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Die Inspiration der Heiligen Schrift - Die Bibel - von Gott eingehaucht (2Tim 3,16)

Zunächst ist es wichtig, einen Unterschied zwischen Offenbarung und Inspiration zu verstehen.

 

• Offenbarung betrifft die Übermittlung von Wahrheit

• Inspiration bezieht sich auf die Aufzeichnung von Wahrheit

 

Definition

Biblische Inspiration kann man definieren als "Gottes Oberaufsicht" über die menschlichen Autoren, so dass diese Seine Offenbarung für den Menschen unter Gebrauch ihrer eigenen, individuellen Persönlichkeit in den Worten der Originalhandschriften ohne Fehler zusammengestellt und aufgeschrieben haben.

 

Aus dieser Definition lassen sich drei zentrale Komponenten ableiten:

 

1. Gottes Oberaufsicht

"Gottes Oberaufsicht" bedeutet, dass Gott die Niederschrift Überwacht‚ aber nicht diktiert hat. Offensichtlich gibt es bestimmte Teile der Bibel, die Gott tatsächlich diktierte, und diese wurden auch Wort für Wort niedergeschrieben. So gelangten zum Beispiel die zehn und viele der anderen Gebote des mosaischen Gesetzes wörtlich aus Gottes Mund an Moses Ohr, der sie dann auf die vor ihm liegenden Pergamentrollen übertrug. Die meisten Texte der Bibel wurden jedoch nicht Wort für Wort diktiert. Stattdessen beschloss Gott, die Schreiber zu beaufsichtigen. So konnte Er sorgfältig kontrollieren, was sie aufschrieben, musste jedoch die Worte nicht vorsprechen. Das Endprodukt fiel dadurch dennoch genauso aus, wie Er es wollte.

 

2. Menschliche Autoren

Gott bediente sich menschlicher Autoren und ihrer individuellen Schreibstile. Es ist offensichtlich, dass die Bibel sich überall gleich anhören würde, wenn Gott sie einfach wörtlich diktiert hätte. Doch wenn man von einem Autor zum nächsten übergeht, stellt man fest, dass die Texte nicht gleich klingen. Jeder der ca. 40 Autoren der 66 Bücher der Bibel benutzte seinen eigenen individuellen Stil; z.B. schrieb Paulus in einem anderen Stil als Petrus, Mose drückte sich anders aus als Josua. Doch aufgrund der Aufsicht Gottes und Kontrolle über diese Autoren konnte Gott ihnen erlauben, ihren eigenen Stil zu gebrauchen. Und sie produzierten dennoch Wort für Wort genau das, was Gott haben wollte.

 

3. Unfehlbarkeit

Unfehlbarkeit bedeutet, dass die Originalschriften fehlerlos waren. Als zum Beispiel Mose seine fünf Bücher fertig geschrieben hatte, waren sie vollständig von Gott inspiriert und enthielten keinen Fehler. Als Josua inspiriert wurde, sein Buch zu Papier zu bringen, schrieb auch er es ohne Fehler. Die Inspiration der Heiligen Schrift betrifft demnach nur die Originalschriften.

 

Das bedeutet aber nicht, dass die Kopien der Heiligen Schrift inspiriert waren. Heute gibt es mehr als ein Manuskript der verschiedenen Bücher der Bibel. Wir verfügen über eine Reihe von hebräischen Abschriften und eine noch größere Anzahl an griechischen Abschriften, und von einem Manuskript zum anderen finden sich kleinere Abweichungen in der Wortwahl und Wortfolge, weil diese Manuskripte eben nur Kopien sind. So unterliefen bei diesen Zweit- und Drittausfertigungen bedauerlicherweise bis zu einem gewissen Grad gewisse menschliche Irrtümer, die verbalinspirierten Originale jedoch waren fehlerlos.

 

Auch Übersetzungen der Schrift sind nicht inspiriert. Beim Übersetzen von einer Sprache in die andere kann es in einem gewissen Umfang zu Irrtümern kommen. Glücklicherweise sind sie niemals allzu gravierend, und man kann klar nachvollziehen, was die Originalfassung ausdrücken wollte. Übersetzungen der Originalschriften sind somit nicht inspiriert und deshalb auch nicht notwendigerweise ohne Fehler.

 

Die Bibel hat ca. 40 Verfasser:

Könige, Hirten, Fischer, Landwirte und Handwerker, Ärzte, Staatsbeamte, Musiker u.v.m. Die Verfasser kamen aus allen Bevölkerungsschichten. Viele Verfasser kamen nicht aus der selben Zeit, kannten sich gar nicht, sprachen eine andere Sprache und kamen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Somit war eine Absprache untereinander unmöglich und doch ist die Bibel eine komplette Einheit in sich. Wie ist das möglich?

 

Allein anhand dieser Tatsache und Frage (wie ist das möglich), müsste man anerkennen, dass die Bibel inspiriert ist. Für mich spricht aus diesem Sachverhalt große Autorität.

 

Verfasser der Bibel:

Könige: Salomo, David u.a.

Ärzte und Priester: Lukas, Jesaja u.a.

Theologen: Paulus, Esra u.a.

Politiker: Mose, Daniel, Nehemia u.a.

Landwirte und Handwerker: Amos, Petrus u.a.

Musiker und Sänger: Asaph, Söhne Korahs

Militärs: Josua u.a.

Propheten: Hesekiel, Haggai u.a.

 

Obwohl viele Menschen daran beteiligt waren, dass die Bibel der Welt zugänglich gemacht werden konnte, so waren sie alle doch "nichts weiter" als Werkzeuge oder Kanäle, die zu diesem Zweck gebraucht wurden. In keinem Fall geht die Botschaft, die in der Bibel geoffenbart ist, auf einen Menschen zurück, sondern sie hat ihren Ursprung allein in Gott.

 

Inspiriert...was heißt das eigentlich?

Inspiriert, von lateinisch inspirare, = (hin)einhauchen, einhauchen oder hineinblasen [aus Vorsilbe {in- = ein} und {spīrāre = hauchen, atmen, blasen}]

 

Unser Schlüsselvers zum richtigen Verständnis ist 2. Timotheus 3,16

 

"Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit"

 

Unser Hauptaugenmerk wird auf "von Gott eingegeben" liegen. Bevor wir darauf genauer eingehen, möchte ich noch kurz etwas zu den ersten beiden Wörtern "Alle Schrift" sagen.

 

Das Wort "Schrift" meint wörtlich "dass, was geschrieben ist". Dazu gehören sowohl die Schriften des Alten- als auch des Neuen Testaments. Schauen wir uns dazu kurz eine weitere Schriftstelle an. (2Pt 3,15.16; diese Verse identifizieren die neutestamentlichen Schriften als "die Schrift")

 

2. Petrus 3,15.16

"15 Und seht in der Langmut unseres Herrn die Rettung, wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat, 16 wie auch in allen Briefen, wenn er in ihnen von diesen Dingen redet. In diesen Briefen ist einiges schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften* zu ihrem eigenen Verderben**"

 

"die übrigen Schriften": Das ist eine der überaus deutlichen Aussagen in der Bibel, die bestätigt, dass Paulus’ Schriften zur Bibel gehören. Petrus bezeugt hier, dass Paulus biblische Schriften verfasste, die aber von Irrlehrern verdreht wurden. Die Apostel des NTs waren sich bewusst, dass sie das Wort Gottes sprachen und aufschrieben (vgl. 1Thes 2,13), genau wie sich auch die Propheten des ATs dessen bewusst waren. Petrus erkannte hier an, dass die Schreiber des NTs die göttliche Wahrheit brachten, die die Bibel vervollständigte (1Pt 1,10-12).

 

** "zu ihrem eigenen Verderben": Dass ein Verdrehen der Schriften des Paulus zur ewigen Verdammnis führt, zeigt bereits, dass diese Schriften von Gott inspiriert sind.

 

Dass die Apostel sich dessen bewusst waren, sehen wir in 1. Thessalonicher 2,13

 

"Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt."

 

1. Petrus 1,10-12

"10 Im Hinblick auf diese Rettung suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten. 11 Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. 12 Ihnen wurde es offenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren."

 

Zurück zum Schlüsselvers 2. Timotheus 3,16.

 

Das Wort "eingegeben" wird im griechischen Grundtext mit theopneustos/θεόπνευστος wiedergegeben und kommt nur in 2. Timotheus 3,16 vor.

Strong's Bibel Konkordanz gibt folgende Definition: wörtl. meint theopneustos "Gott-gehaucht" oder "von Gott ausgeatmet".

 

Theópneustos leitet sich von theós, "Gott" und "pnéō", "hauchen", "atmen" oder "wehen", ausgeatmet von Gott ab, und bezieht sich auf die göttliche Inspiration oder Eingebung der Schrift.

 

Pnéō, was also "hauchen", "atmen" oder "wehen" meint, steht im klassischen Griechisch im Gegensatz zu "phusikós/φυσικῶς", was "natürlich" oder "irdisch" bedeutet. Dieses "einhauchen" geschieht durch "pneuma/πνεῦμα", den Geist, was sich auch von pnéō ableitet. Pneuma könnte man auch mit "Wind" oder "Hauch" übersetzen. Davon leitet sich beispielsweise unser Wort "pneumatisch" ab. Es ist sehr interessant, dass es im Englischen wie auch im Deutschen nur sehr wenige Wörter gibt, die mit "pneuma…" beginnen und damit auf das Wort für "Geist" verweisen. Theópneustos bezieht sich also direkt auf Gottes Geist (Pneuma).

 

Paulus will also in 2. Timotheus 3,16 mit theópneustos sagen, dass die Heiligen Schriften von Gottes Geist verursacht und deshalb als gottgehaucht zu betrachten sind. Derselbe Sachverhalt wird in 2. Petrus 1,21 mit den Worten "getrieben vom Heiligen Geist" ausgedrückt in Bezug auf die Menschen, die Gottes Wort redeten und aufschrieben.

 

2. Petrus 1,21

"Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben von Heiligem Geist"

 

Theópneustos drückt das heilige Wesen der Schrift aus, also ihren göttlichen Ursprung und ihre Kraft.

 

Manchmal hat Gott den Autoren der Bibel die Worte exakt gesagt (z.B. Jer 1,9), doch meistens benutzte er ihren Verstand, Wortschatz und ihre Erfahrung, um sein eigenes, vollkommenes, unfehlbares, irrtumsloses Wort hervorzubringen. Es ist wichtig anzumerken, dass die Inspiration nur für die ursprünglichen Originalschriften, die Autographe, (also die Originalschrift, der Urtext), gilt. Gott identifiziert sich so sehr mit seinem Wort, dass er selbst spricht, wenn die Schrift spricht (vgl. Röm 9,17; Gal 3,8). Die Bibel wird ebenso "Aussprüche Gottes" genannt (Röm 3,2; 1Pt 4,11) und ist unveränderbar (Joh 10,35; Mt 5,17.18; Lk 16,17; Offb 22,18.19).

 

Jeremia 1,9

"Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an, und der HERR sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund."

 

Römer 9,17

"Denn die Schrift sagt zum Pharao (2. Mose 9,16): »Eben dazu habe ich dich erweckt, dass ich an dir meine Macht erweise und dass mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.«"

 

Galater 3,8

"Die Schrift aber hat zuvor gesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum hat sie Abraham zuvor verkündigt (1. Mose 12,3): »In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.«"

 

Römer 3,2

"Viel in jeder Hinsicht. Denn zuerst sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden"

 

1. Petrus 4,11

"Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen"

 

Wenn Paulus von der ganzen "Schrift" spricht, dann bezieht er sich auf das vollständige Alte Testament und auch auf die Teile des Neuen Testament, die damals schon existierten. Der Begriff "Schrift", ist ein Begriff, der kanonischen Schriften vorbehalten war.

 

In 1. Timotheus 5,18, zitiert Paulus aus dem Alten Testament, sowie aus dem Neuen Testament als Schriftstelle. Petrus spricht ebenso von den Paulusbriefen als "Schrift" (2Petr 3,16). 

Das bedeutet, dass der Ausdruck "die Schrift" sich auf beide Stellen - Altes und Neues Testament - bezieht. Petrus bezieht sich gleichermaßen auf die Schriften des Paulus, wie auch auf die übrigen Schriften.

 

1. Timotheus 5,18

"Denn die Schrift sagt (5. Mose 25,4): »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«; und: (Lukas 10,7) »Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert«"

 

Hebräer 3,7

"Darum, wie der Heilige Geist spricht (Psalm 95,7-11): »Heute, wenn ihr seine Stimme hört"

(es wird eine alttestamentl. Schriftstelle zitiert, das zeigt, dass der Heilige Geist der Autor der gesamten Bibel ist)

 

Heute können wir gerechtfertigter Weise den Vers aus 2. Timotheus 3,16 auf die gesamte Bibel beziehen. Dies ist einer der wichtigsten Verse der Bibel zum Thema Inspiration. Er lehrt, dass die Schrift von Gott "eingehaucht" wurde. Auf wunderbare Weise hat Gott sein Wort den Menschen vermittelt und sie geleitet, es festzuhalten, indem sie es niederschrieben. Was sie schrieben, war ganz Wort Gottes, inspiriert und unfehlbar. Es stimmt zwar, dass der individuelle Schreibstil der Verfasser nicht unberücksichtigt blieb, doch ist es ebenso wahr, dass genau jene Worte, die sie verwendeten, vom Heiligen Geist "eingegeben" wurden. So lesen wir in 1. Korinther 2,13:

 

"Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deuten."

 

Dies bedeutet, dass die inspirierten Autoren Worte gebrauchten, die der Heilige Geist sie lehrte. Das ist mit Verbalinspiration (also sprachliche Ausdrücke) gemeint.

 

Die Autoren der Bibel legten nicht ihre eigene Lehrinterpretation dar, sondern schrieben die Botschaft nieder, die ihnen von Gott gegeben war.

 

"Indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist" – 2. Petr 1,20.21.

 

Es ist falsch, wenn man sagt, dass Gott einfach den einzelnen Schreibern seine Gedanken eingegeben und ihnen erlaubt habe, diese Gedanken mit ihren eigenen Worten auszudrücken. Die Wahrheit, worauf die Schrift nachdrücklich besteht, lautet: Jedes einzelne Wort, das "Gott" den Menschen gegeben hat, wurde von Ihm eingehaucht.

 

Eine hilfreiche Beschreibung dieses Vorgangs findet man in Apostelgeschichte 1,16:

 

"Die Schrift musste erfüllt werden, die der Heilige Geist durch den Mund Davids über Judas vorhergesagt hat."

 

Das ist Inspiration: Gott spricht durch den Mund eines Menschen, den Er zu diesem Zweck ausgesucht hat. Die Männer, durch die Gott die Bibel aufschreiben ließ, waren "getrieben vom Heiligen Geist" (vgl. 2Petr 1,21).

 

Die Schreiber schrieben im Kontext ihres persönlichen, historischen und kulturellen Hintergrundes. Obwohl sie ihren eigenen Verstand, ihre Talente, ihre Sprache und ihren Stil benutzen, schrieben sie doch genau das auf, was Gott geschrieben haben wollte, weil Gott ihre Niederschrift lenkte. Diesen Prozess bezeichnet man als Inspiration. Diese Inspiration erstreckt sich nicht über die Originalmanuskripte hinaus. Jedoch sind die Texte, die wir heute besitzen, mit sehr hoher Genauigkeit überliefert worden.

 

Wenn die Bibel nicht inspiriert wäre, dann wäre sie einfach ein weiteres Buch der Weltliteratur, ohne moralische, geistliche oder praktische Autorität. Sie wäre nicht die Offenbarung Gottes. Sie ist die absolut verlässliche Quelle all dessen, was Gott den Menschen wissen und glauben lassen wollte und lehrt, wie Gott den Gläubigen im geistlichen Leben handeln sehen will.

 

SCHLUSSFOLGERUNG & ABSCHLUSS:

 

Behauptet die Bibel, dass sie Gottes Wort ist? Ja, unbedingt!

 

Der Satz: "So spricht der HERR", oder ähnlich, kommt beinahe 700-mal in den fünf Büchern Mose vor und zusätzlich:

 

■ ungefähr 400-mal in den geschichtlichen Büchern

(Josua, Richter, Rut, 1. und 2. Samuel, 1. und 2. Könige, 1. und 2. Chronik, Esra, Nehemia und Ester)

 

■ ungefähr 400-mal in den Propheten

Nach dem Umfang der Prophetenbücher unterscheidet man die "Großen Propheten" Jesaja, Jeremia und Hesekiel (auch Ezechiel genannt) von den "Zwölf kleinen Propheten" Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi. Die Klagelieder Jeremias und das Buch Daniel sind später hinzugefügt worden.

■ davon ungefähr 150-mal allein im Buch Jesaja

 

■ In Hesekiel kommen Ausdrücke wie: "Das Wort des HERRN erging an mich, indem er sprach" und ähnliche ungefähr 350-mal vor.

 

■ Schließlich kommt im Neuen Testament der Ausdruck: "Es steht geschrieben" ungefähr 80-mal vor. Es gibt kein anderes Buch, das auch nur im Entferntesten beansprucht und behauptet, Gottes Wort zu sein, wie die Bibel es tut.

 

Gott hat die menschlichen Autoren so geführt, dass sie Seine ganze Offenbarung für die Menschheit niederschrieben, ohne dabei ihre eigene Individualität, ihren Schreibstil oder ihre persönlichen Interessen aufzugeben. Obwohl das Schreiben an sich von Menschen übernommen wurde, waren sie doch von Gott inspiriert. Die Bibel ist Gottes Botschaft an die Menschheit. Sie beinhaltet nicht nur das Wort Gottes, sie ist das Wort Gottes.

 

Natürlich wählte Gott verschiedene Wege, wie Er Seine Inspiration vermittelte. Aber egal, ob Gott die Worte tatsächlich diktierte, wie Er es manchmal tat, oder ob die Autoren von Gott angeleitet wurden, antike Literatur abzuschreiben, was sie, wie sie uns selbst berichteten, taten, oder ob ihre Schriften wie im Falle von Lukas das Resultat von Recherchen waren, Gott führte die Menschen immer so, dass sie genau das schrieben, was Er wollte. Das Ergebnis war, dass die Bibel Gottes Wort ist.

 

Ich erlebe leider oft, dass einige Leute meinen, dass die aufgeschriebenen direkten Worte Jesu, in der Bibel, ein größeres Gewicht haben, als andere. Dem ist nicht so.

 

Wie wir bereits gesehen haben, ist die gesamte Bibel von Gott eingehaucht. Es gibt keine Berechtigung, die direkt gesprochenen Worte Jesu zu nehmen und über andere zu stellen, wie etwa über die des Paulus, des Petrus oder der des Apostels Johannes. Auch alle anderen aufgeschriebenen Worte, aus der Bibel, sind von Gott. Und am Ende bleibt es, dass die Bibel sich selbst auslegt.

 

Eine ganz interessante Frage möchte ich noch zum Abschluss aufgreifen:

 

Hat der Herr Jesus sich dazu geäußert, ob das Alte Testament inspiriert sei oder nicht?

 

Ja, das hat Er getan. Sehr häufig sogar. Er benutzte das Alte Testament als absolute Autorität. Der Herr zitierte häufig aus dem Alten Testament, aber nie sagte Er etwas, das darauf hingedeutet hätte, dass die Schreiber sich geirrt oder einen Fehler gemacht haben könnten. Seine Anwendung der alttestamentlichen Schriften zeigt, dass Er sie als absolut maßgebend betrachtete (vgl. Mt 4,4.7.10; 21,16; 26,31.54; Lk 4,17-21; Joh 17,12). In Matthäus 5,17 erklärt Jesus:

 

"Denkt nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen."

 

Er stellte die Worte des Alten Testaments auf die gleiche Stufe wie seine eigenen Worte (vgl. Mt 5,17.18 mit Mt 24,35).

 

In den Versen aus Mt 5,17-18 bestärkt Jesus die Genauigkeit der Schriften bis hin zum kleinsten Detail und dem geringsten Betonungszeichen – da es Gottes eigenes Wort ist.

 

Ein Jota oder ein Strichlein...

Der kleinste hebräische Buchstabe ist Jod hier griechisch mit Jota übersetzt. Er sieht ähnlich aus wie ein Apostroph (’). Ein Strichlein ist eine sehr kleine Verlängerung oder ein Anstrich an einigen hebräischen Buchstaben, wodurch diese Buchstaben von ähnlichen unterschieden werden, wie z.B. im Deutschen ein großes E von einem großen F. Was Jesus meint: Jeder Buchstabe eines jeden Wortes des Alten Testament ist wichtig und wird erfüllt werden. Nichts in der Schrift, noch nicht einmal das kleinste Strichlein, ist ohne Bedeutung.

 

Jesus verwies auf Adam und Eva, Kain, Noah, Mose, David, Jona usw., indem Er jedes Mal die alttestamentlichen Erzählungen als absolut wahr und maßgebend vorstellte. Diese Schriften waren für Jesus die Basis einer maßgebenden und endgültigen Antwort auf alle Lebensfragen (die Auferstehung, die Ehe, die Ehescheidung und viele andere Themen).

 

Johannes 10,35

"Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging - und die Schrift kann nicht aufgelöst werden"

 

Schließlich stellte Jesus sich selbst als das Thema "in allen Schriften" vor:

 

Lukas 24,27

"Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf"

 

Luther hat einmal gesagt: "Wenn wir glauben könnten, dass Gott selbst mit uns in der Schrift redet, so würden wir mit Fleiß darin lesen und sie für unsere selige Werkstatt haben."

 

Wenn Du die Bibel aufschlägst und liest, dann spricht der König der Könige, der Allmächtige Gott zu Dir. Sie ist ein Buch, das man lesen kann, als hörte man Gott sprechen!

 

Wenn Du Deine Bibel liest und sie auf Dich wirken lässt und sie ihr Werk in Dir tun lässt, dann wirkt die gesamte schöpferische Kraft des allmächtigen Gottes in Dir!

 

Psalm 119,162

"Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht"


Quellen:

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen

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