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Der biblische Jahreskreislauf

Wir leben in einer sehr intensiven und spannenden Zeit. Um uns herum scheint sich vieles zu verändern. Es "brodelt" und Jesus fordert uns auf, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Tatsächlich handeln hunderte von Verse und Kapitel in der Bibel von zukünftigen Dingen und die meisten davon drehen sich um das Wiederkommen Jesu und um die Zeiten davor und danach. Mehr denn je glaube ich, dass wir aufgerufen sind, nach den Zeichen der Zeit zu schauen und uns an den festgesetzten Zeiten des Herrn zu orientieren, welche einen prophetischen Charakter haben. Sie geben uns wichtige Eckdaten an die Hand, die eng mit den Ereignissen der Endzeit verknüpft sind. Indem man die festgesetzten Zeiten des Herrn studiert und somit Erkenntnis darüber gewinnt, wird man erfahren, dass Gott nichts dem Zufall überlassen hat und biblische Zeitzyklen einem sich ständig wiederholenden Kreislauf fügen. Genauso, wie im Natürlichen Jahreszeiten immer wiederkehren, Früchte reifen und sich Wetterlagen ändern, so fügen sich auch die geistlichen Zyklen einem sich ständig wiederholenden Kreislauf, den Gott festgelegt hat. Anhand dessen wird offenbar, dass Himmel und Erde gekoppelt sind. "Wie im Himmel so auf Erden".

 

Jesus Christus war und ist Jude, wurde im jüdischen Land geboren und von jüdischen Eltern im jüdischen Glauben erzogen. Diese Tatsache müsste wiedergeborenen Christen bekannt sein. Dennoch kann sie nicht oft genug wiederholt werden, um unter Christen die Erkenntnis zu wecken und zu festigen, dass christlich-biblischer Glaube seine Wurzeln im Judentum hat. Ohne den jüdischen Glauben, in dem auch Jesus und seine Jünger lebten, ist das Neue Testament in seiner ganzen Bedeutung nur unzureichend verständlich.

 

Der jüdische Kalender ist ein Luni-Solar-Kalender (Mond-Sonnen-Kalender) und kein reiner Sonnenkalender, wie unser heutiger Gregorianischer Kalender, der dem Mond keine Beachtung schenkt und lediglich nur noch zur Unterteilung des Jahres dient. Der Mond-Sonnen-Kalender ist der einzige Kalender, der seine Wurzeln in der Heiligen Schrift hat. Die Berechnung der Monate orientiert sich am Mond; die des Jahres am Sonnenumlauf. Ein an den Wechsel der Jahreszeiten gebundenes landwirtschaftliches Leben mit seinen Begehungen und Jahres- und Erntefesten erfordert einen Ausgleich des nur 354 bzw. 355 Tage umfassenden Mondjahres mit dem Sonnenjahr.

 

Da der Mondzyklus im Durchschnitt eine Länge von etwa 29,55 Tagen hat, gibt es sowohl Monate mit 29 wie auch mit 30 Tagen. Ein Jahr mit 12 Mondmonaten dauert 354,63 Tage. Die Länge eines Sonnenjahres hingegen beträgt 365,24 Tage und ist somit also knapp elf Tage länger als ein Mondjahr. Würde man lediglich den Mondzyklus berücksichtigen und den zeitlichen Unterschied zum Sonnenjahr nicht ausgleichen, so würden sich die Tage pro Jahr um elf Tage nach vorn verschieben und langsam aber sicher innerhalb von 33 Jahren einmal durch den ganzen Kalender hindurch wandern.

 

Damit die Monate nicht wie bei reinen Mondkalendern (beispielsweise bei den Muslimen) durch das Sonnenjahr wandern, benötigt der jüdische Kalender eine Schaltregulierung zum Ausgleich. Um diesen Ausgleich zu dem um 11 Tage längeren Sonnenjahr zu schaffen, wird in einem Zyklus von 19 Jahren siebenmal ein 29-tägiger Schaltmonat, welcher Ve-Adar (noch ein Adar) oder Adar II heißt, vor dem eigentlichen Adar hinzugefügt. Als Schaltjahre sind das 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr bestimmt.

 

Das Jahr mit 12 Monaten wird "Schana Peschuta" genannt, allgemeines Jahr, das Jahr mit 13 Monaten "Schana Me'uberet", Schaltjahr.

 

Unabhängig von jeglichen irdischen Kalendersystemen, hat der Schöpfer damit auch die Zeiten für die wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Festtage vorgegeben. Es sind die Tage, an dem sich Gott mit Seinen Geschöpfen treffen möchte, um mit Ihnen Gemeinschaft zu haben. Es sind festgesetzte Zeiten!

 

Der Tag

Im biblischen Kalender beginnen und enden Tage immer bei Sonnenuntergang. Schon wer die erste Seite der Bibel aufschlägt‚ stößt auf diese Besonderheit der jüdischen Zeitrechnung: "Und es ward Abend und es ward Morgen: Tag Eins", heißt es da (vgl. 1. Mose 1,5). Wir müssen wissen und verstehen, dass nach jüdischer Zeitrechnung der Tag mit dem Sonnenuntergang beginnt und endet, wenn die Sonnenhitze nachlässt und der Mensch aufatmen kann. Somit ergibt sich, dass jeder Tag auch einen "Vor-Abend" (hebr. ערב "Erev") hat. Die erste Nacht leitet den ersten Tag ein. Diesem Zeitverständnis ist es zu verdanken, dass alle biblischen Feste am Abend beginnen.

 

Namen der jüdischen Wochentage

Jom Rischon (יום ראשון, „Erster Tag“, Sonntag)

Jom Scheni (יום שני, „Zweiter Tag“, Montag)

Jom Schlischi (יום שלישי, „Dritter Tag“, Dienstag)

Jom Revi’i (יום רביעי, „Vierter Tag“, Mittwoch)

Jom Chamischi (יום חמישי, „Fünfter Tag“, Donnerstag)

Jom Schischi (יום שישי, „Sechster Tag“, Freitag)

Schabbat (שבת, „Ruhe“, Samstag)

 

Der Schabbat ist der letzte Tag in der Woche und dauert von Freitagabend, bis Samstagabend. Der erste Tag in der Woche ist Sonntag. So war das bis 1976 auch in Deutschland.

 

Der Monat und das Jahr - Die zwei Jahreskreise im biblischen Kalender

Monate im biblischen Kalender basieren auf Mondzyklen und werden somit nach dem Mond bestimmt. Das Wort "Monat" kommt ursprünglich vom Wort "Mond". Ein Monat beginnt und endet im biblischen Kalender immer bei Neumond (Leermond). Das hebräische Wort für "Monat" im Sinne einer Monatsperiode ist "Chodesch" und bedeutet in der Bibel "erneuern", "reparieren", "Neumond".

 

Psalm 104,19

"Er hat den Mond gemacht zur Bestimmung der Zeiten [mo'dim], die Sonne weiß ihren Untergang."

 

Um die festgelegte Zeit Gottes besser zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass es zwei biblische Zeitzyklen gibt:

 

Der erste Zeitzyklus ist das biblische, bürgerliche Jahr, das den Segenszyklus meint und sich vom Zeitpunkt der Erschaffung des Menschen ausrichtet, da Gott Adam segnete (Anm.: Beginnend im Herbst; Der Segenszyklus beginnt mit dem siebenten biblischen Monat "Tischri/ Ethanim").

 

Bei dem zweiten Zeitzyklus handelt es sich um den Zyklus der Erlösung im biblischen, heiligen Jahr, das mit dem biblischen Monat "Abib/ Nissan" beginnt, welches sich nach dem Blut des Lammes Gottes ausrichtet, das zu Pessach vergossen wurde (Anm.: Beginnend im Frühjahr).

"Abib/ Nissan" ist der Monat, nach dem sich alle anderen biblischen Monate ausrichten müssen (vgl. 2. Mose 12,1-2.17 i.V.m. 2. Mose 34,18).

 

2. Mose 12,1-2

"1 Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: 2 Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen."

 

2. Mose 12,17

"So haltet denn das Fest der ungesäuerten Brote! Denn an ebendiesem Tag habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ägypten herausgeführt. Darum sollt ihr diesen Tag halten als ewige Ordnung für all eure Generationen."

 

2. Mose 34,18

"Das Fest der Ungesäuerten Brote sollst du halten. Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten gezogen."

 

Erster Zeitzyklus (Segenszyklus):

1. Tischri (Ethanim) (Sept-Okt)

2. Marcheschwan (Bul) (Okt-Nov)

3. Kislew (Nov-Dez)

4. Tebeth (Dez-Jan)

5. Schebat (Jan-Febr)

6. Adar (Febr-Mrz)

7. Nissan (Abib) (Abib) (Mrz-Apr)

8. Ijar (Sir) (Apr-Mai)

9. Sivan (Mai-Jun)

10. Tammuz (Jun-Jul)

11. Ab (Jul-Aug)

12. Elul (Aug-Sept)

 

Zweiter Zeitzyklus (Zyklus der Erlösung):

1. Nissan (Abib) (Mrz-Apr)

2. Ijar (Sir) (Apr-Mai)

3. Sivan (Mai-Jun)

4. Tammuz (Jun-Jul)

5. Ab (Jul-Aug)

6. Elul (Aug-Sept)

7. Tischri (Ethanim) (Sept-Okt)

8. Marcheschwan (Bul) (Okt-Nov)

9. Kislew (Nov-Dez)

10. Tebeth (Dez-Jan)

11. Schebat (Jan-Febr)

12. Adar (Febr-Mrz)


 

Die Verletzung von Gottes kreierter Zeit

Da Adam und Eva durch ihren Sündenfall den ersten kreierten Zeitzyklus Gottes (Anm.: Segenszyklus "Seid fruchtbar und mehrt euch."; vgl. 1. Mose 1,28) verletzten und dieser ab dem Zeitpunkt des Sündenfalls eine Abwärtsspirale (Anm.: Fluch) in sich trug, musste Gott einen neuen Zeitzyklus kreieren (Anm.: den Zyklus der Erlösung), der mit dem Blut des Lammes im Zusammenhang stand, um die Abwärtsspirale im Zeitzyklus des Segens zu blockieren.

 

In dem Monat "Abib/ Nissan" wurde das Volk Israel aus der Knechtschaft der Schlange befreit (Anm.: der Pharao trug als Herrschersymbol eine aufgerichtete Kobra auf dem Kopf) und der Segenszyklus Gottes erlöst.


Quellen:

Mein besonderer Dank geht an Daniel Glimm für die Bereitstellung der entsprechenden Botschaften.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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