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Schawuot - Das Wochenfest (Pfingstfest)

3. Mose 23,15-21

"15 Und ihr sollt für euch zählen von dem Tag nach dem Sabbat, von dem Tag, an dem ihr die Garbe fürs Schwingopfer gebracht habt: Es sollen sieben volle Wochen sein. 16 Bis zum andern Tag nach dem siebten Sabbat sollt ihr fünfzig Tage zählen. Dann sollt ihr dem HERRN ein neues Speisopfer darbringen. 17 Aus euren Wohnungen sollt ihr Brot fürs Schwingopfer bringen, ..., gesäuert sollen sie gebacken werden, als Erstlinge für den HERRN ... Und ihr sollt an ebendiesem Tag einen Ruf ergehen lassen - eine heilige Versammlung soll euch sein. Keinerlei Dienstarbeit dürft ihr tun: eine ewige Ordnung in all euren Wohnsitzen für eure Generationen"

 

 

Fünfzig Tage nach Pessach wird Schawuot gefeiert. Das Fest ist auch bekannt als Wochenfest oder Pfingsten und bezeichnet den Zeitpunkt der Tora-Gabe sowie die Gabe des Heiligen Geistes. Somit gab uns der HERR zwei seiner unschätzbarsten Gaben.

 

Schawuot ist die Zeit, in der wir bewusst Gottes physische Versorgung (Weizengabe; vgl. 3Mo 23,15-17), Gottes offenbarende Versorgung (Übergabe der Tora - Lehre Gottes auf dem Berg Sinai; vgl. 2Mo 19,1ff) und die Versorgung der Kraft Gottes in Form des Heiligen Geistes feiern (Pfingsten; vgl. Apg 2,1ff).

 

Es ist das Fest der vollen Versorgung, des Wortes und des Geistes Gottes, da Wort und Geist unlösbar miteinander verbunden sind. Die Tora ist das Wort der Wahrheit, das offenbart, wie ein heiliges Leben aussieht, aber es ist der Geist, der uns die Gnade und Kraft gibt und uns befähigt, diese Wahrheit in unserem täglichen Leben zu leben.

 

"Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben" – Jesu Worte in Johannes 6,63

 

NAME:

Schawuot bedeutet "Wochen" und ist die hebräische Mehrzahlform von "Schawua" für "Woche".

 

Das Wochenfest hat verschiedene Namen, die aus dem Hebräischen sowie aus dem Griechischen stammen:

 

1. Chag ha-Schawuot - Wochenfest (2Mo 34,22; 5Mo 16,10)

Der erste Name "Wochenfest" ist der bekannteste, weil es sieben Wochen nach dem Pessachfest stattfindet.

 

2. Chag ha-Katzir - Fest der Ernte oder Erntefest (2Mo 23,16)

Der zweite Name ist "Fest der Ernte" oder "Erntefest" und bezeichnet das Ende der ersten oder Frühjahrsernte, die mit Pessach begann.

 

3. Jom ha-Bikkurim - Tag der Erstlinge oder Tag der ersten Früchte (4Mo 28,26)

Drittens nennt man es "Tag der Erstlinge" oder "Tag der ersten Früchte" im Unterschied zum "Fest der Erstlingsfrüchte", denn hier werden die ersten Früchte der Sommerernte geopfert (am Fest der Erstlingsfrüchte dagegen werden die ersten Früchte der Frühjahrsernte geopfert). In diesem Zusammenhang wird es auch "Bikkurei Ketzir Chittim", das "Fest der Erstlinge der Weizenernte" (2Mo 34,22) genannt.

 

4. Chag-Azeret - das Schlussfest oder Abschlussfest (4Mo 28,26)

Der vierte Name ist "Schlussfest" oder "Abschlussfest". So heißt es, weil es den ersten Festzyklus, den Zyklus der Frühjahrsfeste, beendet. In 3. Mose 23 sind sieben verschiedene Feste genannt, die in zwei Gruppen unterteilt werden. Die ersten vier Feste folgen innerhalb von fünfzig Tagen kurz aufeinander. Die zweite Gruppe mit drei Festen findet dann später innerhalb von zwei Wochen statt. Zwischen der ersten und der zweiten Gruppe liegt eine Pause von vier Monaten.

 

5. Azeret shel Pessach oder Chag ha-Azeret - Abschluss des Pessachfestes (auch Jom ha-Kahal, Tag der Versammlung genannt 5Mo 18,16)

Auch der fünfte Name "Abschluss des Pessachfestes" sagt aus, dass mit ihm der erste Festzyklus beendet ist. Mit Azeret ist der achte Tag eines Festes gemeint. Schawuot gilt durch die fünfzig Tage der Omer-Zählung als achter Tag an Pessach angebunden, an dem abschließend, "heilige Versammlung" stattfinden soll.

 

Das Wort "Azeret" bedeutet im Hebräischen "Abschluss", wird in der Bibel in Zusammenhang mit dem Fest "Schemini Azeret" gebraucht und scheint die Bedeutung zu haben, als ob der HERR sagen möchte: "Bleib noch einen weiteren Tag bei mir". Daher ist Azeret als Abschluss eines Festes zu interpretieren. So wird Schawuot auch als der Abschluss der Feierlichkeiten von Pessach betrachtet, zumal man beide Feste durch das Omer-Zählen wie eine Kette verbindet.

 

6. Chag Matan Tora - Fest der Tora-Gabe oder Zeman matan Torateinu - die Zeit der Tora-Gabe

Der sechste Name ist "Chag Matan Tora", das Fest der Tora-Gabe oder auch "Zeman matan Torateinu", die Zeit der Tora-Gabe, da zu dieser Zeit das mosaische Gesetz und insbesondere die Zehn Gebote gegeben wurden.

 

7. Pfingsten

Der siebente Name kommt aus dem Griechischen und ist den meisten nichtjüdischen Christen als "Pfingsten" (pentēkostē) vertraut, was "fünfzig" bedeutet. So wird es genannt, weil es fünfzig Tage nach Pessach stattfindet. Somit ist Pfingsten kein heidnischer Begriff.

 

WANN:

Mai/Jun 6. Siwan

 

Schawuot wird am 6. Siwan gefeiert (in der Diaspora zusätzlich auch am 7. Siwan) und markiert das Ende der siebenwöchigen Periode der Omer-Zählung, die zu Pessach begann.

 

Konkret ist Schawout der fünfzigste Tag nach dem ersten Tag von Pessach, an dem gemäß 3. Mose 23,15-16 das Wochenfest gefeiert werden soll, was eine Zeitspanne von genau sieben Wochen beinhaltet (5Mo 16,9f). Die Zeit, angefangen vom zweiten Pessachtag bis zum ersten Tag Schawuot, wird Omer-Zählung genannt (hebr. Sefirat ha-Omer), was am 16. Nissan beginnt. Omer ist das hebräische Wort für Garbe. Die 49 Tage der Omer-Zählung ist die Zeit zwischen dem Beginn der Gerstenernte und dem Ende der Weizenernte.

 

In diese Zeit fallen auch Jom ha-Scho’a (Tag des Gedenkens an Holocaust-Märtyrer und Heldentum, Jom ha-Zikaron (Nationaler-Gedenktag für die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus), Jom ha-Atzma'ut (Tag der Unabhängigkeit), Pessach Scheni, Lag Ba´Omer und Jom Jeruschalajim (Jerusalemtag).

 

BIBELSTELLEN:

Schawuot wird unter anderem an folgenden Stellen in der Bibel erwähnt:

 

2Mo 23,16; 34,22; 4Mo 28,26; 5Mo 16,9-12; 2Chr 8,13; Hes 1; Ruth

Apg 2,1-41; 20,16; 1Kor 16,8

 

ALLGEMEIN:

An Schawuot erinnert sich das jüdische Volk an Gottes Offenbarung durch die Tora am Berg Sinai. So wie Gott dem Volk Israel damals bei der Gesetzgebung im Feuer erschien (2Mos 19,18), so wurde Gottes neues Gesetz (Jer 31,31-33; Hes 36,26-27; Röm 8,2) durch Feuerzungen an Schawuot in Jerusalem sichtbar.

 

Als der Heilige Geist an Schawuot mit starkem Brausen, vergleichbar mit dem Heulen eines Orkans, auf die Jünger herabkam, waren Juden aus allen Ländern der Welt in Jerusalem zusammengekommen, um an Schawuot ihre Erstlingsgabe darzubringen. Die Menschen hörten einen Donner, ähnlich wie in 5. Mose 5,22 und 2. Mose 19,16, wo die Stimme Gottes beschrieben ist.

 

BIBLISCHER BRAUCH:

Schawuot gehört, neben Pessach und Sukkot, zu den drei Pilgerfesten (hebr. Schalosch Regalim). An Pessach dankte man für die Gerstenernte, an Schawuot für die Weizenernte und an Sukkot für die Ernte von Wein und Früchten.

 

Zu den Pilgerfesten waren alle männlichen Juden aufgefordert, nach Jerusalem zu ziehen, um vor dem Herrn zu erscheinen (5Mo 16,16). Deshalb lesen wir auch in Apg 2, dass viele Juden von überall her in Jerusalem zusammengekommen waren, als der Heilige Geist kam.

 

Die Erstlinge der Weizenernte wurden geerntet, in den Tempel gebracht, gemahlen und zu zwei Laiben von gesäuertem Brot gebacken. Da man nach 3. Mose 2,11 kein Gesäuertes auf dem Altar opfern durfte, wurden die beiden Laibe auf einem leinenen Tuch vor dem Herrn geschwungen und dann beiseitegesetzt, um später von den Priestern gegessen zu werden. Alle anderen Speiseopfer mussten ungesäuert sein, nur dieses eine musste gesäuert sein, da dies Sünder repräsentiert, wie wir weiter unten noch sehen werden.

 

JÜDISCHER BRAUCH:

In Hinblick auf jüdische Bräuche an Schawuot ist Folgendes zu sagen:

 

An diesem Fest wird in der Synagoge das Buch Ruth gelesen, auch weil es über die Erntezeit berichtet. Ruth ist eine Nichtjüdin (Proselytin), welche wegen ihrer Treue zu ihrer jüdischen Schwiegermutter, ihre Liebe zum Volk Israel und durch die Heirat mit Boas ins Volk Gottes aufgenommen wurde. Ruth wurde sogar die Urgroßmutter von König David, welcher nach jüdischer Tradition während des Wochenfestes geboren sein soll. Das jüdische Volk unterlief am Berg Sinai ebenfalls einen Prozess, der einer "Konversion" entspricht, als es die Gebote auf sich nahm und erklärte: "Alles, was der Herr befohlen hat, wollen wir tun."

 

Deshalb ist Schawuot auch das Fest der aufgenommenen Nichtjuden in Israel. Für Nachfolger Jesu wurde durch dessen Tod, Auferstehung, Himmelfahrt und das Kommen des Heiligen Geistes die Trennung zwischen Juden und Nichtjuden aufgehoben.

 

Ein weiterer jüdischer Brauch verlangt, an Erew Schawuot, die ganze Nacht aufzubleiben, um die Tora in Synagogen zu studieren, den man "Tikkun Leil Schawuot" nennt. Als Grund dafür geben die Rabbiner an, dass es während der Tora-Gabe am Sinai blitzte und donnerte, was die Israeliten die ganze Nacht hindurch wachhielt.

 

Einige Juden tragen an Schawuot weiße Kleider, um sich daran zu erinnern, dass sich die Israeliten reinigten, bevor sie die Tora in Empfang nahmen.

 

Ein anderes Brauchtum ist noch das Streuen von Zweigen und Gras auf den Boden der Synagoge. Das soll die Juden daran erinnern, an diesem Fest für eine reiche Ernte zu beten. So werden Häuser und Synagogen mit Blumen und Laub geschmückt, die für die Ernte und für die Tora als "Baum des Lebens" stehen. Geschmückte Erntewagen mit vollen "Bikkurim-Körben" durchziehen die Straßen, und es wird gesungen und getanzt.

 

Im Alten Testament finden sieben Früchte des Landes Israel besondere Erwähnung:

 

5. Mose 8,7-9

"7 Denn der HERR, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land, ein Land von Wasserbächen, Quellen und Gewässern, die in der Ebene und im Gebirge entspringen; 8 ein Land des Weizens und der Gerste, der Weinstöcke, Feigenbäume und Granatbäume; ein Land mit ölreichen Olivenbäumen und Honig; 9 ein Land, in dem du nicht in Armut dein Brot essen wirst, in dem es dir an nichts fehlen wird..."

 

Mit diesen Früchten werden bis heute zu Schawuot Häuser und Synagogen festlich geschmückt.

 

Anmerkung: Mit "Honig" ist im alten Israel Dattelsirup gemeint, kein Bienenhonig.

 

Interessant ist, dass es heutzutage in Israel ebenfalls zu den Volksbräuchen zählt, am Wochenfest scherzhaft andere Menschen mit Wasser zu übergießen. Vor allem Kinder überschütten sich und andere Personen freudig mit Wasser, um Schawuot zu feiern, das sie auch das "Wasserfest" nennen. Es ist verblüffend, welche prophetische Bedeutung in solch einem freudigen, aprilscherzartigen Volksbrauch liegen kann: Am Tag, an dem die Christen der Ausgießung des Heiligen Geistes gedenken, gibt es im Judentum ein Übergießen, Überschütten, "Taufen" mit Wasser, das wiederum gerade als ein Symbol für den Heiligen Geist bekannt ist.

 

Am zweiten Tag von Schawuot wird von denjenigen ein Gebet gesprochen, die mindestens ein Elternteil verloren haben, was "Jiskor" genannt wird.

 

MESSIANISCHE BEDEUTUNG:

Sieben Wochen nach dem Essen des Pessachlammes in Ägypten, erhielt Mose von Gott das erste Mal die Tafeln mit den 10 Geboten und die anderen Gesetze (2Mo 19).

 

In Apostelgeschichte 2 erfahren wir von der Gabe des Heiligen Geistes, welcher das Gesetz des Lebens in die Herzen der Menschen schreibt.

 

Als Mose nahe zum Lager kam und das Kalb und das Tanzen sah, entbrannte sein Zorn, und er warf die Tafeln aus der Hand und zerbrach sie unten am Berge. Die Söhne Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und es fielen an dem Tage vom Volk dreitausend Mann (2Mo 32,19.28). 3000 Menschen fanden den Tod!

 

Im Kontext zur Entstehung der Gemeinde sprach Petrus in seiner bekannten Pfingstrede:

"40 Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! 41 Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan" (Apg 2,40-41).

 

Auch Paulus spricht vom Gesetz des Geistes, was lebendig macht:

"Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes" (Röm 8,2). 3000 Menschen fanden das Leben!

 

Schawuot ist durch die Entstehung der Gemeinde erfüllt (Apg 2,1-4). Es ist kein Zufall, dass die Gemeinde gerade am Wochenfest oder zu Pfingsten ins Leben gerufen wurde. An diesem Tag begann der Heilige Geist einen neuen Dienst. Es ist falsch anzunehmen, der Heilige Geist sei in Apostelgeschichte 2 zum ersten Mal in Erscheinung getreten, wie es manche lehren. Das stimmt einfach nicht. Wir finden den Heiligen Geist im ganzen Alten Testament und auch in den Evangelien aktiv. Das Neue in Apostelgeschichte 2 war nicht das Kommen des Heiligen Geistes als solches, sondern ein Dienst, den Er nie zuvor verrichtet hatte: der Dienst der Geistestaufe. Im ganzen Alten Testament und in den Evangelien wurde niemals jemand vom Heiligen Geist getauft. Das erste Mal, dass der Heilige Geist Sein Werk der Taufe begann, war in Apostelgeschichte 2. Das ist ein einzigartiger Dienst, der die Gemeinde betrifft und nur die Gemeinde allein. In dem Moment, in dem die Gemeinde entstand, wurde das Wochenfest erfüllt. 

 

Es ist sehr wichtig, dies zu beachten. Es existiert eine untrennbare Verbindung zwischen der Geistestaufe und der Existenz der Gemeinde; das eine kann ohne das andere nicht bestehen. Die Vertreter der Ersetzungstheologie sagen, dass die Gemeinde zu allen Zeiten Bestand hatte, also auch im Alten Testament. Die Gemeinde sei das wahre geistliche Israel, und alle Bündnisse des Alten Testamentes zwischen Gott und Israel seien eigentlich mit der Gemeinde geschlossen worden. Aber das ist eine Irrlehre. Durch die gesamte Bibel hindurch gibt es eine klare Trennung zwischen Israel, der Gemeinde und den Nationen. Ohne diese klare Trennung ist es absolut unmöglich, die Haushaltungen Gottes und die gesamte Prophetie richtig zu verstehen.

 

Hinsichtlich der messianischen Bedeutung des Festes ist zu beachten, dass im biblischen Brauchtum zwei Laibe Brot auf einem Tuch geopfert werden mussten. In der Gemeinde sind auch zwei Gruppen vertreten, nämlich Juden und Nichtjuden, vereint in einem Leib (Eph 2,11-16; 3,5-6). Außerdem mussten diese Brotlaibe gesäuert sein. Sauerteig ist ein Symbol für Sünde. Die beiden Brote stehen prophetisch stellvertretend für die Gemeinde bzw. Heidenchristen einerseits und für Israel bzw. die messianischen Juden andererseits. Somit kamen jüdische und nichtjüdische Sünder in die Gemeinde, in den Leib Christi.

 

Paulus lässt dieses Thema in seiner Ausarbeitung über die geistliche Beziehung zwischen dem Volk Israel – die Wurzel und der Stamm – und der Gemeinde – die eingepfropften Zweige – im Römerbrief anklingen:

 

Römer 11,16

"Wenn aber das Erstlingsbrot heilig ist, so auch der Teig; und wenn die Wurzel heilig ist, so auch die Zweige"

 

Die Erstlingsbrote wurden gemäß der Anordnung, dass Gesäuertes nicht auf dem Altar verbrannt werden durfte, von den Priestern verzehrt (3Mo 2,11).

 

Es wurde schon erwähnt, dass das Wochenfest auch "Tag der Erstlingsfrucht" (nicht zu verwechseln mit dem Fest der Erstlingsfrüchte aus 3Mo 23,9-13) oder das "Fest der Erstlinge der Weizenernte" genannt wird, denn es fand zur Zeit der ersten Früchte der Sommerernte statt. Dies steht in Beziehung zur Erstlingsfrucht der Gläubigen, und zwar aus den Juden. Von der Erstlingsfrucht der Gemeinde lesen wir in Apostelgeschichte 2,41-42, wo 3000 Juden auf einmal gerettet wurden. Aus ihnen entstand an jenem Tag die Gemeinde. Das waren gläubige Juden. Jakobus, der an gläubige Juden schreibt, nennt diese Erstlinge (Jak 1,1-2.18).

 

In Johannes 12,24 nennt der Herr sich selbst "das Weizenkorn". Das Korn fiel in die Erde und starb. Danach brachte es viel Frucht. Der Herr starb und wurde begraben, aber nach seiner Auferstehung ging er in den Himmel und sandte am Pfingsttag den Heiligen Geist zur Erde. Eben an diesem einzigen Tag kamen nach den Aposteln und der Predigt des Petrus 3000 Juden zum Glauben. Diese waren die Erstlingsfrucht der Weizenernte Gottes! Auch Hebräer 12,23 spricht über die Gemeinde der Erstgeborenen, ebenso wie Jak 1,18 die Erstlinge der neuen Schöpfung erwähnt.

 

So ist das Wochenfest durch die Geburtsstunde der Gemeinde, in der jüdische und nichtjüdischen Gläubige in einem Leib vereinigt sind, erfüllt. Da die Ersten in diesem Leib gläubige Juden waren, ist auch der Erstlingsaspekt des Wochenfestes erfüllt.

 

SPEISEN & GETRÄNKE:

Besondere Nahrungsmittel für diese Festtage beinhalten süße Milchspeisen wie z.B. Käsekuchen, da die Tora mit Milch und Honig verglichen wird (Hl 4,11) oder als "Milch", die ein Kind begierig trinkt.

 

Milch war bekanntlich eines der Produkte des Heiligen Landes. Gott brachte Israel in ein Land, darin Milch und Honig fließt. Ein anderer Grund, weshalb vorwiegend aus Milch hergestellten Produkte verzerrt werden ist, dass das hebräische Wort für Milch "chalaw" numerisch den Wert 40 ergibt (Mose blieb 40 Tage lang auf dem Berg Sinai).

 

Bei den Süßspeisen sind vor allem Kuchen in der Form der Gesetzestafeln oder kegelförmige Gebäcke, die den Berg Sinai darstellen sollen, beliebt.

 

Speziell gebräuchlich sind auch Quark-Omeletts, ähnlich beschaffen wie Crêpes, dünne, mit Quark gefüllte Pfannkuchen (Eierkuchen) in rechteckiger Form. Gewöhnlich werden sie mit Soße aus saurer Sahne gegessen oder mit Früchten garniert. Man isst immer zwei davon, weil sie die beiden Gesetzestafeln darstellen, die Mose gegeben wurden.

 

Auch wird Kreplach gegessen, eine Art Maultaschen oder Ravioli, welche aus einer von Teig umhüllten Masse aus Hackfleisch mit Knoblauch und Zwiebeln bestehen. Während Maultaschen in der Regel viereckig sind, haben jüdische Kreplach eine dreieckige Form. Die drei Seiten haben verschiedene Bedeutungen. Einmal stellen sie die drei Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob dar. Dann bedeuten sie die drei Teile des Tenachs: Gesetz, Propheten und Schriften. Ferner weisen sie darauf hin, dass Mose das dritte Kind der Familie war, und dass sich die Juden drei Tage lang vorbereiten mussten, als ihnen die Tora gegeben wurde. Kreplach wird kaum in Tomatensoße, sondern eher gebraten oder in Hühnersuppe serviert.


Quellen:

  • Susanne Galley - Das jüdische Jahr - Feste, Gedenk- und Feiertage
  • Arnold Fruchtenbaum - Die Feste des Herrn
  • Eddie Chumney - Die Feste des Judentums
  • Alfred Burchartz - Israels Feste - Was Christen davon wissen sollten
  • Institut für Israelogie - Die Feste des Judentums
  • Martin Baron - Die 7 Feste der Bibel und ihr Geheimnis
  • Elberfelder Studienbibel
  • Walvoord-Bibelkommentar
  • eigene Anmerkungen


Gottes Segen Euch allen!

 1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Amen und Amen