Jahwe-Ro'i – Der HERR ist mein Hirte


Psalm 23,1

„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“

 

Johannes 10,14

„Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“


In Psalm 23,1 bekennt David: „Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“ Dieses Bild offenbart Gott als den, der führt, versorgt und schützt. Im Neuen Testament greift Jesus dieses Bild auf und sagt: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe“ (Joh 10,14). Damit wird deutlich, dass sich die Bedeutung von Jahwe Ro'i in ihm erfüllt.

 

Der Name „Jahwe Ro'i“ bedeutet „Der HERR ist mein Hirte“ und geht auf das hebräische Wort „ra'ah“ zurück, das „hüten“, „weiden“, „führen“ und „versorgen“ umfasst. Es beschreibt eine umfassende Fürsorge, die sowohl Leitung als auch Schutz einschließt. Im Griechischen wird dieser Gedanke durch „poimen“ und „poimaino“ ausgedrückt, Begriffe, die das Hirtenamt als fürsorgende, leitende und ernährende Aufgabe beschreiben. Damit wird deutlich, dass Gottes Hirtensein ein aktives, persönliches Handeln ist.

 

Im Alten Testament wird Gott wiederholt als Hirte seines Volkes dargestellt. Er führt Israel seit den Tagen der Väter (1Mo 48,15; 1Mo 49,24), leitet es durch die Geschichte (Ps 78,52) und wird als derjenige beschrieben, der seine Herde sammelt, trägt und sanft führt (Jes 40,11). In Hesekiel 34,11-16 verheißt Gott, dass er selbst seine verstreuten Schafe suchen, retten und weiden wird. Diese Zusagen zeigen, dass Gottes Hirtenhandeln von Treue, Fürsorge und persönlicher Zuwendung geprägt ist.

 

Im Neuen Testament erfüllt sich diese Verheißung in Jesus Christus. Er bezeichnet sich selbst als den guten Hirten, der sein Leben für die Schafe gibt (Joh 10,11-14). Durch seinen Tod und seine Auferstehung wird er zum großen Hirten der Schafe (Hebr 13,20), der die Seinen bewahrt und zum Ziel führt. Die Gläubigen, die einst wie irrende Schafe waren, kehren durch ihn zum Hirten und Hüter ihrer Seelen zurück (1Petr 2,25), und als Erzhirte wird er seine Herde endgültig zur Herrlichkeit führen (1Petr 5,4; Offb 7,17).

 

Zur Zeit der Bibel war das Bild des Hirten allgemein bekannt, da Hirten eine zentrale Rolle im Alltag spielten. Sie waren verantwortlich für Schutz, Nahrung und Führung ihrer Herden. Die Schafe kannten die Stimme ihres Hirten und folgten ihm vertrauensvoll. Dieses Bild greift Jesus auf, um seine Beziehung zu den Gläubigen zu beschreiben. Im Gegensatz zu falschen Hirten, die das Volk vernachlässigen, ist er der wahre Hirte, der treu sorgt und sein Leben hingibt.

 

Dieser Titel steht auch im Zusammenhang mit weiteren Bezeichnungen Jesu. Als guter Hirte (Joh 10,11) zeigt er seine selbstlose Hingabe, als großer Hirte (Hebr 13,20) seine leitende Autorität und als Erzhirte (1Petr 5,4) seine endgültige Herrschaft über seine Gemeinde. In all dem wird deutlich, dass seine Fürsorge vollkommen und dauerhaft ist.

 

In Christus wird Jahwe Ro'i konkret erfahrbar. Er führt seine Schafe nicht nur allgemein, sondern persönlich. „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Joh 10,27). Diese Aussage zeigt, dass seine Beziehung zu den Gläubigen von Nähe und persönlicher Kenntnis geprägt ist. Er gibt geistliche Nahrung, leitet auf rechten Wegen und schenkt Sicherheit.

 

Gleichzeitig erfüllt Jesus die Verheißung, das Verlorene zu suchen und zurückzubringen. In Lukas 15,4-6 beschreibt er sich als den Hirten, der das verlorene Schaf sucht, es auf seine Schultern nimmt und mit Freude heimträgt. Damit wird sichtbar, dass sein Hirtenhandeln aktiv und rettend ist. Er sucht die Verlorenen, rettet sie und führt sie in die Gemeinschaft mit Gott.

 

So zeigt sich in Jesus Christus die ganze Tiefe von Jahwe Ro'i: Er ist der Hirte, der führt, versorgt, schützt und rettet. In ihm finden die Seinen Orientierung, Sicherheit und ewiges Leben.

 


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Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!

 

Amen und Amen