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Glaube an Gott

Bevor wir weitergehen und uns mit dem "Glauben an Gott" beschäftigen, möchten wir eine kurze Definition von Glauben geben.

 

Definition:

Außerhalb der Heiligen Schrift hat das Wort "Glaube" viele unterschiedliche Bedeutungen, mit denen wir uns aber an dieser Stelle nicht beschäftigen wollen. Innerhalb der Heiligen Schrift finden wir zwei ganz bestimmte charakteristische Wesensmerkmale des Glaubens. Erstens hat biblischer Glaube seinen Ursprung immer unmittelbar in Gottes Wort (Röm 10,17); zweitens steht er auch immer in direkter Beziehung zu Gottes Wort.

 

"Glaube" ist eines der wenigen Worte, die in der Bibel klar definiert sind. Diese Definition finden wir in Hebräer 11,1:

 

"Der Glaube aber ist die Substanz (oder: Verwirklichung) dessen, was man hofft, der Beweis von Dingen, die man nicht sieht."

 

Man könnte diesen Vers auch folgendermaßen übersetzen: "Der Glaube aber ist die Grundlage (oder: die gewisse Zuversicht) dessen, was man hofft, eine feste Überzeugung (oder: ein Überführtsein) von Dingen, die man nicht sieht."

 

Glaube bedeutet also Vertrauen und Fürwahrhalten. Natürlich muss Glaube auch Inhalt und Ziel haben. Der Glaube an Christus zur Errettung bedeutet, ihm zu vertrauen, dass er die Schuld der Sünde hinwegnehmen und ewiges Leben geben kann.

 

Gehen wir nun weiter zur nächsten Grundlage zum Glauben an Gott.

 

Zunächst einmal ist zu sagen, dass Glaube absolut unerlässlich ist. Hebräer 11,6:

 

"Ohne Glauben aber ist es unmöglich, [Gott] wohlzugefallen…"

 

Manche Leute glauben, es sei schwierig, ohne Glauben Gott zu gefallen, aber irgendwie schaffen sie es doch. Doch die Bibel sagt, es ist unmöglich, Gott ohne Glauben zu gefallen.

 

Der nächste Aspekt geht uns sehr leicht über die Lippen und dennoch tun wir uns so schwer, ihn zu glauben: Glaube ohne Werke. Wenn wir einmal innehalten und darüber reflektieren könnten, würden wir staunen. Viele Leute, die von sich behaupten, dem Evangelium zu glauben, haben wirklich verstanden, dass dieser Glaube nicht auf Werken beruht. Es geht dabei nicht um etwas, was man tut. Man kann sich durch nichts, was man selbst tun könnte, Gott empfehlen. Darüber gibt es viele Bibelstellen. Wir nennen zwei:

 

Römer 3,28

"So kommen wir nun zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes…"

 

Abrahams Beispiel ist noch beeindruckender. Es heißt in Römer 4,4:

 

"Wer aber Werke verrichtet, dem wird der Lohn nicht aufgrund von Gnade angerechnet, sondern aufgrund der Verpflichtung; wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet."

 

Was ist das erste, was man tun muss? Man muss aufhören, irgendetwas zu tun. Es heißt hier: "Wer keine Werke verrichtet…, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet." Man muss an den Punkt kommen, an dem man sagt: "Es gibt nichts, was ich tun könnte, um vor Gott gerecht dazustehen. Es hängt alles von der Gnade Gottes ab."

 

In Römer 10,10 stellen wir fest, dass das Verb "glauben" ein Verb der Bewegung und kein statisches Verb ist. Es bezeichnet etwas, das in Bewegung ist.

 

Römer 10,10

"Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden…"

 

Wenn man glaubt, geschieht etwas. Es gibt eine Form von statischem, intellektuellem Glauben, der sich einfach nur die Tatsache des Evangeliums zu eigen macht und sagt: "Ich glaube", aber das ist nicht der Glaube, von dem Paulus hier spricht. Er spricht vielmehr von einem Glauben, der einen bewegt. Man glaubt, um gerecht zu werden!

 

Dann noch Epheser 2,8-9:

 

"8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; 9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühme"

 

Beachtet Folgendes: Wenn es heißt "durch den Glauben", dann heißt es gleich danach: "…nicht aus uns – Gottes Gabe ist es". Rettender Glaube ist eine Gabe.

 

Im 1. Johannes 5,20 heißt es:

 

"Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen..."

 

Glaube und Verständnis sind in gewisser Weise Gaben. Wir sind diesbezüglich total von Gott abhängig.

 

Als Nächstes möchten wir darauf hinweisen, dass es in Jakobus 2,20.26 heißt:

 

"Glaube ohne Werke ist tot."

 

Man wird also aus Glauben gerettet, aber es ist kein statischer, intellektueller Glaube, sondern ein Glaube, der funktioniert, ein Glaube, der einen motiviert. Man fängt an, Dinge zu tun, die man noch nie zuvor getan hat.

 

Also: Glaube ohne Werke ist tot. Dann ist er nur ein intellektueller Glaube, der keine Veränderung im Herzen hervorbringt.

 

Gehen wir weiter zu Galater 2, denn die Tatsache, dass der Glaube nicht auf Werken und nicht auf der Einhaltung des Gesetzes beruht, ist etwas, das zwar ausgesprochen wichtig ist, aber häufig vernachlässigt wird. Einige Christen – und wir meinen da niemand bestimmten – sind ausgesprochen gesetzlich. Sie haben zwar das Gesetz des Mose über Bord geworfen, es dann aber durch ihr eigenes Gesetz ersetzt. Aber wenn schon das Gesetz des Mose niemanden retten konnte, dann schafft das auch kein anderes Gesetz – weder das Gesetz der Pfingstler, noch das Gesetz der Baptisten, noch das Gesetz der Methodisten und nicht einmal das Gesetz der Katholiken. Paulus betont dies immer und immer wieder. Es ist wichtig dies immer wieder zu betonen.

 

Galater 2,16

"Da wir wissen, dass der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus, haben wir [d.h. die Juden] auch an Christus Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden und nicht aus Gesetzeswerken, weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt wird."

 

Hier sieht man, wie stark dies hervorgehoben wird!

 

Was sind nun die angemessenen Werke des Glaubens? Was ist der wahre Ausdruck des Glaubens? Hier eine ganz einfache Antwort. Sie steht im Römer 8,3-4:

 

"Denn was dem Gesetz unmöglich war — weil es durch das Fleisch kraftlos war…"

 

Paulus betont hier, dass mit dem Gesetz an sich alles in Ordnung ist. Es ist vollkommen. Das Problem steckte in uns, in unserer fleischlichen Natur.

 

"3 Denn was dem Gesetz unmöglich war - weil es durch das Fleisch kraftlos war -, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, 4 damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist."

 

Die brennende Frage ist also: Was ist die "vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit"? Was ist es, was wir tun müssen? Wir brauchen uns nicht an das Gesetz des Mose zu halten. Wir brauchen uns nicht einmal an das Gesetz der Baptisten zu halten. Aber wir müssen uns an die "vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit" halten. Was ist damit gemeint? Man kann es in einem Wort zusammenfassen: Liebe. Das ist sehr leicht zu sagen, aber nicht immer leicht zu befolgen.

 

Paulus sagt in Römer 13,8-10 (und es gibt noch viele andere Bibelstellen mit einer ähnlichen Aussage):

 

"8 Seid niemand etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn die Gebote: "Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst nicht begehren" - und welches andere Gebot es noch gibt -, werden zusammengefasst in diesem Wort, nämlich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes."

 

Es ist also ganz einfach. Liebe ist alles, was wir tun müssen. Eines unserer Probleme besteht darin, dass wir uns von diesem Thema haben ablenken lassen und uns so sehr mit vielen sekundären Dingen beschäftigen, die vielleicht wichtig sind, aber ohne Liebe sind sie absolut ineffektiv.

 

Hier noch eine andere Bibelstelle:

 

1. Timotheus 1,5-6

"5 Das Endziel des Gebotes aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. 6 Davon sind einige abgeirrt und haben sich unnützem Geschwätz zugewandt…"

 

Wir müssen uns also die Frage stellen: Was bringen wir in den Leuten hervor? Bringen wir Liebe in ihnen hervor? Wenn nicht, dann sind es leere Worte, dann ist es unnützes Geschwätz, dann ist es Zeitverschwendung.

 

Oft werden unzählige Stunden in Gemeinden damit verschwendet, die Menschen alle möglichen Dinge zu lehren, die keine Liebe hervorbringen. Und oft sind wir Christen bei den Ungläubigen nicht gerade bekannt dafür, besonders liebevoll zu sein. Stimmt's? Ja, so ist es. Es ist bemerkenswert. Die Ungläubigen wissen viel besser als die Gläubigen, wie wir sein sollten! Ihre Sicht der Dinge ist objektiv, unsere Sicht der Dinge ist gefärbt.


Quellen:

Mein besonderer Dank geht an den Internationalen Bbellehrdienst für die Bereitstellung der entsprechenden Botschaft.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

 1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen und Amen