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Die Rolle der Wassertaufe und Geistestaufe mit allen Christen im Gesamtplan Gottes

 

1. Korinther 10,1-4

Denn ich will nicht, dass ihr in Unkenntnis darüber seid, Brüder, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer hindurchgegangen sind und alle in der Wolke und im Meer auf Mose getauft wurden und alle dieselbe geistliche Speise aßen und alle denselben geistlichen Trank tranken; denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der sie begleitete. Der Fels aber war der Christus.

 

1. Korinther 10,6

Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen ...

 

1. Korinther 10,11

Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild (d.h. als Verhaltensmuster) und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns (d.h. um uns zu unterweisen und zu warnen), über die das Ende der Zeitalter gekommen ist (d.h. für uns, die wir in den letzten Tagen dieses gegenwärtigen Zeitalters leben).


In der Wolke und im Meer

 

Im Neuen Testament sind vier unterschiedliche Arten der Taufe erwähnt, nämlich 1. die Taufe Johannes des Täufers; 2. die Wassertaufe des Gläubigen; 3. die Leidenstaufe; 4. die Taufe im Heiligen Geist.

 

Die beiden Arten, die alle Christen in unserem Zeitalter unmittelbar betreffen und von einem Großteil von ihnen erfahren werden, sind die zweite und die vierte Art, also die Wassertaufe des Gläubigen und die Taufe im Heiligen Geist.

 

Nunmehr ist es an der Zeit, sie in der richtigen Perspektive zu betrachten; d.h. wir wollen sehen, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen wie auch zu den anderen Teilen von Gottes Plan und Absicht für uns Christen. Folgende Frage wollen wir uns dabei stellen: Was für eine Rolle spielen die Wassertaufe und die Geistestaufe im Gesamtplan Gottes mit allen neutestamentlichen Gläubigen?

 

Bei der Behandlung dieser Frage werden wir einer Methode folgen, die von den Schreibern des Neuen Testaments sehr häufig angewandt wird: Wir nehmen die Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens als ein Muster oder Vorbild der weit größeren Befreiung aus der Sklaverei Satans und der Sünde, die ja durch Jesus Christus der gesamten Menschheit angeboten wird. Dabei wollen wir uns auf drei bestimmte Merkmale der Befreiung Israels aus Ägypten konzentrieren und diese dazu benutzen, die drei wesentlichen Elemente der Erlösung, die durch Christus allen Menschen gilt, zu illustrieren.

 

Eine Errettung durch das Blut

Gott sandte Mose, den von Ihm bestimmten Befreier, dem Volk Israel genau dorthin, wo sie sich befanden – mitten in Ägypten, inmitten von Elend und Sklaverei. Und gerade dort errettete Er sie vom Zorn und vom Gericht durch ihren Glauben an das Blut des Opfertieres, das er vorgeschrieben hatte – des Passahlammes.

 

Im Neuen Testament stellte Johannes der Täufer – der von Gott dazu ausersehen war, Christus den Weg zu bereiten – Ihn in Johannes 1,29 mit den Worten vor: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ Damit erklärte er Jesus zum von Gott gesandten Erretter, der durch Seinen Opfertod und das Blut, das Er vergießen würde, alles erfüllen sollte, was durch das Passahlamm im Alten Testament bildlich vorgeschattet worden war. In 1. Korinther 5,7 sagt Paulus im Rückblick auf den Tod und die Auferstehung Jesu: „... unser Passah, Christus, ist geschlachtet.

 

Als irdisches Vorbild bewirkte das Passahlamm im Alten Testament die zeitliche Errettung des Volkes Israel von der körperlichen Sklaverei. Durch das Opfer Jesu Christi, des göttlichen Gegenbildes, wurde für alle, die Sein vergossenes Blut im Glauben als Sühne für ihre Sünden annehmen, eine ewige Erlösung geschaffen.

 

Es lag jedoch nicht in Gottes Plan, dass Israel anschließend weiter in Ägypten bleiben sollte. Noch in derselben Nacht, in der das Passahlamm geschlachtet wurde, zog das Volk aus – nun nicht mehr als ein wüster Haufen von Sklaven, sondern als geordneter Heereszug. Allem, was sie taten, haftete ein Gefühl der Dringlichkeit, der Eile an. Sie aßen ihr Brot, bevor es gesäuert war, und sie marschierten in großer Hast, ihre Lenden umgürtet und mit dem Stab in der Hand.

 

Auch heute begegnet Gott jedem Sünder genau da, wo er sich befindet – in der Welt – und rettet ihn aus den tiefsten Tiefen seiner Schuld und Not heraus. Aber Gott lässt den Sünder nicht dort, wo er ist. sondern ruft ihn unverzüglich heraus, um ein total neues Leben zu beginnen – ein Leben der Absonderung und der Heiligung.

 

Eine zweifache Taufe

Die nächsten beiden Etappen der Befreiung Israels aus Ägypten schildert uns Paulus in 1. Korinther 10,1-4:

 

Denn ich will nicht, dass ihr in Unkenntnis darüber seid, Brüder, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer hindurchgegangen sind und alle in der Wolke und im Meer auf Mose getauft wurden und alle dieselbe geistliche Speise aßen und alle denselben geistlichen Trank tranken; denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der sie begleitete. Der Fels aber war der Christus.

 

Ein paar Verse weiter im gleichen Kapitel bringt Paulus diese Erfahrungen, die Israel im Alten Testament machte, in Verbindung mit den entsprechenden Erfahrungen von Christen im Neuen Testament. In Vers 6 sagt er:

 

Diese Dinge aber sind als Vorbilder für uns geschehen ...

 

Und in Vers 11:

Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild (d.h. als Verhaltensmuster) und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns (d.h. um uns zu unterweisen und zu warnen), über die das Ende der Zeitalter gekommen ist (d.h. für uns, die wir in den letzten Tagen dieses gegenwärtigen Zeitalters leben).

 

Paulus sagt hier ausdrücklich, dass die Erfahrungen, die Israel im Alten Testament gemacht hat, nicht bloß interessante historische Ereignisse der Vergangenheit sind, sondern dass sie daneben auch eine wichtige, dringende Botschaft für uns Christen in dieser Zeit enthalten. Sie sind auf Anweisung Gottes hin speziell als Vorbilder oder Verhaltensmuster aufgezeichnet worden, und Gott möchte, dass sie von allen gläubigen Christen dieses Zeitalters gewissenhaft befolgt werden.

 

Mit diesem Gedanken wollen wir uns nochmals den ersten vier Versen des obigen Kapitels zuwenden und sorgfältig betrachten, was das für Vorbilder oder Lektionen sind, die Paulus uns hier vorstellt. Zuallererst fällt auf, dass in diesen vier Versen das kurze, aber äußerst wichtige Wörtchen „alle“ nicht weniger als fünfmal vorkommt. Paulus sagt: „... unsere Väter (waren) ALLE unter der Wolke ... und (sind) ALLE durch das Meer hindurchgegangen ... und (wurden) ALLE in der Wolke und im Meer auf Mose getauft ... und (aßen) ALLE dieselbe geistliche Speise ... und (tranken) ALLE denselben geistlichen Trank ...

 

Paulus betont ganz klar, dass alle diese Vorbilder oder Verhaltensmuster von allen gläubigen Gotteskindern befolgt werden sollen. Gott lässt keinen Spielraum für irgendwelche Ausnahmen; diese Dinge haben für alle Seine Kinder Gültigkeit.

 

Um welche Dinge geht es nun hier im einzelnen? Es sind vier aufeinanderfolgende Erfahrungen:

 

1. Alle waren unter der Wolke;

2. alle gingen durch das Meer;

3. alle aßen dieselbe geistliche Speise;

4. alle tranken denselben geistlichen Trank.

 

Das sind die Vorbilder, denen das Volk Gottes auch in diesem Zeitalter folgen soll. Welche Erfahrungen sind damit gemeint? Was können wir Christen heute daraus lernen?

 

Es fällt auf, dass die vier genannten Erfahrungen paarweise zusammengehören. Die ersten beiden – unter der Wolke sein und durch das Meer hindurchgehen – waren einmalige Erfahrungen. Die anderen beiden – geistliche Speise essen und geistlichen Trank trinken – waren Erfahrungen, die sich immer wieder über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig wiederholten.

 

Wir wollen mit den ersten beiden Erfahrungen beginnen, die nur einmal vorkamen: unter der Wolke sein und durch das Meer hindurchgehen.

 

Den Schlüssel zum Verständnis dieser Dinge finden wir in der besonderen Formulierung, die Paulus in diesem Zusammenhang verwendet: „Alle wurden in der Wolke und im Meer auf Mose getauft.“ Daraus geht deutlich hervor, dass diese beiden Erfahrungen zwei Formen der Taufe entsprechen, die Gott für alle gläubigen Christen unseres Zeitalters bestimmt hat. Welche zwei Formen sind das?

 

Im Licht der vorhergehenden Kapitel betrachtet, ist es einfach, diese Frage zu beantworten. Was die Taufe in der Wolke für Israel war, ist die Taufe im Heiligen Geist für den Christen. Und was die Taufe im Meer für Israel war, ist die Wassertaufe für den Christen. Wir wollen diese beiden Erfahrungen, die das Volk Israel damals machte, einmal im einzelnen untersuchen und werden dabei feststellen, wie gut sie als Vorbilder für die entsprechenden Erfahrungen, die Christen heute machen, geeignet sind.

 

Den historischen Bericht darüber, wie Israel unter der Wolke war und durch das Meer hindurchging, finden wir in 2. Mose Kapitel 13 und 14. Diese beiden Kapitel schildern uns, wie das Volk Israel, nachdem es das Passahlamm in Ägypten geschlachtet hatte, noch in derselben Nacht von dort auszog, wie es zum Ufer des Roten Meeres kam und auf wunderbare Weise hindurchging, so wie auf trockenem Land.

 

Das erste Mal wird in 2. Mose 13,20-21 etwas davon erwähnt, wie die Israeliten unter der Wolke waren. Dort heißt es:

 

Und sie brachen auf von Sukkot und lagerten sich in Etam, am Rande der Wüste. Der Herr aber zog vor ihnen her, bei Tag in einer Wolkensäule, um sie auf dem Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern könnten.

 

Darauf bezieht sich Paulus, wenn er in 1. Korinther 10 sagt: „Unsere Väter waren alle unter der Wolke.

 

Wir entnehmen daraus, dass es einen bestimmten Augenblick beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten gab, in dem diese einzigartige, übernatürliche Wolke von oben her über sie kam und von da an über ihnen blieb.

 

Es ist klar, dass die Israeliten die Wolke mit ihren Sinnen wahrnehmen konnten und dass sie zwei verschiedene Formen annahm. Tagsüber war es eine Wolkensäule, die sie vor der Glut der Sonne schützte und ihnen Schatten spendete. Bei Nacht war es eine Feuersäule, die in der nächtlichen Dunkelheit und Kälte Licht und Wärme verbreitete. So sorgte die Wolke dafür, dass Israel bei Tag und Nacht gleichermaßen die notwendige Leitung und Führung hatte.

 

Wenden wir uns nun dem 14. Kapitel des 2. Mosebuches zu. So werden uns dort zwei weitere Tatsachen bezüglich dieser wunderbaren Wolke geoffenbart. Zum Ersten war Gott, der Herr, Jahwe, persönlich in der Wolke gegenwärtig. Zum Zweiten diente die Wolke Israel sowohl zur Trennung als auch zum Schutz vor den Ägyptern.

 

Wir lesen in 2. Mose 14,19-20:

Und der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, brach auf und trat hinter sie; und die Wolkensäule vor ihnen brach auf und stellte sich hinter sie. So kam sie zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels, und sie wurde dort Gewölk und Finsternis und erleuchtete hier die Nacht, so kam jenes Heer diesem die ganze Nacht nicht näher.

 

In Vers 24 desselben Kapitels lesen wir weiter über die Wolke: „Und es geschah: In der Zeit der Morgenwache, da schaute der Herr in der Feuer- und Wolkensäule auf das Heer der Ägypter herab und brachte das Heer der Ägypter in Verwirrung.

 

Aus diesem Bericht geht klar hervor, dass der Herr selber – Jahwe – der Engel Gottes – in der Wolke war und darin einherzog. In dieser Wolke erhob Er sich von Seinem Platz vor dem Volk Israel und trat nach hinten; Er stellte sich so mit Seiner Gegenwart zwischen die Israeliten und die Ägypter, um Sein Volk von seinen Feinden zu trennen und es zu beschützen. Wir sehen außerdem, dass die Wolke für Israel eine total andere Bedeutung und Auswirkung hatte als für die Ägypter. Für Letztere war sie Gewölk und Finsternis, aber für Israel erleuchtete sie die Nacht. Sie war Finsternis für Ägypten, die Menschen dieser Welt, aber Licht für Israel, das Volk Gottes.

 

Als dann der Tag anbrach, waren die Auswirkungen, die die Wolke für die Ägypter hatte, noch verheerender:

 

In der Zeit der Morgenwache, da schaute der Herr in der Feuer- und Wolkensäule auf das Heer der Ägypter herab und brachte das Heer der Ägypter in Verwirrung.

 

Diese Wolke, unter der sich die Israeliten befanden und in der sie getauft wurden, ist ein Bild für die Taufe im Heiligen Geist. Wir wollen jetzt nacheinander kurz die einzelnen Tatsachen aufführen, die uns über die Wolke bekannt sind, und sehen, wie genau und vollkommen sie mit den Fakten der Geistestaufe übereinstimmen.

 

  • Erstens kam die Wolke von oben, vom Himmel her über Gottes Volk.

  • Zweitens handelt es sich nicht bloß um eine unsichtbare Macht, sondern die Wolke war mit den Sinnen wahrnehmbar.

  • Drittens spendete sie Israel tagsüber Schatten gegen die Sonnenhitze und nachts Licht und Wärme.

  • Viertens bekam Gottes Volk durch sie göttliche Leitung und Führung auf seiner gesamten Wanderung.

  • Fünftens war der HERR, Jahwe, persönlich in der Wolke gegenwärtig und kam von dort aus Seinem Volk zu Hilfe gegen seine Feinde.

  • Sechstens gab die Wolke dem Volk Gottes Licht, während sie gleichzeitig für die Feinde finster und erschreckend wirkte.

  • Siebtens kam die Wolke zwischen Gottes Volk und seine Feinde, trennte und beschützte es auf diese Weise.

 

Jede der genannten Tatsachen beschreibt in perfekter Weise einen wesentlichen Aspekt der Wahrheit bezüglich der Taufe im Heiligen Geist. Damit wollen wir uns nun beschäftigen und sehen, was diese Erfahrung für das Volk Gottes dieses Zeitalters bedeutet.

 

  • Erstens kommt mit der Geistestaufe die wunderbare, persönliche Gegenwart Gottes vom Himmel her auf Gottes Volk herab, um es ganz einzuhüllen und einzutauchen.

  • Zweitens ist die Geistestaufe nicht bloß eine unsichtbare Macht, sondern etwas, was mit den Sinnen wahrgenommen werden kann. Ihre Auswirkungen sind sowohl sichtbar als auch hörbar.

  • Drittens ist der auf diese Weise herabkommende Heilige Geist der von Gott bestimmte Tröster und Beistand; Er gibt Schatten bei zu großer Hitze, Licht und Wärme inmitten von Kälte und Dunkelheit.

  • Viertens erhält Gottes Volk durch den Heiligen Geist göttliche Leitung und Führung auf seinem Erdenweg.

  • Fünftens ist in dieser Erfahrung die Gegenwart des Herrn persönlich anwesend, denn Jesus sagt in Johannes 14,18 dazu: „Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich (selbst persönlich) komme zu euch.“

  • Sechstens bringt die Geistestaufe dem Volk Gottes himmlisches Licht, während sie für die Menschen dieser Welt eine dunkle, unverständliche, ja furchterregende Erfahrung ist. Paulus schreibt in 1. Korinther 2,14: „Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird.“

  • Siebtens bewirkt die Geistestaufe, die ja eine geistliche Erfahrung ist, eine ganz entschiedene Trennung zwischen dem Volk Gottes und den Menschen dieser Welt. Sie scheidet die Kinder Gottes von den sündigen, verderbten Einflüssen der Welt und bewahrt sie davor.

 

Soviel zur Taufe in der Wolke.

 

Wir wollen uns nun mit der Taufe im Meer befassen. Diese Erfahrung, die Israel machte, als es durchs Rote Meer ging, finden wir ebenfalls in 2. Mose Kapitel 14 beschrieben. Wir lesen dort in den Versen 21 und 22:

 

Und Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und der Herr ließ das Meer die ganze Nacht durch einen starken Ostwind zurückweichen und machte so das Meer zum trockenen Land, und die Wasser teilten sich. Dann gingen die Söhne Israel auf trockenem Land mitten in das Meer hinein, und die Wasser waren ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken.

 

Anschließend lesen wir, wie die Ägypter versuchten, Israel durch das Rote Meer zu folgen. In Vers 27 kommt es zum Höhepunkt der Geschichte, nämlich dem endgültigen Sieg über die Ägypter:

 

Da streckte Mose seine Hand über das Meer aus, und das Meer kehrte beim Anbruch des Morgens mit all seiner Gewalt zurück. Und die Ägypter flohen ihm entgegen. Der Herr aber trieb die Ägypter mitten ins Meer.

 

Parallel zu diesem Bericht aus 2. Mose sollten wir den von Gott inspirierten Kommentar aus Hebräer 11,29 lesen, wo es heißt: „Durch Glauben gingen sie (d.h. das Volk Israel) durch das Rote Meer wie über trockenes Land, während die Ägypter, als sie es versuchten, verschlungen wurden.

 

Im Licht dieser Bibelstellen wollen wir kurz die wichtigsten Tatsachen auflisten, die uns über den Durchzug Israels durchs Rote Meer berichtet sind. Dabei werden wir erkennen, wie genau und vollkommen alle diese Tatsachen mit der Wassertaufe des Gläubigen übereinstimmen.

 

  • Erstens: Es war Israel nur möglich, das Rote Meer zu durchqueren, weil Gott auf übernatürliche Weise Seine Macht offenbarte.

  • Zweitens: Israel konnte die Darreichung der göttlichen Kraft nur durch seinen persönlichen Glauben für sich in Anspruch nehmen. Es erforderte einen Glaubensakt von Seiten Moses, dass die Wasser sich teilten und wieder schlossen, und auch das Volk als Ganzes ging nur durch Glauben durch das Meer.

  • Drittens: Als die Ägypter versuchten, das gleiche zu tun – allerdings ohne Glauben –, wurden sie nicht gerettet, sondern vernichtet.

  • Viertens: Israel stieg ins Wasser hinein, ging hindurch und kam wieder aus dem Wasser heraus.

  • Fünftens: Dadurch, dass Israel durch das Wasser ging, wurde endgültig auch der letzte direkte Kontakt mit Ägypten abgebrochen und die letzte Bedrohung einer Beherrschung durch die Ägypter abgewandt.

  • Sechstens: Israel kam wieder aus dem Wasser herauf, um künftig einem neuen Führer zu folgen, nach neuen Gesetzen zu leben und auf ein neues Ziel zuzumarschieren.

 

Wir wollen nun sehen, wie vollkommen jede dieser Tatsachen einen wichtigen Aspekt der Wahrheit betreffs der Wassertaufe von Gläubigen illustriert, und was diese Erfahrung für Gottes Volk in diesem Zeitalter bedeutet.

 

  • Erstens: Die Wassertaufe ist für den Gläubigen nur durch den Tod und die übernatürliche Auferstehung Jesu Christi möglich geworden.

  • Zweitens: Die Wassertaufe wird nur durch den persönlichen Glauben des Christen wirksam: WER DA GLAUBT UND GETAUFT WIRD, WIRD ERRETTET WERDEN.

  • Drittens: Wer diese Handlung ohne persönlichen Glauben an sich vollziehen lässt, gleicht den Ägyptern, die ins Rote Meer hineingingen: Er wird durch sie nicht errettet, sondern leidet Schaden.

  • Viertens: In jedem einzelnen Fall im Neuen Testament, in dem es um die Wassertaufe geht, stieg der Täufling ins Wasser hinein, ging hindurch und stieg wieder aus dem Wasser herauf.

  • Fünftens: Die Wassertaufe ist von Gott dazu bestimmt, den Gläubigen von der Welt und ihrer weiteren Beherrschung zu trennen.

  • Sechstens: Nach der Taufe wird der Gläubige von Gott in ein neues Leben hineingeführt, mit einem neuen Führer, neuen Gesetzen und einem ganz neuen Ziel. Paulus betont dieses „Neusein“ in Römer 6,4: „So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

 

Im Zuge ihrer Befreiung aus Ägypten hatte das alttestamentliche Gottesvolk zwei Erfahrungen gemeinsam:

 

1. Sie waren alle unter der Wolke und gingen alle durch das Meer;

2. sie wurden alle in der Wolke und im Meer getauft.

 

Wir wollen uns kurz der Frage zuwenden, welchen Stellenwert diese beiden Erfahrungen in dem gesamten Erlösungsplan Gottes für Sein Volk einnehmen.

 

Gottes befreiendes Wirken fing da an, wo das Volk war – in Ägypten – durch den Glauben an das vergossene Blut des Passahlammes. Doch als Gott Sein Volk aus Ägypten errettet hatte, ließ Er es nicht länger dort bleiben. Im Gegenteil, sie mussten noch in der Nacht ihrer Befreiung in aller Eile aufbrechen, ihre Lenden umgürtet und den Stab in ihrer Hand – nun nicht mehr als ein wüster Sklavenhaufen, sondern als ein Heer von Männern, die zum Kampf gerüstet waren. Als die Ägypter sich anschickten, Israel zu verfolgen, um sie wieder in die Knechtschaft zurückzubringen, hatte Gott zwei weitere Schritte zur Befreiung Seines Volkes bereit: Er ließ sie unter die Wolke kommen und durch das Meer gehen. Durch diese beiden Erfahrungen wurden zwei sehr wichtige Ziele erreicht: Zum einen war Israels Errettung aus der Sklaverei Ägyptens damit vollendet, zum anderen waren von Gott her alle Vorbereitungen für das neue Leben getroffen, in das Er sie hineinführen wollte.

 

Alle diese Dinge sind Vorbilder oder Vorschattungen auf den Erlösungsplan Gottes für Sein Volk in diesem gegenwärtigen Zeitalter. Auch heute noch ruft Gott, sobald ein Sünder die Errettung erlebt hat, diesen aus seinem alten Leben, seinen alten Gewohnheiten und seiner alten Umgebung heraus. Dieser Ruf Gottes an uns, herauszukommen und uns abzusondern, ist genauso klar wie damals Sein Ruf an Israel, aus Ägypten herauszukommen. Paulus schreibt diesbezüglich an die Christen in Korinth in 2. Korinther 6,17-18:

 

... geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt Unreines nicht an, und ich werde euch annehmen und werde euch ein Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.

 

Und auch heute noch versucht Satan, der Gott dieser Welt, dasselbe zu tun, was Pharao tat – hinter dem Volk Gottes herzujagen, während es aus seinem Herrschaftsbereich wegzieht, und wieder in seine Sklaverei zurückzuholen.

 

Deswegen hat Gott auch heute für Sein Volk zwei Dinge bereit, die der zweifachen Taufe Israels in der Wolke und im Meer entsprechen. Alle gläubigen Gotteskinder sollen, nachdem sie durch den Glauben an das vergossene Blut Jesu Christi gerettet worden sind, sowohl im Wasser als auch im Heiligen Geist getauft werden.

 

Es ist Gottes Absicht, dass Sein Volk durch diese zweifache Taufe endgültig aus dem Herrschaftsbereich dieser Welt befreit wird und es kein Zurück mehr in das alte Leben gibt. Außerdem schafft Gott durch diese zweifache Taufe die notwendige Voraussetzung für das neue Leben, in das Er Sein Volk fortan führen will.

 

Geistliche Speise und geistlicher Trank

Wir wollen uns nun kurz den beiden anderen Erfahrungen zuwenden, die Gott für alle zu Seinem alttestamentlichen Volk Gehörenden bestimmt hatte: Sie sollten alle dieselbe geistliche Speise essen und denselben geistlichen Trank trinken. Im Gegensatz zu der zweifachen Taufe, die nur einmal vorkam, verkörperten die Speise und der Trank eine fortwährende Zuwendung Gottes, an der Sein Volk jeden Tag aufs neue teilnehmen musste, bis die Wüstenreise zu Ende war.

 

Die geistliche Speise, die Gott für ganz Israel bestimmt hatte, war das Manna, das regelmäßig jeden Morgen vom Himmel auf das Volk herabregnete. In der Hauptsache war es diese Speise, die die Israeliten während ihrer vierzigjährigen Wüstenwanderung am Leben erhielt.

 

Paulus bezeichnet das Manna im Neuen Testament als geistliche Speise. Das ist ein Hinweis darauf, dass das Manna für uns Christen des jetzigen Zeitalters nicht der natürlichen Nahrung entspricht, mit der wir unseren Körper ernähren, sondern der geistlichen, übernatürlichen Speise, die der Erhaltung unserer Seele dient.

 

Was ist das für eine geistliche, übernatürliche Speise, die jeder Christ braucht?

 

Die Antwort finden wir in Matthäus 4,4, wo Jesus sagt: „... Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.‘“

 

Die geistliche Speise, die Gott für alle Gläubigen dieses Zeitalters bestimmt hat, ist Sein eigenes Wort.

 

Während wir im Glauben von dem geschriebenen Gotteswort der Heiligen Schrift essen, nehmen wir in uns selbst das göttliche Leben des fleischgewordenen Gotteswortes, des Herrn Jesus Christus, auf. Hat Jesus doch von sich selbst in Johannes 6,51 gesagt: „Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist ...“

 

Durch das geschriebene Wort kommt das lebendige Wort – das lebendige Brot – aus dem Himmel hernieder, um die Seele des Gläubigen zu nähren.

 

Die Anweisungen für das Sammeln des Mannas finden wir in 2. Mose 16 beschrieben. Drei Punkte verdienen dabei in erster Linie Beachtung:

 

1. Es wurde regelmäßig gesammelt;

2. es wurde von jedem einzelnen persönlich gesammelt;

3. es wurde frühmorgens gesammelt.

 

Diese drei Prinzipien gelten auch für den Gläubigen unseres Zeitalters. Jeder Christ muss regelmäßig, persönlich und früh am Morgen Gottes Wort „essen“.

 

Zum Schluss noch zum geistlichen Trank, den Gott für Sein Volk bestimmt hat. Für Israel im Alten Testament war dieser Trank ein Wasserstrom, der aus einem Felsen floss; und Paulus sagt: „Dieser Fels war der Christus.

 

Für den Christen ist der von Gott bestimmte Trank der Strom des Heiligen Geistes, der aus seinem Innern heraus fließt. Sagt doch Christus in Johannes 7,37-38 in Bezug auf den Heiligen Geist:

 

... Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

 

Für Israel im Alten Testament floss dieser Strom aus dem geschlagenen Felsen heraus; für den Christen unserer Zeit fließt der Strom aus der durchbohrten Seite des Heilands, denn es war Sein Sühnetod am Kreuz, der allen Glaubenden die innewohnende Fülle des Heiligen Geistes erworben hat.

 

Die Taufe im Heiligen Geist ist eine einmalige Erfahrung, die keiner Wiederholung bedarf. Aber das Trinken aus dem Strom des Geistes, der jetzt aus dem Innern heraus fließt, ist etwas, was jeder Gläubige so regelmäßig tun muss, wie Israel aus dem Felsen in der Wüste trank.

 

Aus diesem Grund schreibt der Apostel Paulus auch in Epheser 5,18: „... werdet (immer wieder) voll Geist ...“ Fortwährendes In-sich-hinein-Trinken des Geistes führt zu den Ausdrucksformen, die Paulus in den beiden folgenden Versen beschreibt:

 

... zueinander redend in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern, dem Herrn singend und spielend in eurem Herzen; danksagend allezeit für alles dem Gott und Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

 

Um ein permanentes Siegesleben zu führen und Frucht für den Herrn zu bringen, ist es notwendig, sich immer wieder von Gottes Wort zu nähren und von Gottes Geist zu trinken. Israel wäre zwangsläufig in der Wüste umgekommen, hätte es nicht täglich seine Ration Manna vom Himmel und lebendiges Wasser aus dem Felsen bekommen. Der Gläubige unserer Tage ist nicht weniger auf das tägliche Manna aus Gottes Wort und die täglich neue Erfüllung mit dem Heiligen Geist angewiesen.

 

Wir wollen nun die Erfahrungen des Volkes Israel insgesamt auf die Gläubigen unseres Zeitalters übertragen:

 

Gott hat für jeden Christen fünf Erfahrungen bestimmt, die alle durch eine Erfahrung des Volkes Israel im Alten Testament vorgeschattet wurden. Es sind dies:

 

  1. die Erlösung durch den Glauben an das vergossene Blut Jesu Christi;
  2. die Taufe im Heiligen Geist;
  3. die Wassertaufe;
  4. das tägliche Essen des Wortes Gottes;
  5. das tägliche Trinken von Gottes Geist.

 

Die ersten drei dieser fünf Dinge – Erlösung, Wassertaufe und Geistestaufe – sind einmalige Erfahrungen, die keiner Wiederholung bedürfen. Die letzten beiden – Gottes Wort essen und Gottes Geist trinken – sind Erfahrungen, die der Gläubige regelmäßig jeden Tag aufs neue braucht, solange er über diese Erde geht.


Quellen und weiterführendes Material:

  • Derek Prince - Fundamente des christlichen Glaubens
  • Derek Prince - Ihr werdet Kraft empfangen
  • Derek Prince - Eintauchen in den Heiligen Geist
  • Derek Prince - Empfange den Heiligen Geist
  • Derek Prince - Die Lehre von den Taufen
  • eigene Anmerkungen

 

Dieser Lehrartikel basiert auf Lehrbotschaften von Derek Prince und beinhaltet einige Ergänzungen und Anmerkungen von uns.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen