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Zu den Waffen

Wir haben im vorherigen Beitrag darauf hingewiesen, dass die Gemeinde Jesu eine einzigartige Position und Verantwortung als Salz der Erde und Licht der Welt hat. Lesen wir einmal Matthäus 5,13 in der personalisierten Variante, die uns diese Verantwortung überträgt. Lies dieses Statement nach Möglichkeit laut:


"Wir sind das Salz der Erde. Wenn jedoch das Salz seine Kraft verliert, womit soll man sie ihm wiedergeben? Wir taugen zu nichts anderem mehr, als weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden"

Als Gemeinde Jesu Christi spielen wir eine ganz entscheidende Rolle in den Angelegenheiten der Menschheit. Das Schicksal von Menschen, Nationen und Zivilisationen hängt von uns ab. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass geistliche Mächte in der unsichtbaren Welt das Los von Menschen und Nationen bestimmen und einzig und allein die Gemeinde Jesu imstande ist, in diesem Bereich zu intervenieren.

Mit geistlichen Waffen können wir diese Mächte des Bösen überwinden und dadurch Einfluss auf die Faktoren und Kräfte nehmen, die an der Menschheit wirken. In dieser Weise können wir in den Angelegenheiten der Menschen eine positive Umgestaltung zur Ehre Gottes herbeiführen. Wir möchten Sie dabei ganz besonders darauf hinweisen, dass wir als Christen, gleichgültig, in welcher Nation wir leben, vor Gott Rechenschaft über den allgemeinen Zustand unserer Nation, sowohl in politischer als auch in geistlicher Hinsicht, ablegen müssen.

Ein Triumphzug
Was ist die Grundlage unserer Vollmacht und Autorität, mit der wir effektiv in der geistlichen Welt eingreifen können? Es ist die Tatsache, dass Jesus Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung allen Mächten des Bösen eine unumkehrbare Niederlage und eine öffentliche Schmach zufügte. Er tat dies als unser Repräsentant, der letzte Adam, derjenige, der das gesamte Geschlecht Adams repräsentierte, indem er all unsere Schuld, all unser Versagen, all unsere Verdammnis und jede schwere Last, die die Sünde auf uns gelegt hat, auf sich nahm. Er begegnete dem Feind von Angesicht zu Angesicht, besiegte ihn und stand als unser Repräsentant und als Haupt eines neuen Geschlechts wieder von den Toten auf, um uns in den Sieg und in den Triumph hineinzuführen.

Paulus beschreibt dies im Kolosserbrief folgendermaßen:

"Er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt  In ihm hat er den Triumph über sie gehalten" (Kol 2,15)

Jesus Christus hat über Gewalten und Mächte triumphiert und sie am Kreuz öffentlich zur Schau gestellt. Das Wort "Triumph" in obigem Vers bezieht sich auf eine "öffentliche und offizielle Feier eines Sieges, der bereits errungen wurde". Ein Triumph oder Triumphzug ist nicht dasselbe wie der Sieg. Man erringt den Sieg, indem man die Schlacht gewinnt; der Triumph ist die Feier dieses Sieges. Christus hat öffentlich über Gewalten und Mächte triumphiert. Er führt einen Triumphzug an, in dem er diese besiegten Feinde in Ketten hinter sich her führt.

Paulus bezieht sich mit diesem Bild auf eine Gepflogenheit im antiken Rom: Wenn ein General im römischen Reich außerordentlich erfolgreich bei seinen Feldzügen war und neues Territorium gewann oder große Feinde bezwang, gewährte ihm der Senat in Rom offiziell einen "Triumphzug".

Der General stellte sich auf einen von einem weißen Pferd gezogenen Wagen und führte eine Parade durch die Straßen der Stadt an. Die Bürger Roms säumten die Straßen und applaudierten ihm, wenn er vorbeifuhr. Die Feinde wurden in Ketten hinter dem General hergeführt. Hatte sein Feldzug beispielsweise in einem Land stattgefunden, wo es Tiger gab, so wurden auch einige Tiger als Beweis für seinen Sieg im Triumphzug hinter ihm her geführt (vor allem, da solche Tiere den Römern damals unbekannt waren). Auch alle Könige oder führenden Generäle, die er besiegt hatte, wurden in Ketten hinter seinem Wagen hergeführt. Ihnen folgten, abgestuft nach Rang, Soldaten, die während des Kriegs gefangengenommen worden waren. Die gefangenen Feinde, die dem siegreichen General folgten, waren der öffentliche Beweis für seinen Sieg.

Paulus überträgt dieses anschauliche Bild auf Jesus Christus. Stellen wir uns Christus im Wagen vor; er hat all unsere Feinde am Kreuz besiegt, unterwirft sie öffentlich und führt sie als Besiegte hinter sich her. Genau dieses Bild entstand vor dem inneren Auge der Gläubigen zur Zeit des Apostels Paulus, wenn von einem "Triumph" die Rede war – und bei uns sollte es auch so sein. Es ist die offene, öffentliche und offizielle Feier eines Sieges, der bereits errungen worden ist. Es ist eine Zurschaustellung aller Mächte, die besiegt wurden. Wegen seines Opfers am Kreuz führt Jesus Satan und dessen Gewalten und Mächte unterjocht und besiegt und für jedermann sichtbar hinter sich her.

Einen weiteren gewaltigen Vers finden wir in 2. Korinther 2,14:

"Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch uns offenbart!"

Christus hat bereits triumphiert, aber dieser Satz sagt uns, dass Gott uns in Christus "allezeit im Triumphzug umherführt". Und am Ende des Verses heißt es noch "an jedem Ort". Wenn wir uns vor Augen führen, dass in diesem Vers sowohl "allezeit" als auch "an jedem Ort" vorkommt, dann gibt es nichts, was ausgenommen wäre, nicht wahr? "Gott aber sei Dank, der uns allezeit in Christus triumphieren lässt!" (Vers 14)

Vergessen Sie nicht, dass wir in diesem Bild nicht die Gefangenen sind, die in Ketten dem Wagen Christi folgen müssen. Nein, wir gehören neben Jesus auf den Wagen! Dazu sind wir berechtigt. Das ist der Platz jedes Gläubigen. Jesus lädt uns ein, an seinem Triumph teilzuhaben. In einer modernen Übersetzung hört sich 2. Korinther 2,14 so an: "Wo ich hingehe, macht er, Gott sei Dank, mein Leben zu einem ständigen Triumphzug in Christus…".

Unser Leben soll ein Triumphzug sein und wir haben ein Anrecht darauf, Teil dieses Triumphzugs zu sein. Wir sind die Repräsentanten Jesu Christi. Er hat den Sieg errungen. Es liegt nun an uns, diesen Sieg in die Praxis umzusetzen. Jesus selbst sagt sinngemäß in Matthäus 28,18-19: "Alle Macht ist mir gegeben im Himmel und auf Erden. Geht deshalb hin und demonstriert sie. Zeigt der Welt, welche Kraft ich durch meinen Tod und meine Auferstehung errungen habe". Und in Johannes 20,21 heißt es, Jesus sendet uns genau so, wie der Vater ihn sandte. Damit bestätigt er, dass wir seine sichtbaren Repräsentanten sind. Wir sind auf Erden, um seinen Sieg zu demonstrieren, seinen Triumph in die Praxis umzusetzen, und den Menschen in der Welt zu zeigen, was Jesus für sie errungen hat.

Unsere geistlichen Waffen
Von dieser Grundlage ausgehend, werfen wir nun einen Blick auf die Waffen, mit denen wir kämpfen. Weil wir uns in einer geistlichen Auseinandersetzung befinden, ist es nur logisch, dass Gott uns geistliche Waffen gegeben hat, über die es in 2. Korinther 10,3-5 heißt:

"Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, kämpfen wir nicht nach dem Fleisch; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig [in] Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir überspitzte Gedankengebäude und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi…"

Beachte, dass widerstrebende und rebellische Gedanken ebenfalls gefangen genommen und "hinter dem Wagen des Siegers" hergeführt werden. Dort gehören sie auch hin. So wie wir in den Wagen gehören, gehören diese Rebellen hinter den Wagen. Alle rebellischen Kräfte in der geistlichen Welt, die das Denken des Menschen beherrschen, Gedankengebäude und Vernünfteleien, die den Menschen dazu anstacheln, gegen Gott zu revoltieren, nehmen wir gefangen – und als Gefangene folgen sie uns in Ketten hinter dem Wagen nach. Damit wir dies wirklich verstehen, betont die Schrift: "Die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig [in] Gott" (Vers 4). Gott hat uns geistliche Waffen gegeben, um geistliche Feinde zu besiegen.

Gott erwartet von uns, dass wir dieses Ziel mit Hilfe einiger primärer geistlicher Waffen erreichen. Aus diesem Grund möchten wir im Folgenden die wichtigsten dieser Waffen aufzählen, auch wenn diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Zu diesen Waffen gehören: Die geistliche Waffenrüstung, Gebet, Fasten, Lobpreis, Zeugnis und Predigt. Wollte man über diese Waffen hinausgehen, würden wir uns noch mit den übernatürlichen Gaben des Heiligen Geistes beschäftigen (1Kor 12,1-11).


Gottes Segen Euch allen!

1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen