Was ist Gebet – Was bedeutet es zu beten


Psalm 91,15

Er ruft mich an, und ich antworte ihm

 

Lukas 6,12

Es begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb über Nacht im Gebet zu Gott

 

1. Thessalonicher 5,16-18

16 Seid allezeit fröhlich, 17 betet ohne Unterlass, 18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch


 

INHALT

■ Definition von Gebet und Beten

■ Die Begriffe im Alten und Neuen Testament

■ Gebet – Ein gewaltiges Vorrecht

■ Drei biblische Wahrheiten

■ Der Unterschied von Gebet zum Gott der Bibel und anderen Göttern

■ Gebet und beten als geistliche Grundhandlung

■ Bibelstellen (Gebet und beten)

■ Themenbezogene Bibelstellen

 

 

Gebet und Beten spielt eine bedeutende Rolle in der Beziehung zu Gott. Gebet und beten ist mehr als „nur“ Reden mit Gott. Das Gespräch mit Gott sollte im Zentrum eines jeden Christenlebens stehen. Umso wichtiger ist es, sich damit zu befassen, was die Bibel über das Gebet und Beten sagt.

 

Was ist Gebet? Was bedeutet es zu Beten? Warum Gebet? Warum möchte Gott, dass wir Beten? Warum sollte man als Christ beten, wenn Gott schon alles perfekt unter Kontrolle hat? Warum beten, wenn Gott schon weiß, worum wir bitten werden bevor wir fragen? Erhört Gott all unsere Gebete? Gibt es eine bestimmte Art zu beten? Warum hat Gott mein Gebet nicht erhört? Wie kann man effektiv beten? All diese Fragen beantworten wir in dieser Beitragsserie.

 

Bevor wir näher auf dieses gewaltige Thema eingehen, möchten wir eine Definition der Begriffe „Gebet“ und „Beten“ geben.

 

Definition von Gebet und Beten

Die Begriffe „Gebet“ und „Beten“ können wie folgt definiert werden: Gebet und Beten ist persönliche Kommunikation mit Gott und bezeichnet jede Art von in Verbindung treten mit Gott. Dies kann auch im Kollektiv, etwa in einem Gemeinschaftsgebet geschehen. Es ist die in Worte gefasste Antwort des Menschen auf Gottes Zuwendung; Reden mit Gott, sein vor Gott. Gebet besteht jedoch nicht nur darin, zu Gott zu sprechen; Gebet ist eine wechselseitige Kommunikation mit Gott, eine innige, persönliche Unterhaltung mit ihm, wobei das, was Gott zu sagen hat, viel wichtiger ist als das, was wir zu sagen haben.

 

Diese Definition ist sehr breit. Zu dem, was man allgemein „Gebet“ nennt, gehören Bittgebete für uns selbst oder für andere (die manchmal direkt Bittgebete bzw. Fürbitte genannt werden), Sündenbekenntnis, Danksagung, Lobpreis und Anbetung.

 

Viele Menschen meinen, dass Gebet nur damit etwas zu tun hat, Gott um gewisse Dinge zu bitten – als ob man Gott seine Einkaufsliste präsentieren würde. Dies ist eine sehr begrenzte und unzulängliche Sichtweise in Bezug auf das Gebet. Das Gebet ist nicht nur ein einzelnes Musikinstrument; vielmehr ist es ein ganzes Orchester mit vielen unterschiedlichen Musikinstrumenten.

 

Geistlich betrachtet, ist Gebet und Beten, genügend Kühnheit zu haben, die Tore des Himmels mit Bitten und geistlichen Proklamationen zu bestürmen. Die grundlegende Bedeutung von Gebet und Beten ist, Gott zu bitten, Seine Verheißungen zu erfüllen. Das Gebet und Beten ist ein Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, Dank, Lobpreis und Anbetung. Gebete sollten daher die tiefsten Sehnsüchte des Herzens zum Ausdruck bringen.

 

Jeder, der ein Nachfolger Jesu Christi sein möchte, sollte danach streben zu lernen, wie man zielgerichtet und effektiv betet.

 

Gebet und Beten ist ein Weg, Gott zu dienen (Lk 2,36-38). Wir beten, weil Gott sein Volk anweist, zu beten (Phil 4,6-7). Gebet und Beten wird durch Christus und die Urgemeinde veranschaulicht (Mk 1,35; Apg 1,14; 2,42; 3,1; 4,23-31; 6,4; 13,1-3). Wenn Jesus gebetet hat, dann sollten es seine Nachfolger auch tun.

 

Man kann allein oder in der Gruppe beten; leise oder laut, mithilfe eines niedergeschriebenen bzw. vorformulierten Gebetes oder spontan. Gott sagt in seinem Wort in Psalm 145,18: „Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.“

 

Doch beten heißt mehr, als nur Worte zu sprechen. In der Bibel lesen wir von einem Lebensstil des unablässigen Betens (1Thes 5,17), so dass man in all seinem Handeln mit Gott verbunden ist. Christen berufen sich in ihren Gebeten auf Jesus, der sie mit Gott versöhnt hat. Sie beten zu Gott im Namen von Jesus (Joh 14,13) oder durch Christus (Röm 1,8). Sie sollen sich durch und durch bestimmen lassen von der Güte Gottes, die ihnen in Jesus begegnet. Letztlich wird so das ganze Leben zu einem einzigen Gebet (Kol 3,17).

 

Die Begriffe im Alten und Neuen Testament

Im Alten sowie im Neuen Testament gibt es jeweils zwei grundlegende Begriffe für „Gebet“ und „Beten“:

 

• Der hebräische Begriff für „Gebet“ lautet „tephillah“. Das Wurzelwort ist „palal“.

 

Der Begriff bezeichnet sowohl das persönliche und frei formulierte Gebet (2Sam 7,27; 1Kön 9,3; 2Kön 20,5; Dan 9,3.17.21), etwa die Fürbitte (2Kön 19,4; Neh 1,6.11; Jer 7,16; 11,14), als auch die Gebete in geprägter Form (Ps 17,1; 72,90: 86,1; 90,1; Hab 3,1), wie sie in den Psalmen gesammelt sind (Ps 4,2, 35,13; 69,14; 102,11.18).

 

Obwohl gottesfürchtige Menschen zu allen Zeiten zu Gott gebetet haben, war es doch vorwiegend die Aufgabe der Patriarchen, für ihren Haushalt zu beten (Hi 1,5) und, in der Zeit zwischen Mose und Christus, die Aufgabe der Priester und Herrscher als Stellvertreter für das Volk (2Chr 30,27; Neh 11,17). Der Tempel galt dabei als Stätte des Gebets (2Chr 7,15; Jes 56,7). In diesen Jahrhunderten bestand das Gebet hauptsächlich in der Berufung auf die Bündnisse des HERRN (1Kön 8,22-26; Neh 9,32; Dan 9,4) und auf Sein heiliges Wesen (1Mo 18,25; 2Mo 32,11-14), und es hatte das Vergießen von Opferblut zur Grundlage (Hebr 9,7).

 

• Der hebräische Begriff für „beten“ lautet „palal“.

 

Der Begriff meint „vermitteln“ oder „eintreten“ (vgl. Hes 16,52); „beten“, „bitten für jemanden“, „Fürbitte tun“. Abgeleitet von der Grundbedeutung „eintreten“ wird das Wort vorwiegend als spezieller Ausdruck für „beten“, „bitten“, „fürbittend“ für jemanden oder etwas „eintreten“ verwendet.

 

Neben der Fürbitte, die meist angesichts einer Strafe oder des Zornes Gottes erwähnt ist, ist „palal“ das allgemeine Wort für Beten, sei es als Dank oder in einer Notlage (1Sam 2,1; 2Chr 7,1.14; Dan 9,20), und wird auch für das Anrufen von fremden Göttern oder Götzen verwendet (Jes 16,12; 44,17; 45,20).

 

• Der griechische Begriff für „Gebet“ lautet „proseuché“.

 

Der Begriff meint „Gebet“ oder „Bitte“ und bezeichnet immer ein an Gott gerichtetes Gebet. Nur in Verbindung mit einem anderen Substantiv verweist es auf einen Ort. Zum Beispiel können Menschen den Tempel in Jerusalem als „Haus des Gebets“ bezeichnen (z.B. Jes 56,7;) oder eine Synagoge. Vielleicht wurde der Begriff von Juden dort genutzt, wo es keine Synagoge gab.

 

• Der griechische Begriff für „beten“ lautet „proseuchomai“.

Der Begriff meint „beten“; von „pros“ für „zu“ und „euchomai“ für „wünschen“, „bitten“. Die Vorsilbe „pros“ beinhaltet die Richtung des Gebets, nämlich zu Gott, auch wenn das nicht ausdrücklich gesagt wird. „Proseuchomai“ schließt alles ein, was mit der Vorstellung von Gebet verbunden ist: Dank, Bitte, Fürbitte, Lob, Ersuchen Gottes um spezielle Dinge.

 

Gebet im weiteren Sinn des Wortes ist jedes Sprechen mit Gott, auch das Loben und Danken; im engeren Sinn besteht das Gebet aus Klagen und Bitten. Die Bibel, für die der betende Mensch eine Selbstverständlichkeit ist und die in all ihren Teilen (nicht nur in den Psalmen) verschiedenartigste Gebete enthält, gebraucht dafür eine Vielzahl von Worten, wie bitten, flehen, fragen, klagen, rufen, schreien usw.

 

Gebet – Ein gewaltiges Vorrecht

Gläubigen ist durch Christus das gewaltige Vorrecht geschenkt worden, mit Freimütigkeit vor den Thron der Herrlichkeit und Gnade zu kommen. Der Weg ist frei, man darf, ja man soll sogar hinzutreten! Im Hebräerbrief wird man aufgefordert, eben diesen Weg zu nutzen, um Gnade und Barmherzigkeit für sein Leben und seinen Auftrag zu empfangen:

 

Hebräer 4,16

So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!

 

Heute ist Gottes Zeit für die Ausgießung seines Geistes zur Erweckung, doch um sie hervorzubringen, ergeht ein Ruf zur Fürbitte und zum geistlichen Kampf an den gesamten Leib Christi.

 

Wenn wir einen Blick in das Neue Testament werfen und uns fragen, was es den Christen und über die Christen zu sagen hat, stellen wir wiederum fest, dass es Konflikte, Krieg, das Leben eines Soldaten und ähnliche Dinge als einen ganz normalen und gewöhnlichen Teil des christlichen Lebens akzeptiert. Diese Dinge sind nichts Außergewöhnliches, nichts, mit dem nur ein paar Christen zu tun haben. Alle Christen werden unweigerlich mit Konflikten und Kämpfen in der geistlichen Welt konfrontiert werden.

 

Christen als geistliche Armee kämpfen nicht gegen einen sichtbaren Feind, sondern gegen die unsichtbaren Mächte der Finsternis in der Himmelswelt. Diese Armee trägt Gottes Waffen und seine Waffenrüstung. Der Sieg ist bereits errungen worden. Gottes Armee hat den Auftrag, ihn nur noch durchzusetzen.

 

Gott hat dem Leib Christi die Schlüssel des Himmelreiches gegeben. Was wir auf der Erde binden, ist im Himmel gebunden. Hieran erkennen wir, dass zuerst auf der Erde gehandelt werden muss und der HERR versprochen hat, daraufhin vom Himmel her zu antworten. Wenn wir bitten, werden wir empfangen. Wenn wir suchen, werden wir finden. Gott sagt: „Wenn sich mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, demütigt …, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, so will ich es vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen“ (vgl. 2Chr 7,14). Die Schlüssel liegen als Christen in unserer Hand. Wir haben das Vorrecht, die Autorität und die Verantwortung, von der Erde her mit Gott zusammenzuarbeiten.

 

John Wesley, ein Erweckungsprediger, sagte einmal: „Gott tut nichts, außer als Antwort auf Gebet“. Lasst uns beten, bis wir in unseren Herzen klar verstehen, dass Gottes Volk durch Gebet Geschichte schreiben soll! Gott hat uns zu einer königlichen Priesterschaft gemacht und als solche ist es unsere Verantwortung und Gottes Wille, durch Gebet Herrschaft auszuüben. Dies ist allerdings nur möglich, wenn wir das Zepter des Gebets in die Hand nehmen und mit Autorität einsetzen.

 

Gebet und Beten wird eine zentrale Rolle dabei spielen, die Gemeinde in ihre volle geistige Reife zu bringen. Was hat das zur Folge? Die Christen werden der entscheidenden Wende zum Sieg im Kampf gegen den Feind unserer Seelen näher und näher kommen. Durch das Wort unseres Zeugnisses und das Blut des Lammes, unser Leben nicht liebend bis in den Tod, werden wir als Leib Christi und Braut Jesu schlussendlich das Reich Satans ein für alle Mal niederreißen.

 

Was für ein gewaltiges Vorrecht!?

 

Drei biblische Wahrheiten

Schauen wir uns drei wichtige biblische Wahrheiten in Bezug zum Gebet und Beten an:

 

1. Gott hat uns Christen zu einem Königreich von Priestern gemacht. Als solche ist es unsere Aufgabe, durch Gebet zu regieren. Die Bibel zeigt, dass diese Welt nicht wirklich von Königen, Präsidenten, Befehlshaber und Diktatoren regiert wird. Sie scheinen nur zu herrschen. Die Menschen, welche die Welt wirklich regieren, sind diejenigen, die zu beten verstehen;

 

2. Um wirksam und effektiv zu sein, müssen unsere Gebete vom Heiligen Geist gelenkt und gestärkt werden. Ohne die Hilfe des Heiligen Geistes können wir nicht wirksam beten;

 

3. Der Geist Gottes und das Wort Gottes wirken immer zusammen. Die Kraft des Heiligen Geistes wirkt nur dann durch unsere Gebete, wenn sie im Einklang mit dem Wort Gottes, der Bibel, stehen. Das bedeutet, dass wir, um wirksam und effektiv beten zu können, wissen müssen, was die Bibel sagt.

 

Psalm 33,6

Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel gemacht, und durch den Hauch seines Mundes all ihr Heer.

 

Wo hier das Wort „Hauch“ steht, steht im Hebräischen eigentlich das Wort „Geist“. Dahinter steckt das Bild, dass Gottes Geist mit seinem Wort kommt. Als er sein Wort sprach, kam in Verbindung damit sein Geist, so wie wenn man ein Wort ausspricht, der eigene Atem mit diesem Wort einhergeht.

 

Mit anderen Worten: Das gesamte geschaffene Universum wurde durch das Zusammenwirken von zwei Dingen ins Leben gerufen: Durch das Wort des HERRN und den Geist seines Mundes. Wenn Gottes Wort und Gottes Geist zusammenwirken, ist seine ganze schöpferische Kraft und Wirksamkeit in uns, und das gilt auch für unser Beten. Wenn Gottes Wort und Gottes Geist in unserem Gebet zusammenwirken, dann fließt durch uns die gleiche Kraft, die das Universum ins Leben gerufen hat.

 

Der Unterschied von Gebet zum Gott der Bibel und anderen Göttern

Zu allen Zeiten haben Menschen aller Völker das Gebet verrichtet. Der Mensch ist laut Bibel als Krone der Schöpfung zum Bilde Gottes zur Gemeinschaft mit ihm geschaffen (1Mo 1,27). Dem entspricht der Drang des Menschen, auch der der Heiden, mit diesem Gott zu sprechen.

 

Das Gebet eines an den Gott der Bibel ist von allen Gebeten der Religionen dadurch unterschieden, dass hier nicht einfach der menschliche Beter mit Gott spricht, sondern dass er zu seinem Gott durch Christus, den Sohn Gottes, in persönlicher Beziehung steht.

 

Gebet und beten, als Sprechen zu Gott und mit Gott, ist die geistliche Grundhandlung eines wiedergeborenen Gläubigen. Es setzt den Glauben an einen persönlichen Gott voraus; ein Gott, der mich sieht und hört, der mich anspricht und mir antwortet und mit dem ich infolgedessen ins Gespräch kommen kann. Das ist beim Gott der Bibel der Fall. Er hat sich offenbart und seinen Namen kundgetan, damit der Mensch ihn anrufen und ansprechen kann (vgl. 2Mo 3,14f i.V.m. 2Mo 20,24).

 

Gebet und beten als geistliche Grundhandlung

Jedes christliche Gebet ist Gebet in Jesu Namen (Joh 14,13; 16,23.24). Mehr noch: In jedem Gebet des Christen bzw. der Gemeinde betet der HERR der Gemeinde als unser Mittler fürbittend mit: „Auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn (!) das Amen, Gott zur Ehre“ (2Kor 1,20). Wir öffnen unsere Bibel bei einer Verheißung, sehen zu Gott auf, und Gott sagt uns: „Du kannst all das durch Christus haben.“ Wenn wir Christus vertrauen, dann sagen wir „Amen“ zu Gott. Gott spricht durch Christus, und wir glauben an ihn. Christus beugt sich herab, und der Glaube streckt sich nach oben, wobei jede Verheißung Gottes in Jesus Christus erfüllt wird. In ihm und durch ihn können wir sie für uns in Anspruch nehmen und sagen: „Ja, HERR, ich vertraue dir.“ Das ist das „Ja“ des Glaubens.

 

In Römer 8,26 heißt es: „Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen“ (vgl. Röm 1,8; Kol 3,17).

 

Wo christliches Gebet solches Gebet im Namen Jesu und unter der Leitung des Heiligen Geistes ist, hat der Betende alle Freiheit zu allen Gebetsanliegen (Mt 21,22), sowohl in der Stille des Herzens des Einzelnen (Mt 6,6; Mk 1,35; 2Tim 1,3), als auch im gemeinsamen Gebet (Apg 4,31; 12,5.12), sowohl an geheiligter Stätte (Lk 24,53; Apg 2,46), wie an jedem beliebigen Ort (Apg 16,25; 21,5). Alles, was den Betenden bewegt, kann zum Gebetsinhalt werden: die Bitte (Mt 9,38; 18,19; Mk 11,24; Jak 5,13), die Fürbitte (Apg 8,24; Kol 1,9; 1. Tim 2.1), die Danksagung (Röm 1,8; Eph 5,20; Phil 1,3; Kol 3,17; 1Tim 4,4), der Lobpreis (Esr 3,1; Phil 1,11; Offb 7,12) und die Anbetung (Apg 16,25; Röm 15,6; 1Petr 4,11; Offb 14,7).

 

Für einige Leute ist das Gebet nichts anderes als eine lästige religiöse Pflicht. Es gab Gebete in der Bibel, die von Einzelnen und solche, die von Menschengruppen gesprochen wurden. Dabei bestand die Gefahr, dass solche Gebete zu einer bloßen Pflichtübung verkamen. Eine solche Gebetspraxis kritisierten die Propheten (Jes 1,15; Am 5,23). Sie schärften den Menschen ein, dass das Gebet mit einer Lebensführung einhergehen muss, die an den Geboten Gottes orientiert ist.

 

Gebet und beten sollte keine „Pflicht“ sein, der man nachkommen muss, sondern vielmehr ein Vorrecht, das man gerne ausübt, eine seltene Freude, die immer wieder neue Schönheit und Herrlichkeit offenbart. Das Gebet als eine Beziehung ist vermutlich der beste Indikator dafür, wie es um die eigene Liebesbeziehung zu Gott steht. Wenn man sein Gebetsleben vernachlässigt, dann wird diese Liebesbeziehung erkalten. Keine Lehre oder Bildung kann fehlendes Gebet kompensieren. Auch noch so viel ernstes Streben, Fleiß, Wissen oder Talent können das Gebet nicht ersetzen. Beten wir nicht, wenn wir Lust dazu haben. Machen wir einen Termin mit Gott und halten wir ihn ein. Einem betenden Menschen ist viel Macht gegeben.

 

Bibelstellen (Gebet und Beten)

1Mo 20,17; 24.26.63; 1Sam 1,10.12; 2,1, 8,6; 12,23; 2Sam 7,27; 1Kön 8,28f. 33.35.44f.48f.54; 9,3; 2Kön 4,33; 19,4; 2Chr 6,19f.35.40; 7,12; 33,18f; Hi 1,20; 16,17; Ps 4,2; 5,3; 6,10; 17,1; 32,6; 35,13; 39,13; 54,4; 65,3; 66,20; 69,14; 72,15; 84,9; 88,3.14; 102,1f.18; 109,4.7; 141,2; 143,1; Spr 15,8.29; 28,9; Jes 1,15; 38,5; Jer 7,16; 29,7; 36,7; 42,2; Klgl 3,8.44: Dan 6,11f.14; 9,3f.17f.21.23; Jona 2,2.8; Hab 3,1; Sach 12,10; 

 

Mt 6,5-7.9; 14,23; 17,21; 19,13; 21,22; 23,14; 26,36.39.41f; Mk 1,35; 6,46; 9,29; 11,24f; 12,40; Lk 1,10.13; 2,37; 3,21; 5,16.33; 6,12; 9,29; 11,1f; 18,1.10f; 20,47; 21,36; 22,40.44-46; Apg 1,14; 2,42; 6,4.6; 9,11.40; 10,2.4.9.31; 11,5; 12,5; 13,3; 14,23; 16,13.16; 20,36; 21,5; 22,17; 28,8; Röm 1,10; 12,12; 8,26; 15‚30; 1Kor 7,5; 11,4f.13; 14,13-15; 2Kor 9,14; Eph 1,16; 6,18; Phil 1,4.9.19; 4,6; Kol 1.3; 4,2f.12; 1Thes 5,17; 2Thes 1,11; 3,1; 1Tim 2,1.8; 4,5, 5,5; Phlm 22; 1Petr 3,7.12; Jak 5,13-18; Offb 5,8; 8,3f

 

Themenbezogene Bibelstellen

1. Wie man beten soll (Lk 11,1-4; Mt 6,9-13)

a. Lobpreis und Danksagung vor der Bitte (Hebr 13,15; Ps 96,2; 100,4; Phil 4,6)

 

b. Genaues Formulieren der Bitte (Mt 7,7-8; Joh 16,24; Phil 4,6; Jak 4,2)

 

c. Gebet zum Vater in Jesu Namen (Joh 14,13-14; 16,23)

 

d. Anhaltendes, ausharrendes Gebet (Lk 18,1; Röm 12,12; Kol 4,2)

 

e. Beten im Glauben (Mt 21,21-22; Mk 11,24; Röm 4,21; Hebr 11,6; Jak 1,5-7)

 

f. Unterordnung unter Gottes Willen (Ps 143,10; Mt 6,10; Lk 22,42; Joh 5,30; 1Joh 5,14; Joh 9,31)

 

2. Erhörliches Gebet (Joh 15,7; 1Joh 5,14; Dan 10,12; Hebr 11,6; Jak 1,6-8)

 

3. Wie und warum man nicht beten soll

Gott erwartet von uns nicht, dass wir „perfekt“ sind, wenn wir im Gebet zu ihm kommen, doch er erwartet, dass wir ehrlich sind. Im Gebet sollten wir aufrichtig und offen vor Gott treten. In der Bibel heißt es, dass Gott keine heuchlerischen Gebete erhört.

 

• Bitte Gott nicht, etwas zu tun, was du selbst tun kannst;

• Bitte Gott nicht um etwas, von dem du weißt, dass es nicht gut ist und du es nicht haben solltest!

 

a. Nicht mit unbereuter Sünde im Herz beten (Ps 66,18-19; Jes 59,1-2; Jak 5,16; Mk 11,25)

 

b. Nicht aus selbstsüchtigen Motiven beten oder aus stolz (Jak 4,2-3; 1Thes 5,16-18; 5Mo 23,4-6; Mt 6,5; Lk 18,10-14; Jak 4,6; Pred 5,2)

 

c. Nicht mit vielen Worten beten (Mt 6,7-8; Pred 5,1-2)

 

d. Nicht den Verstand abschalten (1Kor 14,15)

 

e. Bete nicht, um gesehen oder gelobt zu werden (Mt 6,5-8; Mk 12,4; Lk 18,9-14; 20,47)

 

f. Gebete, mit denen man Gottes Anweisungen missachtet (Ps 66,18-20; Spr 28,9; Hos 6,6)

Es ist Gott wichtiger, ob wir ihm nachfolgen und wie wir andere Menschen behandeln, als dass wir einfach „nur so tun, als ob“ wir beten. Diese Gebete sind im Endeffekt nichtssagend und wirkungslos.

 

4. Gebet allein (Mt 6,6; Mk 1,35; 6,46; Lk 5,16; 6,12)

 

5. Gebet in Gemeinschaft und Gemeinde (Mt 18,19-20; Apg 1,13-14; 12,5.12)

 

5a. Gebetsorte

• Draußen; Abrahams Knecht (1Mo 24,11-12)

• Auf dem Schlachtfeld; Josua (Jos 7,6-9)

• Am Altar; Salomo (2Chr 6,12-14)

• In ihrer Kammer; Daniel (Dan 6,11)

• Im Bett (Ps 63,7)

• Im Bauch eines Fisches; Jona (Jona 2,2-9)

• Auf einem Berg; Jesus (Lk 6,12; 9,28)

• Im Tempel; Pharisäer & Zöllner (Lk 18,10)

• Im Gefängnis; Paulus & Silas (Apg 16,25)

• Am Strand; Jünger (Apg 21,5)

 

6. Fürbitte

a. Für Anliegen in der Gemeinde (Eph 6,18; 1,15-19; Kol 1,9; 1Thes 1,2)

 

b. Für Diener der Gemeinde (Apg 12,5; Röm 15,30-32; 2Kor 1,11; Kol 4,3; 2Thes 3,1)

 

c. Für Geschwister in Bedrängnis und Krankheit (Jak 5,14-18)

 

d. Für alle Menschen und ihre Regierenden (1Tim 2,1-2)

 

7. Gebetszeiten

a. Beständiges, unablässiges Gebet (1Chr 16,11; Spr 3,6; Lk 18,1; 21,36; 1Thes 5,17; Eph 6,18)

 

b. Gebet in Not (Ps 60,15; 27,8; 107,19; Hebr 4,16; Jak 5,13; Klgl 2,19; Lk 22,44; Hebr 5,7)

 

c. Morgengebet (Ps 5,4; 119,147; Mk 1,35)

 

d. Abendgebet (Mk 6,46-47; 1Mo 24,63; Ps 55,18; Dan 6,11)

 

e. Gebet in der Nacht/Mitternacht (Ps 42,9; 63,6-7; 119,62; Jes 26,9; Lk 6,12; Apg 16,25); Die ganze Nacht; Samuel (1Sam 15,11)

 

f. Dreimal täglich; Daniel (Dan 6,11); Täglich zu bestimmten Zeiten (Ps 55,18); Während einer festgesetzten Gebetszeit (1Kor 7,5)

 

g. Im Angesicht des Todes

Während er fast ertrank; Petrus (Mt 14,30); Während er gekreuzigt wurde; Übeltäter

am Kreuz (Lk 23,42); Während er gesteinigt wurde; Stephanus (Apg 7,59-60)

 

h. Dankgebet vor dem Essen (Mt 14,19; 26,26-27; Apg 27,35; Röm 14,6; Joh 6,23)

 

8. Gebetshaltungen; für die Effektivität eines Gebetes nicht entscheidend (1Mo 24,48; Lk 24,5; 18,13; Ps 4,4–5,9; 2Mo 17,11; 1Kön 8,54; Lk 18,11; 2Mo 9,29)

 

Wenn man einen Blick in die Bibel wirft, kann man feststellen, dass Gottes Volk beim Beten unterschiedliche Positionen einnimmt. Es gibt keine biblisch vorgeschriebene Position für das Gebet. Bestimmte Körperhaltungen können jedoch eine nützliche Hilfe beim Gebet sein, da sie helfen, Ehrfurcht und Demut auszudrücken, wenn man Gott im Gebet begegnet.

 

• Sitzend; David (2Sam 7,18)

• Stehend; Salomo (1Sam 1,26f; 1Kön 8,22; auch Mk 11,25)

• Kniend; Petrus (Apg 9,40; Eph 3,14; mit ausgebreiteten Händen 1Kön 8,54; Dan 6,11; Lk 22,41)

• In Richtung Jerusalem; Daniel (Dan 6,11)

• Mit Blick nach oben; Jesus (Joh 11,41)

• Mit zum Himmel erhobenen Händen; Salomo (1Kön 8,22; auch Ps 28,2)

• Mit dem Gesicht zum Boden; Jesus (Mt 26,39; 5Mo 9,25; Jos 7,6; Esr 10,1; Jes 45,14)

• Leise flehend (Jes 26,16)

• Im Stillen; Hanna (1Sam 1,13)

• Laut; Esra (Esr 10,12)

• Bitterlich weinend; Hiskia (Jes 38,3)

• Unter Tränen; Esra (Esr 10,1; auch Jesus Hebr 5,7)

• Weinend, trauernd, fastend in Sack und Asche (Neh 1,4)

• Voller Freude; Paulus (Phil 1,4)

• Als Gruppe; Gläubige (Apg 1,14)

• Allein; Jesus (Mt 14,23)

• Einstimmig; Gläubige (Apg 4,24)

• Ernsthaft; Paulus, Silas & Timotheus (1Thes 3,10)

• In Verbindung mit einem Opfer (Hi 42,8)

 

9. Beispiele für Beter in der Bibel

a. Abraham (1Mo 18,16-33)

b. Mose (2Mo 17,8-14)

c. Elia (1Kön 17,21; 18,36-37.42)

d. Daniel (Dan 10,12-14)

e. Jabez (1Chr 4,9-10)

f. Hiskia (Jes 37,14; 38,2-5)

g. Hanna (1Sam 1,12-17)

h. Nehemia (Neh 2,4-6)

i. Epaphras (Kol 4,12-13)

 

10. Gott hört unser Gebet (2Sam 22,7; Ps 34,16.18; 72,12; 91,15)

a. Jesus bittet für Christen (Röm 8,34; Hebr 7,25)

b. Der Heilige Geist bittet für Christen (Röm 8,26-27)

 

11. Gott erhört Gebet (Eph 3,20)

a. Gott antwortet später auf Gebet (Ps 40,2; Jer 42,4.7; Klgl 3,25-26; 1Mo 25, 20-21; Dan 10,2.12-13; Hebr 10,36; Offb 6,10-11)

 

b. Gott weiß, was man benötigt (Mt 6,8.32-33)

 

12. Warum beteten Menschen in der Bibel?

a. Aus Angst um ihr Leben; Mose (2Mo 17,4-5)

 

b. Mose fühlte sich von Gott verraten (4Mo 11,10-15)

 

c. Eine Schwester war krank; Mose für Mirjam (4Mo 12,13)

 

d. Aus Angst vor feindlichen Völkern; Josua (Jos 6–7)

 

e. Aus Rachsucht; Simson (Ri 16,28)

 

f. Hiob erlebte Katastrophen, die sein Leben

veränderten (Hi 1,20-21)

 

g. Aus Dankbarkeit Gott gegenüber für ein

Kind; Hanna (1Sam 2,1-10)

 

h. Salomo sah, wie Gott sein Versprechen

einlöste (1Kön 8,23-53)

 

i. Josaphat wusste nicht, was er tun sollte (2Chr 20,1-12)

 

j. Elia wusste nicht mehr weiter (1Kön 19,4)

 

k. Nehemia musste eine weitreichende Entscheidung treffen und sich auf den Weg

machen (Neh 2,4)

 

l. David befand sich in Drangsal und Kummer (Ps 116,3-4)

 

m. Weil ein Junge von einem Dämon besessen war; Lehre Jesu (Mk 9,29)

 

n. Aus Dankbarkeit für andere Gläubige; Paulus (Eph 1,16; 1Thes 1,2)

 

o. Weil weitere Gemeindeoberhäupter ernannt

worden waren (Apg 6,6; 14,23)

 

p. Eine Frau war gestorben; Petrus für Tabitha (Apg 9,40-42)

 

q. Ein Vater war krank; Paulus für den Vater

von Publius (Apg 28,8)

 

r. Sie warteten auf die Rückkehr des HERRN; Johannes (Offb 22,20)


Dieser Beitrag basiert teilweise auf einer Offenbarungslehre von Derek Prince.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“

 

Amen und Amen