht so schwer ist. Die Vorbereitung sieht so aus, dass wir uns im voraus darauf vorbereiten, wie wir anderen erklären, was das Evangelium ist.

Ein Beispiel: Die Zeugen Jehovas sind zur Präsentation ihres Glaubens viel besser ausgebildet als der Durchschnittschrist. Das liegt nicht daran, dass sie einen besseren Glauben hätten, sondern dass sie die Notwendigkeit einer Vorbereitung erkannt haben. Genau das will Paulus uns sagen: Wir müssen uns im voraus mit den grundlegenden Wahrheiten des Evangeliums vorbereiten und wissen, wie man sie anderen vermittelt. Das ist die Vorbereitung.

Das Evangelium ist die Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus. Das Evangelium ist die gute Nachricht, dass Jesus gekommen ist, um uns zu erretten und uns Leben im Überfluss zu schenken sowie das ewige Leben mit dem Herrn, der uns liebt.

"wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du gerettet werden wirst." (Röm 10,9).

Dann ist vom "Evangelium des Friedens" die Rede. Wir denken, daraus kann man einen zweiten Punkt ableiten:

2. Wenn wir über Frieden mit Gott reden, müssen wir selbst zuerst Frieden haben. Wenn ich nicht aus einem inneren Frieden heraus sprechen kann, kann ich auch keinen Frieden vermitteln. Jesus sagte: "In welches Haus ihr aber eintretet, sprecht zuerst: Friede diesem Haus!" (Lk 10,5) Das heißt: Wir können Friedensboten sein. Ich glaube, dass die Unbekehrten zwar vielleicht unsere Theologie nicht verstehen, dafür aber unseren Geist spüren.

Wenn du zum Einkaufen in den Supermarkt gehst und dort eine andere Frau triffst, die verzweifelt und fahrig ist und sich kaum auf ihre Einkäufe konzentrieren kann, weil sie emotionelle Probleme hat, dann bringt es nichts, wenn du zu ihr sagst: "Kommen Sie doch nächsten Sonntag in unseren Gottesdienst!" Damit hilfst du ihr nicht. Du musst in der Lage sein, ihr dort, wo du bist, Frieden zu vermitteln. Es muss etwas in dir sein, das den beunruhigten, rastlosen Geist dieser Frau zur Ruhe bringt, und dann musst du ihr in einfachen Worten sagen, wie sie Frieden mit Gott finden kann.

Es ist also eine Frage der Vorbereitung - der intellektuellen Vorbereitung, d.h. du weißt, was der Inhalt des Evangeliums ist, und der geistlichen Vorbereitung, d.h., dass du selbst Frieden hast. Im meinem Leben mit Gott lerne ich immer mehr, dass wir an andere viel mehr das weitergeben, was wir sind, als das, was wir sagen. Es wäre so einfach, wenn wir nur darüber reden aber es nicht im Leben umsetzen müssten. Doch das funktioniert nicht. Die Schuhe sind also die Bereitschaft des Evangeliums des Friedens.

Schild des Glaubens
In Vers 16 heißt es dann: "Bei alledem..." (oder: "vor allem" oder: "inmitten von all dem") "... ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt."

Die römischen Legionäre hatten zwei verschiedene Arten von Schilden, einen kleinen Rundschild und einen ovalen Langschild. Hier bezieht sich Paulus auf den ovalen Langschild. Er war so groß, dass der ganze Körper vor feindlichen Pfeilen geschützt war, wenn man sich dahinter stellte. Es bestand aus Ziegen- oder Kalbsleder, das über solide Holzrahmen gespannt wurde, und war etwa 1,20m hoch und 90cm breit. Am oberen und unteren Rand waren Eisenbänder angebracht, und in der Mitte des Schildes befand sich ein eiserner Ring. Die Schilde waren nach innen gebogen und besaßen einen ledernen Griff an der lnnenseite. Bevor sie in den Kampf zogen, weichten römische Soldaten ihre mit Leder bezogenen Schilde in Wasser ein. Wenn brennende Pfeile des Feindes auf die nassen Schilde trafen, erloschen die Flammen sofort. Die Soldaten konnten ihre Schilde auch nebeneinander halten, so dass diese mehr Schutz boten.

Paulus spricht hier also von einer Art Glauben, die uns total oder restlos schützt. Wir denken, so einen Glauben werden wir auch brauchen, denn wenn wir anfangen, dem Herrn zu dienen, oder Satan herauszufordern, wird er zurückschlagen. Er wird nicht nur auf uns persönlich zielen, sondern auf unsere Familien, unsere Kinder, unseren Dienst und viele andere Bereiche unseres Lebens. Wir brauchen einen Schild des Glaubens, der uns selbst, unsere Kinder, unser Geschäft, unser Auto und was es sonst noch sein mag schützt. Wir brauchen einen vollkommenen Schutz. Und dieser Schutz wird uns durch den Glauben zuteil. Denkt daran: Glaube kommt aus dem Hören, aus dem Hören des Wortes Gottes. Mit anderen Worten: Wir müssen uns Zeit nehmen, um in Gottes Wort herauszufinden, was Gott alles für uns bereitgestellt hat. Wir glauben, dass Gott einen vollkommenen Schutz für uns bereitet hat. Das entnehmen wir seinem Wort. Doch viele von uns haben keinen kompletten Schild. Es gibt Lebensbereiche, die ungeschützt sind. Fast jeder geistliche Leiter wird dir bestätigen, dass der Teufel umso mehr Druck auf seine Familie legt, je mehr er für das Reich Gottes erreicht. Und es sind nicht wenige geistliche Leiter, die durch den Druck, den Satan auf ihre Familie legte, aus dem geistlichen Dienst scheiden mussten. Es ist sehr vernünftig, wenn Paulus sagt: Ergreift den Schild des Glaubens, der alles abdeckt! Damit ergreifen wir den Schild des Glaubens, den vollkommenen Schutz, den Gott uns durch sein Wort zur Verfügung stellt. Wir möchten nochmal betonen: Wir müssen ihn ergreifen. Er wird uns nicht in die Hand gelegt, er wächst nicht an uns, wir müssen ihn packen, ergreifen. Die römischen Soldaten lehrte man bei der Ausbildung, den Schild ganz bestimmt und fest zu packen. Wenn wir uns nicht irren, wurde er sogar um ihren linken Arm geschnallt. Mit anderen Worten: Du musst dir deinen Glauben anschnallen, damit er dir in einer Notlage nicht abhanden kommt. Du musst ihn ganz fest und sicher in der Hand haben.

Helm des Heils
Nun zum nächsten Teil der Waffenrüstung: den "Helm des Heils".

Der Helm eines römischen Soldaten bestand aus Bronze oder Eisen. Zwei herunterklappbare Teile bedeckten die Wangen des Soldaten. Damit der Helm bequemer saß, kleideten ihn die meisten Soldaten mit Schwamm oder Filz aus. Zu Zeiten Jesu waren die Helme oben mit einem Helmbusch aus Pferdehaar geschmückt.

Der römische Soldatenhelm schützte den Schädel und Nacken vor feindlichen Waffen und herabfallendem Schutt. Im Jahr 60 n.Chr. gab es die Helmbüsche der Zenturies in verschiedenen Farben, damit man schnell zwischen den Rängen der verschiedenen Offiziere unterscheiden konnte.

Der Helm schützt also den Kopf. Wofür steht der Kopf? Für das Denken, für den Sinn und für die Gedanken. Somit hat Gott einen ganz konkreten Schutz für unser Denken bereitgestellt.

Der Helm ist ein Filter
Filter sind heute sehr beliebt. Die Menschen filtern ihr Wasser. Wir haben Filter auf unseren Computern oder Handys, um Müll fernzuhalten. Wir haben überall Filter.

Was ist mit unseren Köpfen? Sollten wir nicht einen Filter in unseren Köpfen haben, durch den wir das Gute vom Bösen trennen können, oder sollten wir einfach alles reinlassen und sehen, was passiert?

Der Helm des Heils dient uns daher als Filter, als eine Vorrichtung, mit dessen Hilfe Wahrheit (Gutes) von Lüge (Bösen) getrennt wird.

Jeder Gedanke, der durch unsere Gedanken wandert, muss durch diesen Filter gebracht werden. Wenn er den Test besteht, lassen wir zu dass er Wurzeln schlägt. Die Filme, die wir uns ansehen, die Musik, die wir uns anhören, die Bücher, die wir lesen, die Gespräche, die wir führen, all diese Dinge müssen durch den Filter geleitet werden. Wenn sie den Filtertest bestehen, sind sie gut für uns. Wenn sie den Filtertest nicht bestehen, wie in Sprüche 4, müssen sie rausgeschmissen werden.

Satan wird unser Denken mit Dingen belagern wie Misstrauen. Das ist eine seiner häufigsten Waffen. Wir fangen an, unseren Frauen, unseren Männern, unseren Geschwistern im Herrn oder unseren geistlichen Leitern zu misstrauen. Andere Möglichkeiten sind Argwohn, Angst, Zweifel, Depression.

1.Thessalonicher 5,8
"Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, bekleidet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils."

Der Helm ist die Hoffnung! Ihr wisst vielleicht, dass Paulus am Ende von 1.Korinther 13 sagt: "Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei..." Sie werden alle drei in diesem Vers erwähnt. Dann aber heißt es, das Größte davon sei die Liebe. Das ist der Helm. Du musst Hoffnung in dir kultivieren. Und die Hoffnung in der Bibel ist eine vertrauensvolle Erwartung des Guten. Viele Leute bringen das durcheinander. Sie haben den Glauben im Kopf, aber das funktioniert nicht. Der Glaube muss im Herzen sein. Aber der Schutz für den Kopf, das Denken, ist die Hoffnung.

Wir müssen unser Denken neu erziehen. Wir wissen, dass es in Römer 8,28 heißt: "Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinen Vorsatz berufen sind." Wenn ich Gott liebe und in seinem Vorsatz und in seiner Berufung wandle - und das sind sehr wichtige Bedingungen - dann weiß ich, dass alles, was mir widerfährt, zu meinem Guten mitwirkt. Es gibt also rein logisch keinen Platz mehr für Pessimismus. Man sieht es vielleicht noch nicht, aber man weiß, dass etwas Gutes dabei rauskommt.

Nun möchten wir euch einige Bibelstellen über die Hoffnung geben. Sie sind sehr, sehr kostbar.

Römer 8,24: "Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden." Ist euch das schon einmal aufgefallen? Keine Hoffnung, keine Errettung.

In Epheser 2,12 heißt es über die Nichtchristen: "Denkt daran, dass ihr ... zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheißung; und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt." "Ohne Christus, ohne Gott, ohne Hoffnung". Das gehört zusammen!

In Kolosser 1,27 spricht Paulus vom großen Geheimnis, das lange, lange Zeit, ja Generationen lang verborgen war, aber jetzt den Heiligen offenbart wird. Kolosser 1,27: "Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit." Keine Hoffnung, kein Christus. Unser Heil hängt an der Hoffnung. Wir sind durch die Hoffnung gerettet. Wenn man ohne Hoffnung ist, ist man auch ohne Christus. und wenn man Christus hat, dann hat man Hoffnung.

Nun die letzte Bibelstelle; Hebräer 6,17: "Deshalb hat sich Gott, da er den Erben der Verheißung die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses noch viel deutlicher beweisen wollte, mit einem Eid verbürgt..."

Das heißt: Gott gab uns nicht nur sein Wort, sondern verbürgte es mit einem Eid. Das ist etwas Außergewöhnliches. "... 18 damit wir durch zwei unveränderliche Dinge, bei denen Gott doch unmöglich lügen kann, einen starken Trost hätten, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die vorhandene Hoffnung zu ergreifen."

Das ist eine Metapher aus dem Alten Testament: Wenn ein Mann von dem Rächer verfolgt wurde, dann gab es nur einen einzigen Platz, von dem der Rächer ihn nicht wegreißen konnte - die Hörner des Altars. Und wenn er die Hörner des Altars zu packen bekam, dann wurde es als Blasphemie erachtet, einen Menschen von den Hörnern des Altars wegzureißen. Also wenn du unter Druck bist und der Feind dir nachjagt, dann pack die Hörner des Altars, das heißt, pack die Hoffnung, die vor dir liegt, gib deine Hoffnung nicht auf.

Im nächsten Vers heißt es: "19 Diese (Hoffnung) haben wir als einen sicheren und festen Anker der Seele, der in das Innere des Vorhangs hineinreicht, wohin Jesus als Vorläufer für uns hineingegangen ist, der nach der Ordnung Melchisedeks Hoherpriester in Ewigkeit geworden ist."

Auch ein Bild für die Hoffnung - der Anker. Was braucht einen Anker? Ein Schiff. Warum braucht ein Schiff einen Anker? Das Schiff steht oder ruht in einem sehr, sehr instabilen Medium, nämlich dem Wasser. Auf dem Wasser gibt es keine Stabilität, keine Permanenz, nichts, woran man sich festhalten könnte. Wenn also ein Schiff fest vertäut werden soll, braucht man einen Anker, der durch das Medium des Wassers hindurchreicht und sich an etwas Festem festhält wie dem Felsboden.

Das ist ein Bild für unser Leben: Wir sind wie ein Schiff im Wasser, ohne jede Stabilität. In allen Dingen der Zeit gibt es nichts Dauerhaftes, woran du dich festhalten kannst. Wir müssen zwischen dem Zeitlichen und dem Ewigen differenzieren lernen, zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Und wenn wir Sicherheit und Stabilität wollen, brauchen wir einen Anker, der durch die Zeit hindurch in die Ewigkeit hineinreicht und sich auf dem Fels aller Zeiten festhält. Und dieser Anker der Hoffnung nimmt uns hinein durch den zweiten Vorhang hindurch in das Allerheiligste, in die unmittelbare Gegenwart des allmächtigen Gottes, wo Jesus, unser Vorläufer als Hohepriester, schon hineingegangen ist. Und wenn dein Anker dort festgemacht ist, dann kannst du den Stürmen des Lebens mit einem Lächeln entgegentreten. Der Anker ist die Hoffnung.

Schwert des Geistes
Gehen wir kurz zurück zu Epheser 6 und betrachten wir uns den letzten Teil der Waffenrüstung. Epheser 6,17:

"Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!"

Das Schwert eines römischen Soldaten war etwas mehr als 60cm lang und bestand aus Eisen. Schmiede härteten die Klinge, indem sie sie mit rot glühendem Kohlenstaub bedeckten, um Kohlenstoff ins Eisen einzulagern. Die Schwertgriffe bestanden aus Eisen, Elfenbein, Knochen oder Holz. lm Kampf drängten römische Soldaten ihre Feinde Schritt für Schritt zurück, indem sie ihre Schilde hochhielten und mit den Schwertern gegen den Feind vorgingen. Die Klinge wurde flach und parallel zum Boden gehalten.

Die einzige Angriffswaffe, die in Epheser 6 erwähnt wird, ist das Schwert. Der Gürtel, der Brustpanzer, die Schuhe, der Schild und der Helm dienten nicht dem Angriff, sondern der Verteidigung und zum Schutz vor dem Feind. Hier verlassen wir zum ersten Mal die Aufzählung der rein defensiven Waffen und kommen zu etwas, das in gewisser Hinsicht aggressiv ist - das "Schwert des Geistes". Ein Schwert kann man aggressiv gegen den Feind einsetzen. Doch der Aktionsradius eines Schwerts ist an und für sich sehr begrenzt, weil es nicht weiter reicht, als man den Arm ausstrecken kann. Wir sind also am Übergang von den Defensiv- zu den Offensivwaffen.

Im Griechischen gibt es zwei Worte für "Wort": "logos", das heißt "Rat, Vernunft, Wahrheit, Wert" und "rhema" und das heißt ganz konkret "ein gesprochenes Wort". In dieser Bibelstelle steht "rhema". Das Schwert des Geistes ist nicht das ewige "logos" sondern das ausgesprochene Wort. Und wenn du es nicht aussprichst, dann hast du auch kein Schwert.

Wir denken, das perfekte Beispiel dafür ist die Versuchung Jesu durch den Teufel in der Wüste. Auf jede Versuchung reagierte er mit dem Satz :"Es steht geschrieben ..." Und interessanterweise zitierte er aus dem Buch der Bibel, dessen Authentizität unter modernen Gelehrten am umstrittensten ist, nämlich aus dem 5. Buch Mose. Jedes Zitat kommt aus 5.Mose. Und das Interessante ist, dass weder der Herr noch der Teufel an der Authentizität von 5.Mose zweifeln. Wenn du es nicht bezweifelst, dann wird es der Teufel auch nicht bezweifeln. Er weiß, dass es wahr ist.

Jesus sagt: "Es steht geschrieben ... Es steht geschrieben ... Es steht geschrieben ...", und Satan zieht sich zurück. Wir müssen genau dasselbe tun. Wir müssen das Wort Gottes kennen und die Bibel nicht nur auf dem Nachtisch liegen haben, sondern das Wort aussprechen wie ein scharfes, zweischneidiges Schwert, das aus unserem Mund hervorgeht. Dann können wir uns den Teufel zumindest vom Leib halten.

Gebet und Flehen
Die siebenten und letzte Waffen in Epheser 6,13-18 ist "Gebet und Flehen".

Mit dem Schwert reicht man nur eine Armlänge weit. Doch "Gebet und Flehen" ist Ihre Interkontinentalrakete. Mit dieser Art Gebet kann man Ozeane und Kontinente überbrücken und die Streitkräfte Satans überall dort schlagen, wo sie am Werk sind; Man erreicht damit sogar Satans Hauptquartier in der Himmelswelt. Aber es ist Disziplin und Reife notwendig, um die Handhabung einer derart mächtigen Waffe zu erlernen.

Wir möchten am Ende noch einmal ganz kurz zusammenfassen und die sieben Teile der Waffenrüstung aufzählen:

Epheser 6,13-18: Paulus beschriebt die schützende Waffenrüstung, die Gott uns Christen zur Verfügung gestellt hat:

• Der Gürtel der Wahrheit (Eph 6,14)
• Der Brustpanzer der Gerechtigkeit (Eph 6,14)
• Die Schuhe der Bereitschaft des Evangeliums (Eph 6,15)
• Der Schild des Glaubens (Eph 6,16)
• Der Helm des Heils (Eph 6,17)
• Das Schwert des Geistes, das gesprochene Wort Gottes (Eph 6,17)
• Gebet und Flehen (Eph 6,18)


1. Der Gürtel der Wahrheit
Wir müssen jegliche religiöse Heuchelei ablegen und vor uns selbst und voreinander absolut ehrlich sein.

2. Der Brustpanzer der Gerechtigkeit
Er schützt das Herz (vgl. Spr 4,23). Er ist Glaube und Liebe (vgl. 1Thess 5,8; Röm 10,10)

3. Die Schuhe der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens
Es ist eine doppelte Vorbereitung erforderlich: intellektuell, d.h. das Evangelium kennen; geistlich, d.h. der Friede Gottes in unserem Herzen.

4. Der Schild des Glaubens
Ein Glaube, der jeden Bereich unseres Lebens abdeckt.

5. Der Helm des Heils
Er schützt die Gedanken, insbesondere vor dem "Geist der Schwere" [Depression] (vgl. Jes 61,3). Manchmal ist vorher Befreiung nötig (vgl. Joel 3,5). Außerdem ist der Helm Hoffnung (vgl. 1Thes 5,8; Röm 8,24; Eph 2,12; Kol 1,27; Hebr 6,17-20)

6. Das Schwert des Geistes
"Rhema", nicht "Logos". Wir müssen persönlich das Wort Gottes im Glauben aussprechen (so wie Jesus es tat, als Er von Satan herausgefordert wurde).

7. Gebet und Flehen
"Gebet und Flehen" ist eine Langstreckenwaffe, eine Art Interkontinentalrakete, mit der weite Strecken überbrückt werden können. Mit dieser Art Gebet kann man Ozeane und Kontinente überbrücken und die Streitkräfte Satans überall dort schlagen, wo sie am Werk sind.


Gottes Segen Euch allen!

1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen