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Handauflegung

Bevor wir zur nächsten Grundlagenserie kommen, möchten wir eine kurze Definition geben, was Handauflegung bedeutet.

 

Definition:

Handauflegung ist die Übertragung oder Freisetzung von Segnungen, Gaben und Diensten durch das Auflegen der Hände. Im Alten Testament war die Handauflegung ein Mittel, um Segnungen zu übertragen. Das wurde im Neuen Testament übernommen, und zwar in Mt 19,13 und Apg 8,17. Außerdem bedeutete die Handauflegung im Alten Testament eine Ernennung zu einem Amt oder einer Funktion.

 

Kommen wir nun zur nächsten Grundlagenlehre, der Handauflegung. Man kann sich vorstellen, dass die meisten vielleicht nicht unbedingt "Handauflegung" nennen würden, wenn sie gebeten würden, sechs grundlegende Lehren unseres Glaubens aufzuzählen. Doch die Handauflegung ist viel wichtiger als vielen von uns bewusst ist, ja sie ist ganz wesentlich, weil sie Kontinuität und Erweiterung gewährleistet. Durch sie wird etwas von einer Generation an die nächste weitergegeben; durch sie wird die Botschaft immer weiter verbreitet.

 

Die Handauflegung ist die vielleicht älteste Praxis des Volkes Gottes in der Bibel, weil sie im 1. Buch Mose anfängt und sich durch das Neue Testament zieht. Wenn man also jemand ist, der, wie so viele von uns, die Tradition liebt, dann kann man sagen, dass man mit der Handauflegung in der Tradition der Patriarchen steht, die lange vor der christlichen Gemeinde lebten. Traditionen ist in mancherlei Hinsicht sehr bedeutsam.

 

Wie wir es sehen, hat die Handauflegung einen dreifachen Zweck:

 

  1. Anerkennung oder Absonderung: Durch Handauflegung wird eine besondere Aufgabe im Werk des Herrn anerkannt.
  2. Beauftragung: Jemand wird auf die Spur gebracht bzw. für seine Aufgabe freigesetzt.
  3. Zuteilung: Das heißt die Zuteilung und Übertragung der speziellen Gnade, Weisheit oder Kraft, die die betreffende Person für ihre neue Aufgabe benötigen wird.

 

Dieser dreifache Zweck wird uns in wunderbarer Weise vor Augen geführt, wenn Mose seinen von Gott eingesetzten Nachfolger Josua ernennt. Es gibt einen Vers in 5. Mose 34, der alles sagt.

 

Mose hatte in der Gegenwart der Kinder Israels Josua die Hände aufgelegt und gesagt: "Das ist mein Nachfolger." Damit sorgt Handauflegung für Nachfolge; es gibt keinen Bruch in der Kontinuität des Wirkens Gottes. Und es heißt hier in 5. Mose 34,9:

 

"Josua aber, der Sohn des Nun, war erfüllt mit dem Geist der Weisheit; denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt. Und die Söhne Israel gehorchten ihm und taten, wie der HERR dem Mose geboten hatte."

 

Warum war Josua "erfüllt mit dem Geist der Weisheit"? Weil Mose ihm die Hände aufgelegt hatte.

 

Nur nebenbei: Wer war die erste Person in der Bibel, von der es heißt, sie sei "voll des Heiligen Geistes" gewesen? Man muss das nicht wissen, aber es ist interessant. Die Antwort lautet: Bezalel. Er war voll des Geistes der Weisheit, um den Bau der Stiftshütte zu beaufsichtigen.

 

Sehen wir uns nun ein paar neutestamentliche Beispiele für eine Handauflegung mit diesem dreifachen Zweck an: Anerkennung, Beauftragung und Zuteilung.

 

Das erste Beispiel ist die Ernennung von Diakonen in Apostelgeschichte 6. Diese Männer werden traditionellerweise als "Diakone" bezeichnet, obwohl dieses Wort in der Bibel nicht verwendet wird. Ich bin der Meinung, dass ihre Aufgabe nicht einfach nur darin bestand, das zu tun, was wir von einem Diakon erwarten würden. Vielmehr sollten sie den Aposteln helfen. Sie sollten den Aposteln einen Teil der Last abnehmen. Wenn also jemand Diakon wird, dann ist es meiner Meinung nach nicht nur seine Aufgabe, sich um die Witwen zu kümmern oder karitative Dienste zu beaufsichtigen. Es ist auch seine Aufgabe, die Last der Leiterschaft mitzutragen. Das ursprüngliche Wort für "Diakon" bedeutet "Diener".

 

Lesen wir nun Apostelgeschichte 6,6, wo sieben Männer ausgewählt werden.

 

"Diese stellten sie vor die Apostel; und als sie gebetet hatten, legten sie ihnen die Hände auf."

 

Sie wurden also durch Handauflegung der Apostel für ihren besonderen Dienst freigesetzt.

 

Gehen wir weiter zu Apostelgeschichte 8. Die Menschen in Samaria waren durch die Predigt des Philippus gerettet, aber nicht im Heiligen Geist getauft wurden. Was geschah als Nächstes?

 

Apostelgeschichte 8,14-15

"14 Als die Apostel in Jerusalem gehört hatten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. 15 Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten…"

 

Diese Leute waren voll und ganz errettet gewesen, denn schließlich hatten sie ja von Philippus das Evangelium gehört und waren in Wasser getauft worden; aber den Heiligen Geist hatten sie noch nicht empfangen.

 

"16 … denn er [der Heilige Geist] war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist!"

 

Der Heilige Geist wurde durch Handauflegung der Apostel übertragen. Simon sah dabei zu und dachte, er wolle das auch:

 

"18 Als aber Simon sah, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld...."

 

Er wollte dieselbe Macht haben. Petrus hat das natürlich abgelehnt. Es ist jedenfalls klar, dass der Heilige Geist durch Handauflegung der Apostel gegeben wurde. Das ist nicht die einzige Möglichkeit, aber es ist eine biblische, neutestamentliche Möglichkeit.

 

In Apostelgeschichte 13,1-3 lesen wir, dass es in der Gemeinde zu Antioch fünf Lehrer und Propheten gab, die in Vers 1 namentlich genannt werden: Barnabas, Simeon, Luzius, Manaën und Saulus. Als sie dem Herrn dienten (in einigen Bibelübersetzungen heißt es: "Als sie anbeteten…"), sagte der Heilige Geist:

 

"2 ... Sondert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe! 3 Da fasteten und beteten sie; und als sie ihnen die Hände aufgelegt hatten, entließen sie sie."

 

Hier wurden Barnabas und Saulus durch Handauflegung für ihren speziellen Dienst beauftragt und zugerüstet.

 

Was war nun ihr Dienst, nachdem ihnen die Hände aufgelegt worden waren? Was waren sie nun? Die Antwort lautet: Apostel. In Apostelgeschichte 14 werden sie zweimal als "Apostel" bezeichnet. Es heißt in Vers 4:

 

"Die Menge der Stadt aber war entzweit, und die einen waren mit den Juden, die anderen mit den Aposteln…."

 

Und in Vers 14:

 

"Als aber die Apostel Barnabas und Paulus es hörten…"

 

Wir wissen nicht, wie du über Apostel denkst, aber es gibt eine absolut legitime neutestamentliche Art und Weise, wie man Apostel beruft. Wenn wir für Lehrer und Propheten Glauben haben können und wenn wir den Heiligen Geist seine Wahl treffen lassen und dann denen, die qualifiziert sind, die Hände auflegen, und sie ausgesandt werden, dann werden sie Apostel werden. Wenn du nicht ausgesandt wirst, kannst du auch kein Apostel sein, weil das Wort "Apostel" jemanden bezeichnet, der ausgesandt wurde. In dieser Passage wurden jedenfalls Apostel durch Handauflegung zugerüstet.

 

Dann gibt es eine interessante Passage im Brief des Paulus an Timotheus, die man unterschiedlich interpretieren kann. 1. Timotheus 4,14. Paulus schreibt an Timotheus:

 

"Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir [im Griechischen steht hier das Wort charisma], die dir gegeben worden ist durch Weissagung mit Handauflegung der Ältestenschaft!"

 

Sie wurde also durch Prophetie gegeben. Das ist interessant. Was auch immer es war - es war der Heilige Geist gewesen, der durch Prophetie darauf hingewiesen hatte, was Timotheus sein solle. Ich glaube, Paulus bezieht sich auf genau dasselbe in 2. Timotheus 1,6 wo es heißt:

 

"Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, die Gnadengabe Gottes [charisma] wieder anzufachen, die durch Auflegung meiner Hände in dir ist…"

 

Wir verstehen es so, dass Paulus und die Ältesten Timotheus die Hände auflegten, weil Timotheus mit Paulus auf Reisen gehen sollte.

 

Bevor Timotheus die Hände aufgelegt wurden, war er einfach nur ein junger Mann. Nachdem ihm die Hände aufgelegt worden waren und er ausgesandt worden war, was war er dann? Ein Apostel.

 

Wenn man das bezweifelt, können wir uns kurz noch 1. Thessalonicher 1,1 ansehen, das Grußwort dieses Briefs. Dort werden die drei Verfasser des Briefs genannt: Paulus, Silvanus und Timotheus, wobei Silvanus nur eine andere Form von "Silas" ist. Und in Kapitel 2, Vers 6 heißt es dann:

 

"…noch suchten wir Ehre von Menschen, weder von euch noch von anderen, obwohl wir als Christi Apostel gewichtig hätten auftreten können…"

 

Demnach waren alle drei, Paulus, Silas und Timotheus, Apostel.

 

Das Wort "charisma" ist heutzutage in aller Munde. Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung, aber wir glauben nicht, dass es als Bezeichnung für die Taufe im Heiligen Geist verwendet wird. Wir glauben, es wird als Bezeichnung für Gaben und Dienste verwendet. Ihr müsst das selbst prüfen.

 

Wir haben hier also, zusammenfassend gesagt, die Freisetzung von Gaben und Diensten durch Handauflegung.


Quellen:

Mein besonderer Dank geht an den Internationalen Bbellehrdienst für die Bereitstellung der entsprechenden Botschaft.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

 1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen und Amen