Jom ha-Zikaron – Gedenktag für die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus

Jeremia 16,19a

„HERR, meine Stärke und mein Schutz und meine Zuflucht am Tag der Bedrängnis...“


Bevor Israel sich freut, trauert es. Bevor Israel seine Unabhängigkeit feiert, ehrt es die Gefallenen.

 

Jom ha-Zikaron ist der Gedenk- und Nationalfeiertag, an dem landesweit der Soldaten und anderen Menschen gedacht wird, die im Kampf um die Verteidigung des Staates Israel ihr Leben verloren haben.

 

Neben diesem Gedenken wird auch zivilen Opfern politischer Gewalt, palästinensisch-politischer Gewalt und Terrorismus im Allgemeinen gedacht.

 

Name

• Jom ha-Zikaron (hebr. יוֹם הַזִּכָּרוֹן) = Tag des Gedenkens

 

• Jom ha-Zikaron LeHalalei Ma'arakhot Yisrael ul'Nifge'ei Pe'ulot HaEivah = Gedenktag für die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus

 

Wann

4. Ijjar

 

Der Gedenktag beginnt bei Sonnenuntergang und endet bei Einbruch der Dunkelheit.

 

Jom ha-Zikaron findet eine Woche nach dem Holocaust-Gedenktag „Jom ha-Scho’a“ statt, immer den Feierlichkeiten des israelischen Unabhängigkeitstages „Jom ha-Atzma'ut“ am 5. Ijjar vorausgehend. Somit ist der Gedenktag gleichzeitig der Vorabend für den Unabhängigkeitstag, an dem im Jahr 1948 die Unabhängigkeit Israels proklamiert wurde.

 

Jom ha-Zikaron und Jom ha-Atzma'ut werden um einen Tag vorverlegt (auf den 3. und 4. Ijjar), wenn der 5. auf einen Samstag (Schabbat) fällt; wenn der 4. Ijjar auf einen Sonntag fällt, finden die beiden Feiertage am 5. und 6. Ijjar statt.

 

URSPRÜNGE

Historisch gesehen wurde das Datum ausgesucht, weil die Politiker während des ersten Jahres nach der Gründung Israels sich nicht auf ein Datum für ein Gedenktag einigen konnten. Als das Jahr ohne eine Entscheidung zu Ende ging, wurde der Gedenktag am ersten Unabhängigkeitstag (1949) veranstaltet. Das gleiche geschah am zweiten Unabhängigkeitstag 1950. Allerdings zeigten sich durch die Zusammenlegung der Feiertage bald logistische und emotionale Probleme, so dass man auf Anraten einer öffentlichen Kommission den Gedenktag um einen Tag zurückverlegte. Diese Abmachung wurde 1963 zum Gesetz. 1998 wurde entschieden, auch die Terroropfer in das Gedenken des Tages einzuschließen. Seitdem trägt er seinen heutigen Namen.

 

Zeremonie

Am Vorabend, wenn die Sonne untergeht, werden die israelischen Flaggen im ganzen Land auf Halbmast gesenkt. Gegen 20:00 Uhr ertönt eine einminütigen Sirene, die im ganzen Land zu hören ist. Während dieser Schweigeminute verharren die meisten in Ruhe und gedenken oder beten für die Opfer.

 

Es folgt eine große Gedenkzeremonie an der Klagemauer in Jerusalem. Hierbei nehmen der Premierminister, der Verteidigungsminister, der Generalstabschef der israelischen Verteidigungsstreitkräfte, sowie der Präsident Israels und andere Leute teil.

 

Am folgenden Tag ertönt um 11:00 Uhr im ganzen Land erneut eine zweiminütige Sirene, gefolgt von staatlichen Gedenkgottesdiensten auf allen Soldatenfriedhöfen. Diese werden von den Hinterbliebenen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Vertretern der Regierung, der Polizei und der Sicherheitskräfte besucht. Die Zeremonien enden normalerweise mit einem militärischen Salutschuss.

 

Neben offiziellen Gedenkveranstaltungen in der Knesset und an der Klagemauer werden in zahlreichen Schulen und öffentlichen Einrichtungen weitere Veranstaltungen im ganzen Land abgehalten.

 

Alle Radio- und Fernsehsender strahlen Sendungen aus, die das Leben und die Heldentaten gefallener Soldaten schildern. Mindestens eine Fernsehstation sendet eine Liste mit Namen von Personen, die im Dienst der Nation Israel gefallen sind. Öffentliche Vergnügungsstätten schließen per Gesetz an diesem Tag.

 

Die zentral-staatliche Gedenkzeremonie findet auf dem Herzl-Berg in Jerusalem statt. Hier dient seit 2018 die nationale Gedenkhalle für die Gefallenen Israels als Ort der zentralen Gedenkveranstaltung. Den Tag nutzen viele Menschen dazu, die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen zu besuchen.

 

Der Gedenktag endet am Abend gegen 19:00 Uhr mit einer Fackelzeremonie auf dem Herzl-Berg sowie mit der wieder auf voller Höhe gehissten Flagge Israels und Jom ha-Atzma'ut, der Unabhängigkeitstag, wird eingeleitet.

 

Die bewusste Paarung der beiden Feiertage von Jom ha-Zikaron und Jom ha-Atzma'ut unterstreicht die Tatsache, dass die Freiheit Israels heute ganz auf den Opfern derer beruht, die für ihre Existenz und ihr Volk gekämpft und ihr Leben dafür geopfert haben.

 

In Israel wurde nämlich per Gesetz festgelegt, dass der Unabhängigkeitstag in dem Moment beginnen muss, in dem der Gedenktag Jom ha-Zikaron endet. Denn der Staat Israel könnte seine Existenz nicht feiern, wenn es nicht diejenigen gäbe, die ihr Leben dafür gegeben haben. Es soll die Menschen daran erinnern, welcher Preis für die Unabhängigkeit bezahlt werden musste und nach wie vor gezahlt wird.

 

Ein israelisches Sprichwort sagt: „Wir Juden haben zwei Gedenktage: Jom ha-Zikaron – der Gedenktag für gefallene Soldaten und Terroropfer – erinnert uns daran, was es kostet, einen jüdischen Staat zu haben. Jom ha-Scho’a erinnert daran, was es kostet, ihn nicht zu haben.“

 

Bevor Israel sich freut und feiert, trauert es. Bevor es seine Unabhängigkeit feiert, gedenkt und ehrt es die Gefallenen.

 

So geht der nationale Gedenktag vom Düsteren zur Feier über.

 

Wissenswertes

Gewisse Gruppierungen des ultraorthodoxen Judentums messen dem Tag keine spezielle Bedeutung bei, andererseits dienen einige von ihnen bei der Armee und feiern den Gedenktag.

 

Seit der Staatsgründung hat Israel die „Rote ewige Strohblume“ als nationale Gedenkblume gewählt. Sie blüht nur in den westlichen Teilen der Levante, nämlich in Israel, im Libanon und in Teilen Syriens und Jordaniens. In Israel wird sie „Dam HaMakabim“, das „Blut der Makkabäer“ genannt. Der Legende nach blüht diese Blume überall dort im Land, wo Blut vergossen wurde und ist ein starkes Symbol für Jom ha-Zikaron. Sie ist in vielen Gedenkstätten abgebildet und kann während des Gedenktages als Aufkleber auf Hemden und Jacken gesehen und getragen werden.


Wir erinnern! Am Israel Chai – עם ישראל חי – Das Volk Israel lebt!
 

Quellen

  • idf.il/en/minisites/our-soldiers/what-is-yom-hazikaron-and-how-does-israel-observe-it/
  • knesset.gov.il/en/about/pages/memorial.aspx
  • scuba-israel-reisen.de/feiertage-israel-juedisch-christlich-muslimisch/12-jom-hazikaron-gedenktag
  • myjewishlearning.com/article/yom-hazikaron-israels-memorial-day/
  • eigene Anmerkungen

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Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“

 

Amen und Amen