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Tu bi-Schebat - Das Neujahrsfest der Bäume

Tu bi-Schebat (oder Schwat) bedeutet wörtlich "der 15. Schebat" und wird in den jüdischen Schriften als das "jüdische Neujahrsfest der Bäume" (und auch Pflanzen) bezeichnet und gehört zu den kleineren Festen im Judentum. Schebat ist der fünfte Monat im jüdischen/ hebräischen säkularen (weltlichen) Kalender, der in die Zeit des Januars oder Februars unseres Kalenders fällt.


Es ist ein Tag des Dankes für die harmonische Beziehung zwischen Gott, dem Menschen und der Natur. In dieser Zeit beginnen zuerst die Mandelbäume zu blühen, als erstes zaghaftes Zeichen des Frühlings.

Namen & Bezeichnungen
Der Name dieses Tages und Festes leitet sich von der hebräischen Schreibweise für Fünfzehn ab.
"Tu" steht für die hebräischen Buchstaben "Teth" und "Waw", die den numerischen Wert von 9 und 6 haben und zusammen 15 ergeben. 15 würde man normalerweise aus 10+5 zusammensetzen. Wenn man das ausspricht, ergibt es den Anfang des Gottesnamens JHWH (Tetragramm), den Juden aus Ehrfurcht nicht aussprechen. Deshalb weicht man auf 9+6 aus.

Tu bi-Schebat ist ein relativ neuer Name; Der Tag hieß ursprünglich "Ḥamisha Asar BiShvat" (חמשה-עשר בשבט), was "fünfzehnter von Schebat" bedeutet.

Bezeichnungen
• 15. Schebat | Tu bi-Schebat (ט"ו בשבט)
• jüdische Neujahrsfest der Bäume
• Rosch HaSchanah La'illanot (ראש השנה לאילנות) dt. Neujahr der Bäume
• auch Chag Ha'illanot (חַג הָאִילָנוֹת) dt. Fest der Bäume
• urspr. Ḥamisha Asar BiShvat" (חמשה-עשר בשבט)

So wie der 1. Tischri Beginn der Jahreszählung für die Menschen ist, so wird für Bäume und Pflanzen das Jahr ab dem 15. Schebat gezählt, wenn der Saft in die Bäume hochsteigt und sich die Früchte zu formen beginnen. So bildet er eine natürliche Grenze zwischen den Früchten, die im vergangenen Jahr geerntet wurden und denen, die im folgenden Jahr geerntet werden.

Dieser Termin markiert zudem das Ende der Regenzeit und des Winters und damit den Beginn der idealen Pflanzperiode in Israel. Es symbolisiert das Blühen Israels, seine Besiedlung, die Schönheit der Natur und die guten Früchte, die seine Erde hervorbringt und ist gleichsam der Vorbote des zweiten großen Festzyklus innerhalb des Jahres, welcher die historischen Aufbrüche Gottes mit seinem Volk zum Thema hat.

Der respektvolle Umgang speziell mit Bäumen spielt bei der Besiedlung des Heiligen Landes immer wieder eine herausragende Rolle, sei es bei der Einwanderung der Israeliten unter Josua (3Mo 19,23; 5Mo 20,19) oder bei der Rückkehr aus dem Exil (Hes 36,8).

Aus halachischer* Sicht ist das für die sogenannte Orla*-Vorschrift, d. h. Altersbestimmung der Bäume, von Bedeutung, denn die Ernte eines neu gepflanzten Fruchtbaums gehört nicht automatisch seinem Besitzer. In den ersten drei Jahren eines Baumes dürfen seine Früchte nicht gegessen werden. Im vierten Jahr sind die Früchte, als "Frucht des vierten Jahres", dem Herrn geheiligt. Erst im fünften Jahr darf man sie essen.

3. Mose 19,23-25
"23 Wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume pflanzt, von denen man isst, sollt ihr die [ersten] Früchte derselben als Unbeschnittenheit betrachten; drei Jahre lang sollt ihr sie für unbeschnitten achten, sie dürfen nicht gegessen werden; 24 im vierten Jahr aber sollen alle ihre Früchte heilig sein zu einer Jubelfeier für den HERRN; 25 erst im fünften Jahr sollt ihr die Früchte essen, damit der Ertrag für euch umso größer wird; ich, der HERR, bin euer Gott."

Anmerkung
*Halacha (hebr. הלכה; abgeleitet vom Verb הלך halach: "gehen", "wandeln") ist ein allgemeiner Begriff, der das gesamte gesetzliche System des Judentums umfasst. Im Laufe ihrer Geschichte war sie stetem Wandel unterworfen. Die Halacha beinhaltet die 613 Mizwot (Gebote), deren spätere Auslegung im Talmud und rabbinischen Gesetz sowie die Bräuche und Traditionen, die im "Schulchan Aruch" zusammengefasst wurden, enthält darüber hinaus aber auch allgemeine Rechtsgrundsätze.

*Orla (Vorhaut)
Im Grundtext steht "Orla" für "unbeschnitten" und bedeutet Vorhaut. "Orla" bezieht sich auf das biblisches Verbot (3Mo 19,23), Früchte von Bäumen zu essen, die in den ersten drei Jahren nach ihrer Pflanzung erzeugt wurden.

Erst im vierten Jahr gilt die Frucht nicht mehr als "Orla", darf aber immer noch nicht verzehrt werden, weil sie dann als "Neta Reva'i" gilt, als "Frucht des vierten Jahres".

 

"Neta Reva'i" verweist auf das biblische Gebot (3Mo 19,24), Früchte des vierten Jahres als Zehnten nach Jerusalem in den Tempel zu bringen. Erstlingsfrüchte mussten - wie alle Erstgeborenen - dem Herrn geweiht werden (2Mo 13,2; 22,28; 23,19; 4Mo 8,16-18), denn Israel war Gottes Erstgeborener und damit ihm geweiht (2Mo 4,22). Die Erstgeburtsgesetze umfassen neben der Ernte (2Mo 23,19; 3Mo 23,10; 5Mo 26,1-15) auch Tiere (2Mo 34,19-20; 5Mo 15,19).

Tu bi-Schebat ist ein Feiertag von Wiedergeburt, Erneuerung und Erhaltung. Es geht um das Geben, und es geht darum, die Früchte zu genießen, mit denen Gott uns gesegnet hat. Es ist üblich, an diesem Tag ein festliches Mahl zu sich zu nehmen.

1. Mose 1,29
"Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Gewächs gegeben, das auf der ganzen Erdoberfläche wächst, auch alle Bäume, an denen samentragende Früchte sind. Sie sollen euch zur Nahrung dienen"

Die Juden feiern die sogenannte Tu bi-Schebat-Seder. Seder heißt wörtlich "Ordnung". Gemeint ist ein Zusammensein, bei dem man in einer bestimmten Reihenfolge Wein oder Fruchtsäfte trinkt, Geschichten hört, bestimmte Früchte isst, Lieder singt und zu dem auch bestimmte Segenssprüche gehören. Man deckt den Tisch mit den schönsten Früchten, insbesondere aber mit den sieben Arten, mit denen das Land Israel gesegnet wurde:

5. Mose 8,7-8
"7 Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Quellen sind und Wasser in der Tiefe, die aus den Bergen und in den Auen fließen, 8 ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin es Ölbäume und Honig gibt"

Tu bi-Schebat-Seder
Auf jedem Tisch stehen drei Teller:


1. Teller: Früchte mit einer nicht essbaren Schale: z. B. Mandarinen, Orangen, Grapefruits, Kiwis, Walnüsse, Haselnüsse, Pistazien, Mandeln, Bananen, Afarsemon, Granatäpfel

2. Teller: Früchte mit einem nicht essbaren Kern, z.B. Avocados, Oliven, Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen, Datteln, Kirschen, Mangos

3. Teller: Gänzlich essbare Früchte, z. B., Rosinen, Trauben, Feigen, Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Stachelbeeren.

Zusätzlich gibt es genügend weißen und roten Wein, bzw. Traubensaft.

 

Bevor man von den Früchten isst, wird ein Frucht-Segen ausgesprochen:

"Baruch ata Ado-naj, Elohenu Melech ha’Olam, borej pri haez" (Gesegnet seist Du, Gott, unser Gott, König des Universums, Schöpfer der Baumfrucht).

Über Produkte, die aus der Erde wachsen, das heißt alle Arten von Gemüse, Kräutern und Hülsenfrüchten, spricht man: "Baruch ata Ado-naj, Elohenu Melech ha’Olam, borej pri ha-adama" (Gesegnet seist Du, Gott, unser Gott, König des Universums, Schöpfer der Erdfrucht).

Wenn Juden zum ersten Mal eine Frucht in dieser Saison essen, sprechen sie zusätzlich den "Schehechajanu-Segen" vor dem Fruchtsegen.

"Baruch ata Ado-naj, Elohejnu Melech ha’Olam, Schehechejanu w'kijmanu w'higianu lisman ha-se" (Gesegnet seist Du, Gott, unser Gott, König des Universums, der uns das Leben schenkt, uns erhält und uns erlaubt, dieses Fest zu feiern).

Warum ein Segensspruch?
Jüdische Gelehrte bestimmten, dass niemand essen darf, ohne nicht vorher eine Danksagung, also einen Segen, gesprochen zu haben. Das Sprechen eines solchen Segensspruches kommt einem "Gott um Erlaubnis fragen" gleich. Damit erkennt man an, dass "die Welt, und alles in ihr, Gott gehört" (Ps 24,1), und das nur Gott die wahre Quelle allen Lebens auf Erden ist. Ein Segensspruch verstärkt den nüchternen Essensakt mit einer spirituellen Beobachtung – einem Bewusstsein über die wahre Herkunft der Nahrung und über die Bedeutung des Essens.

An Tu bi-Schebat ist es verboten zu fasten. Vorausgesetzt, dass es kein Sabbatjahr (Brachjahr) ist, in dem jede Feldarbeit verboten ist, fährt man ins Grüne, und pflanzt neue Bäume. Seit den 1900er Jahren wurden rund 250 Millionen Bäume in ganz Israel gepflanzt.

Israel ist das Land des Messias und wurde geschaffen, um der ganzen Welt ein Segen zu sein. Heute ist das Land, das einst unfruchtbar und leblos war, ein Exporteur von Früchten und Blumen in die Welt, wie in Jesaja 27,6 vorausgesagt:

"In den kommenden Tagen wird Jakob Wurzel schlagen, wird Israel blühen und sprossen, und sie werden den ganzen Erdkreis mit Frucht erfüllen"

Tora, Bäume und Messias
Tu bi-Schebat hat auch eine tiefe prophetische Bedeutung.

Die Tora (die fünf Bücher Moses) gilt in der jüdischen Gemeinde als Lebensbaum, eine Quelle göttlicher Nahrung. Deshalb wird während eines Synagogen-Gottesdienstes, wenn die Tora-Rolle in ihren Schrein zurückgebracht wird, Sprüche 3,18 rezitiert:

"Sie ist ein Baum des Lebens denen, die sie ergreifen, und wer sie festhält, ist glücklich zu preisen."

Der Apostel Johannes versuchte dem jüdischen Volk helfen zu verstehen, dass dieser Baum des Lebens - das Wort Gottes, das sie liebevoll in den Armen halten - nicht in einer Schriftrolle untergebracht werden kann, denn dieser Baum des Lebens manifestiert sich im Fleisch.

Johannes 1,1.14
"1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott 14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit"

Als das Wort Gottes im Fleisch verbrachte Jesus einen Großteil seiner Zeit damit, durch Worte und wundersame Begegnungen zu erklären, dass er die Quelle des ewigen Lebens ist.

Johannes 10,27-28
"27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; 28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen"

Leider versuchen viele Menschen, ohne den Messias, sondern durch eigenen Verdienst, Früchte zu produzieren. Aber Jesus sagte:

Johannes 15,5
"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun"

Lasst uns am Messias Jesus festhalten, als Rebe am Baum des ewigen Lebens, damit wir göttliche Fruchtbarkeit hervorbringen können, um des Herrn willen.

In der Zukunft werden im Neuen Jerusalem fruchttragende Bäume mit Blättern, die Heilung bringen, die Seiten des Flusses säumen, der aus dem Heiligtum Gottes fließt.

Hesekiel 47,12
"Aber an diesem Strom, auf beiden Seiten seines Ufers, werden allerlei Bäume wachsen, von denen man isst, deren Blätter nicht verwelken und deren Früchte nicht aufhören werden. Alle Monate werden sie neue Früchte bringen; denn ihr Wasser fließt aus dem Heiligtum. Ihre Früchte werden als Speise dienen und ihre Blätter als Heilmittel."

Offenbarung 22,1-3
"1 Und er zeigte mir einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes. 2 In der Mitte zwischen ihrer Straße und dem Strom, von dieser und von jener Seite aus, [war] der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt, jeweils eine; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker. 3 Und es wird keinen Fluch mehr geben; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen"

Tu bi-Schebat ist eine Zeit, um den wahren Baum des Lebens für seine mächtigen Werke zu preisen. Es ist ein Dank sowohl für die natürliche Welt als auch für die vielen Möglichkeiten, die Er für unsere Bedürfnisse bereitstellt.

Halleluja!


Gottes Segen Euch allen!

1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen