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Zwei Termine, die für alle Gültigkeit haben

Es gibt ohne Zweifel viele geheimnisvolle, noch unbekannte Dinge, die auf den Menschen nach seinem Tod warten. Der Schleier, der die Zeit von der Ewigkeit trennt, wird von der Bibel her in vielem nicht gelüftet. Trotzdem offenbart uns die Heilige Schrift zwei Dinge, die unmittelbar hinter der Schwelle zur Ewigkeit liegen und für jeden Menschen in gleicher Weise Gültigkeit haben:

1. Die Auferstehung der Toten
2. Das ewige Gericht

Dass alle Menschen aus den Toten auferweckt werden, schreibt der Apostel Paulus ganz deutlich in 1. Korinther 15,22:
"Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden."

Genau wie der Tod das Los jedes Menschen ist, weil er von Adam abstammt, so ist auch die Auferstehung von den Toten jedem einzelnen von Gott her bestimmt; und zwar ist dies durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi möglich geworden.

Für diese allgemeingültige Bestimmung der Totenauferstehung lässt die Bibel nur eine Ausnahme gelten, die absolut logisch ist: Wer nicht stirbt, braucht auch nicht aus den Toten auferweckt zu werden. Dazu schreibt Paulus in 1. Korinther 15,51-53:
"51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 52 in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden. 53 Denn dieses Verwesliche muss Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen."

Wenn Paulus hier sagt: "Wir werden nicht alle entschlafen", dann bezieht sich das natürlich nur auf Christen. Es bedeutet, dass alle wahren Gläubigen, die am Leben sind, wenn Christus kommt, um Seine Gemeinde zu holen, nicht entschlafen, also nicht sterben werden. Statt dessen werden ihre Leiber augenblicklich auf wunderbare Weise verwandelt, und sie werden mit einem Leib überkleidet, der total neu und von übernatürlicher Beschaffenheit ist. Statt Verweslichkeit wird Unverweslichkeit da sein, statt Sterblichkeit Unsterblichkeit. Es besteht dann keine Möglichkeit mehr, zu sterben oder von den Toten aufzuerstehen.

Neben dieser Gruppe der wahren Christen, die zur Zeit der Wiederkunft Christi auf dieser Erde leben, müssen wir noch die Möglichkeit zweier weiterer Ausnahmen von der allgemein gültigen Bestimmung der Totenauferstehung offen lassen. Es handelt sich um Henoch und Elia, die beiden Männer aus dem Alten Testament, die von der Erde in den Himmel entrückt wurden, ohne den Tod geschmeckt zu haben. Die Bibel gibt uns keine klare Auskunft über das endgültige Schicksal dieser beiden Männer. Aber eines ist sicher: Wer nicht stirbt, braucht auch nicht aus den Toten auferweckt zu werden. Andererseits zeigt die Bibel ganz deutlich, dass alle, die sterben, auch von den Toten auferweckt werden.

Die zweite göttliche Bestimmung für alle Menschen, die im Bereich der Ewigkeit liegt, ist das Gericht.

In Apostelgeschichte 17,30-31 erklärt Paulus den Bewohnern von Athen, dass die ganze Welt einmal dem Gericht Gottes anheimfallen wird:
"30 Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie überall Buße tun sollen, 31 weil er einen Tag gesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten."

Gottes Gerichtstermin gilt für die ganze Welt, für die menschliche Rasse insgesamt. Deshalb gebietet Gott heute allen Menschen, Buße zu tun, weil sie alle eines Tages gerichtet werden.

In Römer 14,10-11 warnt Paulus die Christen, dass auch sie sich darauf vorbereiten müssen, vor dem Richterstuhl Gottes zu erscheinen:
"10 Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. 11 Denn es steht geschrieben: ‚So wahr ich lebe, spricht der Herr; mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen.‘"

Paulus schreibt hier an Gläubige. Deshalb bezeichnet der Ausdruck "deinen Bruder" einen Mitchristen, genau wie die Formulierung "wir werden alle ..." sich auf die Gesamtheit aller Christen bezieht. Dass es keine Ausnahmen bei diesem Gericht gibt, wird weiter durch die allgemeingültigen Sätze: "Mir wird sich JEDES KNIE beugen, und: JEDE ZUNGE wird Gott bekennen" deutlich herausgestellt.

Wenn man das Gerichtsprogramm Gottes für alle Menschen im Licht der Bibel genauer beleuchtet, wird man herausfinden, dass es verschiedene Schauplätze und auch verschiedene Ziele beim Gericht gibt, gemäß den verschiedenen Gruppen von Menschen, die gerichtet werden.
Im Augenblick soll der Grundsatz genügen, dass alle, die sterben, auch auferweckt und gerichtet werden.

Dieser Grundsatz ist in Hebräer 9,27 folgendermaßen zusammengefaßt:
"Und wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht ..."

"Es ist den Menschen gesetzt ..." bezieht sich auf die Menschheit insgesamt. Wir stellen also fest, dass für jede Seele, die durch den Tod aus der Zeit in die Ewigkeit hinüberwechselt, zwei göttliche Termine unwiderruflich und unumstößlich feststehen: Totenauferstehung und Gericht.

Auch jene Christen, die lebendig entrückt werden, wenn Jesus wiederkommt, müssen vor dem Gericht erscheinen, das für alle Gläubigen angesetzt ist. Sagt doch Paulus in Römer 14,10:
"Denn wir werden ALLE vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden."

Fast genau die gleichen Worte finden wir in 2. Korinther 5,10, wo es heißt:
"Denn wir müssen ALLE vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden ..."

Das an beiden Stellen vorkommende "wir ... alle" bezeichnet alle Christen, ohne jede Ausnahme.

Totenauferstehung und Gericht sind in der Logik der Bibel untrennbar miteinander verbunden.

Die Auferstehung geht in jedem Fall dem Gericht voraus. Niemand wird als körperlose Seele vor dem göttlichen Gericht erscheinen, sondern als vollständiger Mensch, als Persönlichkeit, bestehend aus Geist, Seele und Leib. Deshalb muss die leibliche Auferstehung zwangsläufig dem Endgericht vorausgehen.

Die Bibel nennt uns diese beiden Dinge immer in der gleichen Reihenfolge: zuerst die Auferstehung, dann das ewige Gericht.

In 2. Korinther 5,10 beschreibt Paulus das Prinzip, das dieser Reihenfolge zugrunde liegt:
"Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, WAS ER DURCH DEN LEIB VOLLBRACHT, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses."

Das Gericht betrifft das, was der Mensch während seines Erdenlebens "durch den Leib vollbracht" hat. Und weil sich jeder für das verantworten muss, was er im Leib getan hat, hat Gott es so bestimmt, dass er auch in seinem Leib vor Ihm zum Gericht erscheinen muss.

Aus diesem Grunde muss die leibliche Auferstehung dem ewigen Gericht vorausgehen. Wie in allen Dingen, so ist das Programm Gottes auch in diesem Punkt völlig klar, logisch und folgerichtig.


Quellen:

  • IBL - Fundamente des christlichen Glaubens
  • eigene Anmerkungen

 
Gottes Segen Euch allen!

1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen