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Wer oder was ist ein Christ?

Was ist ein echter Rembrandt? Ein echter Rembrandt ist ein Gemälde, welches von dem Maler Rembrandt gemalt worden ist. Wenn man nun ein Bild findet, das wie ein Rembrandt aussieht und sogar seine Unterschrift trägt, aber die Experten herausfinden, dass es sich um eine Fälschung handelt, dann ist es kein echter Rembrandt. Es ist kein Werk des Meisters, sondern eine echte Fälschung.

 

So ist auch ein Christ ein Werk des Meisters. Christ werden kann man nur durch ein übernatürliches Wirken Gottes. Kein Mensch, keine Institution, keine Kirche, kein Verein und auch kein Ritus können einen Menschen zu einem Christen machen. Wenn ein Mensch ein Christ ist, dann ist er ein Christ, weil Gott ihm ein besonderes Werk gegeben hat bzw. an ihm vollzogen hat - die Wiedergeburt.

 

Über die Wiedergeburt spricht Jesus mit Nikodemus in Johannes 3:

 

Johannes 3,3-5

"3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen"

 

Es bedarf Wasser (das Wort Gottes) und Geist (den Heiligen Geist). Die Wiedergeburt ist ein absolut übernatürlicher Vorgang, welcher von Gott gewirkt wird. Kein Mensch oder ein Ritual könnte die Wiedergeburt bewerkstelligen.

 

Im Johannes-Evangelium heißt es daher:

 

Johannes 1,12-13

"12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind"

 

Ein Christ ist jemand, der Jesus in sein Leben aufgenommen hat, Jesus sein Leben übergeben hat (nicht hinzugefügt, sondern komplett übergeben). Es geht darum, Jesus ganz persönlich aufzunehmen und zwar als Retter und als HERRN. Daher sagt Paulus in Apostelgeschichte 2,21:

 

"Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden"

 

Jesus Christus will der Herr unseres Lebens sein und das bedeutet, dass Er der Gebieter ist - der, welcher rettet und regiert, also das Sagen hat.

 

Auch Petrus bestätigt, dass ein Christ durch das Wort Gottes von neuem geboren wird. Die Bibel zeigt uns, dass es zwei Reiche gibt, die das Leben der Menschen bestimmen. Da ist einmal das Reich der Finsternis, also das Reich der Welt, welches durch Satan, der Gott dieser Welt ist, regiert wird und zum anderen ist dort das Reich Gottes, in dem Jesus Christus König, Herr und Gebieter ist. Diejenigen, welche zu Jesus Christus gehören, haben die Transformation der Wiedergeburt erlebt und sind herausgenommen aus dem Reich der Finsternis und wurden versetzt in das Reich des Lichts (Kol 1,13). Daher sagt Jesus, dass die Jünger zwar in der Welt sind, aber nicht mehr von der Welt (Joh 15,18-19; 1Joh 4,4-6). Das ist das Resultat der Wiedergeburt: Herausgenommen aus der Welt und versetzt in ein neues Reich in dem Jesus Christus der König ist und das Sagen hat.

 

Ein Christ ist aber nicht nur jemand der eine solche übernatürliche Wiedergeburt erlebt hat, sondern gleichzeitig auch einen neuen Lebensstil des Reiches Gottes lernt und lebt. Dies ist ein Prozeß.

 

In Apostelgeschichte 11,26 heißt es, "dass die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden". Die Christen damals waren also alle Jünger. Ein Christ nach der Bibel ist ein Jünger, ein Nachfolger und Schüler, ein Lernender der von Jesus lernt. Jesus selbst hat klar definiert wen Er als Jünger bezeichnet.

 

Johannes 8,31

"Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger"

 

Die Bedingung, das Kennzeichen eines Jüngers ist, dass er im Wort Gottes bleibt. Er bleibt in der Herzenshaltung "Gott ist Gott, Gott hat Recht, Gottes Wort ist wahr und alles was Seinem Wort widerspricht ist Lüge". Ein Jünger hält sich an das Wort Gottes. Er bleibt im Wort Gottes und gehorcht dem Wort. Jeder Gehorsamsakt, den man im Glauben vollzieht, stärkt und erweitert den Glauben und bereitet ihn dadurch auf den nächsten Akt vor. Man hat kein Recht zu sagen, dass man Gott liebt, wenn man nicht bereit ist, Gott zu gehorchen. Gehorsam ist der Prüfstein der Liebe. Liebe drückt sich durch Gehorsam aus (Joh 14,15.21.23; 15,10; 3,36; 1Joh 5,3).

 

Ein Jünger stellt alles hinten an. Es geht nur noch darum was Gott sagt! Das ist die Haltung eines Jüngers. Jesus sagte in Lukas 14,33:

 

"So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein"

 

Ein Jünger ist jemand, der sich von allen seinen eigenen Ideen, Zielen, Plänen, Vorstellungen und Lebensweisen verabschiedet hat und sich einzig und allein auf Gottes Wort verlässt. Diese innere Herzenshaltung, das Alte zu verlassen, um sich völlig auf den Herrn zu verlassen, nennt die Bibel Buße. Buße ist der Eingang in das Reich Gottes. Deswegen hat Jesus gelehrt "Tut Buße und glaubt an das Evangelium" (Mk 1,15). So hat auch Petrus in der Pfingstpredigt klare Anweisungen gegeben, als die Leute fragten, was denn nun zu tun sei, indem er antwortete: "Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi" (Apg 2,14-38). Tut Buße meint eine vollständige Umkehr von der Eigenständigkeit, der Unabhängigkeit von Gott, dem alten Leben und zielt auf eine vollständige Hinwendung zu Gott ab.

 

Wichtig ist hierbei die Reihenfolge: "Buße dann Taufe"! Eine Taufe als formaler, religiöser Akt ohne Buße bewirkt gar nichts. Warum? Gott ist nicht an Riten oder religiösen Handlungen interessiert, sondern an unserem Herz. Gott möchte, dass unser Herz Ihm gehört damit Er es prägen kann um uns vollständig mit Seiner Kraft, Seiner Weisheit zu verbinden.

 

Nach der Predigt von Petrus lesen wir dann:

 

Apostelgeschichte 2,41

"Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen..."

 

Menschen wurden Christen, indem sie das Wort Gottes annahmen, Buße taten und sich taufen ließen, um so der Gemeinde Gottes hinzugefügt zu werden. Die Bibel lehrt, dass echt Buße sichtbare Änderungen im Lebensstil hervorbringt. Am Ende seines Dienstes schreibt Paulus:

 

Apostelgeschichte 26,20

"... Buße zu tun und sich zu Gott zu bekehren, indem sie der Buße würdige Werke vollbrächten"

 

Wir sehen, Buße (Umkehr) bringt einen neuen Lebensstil hervor, nämlich ein Lebensstil unter der Herrschaft Gottes.

 

Das Verständnis von dem, wer oder was ein Christ ist, ist leider sehr oft verschieden von dem, was Menschen glauben, denken und sich vorstellen. Sie vergessen dabei Gott und Gott hat immer Recht! Gott allein hat das Recht zu definieren wer oder was ein Christ ist.


Quellen:

  • Hartwig Henkel - Biblische Begriffe Biblisch erklärt – Was ist ein Christ?
  • eigene Anmerkungen und Ergänzungen

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen