2. Mose 17,14-15
„14 Da sprach der HERR zu Mose: Schreibe das zum Gedenken in ein Buch und präge es den Ohren Josuas ein: Ich will das Andenken Amaleks ganz und gar austilgen unter dem Himmel! 15 Und Mose baute einen Altar und nannte ihn »Der HERR ist mein Kriegsbanner«.“
Johannes 3,14-15
„14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, 15 damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“
In 2. Mose 17,14-15 wird berichtet, wie Mose nach dem Sieg über die Amalekiter einen Altar baut und ihn „Der HERR ist mein Kriegsbanner“ nennt. Dieser Name bezeugt, dass der Sieg nicht aus eigener Kraft kam, sondern durch Gottes Eingreifen. Im Neuen Testament greift Jesus dieses Bild auf, wenn er sagt, dass der Sohn des Menschen erhöht werden muss, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben hat (Joh 3,14-15). Damit wird deutlich, dass sich die Bedeutung dieses Namens in ihm erfüllt.
Der Ausdruck „Jahwe Nissi“ bedeutet „Der HERR ist mein Banner“ und geht auf das hebräische Wort „nes“ zurück, das ein Feldzeichen, Banner oder Siegeszeichen beschreibt. In der Form „nissi“ wird daraus eine persönliche Aussage: Gott selbst ist das Banner seines Volkes. Ein Banner diente in der Antike dazu, Truppen zu sammeln, ihnen Orientierung zu geben und den Sieg sichtbar zu machen. Auch im Griechischen wird dieser Gedanke durch Begriffe wie „semeion“ als Zeichen oder Hinweis aufgenommen. Damit wird deutlich, dass Gottes Handeln sichtbar wird und Menschen unter seinem Zeichen zusammengeführt werden.
Im Alten Testament zeigt sich diese Bedeutung in verschiedenen Zusammenhängen. In 2. Mose 17,8-15 wird das Banner zum Zeichen des Sieges über Amalek. In 4. Mose 21,8-9 wird die eherne Schlange als aufgerichtetes Zeichen zum Ort der Heilung für alle, die darauf schauen. Psalm 60,6 spricht davon, dass Gott ein Banner für die gibt, die ihn fürchten, und Jesaja 11,10 kündigt den Messias als Banner für die Nationen an, zu dem die Völker kommen werden. Diese Stellen machen deutlich, dass das Banner sowohl Sieg als auch Sammlung und Hoffnung bedeutet.
Im Neuen Testament erfüllt sich dieses Bild in Jesus Christus. Wie die Schlange in der Wüste erhöht wurde, so wird auch er erhöht, damit alle, die an ihn glauben, Leben empfangen (Joh 3,14-15). Er selbst sagt, dass er, wenn er erhöht wird, alle zu sich ziehen wird (Joh 12,32). Sein Kreuz wird damit zum sichtbaren Siegeszeichen über Sünde und Tod. In Offenbarung 5,5 erscheint er als der Löwe aus dem Stamm Juda, der den endgültigen Sieg errungen hat. In ihm wird das Banner Gottes nicht nur sichtbar, sondern wirksam für die Erlösung der Welt.
Zur Zeit des Alten Testaments war ein Banner ein zentrales Element im Kampfgeschehen. Es gab Orientierung, sammelte die Kämpfer und stand für Identität und Zugehörigkeit. Dieses Bild wird in Christus geistlich erfüllt. Er ist das wahre Banner, unter dem Gottes Volk Schutz, Führung und Sieg findet. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat er den entscheidenden Kampf gegen Sünde und Tod gewonnen (Kol 2,15), sodass alle, die zu ihm gehören, an seinem Sieg Anteil haben.
Das Kreuz ist dabei das höchste Banner Gottes. Es ist das Zeichen, an dem sich entscheidet, ob ein Mensch Leben empfängt. Wie das Feldzeichen Israels die Kämpfer sammelte, so ruft das Kreuz Menschen aus allen Nationen zusammen. Es zeigt nicht nur den Sieg, sondern ist selbst der Ort, an dem dieser Sieg errungen wurde. In diesem Zeichen offenbart sich Jesus als der, der für sein Volk kämpft und es zum ewigen Leben führt.
In Christus wird auch die Einheit sichtbar, die mit diesem Banner verbunden ist. Während Israel sich unter einem sichtbaren Zeichen sammelte, vereint Jesus die Gläubigen in sich (Eph 2,14). Er gibt Identität, Richtung und Hoffnung. So wird Jahwe Nissi in seiner ganzen Tiefe verständlich: Gott selbst ist das Banner, unter dem sein Volk lebt, kämpft und siegt, erfüllt in Jesus Christus, dem erhöhten Herrn.
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Gottes Segen Euch allen!
1. Thessalonicher 5,23
„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“
Amen und Amen
