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Jamim Nora'im – Die Tage der Ehrfurcht: Ein Ruf zur Versöhnung

Hosea 14,2-3

2 Bekehre dich, Israel, zu dem HERRN, deinem Gott; denn du bist gestrauchelt durch deine Schuld. 3 Nehmt diese Worte mit euch und bekehrt euch zum HERRN und sprecht zu ihm: Vergib uns alle Sünde und tu uns wohl...

 

Apostelgeschichte 17,30 

Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen

 

1. Johannes 4,10

Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden


Mit „Jamim Nora'im“ (dt. ehrfurchtserweckende Tage) wird hauptsächlich der 10-tägige Zeitraum von Rosch ha-Schana (1. Tischri) bis Jom Kippur (10. Tischri) bezeichnet, der auch als die „zehn Tage der Umkehr“ (hebr. Asseret Jemei Teschuwa) oder die „zehn Tage der Ehrfurcht“ bekannt ist. Im Allgemeinen wird dieser Zeitraum auch als „Hochheilige Tage“ oder „Hohe Feier- bzw. Festtage“ bezeichnet.

 

Allerdings kann sich „Jamim Nora'im“ auch auf die gesamte 40-tägige Bußperiode vom 1. Elul bis Jom Kippur (10. Tischri) beziehen.

 

️In der deutschen Sprache fällt die Bezeichnung „Hochheilige Tage“ weniger wuchtig aus, als im Hebräischen. Das Wort „heilig“ klingt gut, kann aber die Größe, Erhabenheit und Spannung dieses Zeitraums im biblischen Kalender nicht so sehr vermitteln. Heiligung erfordert die Fähigkeit zur Absonderung von der Alltagswelt, um unser Denken und Verhalten mit dem Wort Gottes in Übereinstimmung zu bringen.

 

Gott gebot seinem Volk, eine heilige Nation zu sein (3Mo 11,441Petr 1,15-162,9). Er gebot jedem Einzelnen, ein heiliger Mensch zu sein. Er fordert, das für uns Außergewöhnliche als unsere Normalität anzusehen und uns unserer Sonderrolle im Leben stets bewusst zu sein.️

 

Somit sind die „Tage der Ehrfurcht“ eine Zeit zur Selbstprüfung. Der Tenor dieser Tage ist eindeutig: Es geht um Umkehr, Buße, Reinigung und Gemeinschaft!

Die Tage vor den Hochheiligen Tagen Rosch ha-Schana & Jom Kippur

Siehe Hauptartikel zu Elul

 

Die Herbstfeste beginnen mit einem 40-Tage dauernden Zeitabschnitt, der im Hebräischen mit „Teschuwa“ bezeichnet wird, was „Buße tun“ oder „umkehren“ bedeutet. Dieser Zeitraum beginnt an Rosch Chodesch Elul (1. Elul) und endet nach 40 Tagen zu Jom Kippur am 10. Tischri. Diese 40-tägige Periode wird auch als „Jemei Ratzon“ bezeichnet, was „Tage der Gunst“ bedeutet.

 

Die jüdische Tradition leitet diese Bußzeit aus der Heiligen Schrift ab. Nachdem sich Israel das Goldene Kalb gemacht hatte, soll Mose am 1. Tag des Monats Elul wieder den Berg Sinai bestiegen haben, um vor Gott die Vergebung der Sünden des Volkes zu erbitten. Vierzig Tage später kehrte er exakt am 10. Tischri zu Jom Kippur, dem großen Versöhnungstag, wieder zurück und brachte die beiden steinernen Gesetzestafeln als Zeichen der erneuerten Gnade Gottes mit.

 

In Römer 2,4 erfahren wir:

Oder verachtest du den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet?

 

In Vorbereitung auf das biblische Neujahr zu Rosch ha-Schana, dem Zeitzyklus des Segens, und mit Blick auf Jom Kippur, werden in diesen 40 Tagen von Gläubigen Juden in den frühen Morgenstunden in der Synagoge Buß- und Bittgebete vorgetragen, die sogenannten „Selichot“. 

 

Um die ehrfürchtige Natur des Monats Elul zu betonen, ertönt bei jedem Morgengebet das Schofar- oder Widderhorn. Dies ist eine Zeit zum Innehalten und Nachdenken, um herauszufinden welche Dinge erneuert und losgelassen werden müssen. Man soll seinen Lebensstil reflektieren und überlegen, wo es einer Korrektur bedarf, um sich so mit neuen guten Vorsätzen aufs kommende Jahr auszurichten. Dies wird getan, weil man das neue Jahr in voller Frische und Kraft beginnen will. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und jetzt ist die Zeit gekommen, sich von allem loszusagen, was daran hindert, mit einem reinen Herzen dem neuen Jahr begegnen zu können. Dieser Prozess gilt als geistliche Rückkehr zu Gott und ist nicht passiv, sondern aktiv.

 

All dies wird in der Woche vor Rosch ha-Schana durch eine Mitternachtsandacht, welche „Leil Selichot“, die „Nacht der Vergebung“ genannt wird, nochmals intensiviert und soll dazu dienen, sich verstärkt durch Selbstreflexion auf die kommenden Hohen Feiertage vorzubereiten.

 

Am Tag vor Rosch ha-Schana, „Erew Rosch ha-Schana“ genannt, ist es jüdische Tradition, dass Männer ein rituelles Reinigungsbad nehmen, was sich „Mikwa“ nennt. Wir wissen aus dem Wort Gottes, das uns Sein Wort reinigt:

 

Epheser 5,25-27

25 Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.

 

So dient der Monat Elul dazu, dass ein Mensch sich das ganze Jahr hindurch so fühlen soll, als sei Elul. Das gleiche Prinzip kann auf die Heiligung angewendet werden. Es wird von uns gefordert, dass wir das ganze Jahr hindurch heilig sind, schon gar an den Hochheiligen Tagen. In Hebräer 12,14 erfahren wir: „Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird.

 

Der Monat Elul, welcher zu den Tagen der Ehrfurcht hinüberleitet und vor dem Monat Tischri liegt, gilt daher als eine wichtige Zeit der Selbstbeobachtung, Besinnung und Umkehr (Teschuwa) vor den „Hohen Feiertagen“, den „Tagen des Gerichts“.

 

Rosch ha-Schana – Das biblische Neujahr

Siehe Hauptartikel zu Rosch ha-Schana

 

Die Bedeutung von Rosch ha-Schana ist „Haupt des Jahres“ oder „Anfang des Jahres“ und markiert das biblische Neujahr. Rosch ha-Schana trägt aber auch den Namen „Jom ha-Din“, was „Tag des Gerichts“ bedeutet.

 

Nach jüdischem Verständnis unterläuft jeder Jude an diesem Tag einem geistlichen Gericht Gottes. Es gibt zwölf Monate im Jahr und zwölf Stämme Israels. Jeder Monat hat seinen repräsentativen Stamm. Der Monat „Tischri“ ist dem Stamm „Dan“ zugeteilt. Das ist von großer symbolischer Bedeutung, denn als Dan von Rachels Magd Bilha geboren wurde, sagte sie in 1. Mose 30,6: „Da sprach Rahel: Gott hat mir Recht verschafft und meine Stimme erhört...“. „Dan“ und „din“ (wie in Jom ha-Din), werden beide aus der gleichen Wortwurzel abgeleitet, aus der hervorgeht, dass Tischri die Zeit des göttlichen Gerichts und der Vergebung ist. Ebenso wird jedem Monat des biblischen Kalenders ein Tierkreiszeichen zugeordnet. Das Zeichen für Tischri ist die Waage, ein Symbol für Gerechtigkeit und somit das Symbol für den Tag des Gerichts.

 

Jamim Nora'im – Die zehn Tage der Umkehr

Mit Rosch ha-Schana beginnen die zehn besonderen Tage der Umkehr (Buße), welche auf Hebräisch „Asseret Jemei Teschuwa“ genannt werden. Diese zehn Tage umfassen Rosch ha-Schana, Jom Kippur sowie die Tage dazwischen und stellen innerhalb des jährlichen Festzyklus die Zeit dar, die in der größten Ernsthaftigkeit, Nachdenklichkeit und Ehrfurcht begangen wird.

 

Zwar beginnt die Bußperiode bereits mit dem Monat Elul, doch diese zehn Tage haben eine zusätzliche und besondere Bedeutung.

 

Nach jüdischer Vorstellung richtet Gott zum biblischen Neujahr über alle Taten des vergangenen Jahres und trägt zu Rosch ha-Schana am 1. Tischri sein Urteil über die Menschen in das „Buch des Lebens“ ein, doch in seiner Gnade und Geduld wird erst an Jom Kippur am 10. Tischri das göttliche Urteil gewogen gesprochen und besiegelt.

 

Jüdische Gläubige vertreten daher traditionell die Auffassung, dass Handlungen, die im Einklang mit „Teschuwa“ (Umkehr, Buße), „Tefila“ (Gebet) und „Zedaka“ (Wohltätigkeit, gute Taten) während der „zehn Tage der Ehrfurcht“ stehen, die Anordnungen Gottes, die er zu Rosch ha-Schana erlassen hat, ändern können.

 

Aus diesem Grund ist es in diesen zehn Tagen üblich, intensiv Zeit damit zu verbringen, sich mit Gott und seinen Mitmenschen zu versöhnen. Gläubige Juden werden bei jedem, dem sie Unrecht getan haben, um Vergebung bitten und versuchen, Wiedergutmachung zu leisten.

 

Jetzt ist es höchste Zeit umzukehren und sich von ganzen Herzen Gott zuzuwenden und alle Menschen um Vergebung zu bitten, denen man Unrecht getan hat, um im „Buch des Lebens“ an Jom Kippur versiegelt zu werden. Daher lautet der Segensspruch zum Tag der Versöhnung: „G'mar chatima Tova“, was so viel heißt wie „Möget ihr eingeschrieben werden und besiegelt (im Buch des Lebens) für ein gutes Jahr.“

 

Nach Jom Kippur werden die „Tore bei Gott“ und ebenso das „Buch des Lebens“ für das nächste Jahr geschlossen. Das Konzept vom „Buch des Lebens“ und seine Verbindung zum Gericht ist vollständig biblisch. Tatsächlich enthält die Bibel viele Hinweise darauf.

 

Die zehn Tage der Ehrfurcht gelten somit als die letzte Chance für den Menschen, um dahingehend Einfluss auf Gott zu nehmen, sich eine ungünstige Entscheidung noch einmal zu überlegen. Es ist wie die Möglichkeit einer „zweiten Chance“ also der „EXTRA-GNADE“, die befähigt einen alten Zeitzyklus, wo man versagt hat, siegreich abzuschließen und den neuen Zeitzyklus des himmlischen Vaters in Empfang zu nehmen, so wie Mose die steinernen Tafeln zum zweiten Mal von Gott empfing (vgl. 2Mo 34,1-4). Dieser Empfang weist uns auf die Phase der Erneuerung hin. Durch eine richtige Positionierung am richtigen Platz zu dieser Zeit, ist man in der Lage die Gunst Gottes zu erleben, die er uns zuteilen möchte.

 

In diesem Zeitraum findet auch das „Fasten von Gedalja“ am 3. Tischri sowie der „Schabbat Schuwa“ – der „Schabbat der Umkehr“ – der einzige Schabbat zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur statt.

 

Das Gedalja-Fasten

Beim Gedalja-Fasten handelt es sich um einen der – von den Propheten (Sach 8,19) eingeführten – vier Fastentage zur Erinnerung an die Unglücksfälle, die das Volk Israel getroffen haben, um es zu innerer Sammlung und Umkehr zu ermahnen. Das Fasten beginnt am 3. Tischri in der Morgendämmerung bei Sonnenaufgang und endet bei Anbruch der Dunkelheit, beim Aufgang der ersten Sterne am Abend, am selben Tag. Fällt der 3. Tischri auf einen Schabbat wird der Fastentag um einen Tag auf den 4. Tischri verschoben, weil an einem Schabbat nicht gefastet werden soll.

 

Schabbat Schuwa – Der Schabbat der Umkehr

Der Schabbat zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur – wird „Schabbat Schuwa“, der „Schabbat der Umkehr“ (von hebr. „Teschuwa“ für „Buße tun“ oder „umkehren“) genannt. Zwischen Rosch ha-Schana (1. Tischri) und Jom Kippur (10. Tischri) kann nur ein Schabbat stattfinden und dieser fällt in die sogenannten „Jamim Nora'im“ – in die „ehrfurchtvollen zehn Tage“ zwischen dem Neujahr und dem Sühnetag. Der Schabbat ist daher besonders, weil er der erste Schabbat des neuen Jahres ist und einen Übergang zwischen Umkehr und Sühne darstellt.

 

Sühne“ bedeutet, dass Gott und der Sünder in eine Beziehung gebracht werden, in der sie „eins sind“. Sühne stellt die Gunst Gottes gegenüber dem Sünder wieder her. Sühne ist Versöhnung. Durch die Sühne werden Gott und der Sünder, die einander entfremdet waren, wieder eins. Sühne ist völlige Versöhnung und Vereinigung.

 

Jom Kippur – Der große Versöhnungstag

Siehe Hauptartikel zu Jom Kippur

 

Zehn Tage nach Rosch ha-Schana folgt Jom Kippur (3Mo 16,1-34).

 

Der große Versöhnungstag am 10. Tischri ist der heiligste (Anm.: Ausgesondert, speziell, ein Tag wie kein anderer) und höchste Tag im Jahr, der von Gott für einen sehr wichtigen Zweck festgelegt wurde. Dieser Tag ist kein Festtag in dem Sinne wie die anderen festgesetzten Zeiten in Gottes Kalender; es ist ein Fastentag. An diesem Tag demütigt man sich selbst vor Gott durch das Fasten (vgl. 3Mo 16,29-31; 23,27-29). Dieser Tag gilt, ebenso wie Rosch ha-Schana, als „ehrfürchtiger Tag“.

 

Trotz aller Ernsthaftigkeit ist Jom Kippur die „Versöhnungsfeier“ mit Gott. Es ist der absolute Höhepunkt des Festjahres, der heiligste Tag des Jahres. Er wird auch als „Schabbat Schabbaton“, als „Schabbat der Schabbatfeier“ bezeichnet (3Mo 16,31).

 

An Jom Kippur geht es um Opfer, um Blut, um Vergebung und Reinigung von den Sünden, sowohl des Einzelnen wie auch des gesamten Volkes. Es geht um Zugang zur Herrlichkeit Gottes, um Gemeinschaft mit Gott. Der Tag ist ausgefüllt mit prophetischer Bedeutung auf Jesus Christus hin.

 

Nur einmal im Jahr durfte ein Mensch, das geistliche Oberhaupt des Volkes Gottes, der amtierende Hohepriester hinter den Vorhang gehen, in Gottes Herrlichkeit eintreten und sich somit im Allerheiligsten der Stiftshütte bzw. später des Tempels, Gott nahen und an die Bundeslade mit dem Sühnedeckel herantreten. Die gesamte Bundeslade war das Zeichen der manifesten Gegenwart und der Gnade Gottes. Sie enthielt die beiden Gesetzestafeln des Mose sowie einen goldenen Krug mit Manna und den Stab Aarons, der als Zeichen göttlicher Bestätigung gegrünt hatte (2Mo 16,22; 4Mo 17,23-25; 5Mo 10,5; Hebr 9,4). Die Deckplatte (Sühnedeckel), auf dem sich zwei aus Gold gefertigte Cherubim einander gegenüberstanden, wurde „königlicher Richtstuhl der Gnade“ oder „Gnadenthron“ genannt (2Mo 37,1-9) und bedeckte das gebrochene Gesetz.

 

Auf die Bundeslade wurde das Opferblut zur Sühnung gesprengt. Der Römerbrief nimmt darauf Bezug und sagt (3,25): „Ihn (Jesus) hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden.

 

Dort, direkt am Gnadenthron, manifestierte Gott seine majestätische Herrlichkeit, welche auf dem „Gnadenthron“ zwischen den beiden Cherubim ruhte.

 

Somit steht Jom Kippur für den Eintritt in die Herrlichkeit Gottes und die Gemeinschaft mit Gott aus Gnade. Mit „aufgedecktem Angesicht“ ist Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Der Gnadenthron symbolisiert das Opfer Jesu, sein vergossenes Blut und unseren Zugang zu Gott. Der Versöhnungstag ist der Tag, an dem wir durch den Schlüssel der Umkehr die Tür zur Freude und Herrlichkeit öffnen, worauf das fünf Tage später beginnende Laubhüttenfest (Sukkot) hinweist.

 

Die vielfältigen Vorschriften des hohenpriesterlichen Dienstes wurden durch Jesus Christus, ein für alle Mal, in vollkommener Weise erfüllt:

 

Hebräer 7,26-27

26 Denn ein solcher Hoherpriester geziemte sich auch für uns: heilig, sündlos, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden, 27 der nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen, dann für die des Volkes; denn dies hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst dargebracht hat.

 

Messianische Bedeutung

Während den „Tagen der Ehrfurcht“ versuchen jüdische Gläubige, sowohl bei Menschen als auch bei Gott Wiedergutmachung zu leisten und/oder zu erbitten, um für das nächste Jahr in Gottes Buch des Lebens eingeschrieben zu werden. Für diejenigen, die bereits im Lebensbuch des Lammes eingeschrieben sind und an den Messias Jesus Christus glauben, ist dies eine perfekte Zeit, um durch Fasten und Gebet, in der Fürbitte für das jüdische Volk einzutreten, dass ganz Israel die Barmherzigkeit und Vergebung empfängt, für die sie in dieser Zeit fasten und beten.

 

Durch unseren Glauben an Jesu Werk am Kreuz haben wir das Privileg, jederzeit als seine Kinder, in Gemeinschaft mit Gott zu kommen, in dem Wissen, dass wir Vergebung haben, sobald wir darum bitten, denn der Preis ist bereits bezahlt:

 

1. Johannes 1,9

Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit

 

Das Schlüsselwort ist hier „wenn“. Ein gutes Beispiel ist der verlorene Sohn (Lk 15,11-32). Er musste zunächst umdenken, seine falschen Lebensstilentscheidungen aufgeben, aufstehen und zu seinem Vater umkehren. Auf die gleiche Weise müssen wir bewusst umdenken, die Sünde, welche uns umgibt, loslassen und sie nicht mehr tun, sowie die Entscheidung treffen, zu Gott umzukehren. Wir können uns eines herzlichen Willkommens sicher sein, wenn wir es tun! In Jakobus 4,8 heißt es:

 

Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen!

 

In Sacharja 1,3 heißt es:

So spricht der HERR der Heerscharen: Kehrt um zu mir!, spricht der HERR der Heerscharen, und ich werde mich zu euch umkehren, spricht der HERR der Heerscharen.

 

Diese Zusage erinnert uns daran, wie der Vater des verlorenen Sohnes nicht wartete, bis sein Sohn an der Tür ankam und anklopfte, sondern seinem Sohn auf der Straße entgegenlief (Lk 15,20).

 

Eine himmlische Feier

Gottes Herz wird bewegt, wenn Sünder umkehren. Jesus, der die himmlischen Realitäten bestens kennt, versichert uns in Lukas 15,7: „Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, ⟨mehr⟩ als über neunundneunzig Gerechte, die die Buße nicht nötig haben.

 

Aber die himmlischen Feierlichkeiten werden erst ihren Höhepunkt erreichen, wenn endlich das ganze Haus Israel seinen Messias anerkennt. Paulus erklärt, dass Israel um der Heiden willen „teilweise verhärtet“ wurde, so dass das Evangelium von Israel ausgehen würde, um die Heidenvölkern zu erreichen. Wenn jedoch die Fülle der Heiden hereingekommen ist, wird die Verhärtung Israels ein Ende haben (Röm 11,25).

 

Sacharja 12 zeichnet ein Bild von jedem Stamm Israels, der Buße tut, während letztendlich erkannt wird, wer Jesus ist: Ihr Bruder, ihr Messias, ihr Erlöser und Retter.

 

Wir nähern uns dieser Zeit. Das Evangelium wurde inzwischen in jedem Land der Erde gepredigt. Es gibt immer noch unerreichte Volksgruppen in diesen Ländern, die von Jesus hören müssen, aber wir stehen kurz davor, den großen Auftrag zu erfüllen, den Jesus uns gegeben hat, alle Nationen zu Jüngern zu machen. Wir befinden uns in sehr aufregenden Zeiten.

 

Diese zehn Tage der Ehrfurcht sind eine sehr gute Gelegenheit, die Gegenwart Gottes ernsthaft zu suchen, unser Leben zu reflektieren, von unseren Sünden abzulassen und zu Gott umzukehren, sich neu auf Gott auszurichten. Es ist höchste Zeit, um Vergebung zu bitten, loszulassen und zu vergeben. Es ist eine Zeit, die Barmherzigkeit Gottes für uns selbst, unsere Familien, unsere Nationen und speziell für Israel zu erbitten sowie zu empfangen und praktische Schritte zu unternehmen, um Werkzeuge der Versöhnung, Vergebung und Liebe zu sein.

 

1. Korinther 5,17-21

17 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! 18 Das alles aber [kommt] von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat; 19 weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte. 20 So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden.


Quellen:

  • de.m.wikipedia.org/wiki/Jamim_Noraim
  • en.m.wikipedia.org/wiki/High_Holy_Days
  • he.m.wikipedia.org/
  • israelnetz.com
  • juedische-allgemeine.de/allgemein/heilige-die-zeit/
  • Daniel Glimm - Segnung für den Monat Elul
  • Martin Baron - Die 7 Feste der Bibel und ihr Geheimnis
  • Alfred J. Kolatch - Jüdische Welt verstehen
  • eigene Anmerkungen

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen