Häufig gestellte Fragen zum Gebet und Beten


1. Petrus 3,15

...Und seid jederzeit bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch auffordert, Auskunft über die Hoffnung zu geben, die euch erfüllt


 

INHALT

■ Sollte man Gott im Gebet formell oder informell ansprechen?

■ Wie sollte man Gott im Gebet ansprechen? Mit Gott, Vater, HERR oder anders?

■ Wie lange sollte man beten und ist das wichtig?

■ Muss man beim Beten etwas spüren? Warum fühlt sich das Gebet manchmal an, als würde man ins Leere sprechen?

■ Warum fällt es manchmal „schwer“ zu beten?

■ Warum hat man das Gefühl, dass man Familie, Freunde usw. vernachlässigt, wenn man „vergisst“, für sie zu beten?

■ Was ist, wenn man keine Lust zum Beten hat?

 

■ Wie kann ich für Nichtchristen beten?

■ Wie kann ich für meinen Ehepartner beten?

■ Wie kann man für seine Kinder beten, die noch nicht errettet sind?

■ Wie kann man für seine Gemeinde beten?

■ Wie kann man für Kranke und Sterbende beten?

■ Wie kann man für die Welt beten?

 

■ Was mache ich, wenn Gott mein Gebet nicht erhört?

■ Warum möchte Gott, dass man betet?

■ Was ist das Beten „in Jesu Namen“?

■ Wann sagt man im Gebet „Amen“ und wann „im Namen Jesu Christi Amen“?

■ Gibt es Gebete, die Gott nicht hören möchte?

■ Welche Körperhaltung sollte man beim Beten einnehmen?

 

■ Was heißt „Durchbeten”, damit meine Gebete bei Gott ankommen?

■ Kann man wiederholt für das gleiche Anliegen beten, oder sollte man nur einmal darum bitten?

■ Sind die Gebete mancher Menschen wirksamer?

 

■ Was ist Fürbitte? Was ist das Fürbittgebet?

■ Wie bete ich richtig das Sprachengebet? Gibt es einen Unterschied zwischen Beten in neuen Zungen und Sprachengebet?

 

■ Soll oder darf man direkt zum Heiligen Geist beten oder sprechen?

▪︎ Was ist die Rolle des Heiligen Geistes bei unseren Gebeten

▪︎ Was heißt es „im Geist“ zu beten

 

■ Kann der Satan meine Gedanken lesen? Belauscht er meine Gebete?

 

 

Relevante Fragen zum Gebet und Beten werden durch das gesamte Zeugnis der Bibel beantwortet. Hier sollen immer wieder gestellte Fragen bezüglich des Gebets und des Betens beantwortet werden.

 

Sollte man Gott im Gebet formell oder informell ansprechen?

Es gibt keine besondere Sprache für das Gebet. Gott erhört uns nicht aufgrund dessen, was wir sagen oder wie wir es sagen, sondern aufgrund von Jesu Tod und Auferstehung für uns persönlich.

 

Die Sprache, die wir verwenden, um zu den Menschen zu sprechen, hängt davon ab, an wen wir uns wenden, in welcher Beziehung wir zu ihnen stehen und wie die Umstände sind, unter denen wir zu ihnen sprechen.

 

Das Gebet Jesu bezieht sich auf Gott als „Vater unser im Himmel“ (Mt 6,9), was uns sowohl an Gottes Nähe als vollkommener, liebender Vater, der seinen Sohn gesandt hat, um für uns zu sterben, als auch an seine große Heiligkeit erinnert, weil er „im Himmel“ thront. Durch Jesus ist beides auf wunderbare Weise wahr. Gott ist unser Vater, der seine ganze himmlische Macht zu unserem Wohl einsetzt. Zu verschiedenen Zeiten können Ihre Worte im Gebet einen Aspekt mehr betonen als den anderen, je nachdem, womit man konfrontiert ist.

 

Wie sollte man Gott im Gebet ansprechen? Mit Gott, Vater, HERR oder anders?

In der Bibel werden wir ermutigt, Gottes Namen anzurufen (1Mo 4,26; Röm 10,13). In der Bibel gibt es viele Namen und Titel für Gott, und jeder betont bestimmte Aspekte dessen, wer und was er ist. „Der HERR, der Allmächtige“ erinnert uns an seine Macht und Majestät. „Vater“ erinnert uns an seine Fürsorge und Vertrautheit.

 

Unter den vielen Namen und Titeln für Gott in der Bibel gibt es keinen „richtigen“ oder „falschen“, den man im Gebet verwenden sollte, aber „unser Vater im Himmel“ oder „Vater“ ist eine gute Richtlinie. Mach dich mit den verschiedenen Namen und Titeln Gottes vertraut? Das wird helfen, Gott besser kennen zu lernen. Verwende dann die Namen und Titel, die dir für das, worüber du beten willst, am passendsten erscheinen, so wie du es auf dem Herzen hast. Wenn man sich zum Beispiel ängstlich fühlt, kann man Gott mit „souveräner HERR“ ansprechen, um sich daran zu erinnern, dass Gott alle Dinge liebevoll und souverän kontrolliert. Wenn man mit Sünde zu kämpfen hat, kann man „Heiliger Gott“ sagen, um sich an Gottes großes Verlangen nach Heiligkeit zu erinnern. Lassen wir Gottes Namen und Titel unser Gebet und Herz prägen.

 

Wie lange sollte man beten und ist das wichtig?

In Beziehungen sagt man manchmal, dass es auf die Qualität und nicht auf die Quantität ankommt. Aber das ist in dem Fall eine falsche Unterscheidung. Normalerweise steigt die Qualität einer Beziehung, wenn eine angemessene Menge an Zeit in sie investiert wurde. Deshalb ist es wichtig, dass man sich Zeit für das Gebet nimmt. Ein rein spontanes Gebetsleben mag großartig erscheinen, wenn das Leben nicht so hektisch ist, aber es wird schnell verdrängt, wenn es im Leben viel zu tun gibt uns stressig wird.

 

Denken wir daran, dass Gott unsere Gebete niemals aufgrund der Dauer des Gebets erhört, und er ist auch nicht zufriedener mit uns, wenn man eine Stunde statt einer Minute betet. Gott erhört Gebete immer nur aufgrund seiner Gnade durch Jesus.

 

Muss man beim Beten etwas spüren? Warum fühlt sich das Gebet manchmal an, als würde man ins Leere sprechen?

Im Hebräerbrief heißt es:

Der Glaube aber ist die Zuversicht auf das, was wir hoffen, und die Gewissheit dessen, was wir nicht sehen“ (Hebr 11,1).

 

Wenn man betet, sieht man Gott nicht physisch. Oberflächlich betrachtet scheint das schwer zu sein. Ist es nicht einfacher und besser, wenn wir die Dinge mit unseren eigenen Augen sehen? Einer der wichtigsten Punkte im Hebräerbrief ist jedoch, dass ein Leben im Glauben besser, sicherer und dauerhafter ist als ein Leben im Schauen, und das alles wegen desjenigen, an den wir glauben – Gott.

 

Auch das Beten kann sich manchmal seltsam anfühlen und so, als ob man in die Luft spricht, aber erinnern wir uns im Glauben daran, dass wir das nicht tun. Wir sprechen zu einem Gott, der real ist und der da ist und der unsere Gebete hört. Wenn diese wunderbare Wahrheit beginnt, unsere Gebete zu durchdringen, dann werden wir durch den Geist beginnen, anders zu empfinden. Es kann wunderbare Zeiten tiefer Intimität mit Gott geben. Zu anderen Zeiten wird sich das Gebet unspektakulär anfühlen, aber das macht es nicht weniger effektiv.

 

Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn aufrichtig anrufen“ (Ps 145,18).

 

Warum fällt es manchmal „schwer“ zu beten?

Hauptverantwortlich sind dafür meist drei Gründe:

 

1. Man weiß nicht, wie man beten soll;

2. Man ist nicht sicher, dass Gebete funktionieren bzw. erhört werden;

3. Der Satan, der darauf aus ist, dass man nicht betet.

 

In Römer 15,30-31 sagt Paulus: „Ich ermahne euch, mit mir zu beten.“ Die beiden Worte „ermahnen“ und „beten“ lassen vermuten, dass das Gebet selbst (sogar für Paulus) Anstrengung erforderte.

 

Gebet kann harte Arbeit sein! Aber denken wir daran: Wenn wir uns bemühen und um ein effektives Gebetsleben ringen, heißt es: „Die Kraft des Gebets liegt im Glauben, dass Gott es hört!“ Gott hört uns, wenn wir beten. Ungeachtet dessen, was der Feind uns erzählen will, funktioniert das Gebet, weil Gott uns hört und erhört, wenn wir in seinem Willen beten!

 

Warum hat man das Gefühl, dass man Familie, Freunde usw. vernachlässigt, wenn man „vergisst“, für sie zu beten?

Weil der Satan ein Ankläger ist und uns Schuldgefühle einreden will. Wenn man für seine Familie und Freunde beten möchte, sollte man sich eine Notiz anlegen, in das man die Menschen einträgt, die einem wichtig sind und für die man regelmäßig beten möchte. Bevor man betet, schaut man kurz hinein und wird so an wichtige Gebetspunkte erinnert.

 

Was ist, wenn man keine Lust zum Beten hat?

Man wird wahrscheinlich nie einen Christen treffen, der gesagt: „Ich glaube, ich bete genug“. Viele Christen tun sich schwer mit dem Gebet. Dafür mag es viele Gründe geben, aber manchmal ist es einfach so, dass wir keine Lust zum Beten haben. Das mangelnde Verlangen ist auch nicht nur auf Faulheit zurückzuführen. Der Grund ist meist in einem viel tieferen Unglauben verwurzelt. Oft haben wir keine Lust zu beten, weil wir nicht wirklich glauben, dass das Gebet uns helfen wird. Wir sind ungläubig, was sich oft darin zeigt, dass wir typischerweise nur als eine Art letzter Ausweg zu beten beginnen. Bevor man eine Leidenschaft für das Gebet kultivieren kann, muss man oft an die Macht des Gebets erinnert werden.

 

Das Gebet ist eines der wichtigsten Mittel, durch das man Gottes souveränen Plan für das eigene Leben und der Heilsgeschichte entdecken kann. Man wird nicht immer Lust zum Beten haben, aber wenn man es tut, geschieht etwas. Jesus sagte: „Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rücke von hier nach dort, und er wird sich bewegen, und nichts wird euch unmöglich sein“ (Mt 17,20). Beachten wir die Beziehung zwischen Glauben und Gebet. Der Glaube gebiert das Gebet. So wie ein neugeborenes Baby zu schreien beginnt, wird dem wiedergeborenen Menschen ein neuer Wunsch nach Gemeinschaft mit Gott durch das Gebet zuteil. Und doch dämpft die Schwäche unseres Fleisches (dieselbe Schwäche, die Jesu Jünger vom Gebet abhielt; Mt 26,41) oft den Wunsch zu beten. Diese Schwäche, zusammen mit dem Regen der Lebensumstände, kann unser Gebetsleben völlig auslöschen.

 

Wie kann ich für Nichtchristen beten?

Oft hört man: Ich habe einen nicht-christliche(n) Freund(in), der/die mich hin und wieder bittet, für ihn/sie zu beten. Ich weiß, auch wenn er/sie es nicht weiß, dass sie vor allem die rettende Erkenntnis von Jesus Christus benötigen. Sollte ich also mit ihm/ihr und für gute, aber weniger wichtige Dinge beten? Schließlich hat Jesus gesagt: „Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und sich selbst verliert oder einbüßt?“ (Lk 9,25).

 

Wenn Nichtchristen uns bitten, für sie zu beten, fühlen wir uns manchmal hin- und hergerissen. Einerseits wissen wir, dass Gott unsere Gebete um Führung, Hilfe und zeitliche Barmherzigkeit auf eine Weise erhört, wie er es bei ihnen nicht tut. In Sprüche 15,29 heißt es: „Der Herr ist fern von den Gottlosen, aber er hört das Gebet der Gerechten.“ Wir wollen nicht das verhindern, was Gott in ihrem Leben durch Prüfungen tun könnte, und wir wollen nicht für selbstsüchtige Zwecke benutzt werden. Andererseits freuen wir uns nicht über das Leid anderer, und wir wollen, dass unsere nichtchristlichen Freunde die Macht Gottes erkennen und sich ihm im Glauben zuwenden. Was sollten man also tun und wie sollte man beten?

 

Die Antwort finden wir, wenn wir erkennen, dass wir nicht zwischen ihrer Bitte und unserem Wunsch nach ihrer Umkehr und ihrem Glauben wählen müssen. Wir können darauf vertrauen, dass Gott unsere Gebete in seiner vollkommenen Weisheit und zu seiner endgültigen Herrlichkeit beantwortet.

 

Wie kann ich für meinen Ehepartner beten?

Das Gebet für unseren Ehepartner verbindet die beiden wichtigsten Beziehungen in unserem Leben: unseren Bund mit Gott und unseren Bund mit unserem Ehepartner. Diese beiden Bündnisse sind die Grundlage der Schöpfung vor dem Sündenfall, und insbesondere der Ehebund ist das wichtigste Beispiel für das Verständnis eines Großteils der Erlösungsgeschichte (Eph 5,22-33). Es ist nur angemessen, dass unsere Ehen durch dieselbe Aktivität – das Gebet – gekennzeichnet sind, die auch die Ehe zwischen Christus und der Gemeinde kennzeichnet.

 

Aber so wie der Stolz die Sünde war, die beide Bündnisse von Eden untergrub, so verdreht er auch unsere Gebete für unseren Ehepartner. So oft beginnen unsere Gebete für den Ehepartner damit, was wir an ihm ändern wollen. Aber die Bibel lehrt, dass wir den größten Einfluss auf die Heiligung im Leben unseres Ehepartners haben. Ein Ehemann, der für seine Frau betet, dass sie von einem Mann geliebt wird, der sein Leben lang in der Heiligkeit wächst, betet ein gutes Gebet und ist seine eigene Antwort. Die größte Antwort, die Gott geben kann, wenn wir für unseren Ehepartner beten, kann darin bestehen, uns zu verändern, nicht ihn oder sie.

 

Aber es gibt einen Ort, an dem wir überlegen können, was wir konkret für unseren Ehepartner beten können. 2. Petrus 3,18 ist ein guter Anfang: „Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus“. Beten wir dafür, dass unsere Ehepartner in der Gnade Jesu wachsen, dass Umkehr und tiefe Freude am Evangelium sein Leben prägen. Beten wir, dass unsere Ehepartner Jesus immer besser kennenlernen, dass ihr Bibelstudium zu Hause ihm oder ihr mehr Wahrheit über unseren großen Erlöser offenbart.

 

Wie kann man für seine Kinder beten, die noch nicht errettet sind?

Das Gebet für unsere Kinder ergibt sich von selbst, wenn wir verstehen, dass Gott uns selbst als abhängige Geschöpfe geschaffen hat, die auf den HERRN angewiesen sind. Gott hat unsere Herzen mit dem unstillbaren Wunsch ausgestattet, mit ihm zu kommunizieren. Obwohl uns das Gebet nicht immer leicht fällt, können wir, deren Herzen durch den Heiligen Geist erneuert wurden, nicht anders, als immer wieder zu unserem himmlischen Vater zu gehen, um ihm zu danken, ihn zu loben und um seine Hilfe zu bitten.

 

Wir wollen, dass unsere Kinder Gott kennenlernen und die Freude der Gemeinschaft mit ihm erfahren. Wir wollen, dass sie wiedergeboren werden – aber das können wir nicht aus eigener Kraft tun, denn nur der Heilige Geist hat die souveräne Gnade und Macht, unsere Kinder zu retten. Zu diesem Zweck können wir für unsere Kinder beten, auch wenn sie noch im Mutterleib heranreifen. Wir können vor allem darum beten, dass Gott ihre Herzen in souveräner Weise zu neuem Leben in Jesus Christus erweckt. Wir können dafür beten, dass unsere Kinder Gott vertrauen, Gott lieben, das Wort Gottes lieben und ihm gehorchen, Gott ihre Sünden bekennen, Gott anbeten und ihr ganzes Leben lang mit Gott in Verbindung stehen. Wir können beten, dass Gott ihnen Demut, Weisheit, Unterscheidungsvermögen, Ehre, Integrität, Liebe und Gnade in allen Lebensbereichen schenkt. Wir können beten, dass sie ihr ganzes Leben lang Gott vertrauen und ihm folgen, dass sie nie eine Zeit kennen, in der sie Gott nicht vertraut haben, und wir können beten, dass sie große Zeugnisse eines Lebens haben, das im Vertrauen auf Gott und in seiner Nachfolge gelebt wurde.

 

Wie kann man für seine Gemeinde beten?

Um zu wissen, wie man am besten für seine Gemeinde beten kann, sollte man bedenken, wie Jesus Christus für seine Gemeinde betet. Was Christus für sein Volk erbittet, sollte sein Volk für sich selbst erbitten. Daher kann das Gebet Jesu in Johannes 17 als Vorlage für die Gebete der eigenen Gemeinden hilfreich sein.

 

Es ist bemerkenswert, dass das Gebet Jesu geistlicher Natur ist. Das mag offensichtlich klingen, da jedes Gebet „geistlich“ sein sollte.

 

Viele E-Mail-Gebetsketten sind voll von gesundheitlichen und finanziellen Gebetsanliegen. Natürlich sollte man die Bedeutung dieser Bedürfnisse nicht vernachlässigen (Phil 4,6) und man sollte für zeitliche Bedürfnisse beten, sofern sie geistlichen Zielen dienen. Vielleicht kann die Betrachtung einiger Punkte in Johannes 17 diese Forderung unterstützen.

 

Beharrlichkeit: Beten wir, dass niemand in der Gemeinde abweicht, dass die Gemeindefamilie zu denen gehört, von denen Christus gesagt hat, dass er keinen einzigen verlieren wird (Joh 17,11.23; vgl. Joh 10,28).

 

Freude: Beten wir um Freude, die voll, anhaltend, mitteilbar und auf Gott ausgerichtet ist (Joh 17,13; vgl. Ps 16,11; 21,6).

 

Schutz: Beten wir um Schutz vor der Welt, dem Fleisch und dem Satan, der versucht, die Schafe in die Irre zu führen (Joh 17,15).

 

Heiligung: Beten wir dafür, dass unsere Gemeinde in Heiligkeit und geistgewirktem Einklang mit Christus abgesondert wird (Joh 17, 17).

 

Wie kann man für Kranke und Sterbende beten?

Wenn man Menschen mit Schmerzen sieht, will man in aller Regel nach helfen. Wir wollen alles besser machen. Das ist eine gute Eigenschaft, die einen guten Schöpfergott widerspiegelt.

 

Wenn Jesus Menschen begegnete, die mit Krankheiten zu kämpfen hatten, heilte er sie oft durch seine heilende Hand. Sein Leben und seine Verkündigung versprachen eine neue Schöpfung, in der es keinen Schmerz, keine Angst und keine Tränen geben wird. Doch das war nur ein Vorgeschmack. Diejenigen, die er heilte, starben immer noch; ihre vorübergehende Heilung wies auf eine vollständige und endgültige Erneuerung hin, die noch nicht gekommen ist.

 

Es ist verständlich, dass die Nachfolger Jesu Hoffnung und vollständige Heilung verkünden und anbieten wollen. Doch dieser gute Instinkt kann leicht in die Irre gehen. Manchmal können wir, auch wenn hinter diesem Impuls gute Absichten stehen, diejenigen, die leiden, wirklich verletzen.

 

Zunächst einmal sind wir nicht Jesus. Wir können und sollten für körperliche Heilung beten. Gott ist immer noch der große Arzt des Körpers und der Seele, und er bleibt hierin aktiv. Ja, Gott heilt heute noch!

 

Aber was geschieht, wenn eine schwere Krankheit nicht geheilt wird? Was geschieht, wenn die chronischen Schmerzen nicht verschwinden? Warum ist die körperliche Heilung oft das Einzige, worauf wir unsere Gebete konzentrieren?

 

Wie kann man für die Welt beten?

Die weltweite Gemeinde und die Welt mögen ein seltsames Paar sein, für das man beten sollte, aber die geistliche Beziehung zwischen ihnen sagt, dass wir kaum für das eine beten können, ohne für das andere zu beten. Die Gemeinde stammt aus der Welt und ist nicht von ihr (Joh 17,6), aber trotz ihrer radikalen Verschiedenheit und des Widerstands der Welt gegen ihre Botschaft (Joh 17,14) kann die Gemeinde ihren Auftrag nur in der Welt erfüllen (Joh 17,15.18). Die Welt kann nicht ohne die Gemeinde gerettet werden, denn Gott hat die Gemeinde als sein Werkzeug zur Verkündigung des Evangeliums erwählt (vgl. Röm 10,13). 

 

Unsere Gebete für die Gemeinde sollten sich, wie die Gebete in der Bibel, auf das konzentrieren, was die Gemeinde braucht, um ihren Auftrag treu zu erfüllen: die Erkenntnis des dreieinigen Gottes in seiner ganzen Größe und das Heil, das in Jesus Christus in seiner ganzen Herrlichkeit und Fülle zu finden ist (vgl. Eph 1,15-23; Kol 1,12); Treue in Prüfungen (Offb 2,10); eine treue, klare und bereitwillige Verkündigung des Evangeliums (2Tim 4,2); und ein Lebensstil (Mt 5,16) und eine Einheit (Joh 17,20-21), welche die Botschaft des Evangeliums nicht untergraben.

 

Diejenigen von uns, die nicht unter Verfolgung leben, sollten besonders für diejenigen beten, die um ihres Glaubens willen leiden (Hebr 13,3). Schließlich stehen alle diese Bitten im Einklang mit dem Endziel der Gemeinde, der Herrlichkeit des dreieinigen Gottes (Eph 3,20-21).

 

Was mache ich, wenn Gott mein Gebet nicht erhört?

Manchmal beten wir für eine Veränderung in unserem Leben oder dem Leben von geliebten Menschen, und doch passiert nichts. Wir tun, was wir können, doch Gott scheint zu schweigen. Aus unserer Sicht sieht es so aus, als würden unsere Gebete auf taube Ohren stoßen. Sollen wir überhaupt weiter beten? Wie kann ich eine Erhörung von Gott auf meine Gebete bekommen?

 

Jesus spricht diese wichtigen Fragen in zwei Gleichnissen an.

 

1. Das Gleichnis vom Freund in Not (Lk 11,5-13)

Nachdem Jesus seinen Jüngern das Vaterunser beigebracht hat, fährt er mit einer lehrreichen Geschichte von einem Mann fort, der spät abends bei einem Freund Essen erbittet, weil er unerwartet Besuch bekommen hat. Jesus sagt, dass dieser Mann von seinem Freund erhält, was er benötigt, und zwar nicht, weil dieser Freund so großzügig ist, sondern einfach, weil der Mann so penetrant darum bittet.

 

Die Lektion: Gott, der weitaus großzügiger ist als der Freund, wird unsere Bedürfnisse noch viel eher stillen, wenn wir nur beharrlich darum bitten.

 

2. Das Gleichnis von der hartnäckigen Witwe (Lk 18,1-8)

„Er [Jesus] sagte ihnen aber auch ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, dass es nötig ist, allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden“ (V. 1). In diesem Gleichnis kommt eine Witwe jeden Tag wieder und will, dass der ungerechte Richter ihr zu ihrem Recht verhilft. Auch wenn dem Richter die Probleme der Frau egal sind, ist er es leid, von ihr belästigt zu werden, so dass er ihr zu ihrem Recht verhilft.

 

Die Lektion: Wenn selbst ein ungerechter Richter penetranten Anträgen nachgeht, wie viel mehr wird dann erst Gott, der gerecht ist und um uns besorgt ist, uns in unserem Leben Gerechtigkeit verschaffen, wenn wir ihn nur immer weiter darum bitten.

 

Die Bibel stellt an uns gewisse Bedingungen, die es zu erfüllen gilt, wenn man sich im Gebet an Gott wenden will, damit Gebete auch erhört werden.

 

Überprüfe die Liste der Voraussetzungen der Gebetserhörung und korrigiere die falsche Gebetshaltung. Bleib beharrlich, während du darauf wartest, dass Gott dir antwortet. Bete und gib nicht auf.

 

Römer 12,12

„Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!“

 

Man muss jedoch auch anerkennnen, dass es gewisse Gebete geben muss, die nicht erhört werden. Dies liegt daran, dass Gott seine eigenen, weisen Pläne für die Zukunft verborgen hält, und obgleich Menschen beten, werden viele Ereignisse nicht vor der Zeit geschehen, die Gott selbst festgelegt hat. Die Juden beteten jahrhundertelang dafür, dass der Messias kommen möge, und zwar völlig zu Recht, doch erst als „die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn“ (Gal 4,4). Es ist klar, dass es lange Perioden der Verzögerung geben kann, während denen Gebete unerhört bleiben, weil die betenden Menschen die weise Zeitplanung Gottes nicht kennen.

 

Manches Gebet wird auch unerhört bleiben, weil wir nicht immer wissen, wie wir beten sollen, wie es sich gebührt (Röm 8,26), wir nicht immer nach dem Willen Gottes beten (Jak 4,3) und wir nicht immer im Glauben bitten (Jak 1,6-8). Und manchmal denken wir, dass eine bestimmte Lösung am besten sei, doch Gott hat einen besseren Plan, sogar wenn er darin besteht, dass sein Ratschluss durch mancherlei Leiden und Entbehrungen erfüllt wird. Joseph bat zweifellos ernstlich darum, aus der Grube befreit zu werden und vor dem Abtransport in die Sklaverei in Ägypten errettet zu werden (1Mo 37,23-36), doch viele Jahre später fand er heraus, wie Gott in allen diesen Ereignissen „gedachte es gut zu machen“ (1Mo 50,20).

 

Wenn Gebet dauerhaft nicht erhört wird, müssen wir weiter Gott vertrauen, der uns „alle Dinge zum Guten mitwirken“ lässt (Röm 8,28), und unsere Sorgen auf ihn werfen, in dem Wissen, dass er beständig für uns sorgt (1Petr 5,7). Wir müssen uns ständig daran erinnern, dass er uns für jeden Tag genügend Kraft geben wird (5Mo 33,25) und dass er verheißen hat: „Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen“ (Hebr 13,5 i.V.m. Röm 8,35-39).

 

Manchmal jedoch werden Gebete in diesem Leben unbeantwortet bleiben. Bisweilen wird Gott jene Gebete erhören, nachdem der Gläubige gestorben ist. Zu anderen Zeiten wird er dies nicht tun, aber selbst dann werden der in jenen Gebeten zum Ausdruck gebrachte Glaube und ihre zutiefst empfundenen Ausdrücke der Liebe zu Gott und dem Volk, das er geschaffen hat, dennoch wie ein angenehmer Weihrauch vor Gottes Thron aufsteigen (Offb 5,8; 8,3-4), und sie werden „zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi“ führen (1Petr 1,7).

 

Was ist, wenn Gott „Nein“ sagt? Jeder, der das Gebet zu einem Teil seines Lebens gemacht hat, weiß, dass man nicht alles bekommt, worum man im Gebet bittet. Gott entscheidet, wie und ob er Gebete beantwortet - und manchmal ist die Antwort auch Nein. „Nein“ ist eines der kürzesten Wörter und eins, mit dem man sich am schwersten abfinden kann. Doch was heißt Gottes „Nein“? Oft heißt sein „Nein“ nicht „auf gar keinen Fall“ oder „vergiss es“ sondern vielmehr: „Nein, ich habe etwas Besseres im Sinn.“ Gottes Antworten sind weiser als unsere Gebete.

 

Bibelstellen: (5Mo 3,23-27; 2Sam 7; Joh 11; 2Kor 12,7-10; Mt 26,36-42; Mk 14,32-36;

Lk 22,39-44; Joh 18,11)

 

Warum möchte Gott, dass man betet?

Das Gebet wird nicht gesprochen, damit Gott herausfinden kann, was man benötigt; Jesus sagt: „Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet“ (Mt 6,8). Gott möchte, dass man betet, weil das Gebet unser Vertrauen auf Gott zum Ausdruck bringt und ein Mittel ist, durch das unser Vertrauen auf ihn zunehmen kann.

 

1. Vertrauen

In der Tat legt die Bibel in ihrer Lehre über das Gebet den vielleicht größten Nachdruck darauf, dass man im Glauben bitten sollen, womit Vertrauen auf oder Abhängigkeit von Gott gemeint ist. Gott als unser Schöpfer erfreut sich daran, wenn wir als seine Geschöpfe ihm vertrauen, denn eine Haltung der Abhängigkeit ist für die Beziehung des Geschöpfes zum Schöpfer höchst angemessen und notwendig. Beten in demütiger Abhängigkeit deutet auch an, dass wir wirklich von der Weisheit, Liebe, Güte und Macht Gottes überzeugt sind - mithin von allen Eigenschaften, die seinen vortrefflichen Charakter ausmachen. Wenn wir wahrhaft beten, treten wir als Personen, in der Gesamtheit unseres Charakters, in Beziehung zu Gott als einer Person, in der Gesamtheit seines Charakters. Folglich kommt alles, was wir über Gott denken oder meinen, in unserem Gebet zum Ausdruck. Es ist nur natürlich, dass Gott sich an einer solchen Aktivität erfreut und in seiner Beziehung mit uns einen großen Nachdruck darauf legt. 

 

Die Bibel betont viele Male die Notwendigkeit, dass wir Gott vertrauen, wenn wir beten. Beispielsweise vergleicht Jesus unser Gebet mit einem Sohn, der seinen Vater um einen Fisch oder ein Ei bittet (Lk 11,9-12), und dann fährt er fort: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!“ (Lk 11,13.) So wie Kinder auf ihre Väter vertrauen, die für sie sorgen sollen, erwartet Gott von uns, im Gebet zu ihm aufzublicken und alles von ihm zu erbitten. Weil Gott unser Vater ist, sollten wir im Glauben bitten. Jesus spricht: „Und alles, was ihr glaubend erbittet im Gebet, das werdet ihr empfangen“ (Mt 21,22; vgl. Mk 11,24; Jak 1,6-8; 5,14-15).

 

2. Gemeinschaft

Aber Gott möchte nicht nur, dass wir ihm vertrauen. Er möchte auch, dass wir ihn lieben und Gemeinschaft mit ihm haben. Dies ist also ein zweiter Grund, weshalb Gott möchte, dass wir beten: Das Gebet bringt uns in eine tiefere Gemeinschaft mit Gott hinein, und er liebt uns und erfreut sich an unserer Gemeinschaft mit ihm. 

 

3. Mit Gott zusammenzuarbeiten

Ein dritter Grund, weshalb Gott möchte, dass wir beten, ist die Tatsache, dass Gott im Gebet uns als Kreaturen erlaubt, an Aktivitäten beteiligt zu sein, die von ewiger Bedeutung sind. Wenn wir beten, wird das Werk des Reiches Gottes fortgesetzt. In dieser Weise gibt uns das Gebet die Gelegenheit, in einer bedeutsamen Weise an dem Werk des Reiches Gottes beteiligt zu sein, und dadurch bringt es unsere Größe als Geschöpfe zum Ausdruck, die im Bild Gottes geschaffen worden sind.

 

Was ist das Beten „in Jesu Namen“?

Jesus sagt: „Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun“ (Joh 14,13-14). Er sagt auch, dass er seine Jünger erwählte, „dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet“ (Joh 15,16), Ebenso sagt er: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was auch immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben! Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen gebeten: bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude völlig wird“ (Joh 16,23-24; vgl. Eph 5,20). Aber was bedeutet dies?

 

Es bedeutet eindeutig nicht einfach, dass man den Ausdruck „in Jesu Namen“ an jedes Gebet anhängen sollte, denn Jesus sagte nicht: „Was auch immer ihr bittet und dazu die Worte „in Jesu Namen“ nach eurem Gebet hinzufügt, werde ich tun.“ Jesus spricht nicht bloß über das Hinzufügen bestimmter Worte, als ob diese eine Art Zauber- oder Garantieformel wären, die unseren Gebeten Kraft verleihen würde. Tatsächlich ist in keinem der in der Bibel aufgezeichneten Gebete der Ausdruck „in Jesu Namen“ am Ende zu finden (vgl. Mt 6,9-13; Apg 1,24-25; 4,24-30; 7,59; 9,13-14; 10,14; Offb 6,10; 22,20).

 

Im Namen von jemandem zu kommen, bedeutet, dass eine andere Person uns befugt hat, kraft ihrer Vollmacht zu kommen, nicht kraft unserer eigenen. Als Petrus dem Gelähmten befiehlt: „Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, steh auf und geh umher“ (Apg 3,6), spricht er mit der ihm von Jesus verliehenen Vollmacht, nicht mit seiner eigenen Vollmacht. Als die Mitglieder des Hohen Rates die Jünger fragen: „Durch welche Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan?“ (Apg 4,7), fragen sie eigentlich: „In wessen Vollmacht tut ihr dies?“ Als Paulus einem unreinen Geist „im Namen Jesu Christi“ gebietet (Apg 16,18), macht er damit deutlich, dass er dies in der Vollmacht Jesu tut, nicht in seiner eigenen. Als Paulus das Gericht „im Namen unseres Herrn Jesus Christus“ (1Kor 5,4) über ein Gemeindemitglied ausspricht, das sich der Unsittlichkeit schuldig gemacht hat, handelt er in der Vollmacht des Herrn Jesus. Das Beten im Namen Jesu ist daher das Gebet aufgrund der Bevollmächtigung durch ihn.

 

In einem weiteren Sinne stand der „Name“ einer Person in der antiken Welt für die Person selbst und daher auch für ihren ganzen Charakter. Einen „guten Namen“ (Spr 72,1, Pred 7,1) zu haben hieß, einen guten Ruf zu haben. Somit repräsentiert der Name Jesus alles, was er ist, seinen ganzen Charakter. Dies bedeutet, dass das Beten „in Jesu Namen“ nicht nur das Beten in seiner Vollmacht ist, sondern auch das Beten in einer Weise, die im Einklang mit seinem Charakter steht, der ihn wahrhaft repräsentiert und seine Lebensweise und seinen heiligen Willen widerspiegelt. In diesem Sinne kommt das Beten in Jesu Namen der Idee des Betens „nach seinem Willen“ (1Joh 5,14-15) nahe.

 

Aber in Wirklichkeit geht es beim Beten im Namen Jesu mehr um Hingabe als ums „Senden“. Wenn man im Namen Jesu betet, erkennt man an, dass Jesus der Grund ist, warum man überhaupt in die Gegenwart Gottes treten und seine Bitte äußern kann. Im Namen Jesu zu beten bedeutet, das Opfer, das Jesus für einen persönlich vollbracht hat, demütig anzuerkennen; und seine Gerechtigkeit als unsere eigene anzunehmen, was uns Zugang im Glauben zu Gott verschafft.

 

Bedeutet dies, dass es verkehrt wäre, die Formulierung „in Jesu Namen“ am Ende unserer Gebete hinzuzufügen? Es ist nicht verkehrt, solange man versteht, was damit gemeint ist, und weiß, dass es nicht notwendig ist, dies zu tun.

 

Wann sagt man im Gebet „Amen“ und wann „im Namen Jesu Christi Amen“?

Der Begriff „Amen“ bedeutet „wahrhaftig“, „treu“, „zuverlässig sein“ oder auch „so sei es“. In Johannes 14,13 sagt Jesus: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf dass der Vater verherrlicht werde im Sohn.“

 

Es ist falsch zu denken, dass Gott jedes Gebetsanliegen an Ihn gewährt, das mit den Worten „in Jesu Namen“ oder „im Namen Jesu“ endet, weil es sich hierbei nicht um eine „magische Wortformel“ handelt.

 

Wenn man „im Namen Jesu“ betet, bedeutet das, dass man mit der Autorität Jesu betet und Gott, den Vater bittet, auf das Gebet entsprechend zu handeln, weil man im Namen Seines Sohnes Jesus im Gebet zu Ihm kommt. „Im Namen Jesu“ zu beten, bedeutet gemäß Gottes Willen zu beten, weil Jesus immer den Willen des Vaters tut.

 

Johannes 6,38

„Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“

 

1. Johannes 5,14-15

„14 Und das ist die Zuversicht, mit der wir vor ihm reden: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. 15 Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben.“

 

Wenn man nun am Ende eines Gebets „Amen“ sagt, bittet man Gott, es so geschehen zu lassen, wie man nach Seinem Willen erbeten hat.

 

Wie kann man in jedem einzelnen Fall den Willen Gottes erkennen? Hierzu kann man im Allgemeinen sagen, dass uns Gottes Willen in der Bibel offenbart ist. Deshalb sollten wir Gottes Wort oft studieren, damit wir wissen, was Gottes Wille ist und wie wir verständiger und einsichtsvoller beten können.

 

Wenn man betet, so sollte man dies in der Gewissheit tun, dass Gott seine Treue durch seinen Sohn Jesus Christus bereits gezeigt hat. Zugleich gilt, dass Christus selbst das Gebet seiner Nachfolger mitträgt.

 

2. Korinther 1,19-20

„19 Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern das Ja war in ihm. 20 Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre“

 

In Christus ist das Ja! Alle Verheißungen Gottes finden ihre sichere Erfüllung, ihr Ja, in Christus. Hierzu gibt man seine Zustimmung, indem man im Gebet „Amen“ sagt.

 

Gibt es Gebete, die Gott nicht hören möchte?

Ja, es gibt einige Arten von Gebeten, die Gott nicht hören will, wie zum Beispiel Gebete von Götzenanbetern (Hes 8,18), Gebetsanliegen von Menschen, die an Gott zweifeln (Jak 1,6-7) und Gebete derjenigen, die sich weigern, Gottes Gesetz zu beachten (Spr 28,9, Sach 7,11-13).

 

Welche Körperhaltung sollte man beim Beten einnehmen?

Vorab: Die Körperhaltung ist für die Effektivität eines Gebetes nicht entscheidend.

 

Wenn man einen Blick in die Bibel wirft, kann man feststellen, dass Gottes Volk beim Beten unterschiedliche Positionen einnimmt. Es gibt keine biblisch vorgeschriebene Körperhaltung für das Gebet. Bestimmte Körperhaltungen können jedoch eine nützliche Hilfe beim Gebet sein, da sie helfen, Ehrfurcht und Demut auszudrücken, wenn man Gott im Gebet begegnet.

 

In einer Gesellschaft, welche die freie Meinungsäußerung schätzt und die Bindungen an alte Sitten, einschließlich biblischer Werte, Traditionen und Praktiken, ablehnt, hat eine zielgerichtete Haltung keine hohe Priorität. Doch Jünger Jesu Christi verstehen die Bedeutung und das große Privileg, im Gebet vor den heiligen und gerechten Gott zu treten. Daher sollte man bei der Kommunikation mit Gott darüber nachdenken, wie sich die eigene Körperhaltung auf das eigene Gebete auswirkt. Entscheidend ist, dass man mit dem Herzen demütig vor Gott kniet.

 

• Sitzend; David (2Sam 7,18)

• Stehend; Salomo (1Sam 1,26f; 1Kön 8,22; auch Mk 11,25)

• Kniend; Petrus (Apg 9,40; Eph 3,14; mit ausgebreiteten Händen 1Kön 8,54; Dan 6,11; Lk 22,41)

• In Richtung Jerusalem; Daniel (Dan 6,11)

• Mit Blick nach oben; Jesus (Joh 11,41)

• Mit zum Himmel erhobenen Händen; Salomo (1Kön 8,22; auch Ps 28,2)

• Mit dem Gesicht zum Boden; Jesus (Mt 26,39; 5Mo 9,25; Jos 7,6; Esr 10,1; Jes 45,14)

• Leise flehend (Jes 26,16)

• Im Stillen; Hanna (1Sam 1,13)

• Laut; Esra (Esr 10,12)

• Bitterlich weinend; Hiskia (Jes 38,3)

• Unter Tränen; Esra (Esr 10,1; auch Jesus Hebr 5,7)

• Weinend, trauernd, fastend in Sack und Asche (Neh 1,4)

• Voller Freude; Paulus (Phil 1,4)

• Als Gruppe; Gläubige (Apg 1,14)

• Allein; Jesus (Mt 14,23)

• Einstimmig; Gläubige (Apg 4,24)

• Ernsthaft; Paulus, Silas & Timotheus (1Thes 3,10)

• In Verbindung mit einem Opfer (Hi 42,8)

 

Was heißt „Durchbeten”, damit meine Gebete bei Gott ankommen?

„Durchbeten“ bedeutet für manche, solange im Gebet zu verharren, bis man sicher ist, eine Antwort von Gott zu erhalten.

 

Gebet ist dafür da, dass man ein Werkzeug für Gott werden kann, um das zu tun, was er möchte und nicht, dass man Gott dazu bringen kann, das zu tun, was man selbst will, ganz nach dem Motto „wirf oben die Münzen rein und hol dir unten den Schokoriegel raus.“ 

 

Gott hört jedes Gebet, aber er erfüllt nicht alle unsere persönlichen Wünsche. In den abschließenden Worten an seine Jünger versichert uns Jesus im Johannes-Evangelium dreimal, dass Gott unsere Gebete erhören werde (vgl. Joh 14,13-14: 15,7; 16,24) und Jakobus 5,16 sagt, „des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Wenn wir im Sinne Gottes beten und uns mit Seinem Willen eins machen, dann wird er mit dem entsprechenden Timing auch tun, worum wir gebeten haben.

 

Derek Prince war ein „Gebetskämpfer“. Mit dem Begriff bezeichnet man eine Person, die genügend Mut und Zuversicht hat, die Tore des Himmels mit und im Gebet zu bestürmen. Derek wiederholte stets wenn er betete ein erstaunliches Statement, indem er sagte: „Was mich angeht – ich liebe es zu beten und außerdem bekomme ich, wofür ich bete.“ Im ersten Augenblick mag sich diese Aussage in beunruhigender Weise leichtfertig und egoistisch anhören, ja sogar selbstgefällig oder anmaßend, allerdings verspricht uns Gottes Wort selbst diese herrliche Tatsache und Gott wartet nur darauf, dass wir im Gebet zu ihm kommen. Gott möchte, dass wir beten und bekommen, wofür wir beten.

 

Im 15. Kapitel des Lukas-Evangeliums stoßen wir auf ein wunderbares Bild dafür, wie Gott uns willkommen heißt. Es ist die überaus bekannte Geschichte vom verlorenen Sohn, der von zu Hause weggegangen war, sein ganzes Geld verprasst hatte, in echte Schwierigkeiten geraten und schließlich ganz unten angekommen war. Total am Ende, dachte er sich: „Es ist vielleicht besser, wieder nach Hause gehen. Vielleicht nimmt mich mein Vater wieder auf“ (vgl. Lk 15,20). Als er bereit war, umzukehren und nach Hause zu gehen hieß ihn sein Vater als sein Kind willkommen. Das ist ein wunderbares Bild dafür, wie Gott uns annimmt. Er tadelt uns nicht, er schimpft uns nicht aus, er ist nicht hart und abweisend; er ist liebevoll, herzlich und gnädig. Wenn wir so ein Bild von Gott haben, werden wir auch ganz anders beten. Gott gibt willig und großzügig und macht uns keine Vorhaltungen (vgl. Jak 1,5).

 

Jesus kam auf die Erde, um den Vater vor den Menschen zu repräsentieren. Und die Lehre Jesu über Gebet war genauso positiv wie alle anderen seiner Lehren. In der Bergpredigt, in Matthäus 7,7-8, sagt er Folgendes: 

 

„Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden. Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden“

 

Zu beachten sind diese drei positiven Aussagen: Wer bittet, empfängt; wer sucht, findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. In Matthäus 21,22 heißt es: 

 

„Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen.“ 

 

Alles, wofür wir im Glauben beten, werden wir bekommen. In Markus 11,24 sagt Jesus:

 

„Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.“

 

Kann man sich etwas Allumfassenderes vorstellen als diese Aussagen? Es ist so wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass wir empfangen, wenn wir beten. Es kann vielleicht noch eine Zeit dauern, bis wir das auch praktisch erfahren, wofür wir gebetet haben, aber im Glauben empfangen wir das, wofür wir beten, wenn wir beten. Der letztendliche Schlüssel für Gebetserhörungen ist entsprechend seines Willens zu beten, was ein Gebet meint, das in Übereinstimmung mit dem ist, was Gott möchte, und nicht was wir uns wünschen, dass er für uns tun möge.

 

1. Johannes 5,14-15

„14 Und dies ist die Zuversicht [oder Freimütigkeit], die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten 15 Und wenn wir wissen, dass er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben“

 

Kann man wiederholt für das gleiche Anliegen beten, oder sollte man nur einmal darum bitten?

Es ist verwerflich, wiederholt für das gleiche Anliegen zu beten. Solange es gemäß dem Willen Gottes ist (1Joh 5,14-15), bete weiter, bis Gott die Bitte gewährt oder den Wunsch vom eigenen Herzen nimmt.

 

Die beiden Abschnitte in Lukas 18,1-7 sowie Lukas 11,5-13 ermutigen uns zu beten und weiter zu beten! Manchmal möchte Gott, dass wir auf eine Antwort auf unsere Gebete warten, um uns Geduld und Ausdauer zu lehren. Manchmal beten wir für etwas, was für Gott noch nicht der richtige Zeitpunkt für unser Leben ist. Manchmal bitten wir für etwas, das nicht Gottes Wille für uns ist, und Er sagt Nein. Gebet bedeutet nicht nur, dass wir unsere Wünsche Gott präsentieren, sondern dass Gott Seinen Willen unseren Herzen präsentiert.

 

Sind die Gebete mancher Menschen wirksamer?

Wenn man nach der Wirksamkeit der Gebete von Menschen fragt, fragt man eigentlich, ob Gott eher geneigt ist, sie zu beantworten, im Sinne einer positiven Antwort. Das heißt, man will wissen, ob es wahrscheinlicher ist, dass Gott bestimmten Menschen, wie beispielsweise Pastoren oder Ältesten, das gibt, worum sie im Gebet bitten.

 

In gewisser Weise ist die Antwort auf diese Frage offensichtlich: Ja, es ist wahrscheinlicher, dass Gott bestimmten Menschen gibt, worum sie im Gebet bitten. Jakobus sagt uns dies: „Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung“ (Jak 5,16).

 

Die Frage ist nun: Wer ist der Gerechte? Hier liegt die Antwort in gewissem Sinne auf der Hand: Diejenigen, die durch den Glauben mit Christus verbunden sind, gelten als gerecht (2Kor 5,21). Diejenigen, die in Christus gerecht sind, können darauf vertrauen, dass Gott eher geneigt sein wird, ihre Bitten zu erhören. Der ganze Jakobusbrief scheint dies zu bestätigen.

 

Was ist Fürbitte? Was ist das Fürbittgebet?

Fürbitte oder ein Fürbittgebet ist das Eintreten für jemanden, der sich in Schwierigkeiten oder Problemen befindet, das Bitten oder Flehen für seine Sache. Fürbitte ist, kurz gesagt, lediglich der Akt des Betens – die Fürsprache bei Gott – im Namen von jemand anderem als sich selbst. So wie Jesus für seine Jünger und andere Gläubige gebetet hat (Joh 17,6-25), macht die Bibel deutlich, dass alle Christen für andere beten sollen (Joh 17,6-25).

 

Wie bete ich richtig das Sprachengebet? Gibt es einen Unterschied zwischen Beten in neuen Zungen und Sprachengebet?

Für unser Dafürhalten, beschreiben „Beten in neuen Zungen“ und „Sprachengebet“ dasselbe geistliche Phänomen.  In 1. Korinther 14 finden wir eine sehr umfassende Beschreibung der Zungenrede (Sprachengebet) und seine überaus positive geistliche Bedeutung für die Gemeinde und den Beter, aber auch seine problematischen Effekte wenn eine „öffentliche“ Äußerung in Zungen nicht von einer Übersetzung begleitet wird. Das „Sprachengebet“ oder das „predigen in anderen Sprachen“ wird in unmittelbarer Verbindung mit dem Glauben an Jesus (Mk 16,17) und mit der Erfüllung mit dem Heiligen Geist (Apg 2,4) präsentiert.

 

• Das private Beten in neuen Zungen

Wer in Zungen redet, redet eins zu eins mit Gott (1Kor 14,2). Und, obwohl Man doch ahnen kann, was das Herz wären des Sprachengebets bewegt, versteht Man nicht, was man redet! Das ist doch, nach menschlichem Verstand, eine Torheit! Aber für Gott eine kostbare, geheimnisvolle Kommunikation zwischen unserem Geist und Seinem Herzen.

 

• In der Gemeinde bzw. Öffentlichkeit

In Apostelgeschichte 2,1-11 hörte jeder das Reden der neu vom Geist erfüllten Apostel in seiner eigenen Sprache! Man spricht von mindestens 14 verschiedenen Sprachen! In Vers 4 aber, ist es klar, dass die Apostel „in anderen Sprachen“ redeten, „wie der Geist ihnen zu reden eingab“. Gottes Ziel war die verständliche Kommunikation des Evangeliums. Eine Übersetzung einer Zungenrede in der Gemeinde bewirkt das gleiche. Ohne Übersetzung, keine klare Kommunikation. Das erfordert Mut und Glaube vom „Redner“ sowohl als auch vom „Übersetzer“. Aber nur zu! Gott will durch diese Geistesgabe weiterhin mit Seinem Volk reden!

 

Soll oder darf man direkt zum Heiligen Geist beten oder sprechen?

Als Jesus Christus zu seinem Vater zurückging, sagte er seinen Jüngern voraus, dass er den Vater bitten werde und er einen anderen Tröster senden wird. Der Heilige Geist hat im Leben der Menschen eine äußerst wichtige Rolle. Er überführt von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht und wendet die von dem Vater geplante und vom Sohn vollbrachte Errettung bei dem Sünder an. Er ist die dritte Person Gottes in der heiligen Dreieinigkeit. Eine Frage, die oft gestellt wird ist, ob man zum Heiligen Geist direkt beten darf?

 

Hierzu gibt es zwei Ansichten:

 

Man sollte nicht zum Heiligen Geist beten

Eine der Haupteigenschaften des Heiligen Geistes ist es, dass Er die Aufmerksamkeit nie auf Sich selbst lenkt. Hier eine wörtliche Übersetzung einiger Aussagen Jesu in Bezug auf den Heiligen Geist: „… der wird Zeugnis geben von mir“ (Joh 15,26); „… Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden …“ (Joh 16,13); „… denn von dem Meinen wird er‘s nehmen und euch verkündigen“ (Joh 16,14).

 

Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass in der Bibel nicht ein Gebet erwähnt wird, das an den Heiligen Geist gerichtet ist! Das Gebetsmuster, das Jesus Seinen Jüngern gegeben hat, fängt an mit den Worten; „Unser Vater“. Dann fügte Er Sein eigenes Versprechen hinzu: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf dass der Vater verherrlicht werde im Sohn“ (Joh 14,13). Das Ziel und Mittelpunkt allen geistlichen Gebets ist Gott der Vater. Der Dienst des Heiligen Geistes ist es, uns zu helfen, den Vater mit unseren Gebeten zu erreichen – nicht uns ein alternatives Ziel anzubieten. Wir sollen im Geist und nicht zu dem Geist beten (vgl. Eph 6,18).

 

In letzter Zeit sind einige Teile der Gemeinde von diesem geistlichen Muster abgedriftet. Das Augenmerk ist vom Vater und dem Sohn abgewichen und wurde auf den Geist fokussiert. Diese oft unterschwellige Betonnungsänderung hat Gottes Volk geistlichen Gefahren ausgesetzt, die viele gar nicht merken bzw. wahrnehmen. Zwei grundsätzliche Prinzipien darf man nicht aus den Augen verlieren:

 

1. Der Heilige Geist hebt nie das menschliche Ego hervor oder umwirbt es auf irgendeine Weise;

2. Der Heilige Geist lenkt die Aufmerksamkeit nie auf Sich, sondern immer auf Jesus.

 

Wann auch immer diese Prinzipien außer Acht gelassen werden, kann es zwar eine Menge fleischliche Aufregung und emotionelle Selbstverwirklichung geben – aber von echter Heiligkeit wird kaum was zu finden sein. Das gibt Raum für satanische Fälschungen und dämonische Aktivität. So wie beim Heiligen Geist, muss auch unser Augenmerk immer auf Jesus gerichtet bleiben.

 

Der Schlüssel zu effektivem Gebet besteht darin, zu lernen, mit dem Heiligen Geist so verbunden zu sein, dass wir uns Ihm unterordnen können. Dann können wir Ihm die Führung und Wegweisung überlassen; dann kann Er uns inspirieren und stärken und oft wirklich durch uns beten, um immer mehr in eine lebendige Beziehung mit Jesus Christus zu kommen.

 

Es gibt allerdings auch gute biblische Argumente, die dafür sprechen:

 

Man kann und darf zum Heiligen Geist beten

Hier eine ausführlichere Übersicht, warum man zum Geist Gottes beten darf:

 

1. Die Bibel sagt nichts darüber, dass man nicht mit Ihm reden dürfte. Zu der oft gestellten Frage „Wo heißt es in der Bibel, dass man mit dem Heiligen Geist reden darf?“ könnte man auch die Gegenfragen stellen: „Wo heißt es in der Bibel, dass man nicht zum Heiligen Geist sprechen darf? Wo gibt es Beispiele, dass das verboten ist?“ Es gibt keine. Wenn es aber verboten wäre, dann würde das klar in Seinem Wort stehen.

 

2. Weil Er zu uns reden darf – dann doch auch wir zu Ihm! Es wäre auch absurd, wenn man nicht mit dem Heiligen Geist reden dürfte, wo Er doch zu uns reden „darf“.

Wenn ein Vater zu seinem Kind reden darf, dann doch auch das Kind zum Vater!

 

3. Der wichtigste Grund ist: Weil der Heilige Geist eine Person ist. Sogar nicht nur irgendeine Person, sondern Gott selbst:

 

„Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“

(Joh 4,24)

 

Und Er wird auch der „HERR“ genannt – wie der Vater und der Sohn auch.

 

„Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2Kor 3,17)

 

„Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.” (2Kor 3,18)

 

Wenn man wirklich an die Dreieinigkeit glaubt und somit auch, dass der Heilige Geist eine Person ist, dann darf man auch mit Ihm reden. Ansonsten müsste man sich fragen: Warum darf man mit Gott-Vater und Gott-Sohn, aber nicht mit der dritten Person der Dreieinigkeit reden? Das wäre dann ja eine Zweieinigkeit. Man kann Vater, Sohn und Heiliger Geist einfach nicht komplett trennen. Wenn man zu Jesus betet, dann bekommen es die anderen zwei auch mit. Es ist auch nicht nur der Heilige Geist, der in uns Wohnung genommen hat. Sondern auch der Vater und der Sohn. Jesus sagte:

 

„…und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh 14,23)

 

4. Weil Er unser Lehrer ist.

Jesus sagt in Johannes 14, 25-26:

„Dies habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin; der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

 

Und: Es ist normal, einem Lehrer auch Fragen zu stellen oder um Hilfe zu bitten. Er hilft uns z.B. auch beim Bibel lesen, da darf man Ihn ja auch bitten: „Heiliger Geist, bitte hilf mir, diesen Text zu verstehen“ etc. Und wenn man das darf, dann darf man natürlich auch über „andere Themen“ mit Ihm sprechen.

 

5. Weil Er genauso allmächtig wie der Vater und der Sohn ist. Der Heilige Geist ist nicht „weniger“ allmächtig als der Vater und der Sohn. Leider wird Er oft so stiefmütterlich behandelt, als hätte man Angst vor Ihm oder als wäre man nicht ganz sicher, wie man mit Ihm umgehen soll. Aber der Heilige Geist Gott und deshalb genauso wichtig zu behandeln.

 

6. Weil der Heilige Geist der Stellvertreter Jesu ist.

„Dies habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin; der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Joh 14,25-26)

 

Die Jünger durften mit Jesus reden. Wenn der Heilige Geist der Stellvertreter ist, dann dürfen wir auch mit Ihm reden.

 

7. Weil wir mit dem Heiligen Geist Gemeinschaft haben sollen. Paulus sagt in 2. Korinther 13,13:

„Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.“

 

Gemeinschaft bedeutet auch Austausch, also auch einen Dialog. Ansonsten läuft etwas verkehrt. In jeder Beziehung ist der Austausch wichtig, sonst stirbt die Beziehung irgendwann.

 

Fazit

Ein Überblick über die Gebete des Neuen Testaments deutet darauf hin, dass sie gewöhnlich weder an Gott den Sohn noch an den Heiligen Geist gerichtet werden, sondern an Gott den Vater. Allerdings könnte eine bloße Zählung solcher Gebete irreführend sein, denn die Mehrheit der Gebete, die im Neuen Testament aufgezeichnet sind, sind die Gebete von Jesus selbst, der beständig zu Gott dem Vater betete, aber natürlich nicht zu sich selbst als Gott dem Sohn betete. Außerdem war im Alten Testament die dreieinige Natur Gottes nicht so deutlich geoffenbart, und es ist nicht überraschend, dass wir vor der Zeit Christi nicht viele Hinweise auf Gebete finden, die direkt an Gott den Sohn oder Gott den Heiligen Geist gerichtet wurden. 

 

Obwohl es ein klares Muster des direkten Gebets zu Gott dem Vater durch den Sohn gibt (Mt 6,9; Joh 16,23; Eph 5,20), gibt es Anzeichen dafür, dass das Gebet, das direkt an Jesus gerichtet wird, ebenfalls angemessen ist. Die Tatsache, dass es Jesus selbst war, der alle anderen Apostel ernannte, legt nahe, dass das Gebet in Apostelgeschichte 1,24 an ihn gerichtet ist: „Herr, du Kenner aller Herzen, zeige an, welchen von diesen beiden du erwählt hast...“

 

Der sterbende Stephanus betet: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf“ (Apg 7,59).

 

Das Gespräch zwischen Ananias und „dem Herrn“ in Apg 9,10-16 wurde mit Jesus geführt, weil Ananias in Vers 17 zu Saulus sagt: „Der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist ... damit du wieder sehend wirst.“

 

Das Gebet: „Maranatha“ (1Kor 16,22) ist an Jesus gerichtet, ebenso wie das Gebet in Offb 22,20: „Ja, komm, Herr Jesus!“

 

Und auch Paulus betete zu „dem Herrn“ in 2. Korinther 12,8 bezüglich seines Dornes im Fleisch.

 

Überdies wird die Tatsache, dass Jesus „ein barmherziger und treuer Hoherpriester“ ist (Hebr 2,17), der „Mitleid zu haben vermag mit unseren Schwachheiten“ (Hebr 4,15), als eine Ermutigung für uns betrachtet, im Gebet freimütig vor den „Thron der Gnade“ zu treten, „auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe“ (Hebr 4,16). Diese Verse sollen uns eine Ermutigung geben, im Gebet direkt zu Jesus zu kommen, in der Erwartung, dass er mit unseren Schwachheiten Mitleid haben wird, wenn wir beten.

 

Es gibt also sehr deutliche Belege aus der Bibel, die uns ermutigen, nicht nur zu Gott dem Vater zu beten (was das vorrangige Muster zu sein scheint und sich sicherlich aus dem Beispiel ergibt, dass Jesus uns im Gebet des HERRN hinterließ), sondern auch direkt zu Gott dem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus. Beides ist richtig, und wir dürfen entweder zum Vater oder zum Sohn beten.

 

Aber sollte man nun zum Heiligen Geist beten? Obwohl keine direkt an den Heiligen Geist gerichteten Gebete im Neuen Testament überliefert sind, gibt es nichts, was ein solches Gebet verbieten würde, denn der Heilige Geist ist, ebenso wie der Vater und der Sohn, vollkommen Gott und ist des Gebets würdig und mächtig, um unsere Gebete zu erhören. Beachten wir auch Hesekiels Einladung an den „Odem“, „Wind“ oder „Geist“ in Hesekiel 37,9. Mit der Behauptung, dass wir nicht zum Heiligen Geist beten könnten, sagen wir in Wirklichkeit, dass wir nicht mit ihm sprechen oder mit ihm persönlich in Beziehung treten könnten, was kaum richtig zu sein scheint. Er tritt auch zu uns in einer persönlichen Weise in Beziehung, weil er ein „Tröster“ oder „Beistand“ (Joh 14,16.26) ist, Gläubige ihn „kennen“ (Joh 14,17) und er uns lehrt (vgl. Joh 14,26), uns bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind (Röm 8,16) und durch unsere Sünde betrübt werden kann (Eph 4,30). Außerdem übt der Heilige Geist seinen persönlichen Willen in der Austeilung von Geistesgaben aus, denn „er teilt jedem einzelnen ständig so aus, wie er will“ (1Kor 12,11). Daher scheint es nicht verkehrt zu sein, zuweilen direkt zum Heiligen Geist zu beten, insbesondere, wenn wir ihn bitten, etwas zu tun, was mit den besonderen Bereichen seines Dienstes oder seiner Verantwortlichkeit zusammenhängt. Tatsächlich sind im Laufe der Kirchengeschichte mehrere häufig gebrauchte Lieder Gebete zum Heiligen Geist gewesen. Allerdings ist dies nicht das neutestamentliche Muster, und es sollte nicht der Hauptschwerpunkt in unserem Gebetsleben werden.

 

Alle Gebete sollten an den dreieinigen Gott gerichtet sein – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Bibel lehrt, dass wir zu einem oder allen dreien beten können, weil alle drei eins sind. Das Gebet an eine Person der Dreieinigkeit ist das Gebet an alle.

 

 

▪︎ Was ist die Rolle des Heiligen Geistes bei unseren Gebeten

In Römer 8,26-27 sagt Paulus: „Desgleichen aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie sich's gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist, denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß.“ 

 

Es gibt unterschiedliche Meinungen hinsichtlich der Frage, ob die „unaussprechlichen Seufzer“ die Seufzer sind, die der Heilige Geist selbst macht, oder unsere eigenen Seufzer und unsere Klagen im Gebet, die der Heilige Geist zum wirksamen Gebet vor Gott macht. Es ist eher wahrscheinlich, dass die „Seufzer“ hier unsere Seufzer sind. Wenn Paulus sagt: „Desgleichen aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an“ (Vers 26), so ist das Wort, dasselbe Wort, das in Lukas 10,40 verwendet wird, wo Marta möchte, dass Maria kommt und ihr hilft oder sich ihrer annimmt. Das Wort deutet nicht an, dass der Heilige an unserer Stelle beten würde, sondern dass der Heilige Geist mit uns Anteil nimmt und unsere schwachen Gebete wirksam macht. Von daher ist ein solches Seufzen im Gebet am besten als das Seufzen zu verstehen, dass wir äußern, wenn wir die Wünsche unseres Herzens und Geistes zum Ausdruck bringen, die der Heilige Geist dann zum effektiven Gebet macht.

 

 

▪︎ Was heißt es „im Geist“ zu beten?

Hiermit im Zusammenhang steht die Frage, was es heißt, „im Geist“ zu beten. Paulus sagt: „Indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist“ (Eph 6,18), und Judas sagt: „Betet im Heiligen Geist“ (Jud 20).

 

Um diesen Ausdruck zu verstehen, sollten wir uns bewusst machen, dass das Neue Testament uns mitteilt, dass viele unterschiedliche Aktivitäten „im Heiligen Geist“ erfolgen können. Es ist möglich, bloß „im Geist“ zu sein, wie es Johannes am Tag des Herrn war (Offb 1,10; vgl. 4,2). Und es ist möglich, im Heiligen Geist zu frohlocken (Lk 10,21), im Heiligen Geist sich etwas vor

zunehmen oder etwas zu beschließen (Apg 19,21), das Gewissen etwas im Heiligen Geist bezeugen zu lassen (Röm 9,1), Zugang zu Gott im Heiligen Geist zu haben (Eph 2,18) und im Heiligen Geist zu lieben (Kol 1,8).

 

Diese Ausdrücke scheinen sich auf ein bewusstes Bleiben in der Gegenwart des Heiligen Geistes selbst zu beziehen, eine Gegenwart, die durch die göttlichen Eigenschaften der Kraft, Liebe, Wahrheit, Heiligkeit, Gerechtigkeit und des Friedens gekennzeichnet ist. „Im Heiligen Geist“ zu beten, heißt also, in dem vollen Bewusstsein zu beten, dass die Gegenwart Gottes uns umgibt und sowohl uns als auch unsere Gebete heiligt.

 

Kann der Satan meine Gedanken lesen? Belauscht er meine Gebete?

Nein, Satan kann unsere Gedanken nicht lesen. Der Bibel zufolge kennt nur Gott die Gedanken aller Menschen (1Kön 8,39; Mt 9,1-4; Joh 2,24). In der Bibel lassen sich auch keine Beispiele dafür finden, dass der Satan oder die Dämonen die Gedanken einer Person lesen oder sie kennen.

 

Aber das muss er auch nicht. Er kann in den meisten Fällen wissen, was man denkt, indem er uns zuhört und beobachtet, wie wir uns verhalten. Der Satan und seine dämonischen Handlanger (die verschiedenen Gebiete und vielleicht sogar einzelnen Gläubigen zugeteilt sind) leben jedoch schon seit Jahrtausenden und kennen die menschliche Natur sehr gut. Wir können sicher sein, dass sie unser Leben studieren und beobachten und unsere Neigungen kennen.

 

Ja, Satan belauscht durchaus unsere Gebete. Er kann lernen, uns mit Zweifeln anzugreifen und unseren Glauben zu untergraben, wenn er unser Herz hören kann.

 

Wie auch immer: Wir können ihn aus unserem Gebetsraum vertreiben, indem wir unsere Gebete mit Lobpreis verbinden. Der Feind muss fliegen, wenn wir Gott loben und anbeten. Satan wird zusammen mit seinen Dämonen aus unserem Gebetsraum verschwinden.


Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“

 

Amen und Amen