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Pessach (Passah)

3. Mose 23,4-5
"4 Das sind aber die Feste des HERRN, die heiligen Versammlungen, die ihr zu festgesetzten Zeiten einberufen sollt: 5 Im ersten Monat, am vierzehnten [Tag] des Monats, zur Abendzeit, ist das Passah des HERRN"

Johannes 8,36
"Wenn der Sohn Gottes euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei"

1. Korinther 5,7-8
"Denn auch unser Pessachlamm, Christus, ist geschlachtet. Darum lasst uns das Fest feiern"

 

Pessach ist die Woche des Blutes des Lammes. Gott verschonte das Leben der erstgeborenen israelitischen Kinder in Ägypten. Historisch gesehen wird an Pessach an die Befreiung des Volkes Gottes aus der Sklaverei in Ägypten, aus dem Tod in die Freiheit und in das Leben mit Gott, gedacht. Ebenso ist es auch die Gründung der jüdischen Nation und ihre Einsetzung als Gottesvolk.

Geistlich gesehen ist Ägypten ein Bild für die ausschließlich auf die Diesseitigkeit beschränkte Welt und ihr System. Der Pharao, der Herrscher Ägyptens, ist ein Typus für Satan. Die Menschen in Gefangenschaft sind in Sünde und somit diejenigen, die nach dem weltlichen System leben.

Menschen, die an Jesus als ihren Messias glauben, danken Gott nicht nur für die Erlösung aus der Sklaverei in Ägypten, sondern auch an die Befreiung aus Tod und Sünde - der Sklaverei des Satans - durch die Erlösung Jesu Christi, dem wahren Pessachlamm (1Kor 5,7) und der wahren Tür (Joh 10,9).

NAME:
Das Pessachfest ist das in beiden Testamenten am häufigsten erwähnte Fest von allen. Im Tenach (AT) wird es über 50mal erwähnt, im Neuen Testament 27mal. Dies weist zweifellos auf seine große Bedeutung hin. Pessach ist vermutlich das älteste, kontinuierlich begangene Fest der Menschheit. Für dieses Fest gibt es zwei hauptsächliche Namen.

1. Pessach ist das hebräische Wort für Passah, was "vorüberschreiten, vorübergehen, vorüberziehen, überspringen, etwas unberührt lassen" bedeutet. Der Name geht zurück auf das Motiv des Verderbers. In 2. Mose 12 lesen wir, dass die Israeliten ein Lamm schlachten und mit dessen Blut die beiden Türpfosten und die Oberschwelle eines jeden ihrer Häuser mit einem Büschel Ysop bestreichen sollten. Als in jener Nacht der Verderber durch das Land Ägypten zog und dabei an ein israelitisches Haus kam, sah er das Blut an der Tür und schritt vorüber. Wenn er aber an ein ägyptisches Haus kam und dort kein Blut an Türpfosten und Oberschwelle sah, dann zog er nicht vorüber, sondern ging hinein und schlug in jeder ägyptischen Familie den erstgeborenen Sohn. An den israelitischen Häusern ging der Verderber einfach vorüber. So geht der Name des Festes auf das Vorüberziehen des Verderbers zurück.


• hebräisch = פֶּסַח / pésach;
• aramäisch = פַּסְחָא / pas-cha;
• griechisch = πάσχα / pás-cha; (in der Septuaginta und NT)

 

2. Seman cherutenu, bedeutet "Zeit unserer Befreiung". Der Name stellt besonders das Resultat des ersten Pessach, die Befreiung Israels aus der Knechtschaft in Ägypten, heraus.

ANDERE BEDEUTUNG:
Pessach wird auch als "Fest der Freiheit" (Chag he-Cherut) oder "Fest des Frühlings" (Chag he-Aviv) bezeichnet, was besonders das dominierende Thema von Pessach, nämlich Freiheit, hervorhebt.

WANN:
Mrz/Apr 14. - 21. Nissan
• 14. Nissan: Erew Pessach (Rüsttag), abends Sedermahl
• 15. - 21. Nissan: Pessach / Fest der ungesäuerten Brote (Mazzot)

Das Pessach ist das erste Fest im biblischen Festkalender und das erste der drei großen Pilgerfeste, der sogenannten "Schalosch Regalim" (Pessach, Schawuot und Sukkot). Das Fest fällt gemäß der Einsetzung des Herrn (3Mo 23,5) in den Frühlingsmonat Nissan/Abib und beginnt mit dem Vorabend des 15. Nissan als dem Seder-Abend, der gleichzeitig auch Höhepunkt des Festes ist. Der 14. Nissan ist das sogenannte "Erew Pessach" oder "Rüsttag", an dem das Fest vorbereitet wird.

Unmittelbar nach Pessach folgt das Fest der ungesäuerten Brote, das sieben Tage andauert. Beide Feste sind miteinander verbunden. Während Pessach an das vorüberschreiten des Verderbers, durch das Blut des Lammes, erinnert, besinnt sich das Fest der ungesäuerten Brote an den raschen Auszug der Israeliten aus Ägypten. Die gesamte Festzeit wird oft "Pessach/ Passah" genannt, oder wechselseitig mit einem dieser beiden Namen bezeichnet (vgl. Lk 22,1.7).

Der Gebrauch beider Ausdrücke ist dadurch erklärlich, dass das im Gesetz gebotene Pessachfest am 14. Nissan (4Mo 28,16-17) sich von dem Fest der ungesäuerten Brote unterschied, das vom 15. bis zum 21. Nissan dauerte. Weil schon am 14. Nissan der ganze Sauerteig aus den Häusern entfernt sein musste (2Mo 12,15), wurde im Volksmund der Name Pessach/ Passah auf das ganze siebentägige Fest der ungesäuerten Brote übertragen (vgl. 5Mo 16,1ff; 2Chr 35,9.18). Daher werden beide Feste, obwohl voneinander verschieden, auch die 8 Tage des Pessach genannt.


Erew Pessach
Einen Tag vor Pessach sollen traditionell-jüdisch alle Erstgeborenen fasten (Ta´anit Bechorot - Fasten der Erstgeborenen - Lk 2,22-24) und sich daran erinnern, dass die israelitischen Erstgeborenen gerettet wurden, während die ägyptischen Erstgeborenen getötet wurden (2Mo 12,29). Die Vorzeit des Pessachfestes ist eine geschäftige Zeit, die der Vorbereitung für die Festtage dient. Erew Pessach dient insbesondere der Vorbereitung des Seder-Abends.

Rüsttag meint "Zurüstung, Herrichtung" und ist der Tag vor einem Schabbat oder eines biblischen Festes, an dem dieser vorbereitet wird und an dem man sich besinnlich auf diesen einstellt, da am Festtag selbst keine Arbeit getan werden darf.

Seder, wörtlich "Ordnung", bezieht sich auf das zeremonielle Mahl, das die Pessach-Woche einleitet. Die genaue Abfolge (Ordnung), der einzelnen Seder-Elemente, der Gebete, Rezitationen und Speisen, die dabei gegessen werden, sind in der Haggadah (wörtl. "Erzählung") festgehalten.


Warum wird Pessach in Israel sieben Tage und in anderen Ländern acht Tage lang gefeiert?
Nachdem die Juden 70 n.Chr. Israel verlassen und ins Exil mussten, lebten sie über die Welt verstreut in verschiedenen Ländern. Es wurde den Feierlichkeiten ein Tag hinzugefügt, um sicherzustellen, dass alle Juden zur gleichen Zeit das Fest abhielten. Heute feiern viele in der Diaspora lebende Juden acht Tage lang Pessach, in Israel sieben Tage.

BIBELSTELLEN:

2Mo 12,1-51: Das erste Pessach in Ägypten mit den Besonderheiten dieser ersten Beobachtung.

2Mo 34,25: Nichts sollte vom Lamm übrig bleiben, die Reste sollten verbrannt werden.
4Mo 9,1-14: Die alljährlichen Festvorschriften nach dem Exodus.
4Mo 28,16: Das Kalenderdatum, der 14. Nissan. Als Ersatz für solche, die nicht erscheinen konnten, galt der 14. Tag des 2. Monats.
5Mo 16,1-2;4-7: Weitere Details des Pessachlammopfers.
Jos 5,10-11: Das erste Pessach im verheißenen Land.
2Kö 23,21-23 & 2Chr 35,1-19: Die Wiedereinsetzung durch Josia.
2Chr 30,1-22: Die Wiedereinsetzung durch Hiskia.
Esr 6,19ff: Die Wiedereinsetzung nach der babylonischen Gefangenschaft.
Hes 45,21: Die Beobachtung im Millennium.
Mt 26,1-35; Mk 14,1-26; Lk 22,1-30; Joh 13,17-26: Das letzte Pessach, der Tisch des Herrn.
Joh 2,13-15: Das Pessach nach der Taufe des Herrn, die erste Tempelreinigung.
Hebr 11,28: Das Pessach in Ägypten war eine Tat des Glaubens von Mose.

ALLGEMEIN:
In Johannes 1,29 und Vers 36 stellt Johannes der Täufer dem jüdischen Volk den Herrn Jesus zweimal als das Lamm Gottes vor. Warum hat er keinen anderen Namen ausgesucht, etwa Messias oder Sohn Davids? Die Ursache liegt in der Geschichte Israels.

• Historischer Kontext - Die Nacht der Verschonung
In der ersten Pessachnacht musste jede jüdische Familie in Ägypten das Blut eines Lammes vergießen. Aber das alleine hätte nicht zur Rettung der Erstgeborenen Israels ausgereicht. Dazu war eine zweite Sache notwendig, nämlich die glaubensvolle Anwendung des Blutes, also das Streichen des Blutes an die beiden Türpfosten und die Oberschwelle des Hauses. Nur wenn der Verderber das Blut dort sah, war das Haus geschützt und er ging vorüber.

 

Das Bestreichen der Schwellen war ein Hinweis auf die beiden Balken des Kreuzes Jesu. Das Gefäß ist ein Hinweis auf die Ehrerbietung vom Blut des Lammes. Ysop ist ein Zeichen für Demut, da es übersetzt "Zwergkraut" bedeutet. Nur dem Demütigen gibt der Herr Gnade (vgl. Sprüche 3,34 i.V.m. 1. Petrus 5,5; Jakobus 4,6).

Das Βlut musste also im ersten Schritt vergossen und im zweiten Schritt glaubensvoll angewendet, um gerettet zu werden. Das Opfer des Lammes war die Hauptzeremonie in der Stiftshütte und im Tempel zu allen Zeiten gewesen. Jedes kleine Kind in Israel kannte die Geschichte des Lammes! Und jetzt sollten sie das Lamm Gottes kennen lernen! Johannes der Täufer identifizierte den Herrn Jesus als das endgültige Pessachlamm der Welt, das Lamm aus Jesaja 53, das die endgültige Sühnung und Erlösung Israels und der Welt zustande bringen sollte! Er würde am Kreuz an Pessach sein sündloses Blut und sein Leben geben. Doch sie erkannten Ihn nicht.

Für uns ist es heutzutage ähnlich: Das Vergießen des Blutes auf Golgatha an sich rettet keinen Menschen. Die Rettung liegt in der glaubensvollen Anwendung dieses Opfers für den Sünder persönlich, der gewissermaßen das Blut an die Türpfosten seines Herzens gestrichen hat. "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab (Vergießen des Blutes), damit jeder, der an Ihn glaubt (Anwendung des Blutes auf den Sünder persönlich), nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe" (Joh 3,16). Wer heute das Evangelium gehört hat, verfügt über die notwendige Information zu seiner persönlichen Errettung. Aber er muss glauben, um in den tatsächlichen Genuss der Errettung zu kommen. Die Errettung ist aus Gnaden mittelst des Glaubens (Eph 2,8).

Die tatsächliche Erfüllung des jüdischen Pessachfestes ist somit der Tod des Messias Jesus Christus, des endgültigen Pessachlammes Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt. Er starb für jüdische und heidnische Gläubige, die seine Person und sein Werk annehmen und somit das Blut des Lammes auf die Türrahmen ihres eigenen Herzens sprengen. Wenn wir geistlich gesprochen, sein Fleisch essen und sein Blut trinken (Joh, 6,54), dann haben wir ewiges Leben und kommen nicht ins Gericht. Das Gericht ist an uns vorübergegangen und wir werden auferstehen.

Wir sollten bedenken, dass das Pessach ein Fest ist, das von Gott geschaffen wurde. Dieses Fest wurde uns gegeben, um unseren Glauben zu stärken und uns darauf vorzubereiten, in die Fülle Seines Segens einzutreten. Das Pessach wurde den Juden im Tenach von Gott verordnet, um sie die Wichtigkeit der Erlösung durch das Blut zu lehren. Es wurde auch von den Christen im Neuen Testament eingehalten, um Gottes Erlösungswerk zu verinnerlichen und sich daran zu erinnern. Die Bibel sagt uns, dass es eine ewige Bestimmung sein soll. Ein Fest für alle Zeiten. Vielen Christen fehlt das Verständnis, dass das Pessach genauso ein Fest des Neuen Testaments sowie des Tenach ist. Es zieht sich durch das gesamte Neue Testament. Selbst Jesus und die Apostel haben das Pessach gefeiert. Das ursprüngliche letzte Abendmahl unseres Herrn war ein Pessachmahl. Die Apostel haben die nichtjüdischen Gemeinden gelehrt, das Pessach zu feiern. Im ersten Korintherbrief schrieb Paulus an eine vorwiegend nichtjüdische Gemeinde und sagte: "Denn auch unser Pessachlamm, Christus, ist geschlachtet. Darum lasst uns das Fest feiern." (vgl. 1Kor 5,7-8). Über Jahrhunderte war das Pessach die wichtigste jährliche Feier der urchristlichen Gemeinde.

• Was macht das Pessach so bedeutend?
Derek Prince sagte einmal, dass die stärkste Glaubensproklamation zur Erlösung folgende ist: „Durch das Blut des Lammes bin ich aus der Hand des Feindes freigekauft!“ Er sagte: „Wenn Sie diese Proklamation im Glauben machen können und das beständig tun, wird etwas geschehen. Sie werden aus der Macht des Feindes befreit!“ Das ist die wahre Botschaft des Pessachs. Das Pessachfest ist eine Glaubensproklamation, dass wir losgekauft sind durch das Blut des Lammes! Etwas geschieht in uns, wenn wir das Pessach feiern! Wenn wir zusammenkommen, um Gottes großer Werke der Erlösung zu gedenken und wir verkünden heute die Kraft der Erlösung in unserem Leben, dann hat das IMMER eine Auswirkung! Das Pessach ist für Gott sehr wichtig! Aber Satan HASST das Pessach! Der Feind hat alles daran gesetzt, das Pessach zu stehlen. Die gute Botschaft ist: Gott stellt das Pessach wieder her. Aber es ist ein Kampf! Der Kampf um das Pessach ist der Kampf um das Blut. Satan möchte uns eine blutleere Religion geben, weil eine blutleere Religion keine Kraft besitzt! Die Kraft ist im Blut!

Hebräer 10,19
"Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum"

BIBLISCHER BRAUCH:
Der biblische Brauch hat zwei Bestandteile. Der erste hing mit dem Töten eines einjährigen, makellosen, männlichen Schaf- oder Ziegenlammes zusammen. Das Lamm musste am zehnten Tag des Monats Nissan (Aviv/Abib) ausgesondert werden. Vom zehnten bis zum vierzehnten Tag musste man prüfen, ob das Tier wirklich makel- und fehlerlos war. Wenn das der Fall war, wurde es am Abend des vierzehnten Tages für das Pessachmahl der Familie geschlachtet. Sofern eine Familie zu klein war, um das Lamm ganz verzehren zu können, sollte sie sich mit der benachbarten Hausgemeinschaft zum Mal zusammenschließen (vgl. 2Mo 12,4; 3Mo 23,5; 4Mo 9,3.5.11). Am nächsten Morgen wurde dann das Pessachlamm für das Opfer getötet. Man muss zwischen dem Pessachlamm für die Familie und dem Pessachlamm für das Opfer unterscheiden. Das Lamm für die Pessachmahlzeit wurde in jeder Familie in der ersten Nacht des Pessachfestes, dem Abend des vierzehnten Nissan getötet. In 2. Mose 34,25 sagt das Gesetz, dass kein Rest übrigbleiben darf, um am folgenden Tag gegessen zu werden. Das ganze Lamm musste entweder an diesem Abend gegessen oder am nächsten Tag verbrannt werden. Die Priesterschaft tötete am folgenden Morgen ein weiteres, besonderes Opferlamm auf dem Altar. Wir müssen daran denken, dass der Tag bei den Juden mit Sonnenuntergang beginnt. Der jüdische Tag dauert von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang. Die erste Nacht leitet den ersten Tag ein. Am ersten Abend, also zu Anfang des Pessachfestes, wurde das Pessachlamm verzehrt. Am ersten Tag des Pessachfestes, nämlich am Morgen nach diesem ersten Abend, wurde das Pessachopfer dargebracht. Beim abendlichen Pessachmahl durfte auch kein Knochen des Lammes zerbrochen werden (2Mo 12,46). Die Tötung des Lammes war bei der biblischen Sitte demnach die erste Handlung.

Zweiter Hauptbestandteil war das Pessachmahl selbst (2Mo 12,8). Es bestand aus dem Lamm und zwei weiteren Lebensmitteln, dem ungesäuerten Brot (Mazzot) und den bitteren Kräutern. Dies ist zusammengefasst der biblische Brauch am Pessachfest.

JÜDISCHER BRAUCH:
Die Juden feiern das Pessach so, als wären sie selbst in der ersten Pessachnacht in Ägypten dabei gewesen.

Die Vorbereitungen zu Pessach beginnen lange vor dem eigentlichen Fest, wenn Haushalte und Geschäfte beginnen, nach den Vorschriften der Tora (2Mo 12,15-20) jegliches Chametz (Gesäuertes; Hefe, Sauerteig) aus den Häusern und Räumlichkeiten zu entfernen. Der Tag vor dem Fest ist letzten vorbereitenden Maßnahmen gewidmet, darunter die beiden zeremoniellen Bräuche Bedikat Chametz und Bi'ur Chametz, der Entfernung und Vernichtung aller für das Fest unzulässigen Lebensmittel.


Anm.: Chametz wird jede Speise genannt, die Weizen, Gerste, Roggen, Hafer oder Spelz gemischt mit Wasser enthält und länger als 18 Minuten gebacken wurde (und somit "aufgegangen" ist). Dazu gehören beispielsweise Kuchen, Kekse, Nudeln, Cerealien, Bier usw. Mazzot besteht aus denselben Getreidesorten, wird aber ohne Treibmittel und weniger als 18 Minuten gebacken.


Der Seder ist das wichtigste Familienfest. Doch auch die alleinlebende Witwe aus dem Nachbarhaus, auch der einsame Mann von gegenüber, der keine Angehörigen hat, und auch der Fremdling, der im Lande weilt und sich zu Israel halten will, werden dazu geladen. In dieser Nacht darf kein Jude allein sein und allein feiern. Denn Pessach ist das Fest der Verschonung Israels, also des ganzen Volkes und kann nur im "Wir" der Gemeinschaft begangen werden: "WIR waren Knechte Pharaos in Ägypten ... aber der Herr befreite UNS ... und nun sind WIR auf dem Wege von Ägypten bis in die Zeit des messianischen Heils. Es ist UNSER Weg."

Zum Seder gehört die Lesung der Pessach-Haggadah, einer ausführlichen Wiedererzählung der Knechtschaft und des Auszugs aus Ägypten, samt Festvorschriften.

Beim Pessachmahl gibt es zwei grundlegende Elemente. Das eine ist das ungesäuerte Brot. Es muss drei Bedingungen erfüllen, um für das Pessach tauglich zu sein:


1. Es muss ungesäuert sein
Sauerteig ist in der Bibel ein Symbol für Sünde, und Gott duldet in einem jüdischen Haus nicht einmal das Symbol für die Sünde.

2. Das Brot muss gestreift sein

3. Es muss durchstochen sein
Wenn man es gegen das Licht hält, so muss das Licht hindurch scheinen können.


Während des Pessachmahls wird mit dem ungesäuerten Brot eine besondere Zeremonie eingehalten.

In der Mitte der Festtafel liegt ein meist quadratischer Beutel (Pessach- oder Mazzottasche) mit drei Fächern, der an einer Seite offen ist. In jedes Fach wird ein Stück ungesäuertes Brot gelegt, das heißt, die drei Stücke Brot sind jeweils durch ein Tuch voneinander getrennt. Während der Zeremonie wird das mittlere Stück, Afikoman ("Der Kommende") genannt, aus dem Beutel herausgenommen und in zwei Teile zerbrochen. Ein Teil davon wird in ein leinenes Tuch gewickelt und eine Zeitlang versteckt. Nach einiger Zeit, beim dritten und vierten Becher Wein, wird er wieder hervorgeholt, aus dem Tuch herausgenommen und in kleinere Stücke zerbrochen, so dass jeder Teilnehmer ein Stück bekommt und isst.

Das andere, für die Juden wichtige Grundelement ist der Wein. Jeder Teilnehmer trinkt im Laufe des Pessachmahls vier Becher Wein, in Anlehnung an 2. Mose 6,6-7. Jeder Becher hat seine eigene Bezeichnung:

1. Der erste Becher heißt "Becher des Segens" oder "Becher der Danksagung".

2. Der zweite Becher heißt "Becher der Plagen" und symbolisiert die zehn Plagen, die über die Ägypter gekommen sind. Ehe man von diesem Becher trinkt, muss man zehn Tropfen ausschütten und dabei die zehn Plagen ausrufen. Erst dann darf man aus dem zweiten Becher trinken. Dieser Brauch hat seinen Grund darin, dass Wein ein Symbol für Freude ist. Den Juden ist es aber verboten; sich über das Unglück anderer zu freuen, auch wenn es ihre schlimmsten Feinde sind.

3. Der dritte Becher heißt "Becher der Erlösung" und symbolisiert die leibliche Erlösung Israels aus Ägypten durch das Blutvergießen des Pessachlammes.

4. Der vierte Becher ist der "Becher der Lobpreisung" wobei die Juden Psalm 113 bis 118 singen.

Die gesamte Pessach-Zeremonie läuft im Wesentlichen traditionell-jüdisch wie folgt ab:


• Das Anzünden der Kerzen durch die Frau des Hauses (Anfang und Kommen des Lichts!)
• Der erste Kelch mit dem Kiddusch (Gebet der Heiligung)
• Waschung der Hände
• Essen der bitteren Kräuter
• Brechen und Verbergen des Afikoman
• Die 4 Pessachfragen in Hebräisch, der jüngste Sohn antwortet auf Hebräisch.
• Das Lesen der Haggadah durch den Ältesten der Familie, der ein Pessachgewand mit Hut trägt. Hierbei auch der zweite Kelch bei der Erzählung der Plagen
• Waschung der Hände
• Eröffnung des Mahles mit Charosset und den Dingen des Pessachtellers
• Das Mahl
• Das Suchen des Afikoman, Auswickeln, Verteilen unter alle Teilnehmer
• Der dritte Kelch
• Der vierte Kelch und der Hallel


Die Suche nach Elia dem Propheten gehört ebenfalls dazu. Elia soll nach jüdischer Tradition an Pessach wiederkommen, kurz danach soll dann der Messias erscheinen innerhalb des Jahreslaufes. "Nächstes Jahr in Jerusalem!". Elia ist nicht gekommen, man muss noch ein Jahr warten.

MESSIANISCHE BEDEUTUNG:
Pessach erinnert an die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten, aus dem "eisernen Schmelzofen" (vgl. 5Mo 4,20; 1Kö 8,51; Jer 11,4) und ist das Erinnerungsfest der Befreiung des Volkes Israel.

Das Pessachfest ist angefüllt mit Hinweisen auf Jesus und seinen Opfertod am Kreuz, auf die Erlösung aus der Sünde und auf die Rettung durch das vergossene Blut.

Ägypten ist ein Bild für das alte Leben, das Leben unter der Herrschaft der Sünde und der Verlorenheit, ein Bild für die unheilvolle und gnadenlose Situation der gefallenen und geschundenen Kreatur. Der Pharao als der erbarmungslose Sklaventreiber steht für den Unterdrücker schlechthin, den Teufel. Das Pessachlamm ist ein Bild für Jesus, das vollkommene Opferlamm, durch dessen Blut wir gerettet werden. Er trägt nicht nur die Sünden eines einzelnen Menschen, einer einzelnen Familie oder eines einzelnen Volkes, sondern diejenigen der ganzen Welt (vgl. 1Petr 1,18-19).

Das Sedermahl und dessen Bedeutung
An Erew-Pessach, dem 14. Tag des ersten Monats Nissan wird Nachmittags das Sedermahl vorbereitet. Am Abend, dem Seder-Abend, den Jesus auch mit seinen Jüngern feierte (vgl. Lk 22,15), wird es dann gegessen. Ein Lamm zusammen mit bitteren Kräutern und ungesäuertem Brot. Auf der Festtafel zum Sedermahl befinden sich traditionell-jüdisch diverse Lebensmittel mit einer jeweils ganz speziellen Symbolik (siehe Speisen & Getränke).

Wenn die Juden wirklich die Verbindung zwischen der Pessachzeremonie und der Person und dem Werk des Herrn Jesus verstehen, erkennen sie Jesus Christus als ihren Messias. Der Grund liegt darin, dass der Herr selbst sowohl biblische als auch jüdische Elemente in seiner eigenen Feier des Festes miteinander verbunden hat. Er hat sich selbst mit Teilen der Zeremonie identifiziert und dies den Aposteln erklärt. Auch die Autoren des alten und neuen Testamentes beziehen sich teilweise darauf. Daher gibt es einige Bibelpassagen, die nur auf dem Hintergrund des Pessachfestes wirklich verstanden werden können.

Im alttestamentlichen Rahmen finden wir die messianische Bedeutung in Jesaja 52,13 - 53,12, wo das Kommen des Messias im Bild eines Lammes dargestellt wird. In Jesaja 53 werden über den Knecht Gottes die gleichen Aussagen gemacht wie über das Pessachlamm. In der Kernaussage in diesem Text geht es um den Messias als das endgültige Pessachlamm.

Das Neue Testament sieht Jesus als die Erfüllung des Pessach-Motivs. Mit dem Tod des Messias wurde das Pessachfest erfüllt. Vier Stellen im Neuen Testament bringen den Messias eindeutig mit dem Pessachlamm in Verbindung. In Johannes 1,29.35-36 stellt Johannes der Täufer dem jüdischen Volk Jesus vor und sagt:

"29b Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!"

 

Wenn Johannes Jesus mit dem Lamm Gottes gleichsetzt, identifiziert er Ihn mit dem Pessachlamm von 2. Mose 12 und dem messianischen Lamm von Jesaja 53. Johannes wies aufgrund von Offenbarung seine Zeitgenossen darauf hin, dass Jesus als das Lamm Gottes, die Sünde der Welt wegnimmt. Jeder Israelit, der die Formulierung "das Lamm Gottes" hörte, erinnerte sich aufgrund seiner Herkunft, seiner Tradition augenblicklich an die einzigartige und heilige Feier des Passah. Auch in 1. Petrus 1,18-19 und Offenbarung 5,12 wird der Messias als Lamm dargestellt. Durch Seinen Tod erfüllt Jesus das Pessach-Motiv vom geschlachteten Lamm. Im Tenach (AT) erfahren wir, was der Messias sein wird; im Neuen Testament wird uns gesagt, was Jesus war.

Jesus wird nicht nur mit dem Lamm selbst identifiziert. Paulus identifiziert Ihn mit dem ganzen Pessachfest in 1. Korinther 5,7.

NUR FÜR MITGLIEDER
Das Pessachlamm durfte nur am Ort des Heiligtums - also zunächst in der Stiftshütte und später im Tempel - geschlachtet und gegessen werden. Hierzu hatten die Männer Israels per Gesetz angeordnet zu erscheinen. Dabei war vorgeschrieben, dass ausschließlich Mitglieder des erwählten Gottesvolkes an diesem Gemeinschaftsmahl teilnehmen durften. Und nur durch die Beschneidung konnte man Mitglied in diesem Volk Gottes werden (vgl. 1Mo 17,12; 2Mo 12,44.48). Es gab keine andere Möglichkeit, dem Bund mit Gott beizutreten. Ohne Beschneidung gab es keine Teilhaberschaft am Gottesvolk. Das gilt auch für den Neuen Bund; hier sind die Mitglieder des Gottesvolkes jedoch nicht an der Vorhaut, sondern inwendig, an ihrem Herzen beschnitten (vgl. Röm 2,28-29; Phil 3,3; Kol 2,11; siehe auch: 5Mo 10,16; Jer 4,4; 9,25).

Pessach ist ein Zeitfenster großer Veränderungen! Wenn wir in den ersten Monat Nissan eintreten, dem Jahreszyklus der Erlösung des Herrn, sollten wir Veränderung für unser Herz, Verstand, Familie, Finanzen, Städte und Nationen proklamieren. Wir sollten nicht mit den gleichen Erwartungen der vorangegangenen Zeit in den Monat Nissan übertreten, sondern den Herrn suchen, um neue Möglichkeiten und neuen Zugang zu Gottes Ressourcen eröffnet zu bekommen.

Pessach ist der Startschuss für ein Leben in den Absichten und der Fülle Gottes. Es ist das Fest des Auszuges aus dem Machtbereich des Feindes, zum Land unserer Verheißung. Es ist das Fest der Bekehrung und besitzt eine Fülle von Hinweisen auf Jesus, seinen Opfertod am Kreuz und die Errettung durch sein vergossenes Blut. Pessach ist eine Glaubensproklamation, dass wir losgekauft sind durch das Blut des Lammes!

SPEISEN & GETRÄNKE:
Auf der Festtafel zum Sedermahl befinden sich traditionell-jüdisch diverse Lebensmittel mit einer jeweils ganz speziellen Symbolik:


• Ein Lamm zusammen mit bitteren Kräutern und ungesäuertes Brot "Mazzot" in Form von drei übereinander gelegten Brotscheiben

• Petersilie bzw. grüne Kräuter "karpas" als Erinnerung zum einen an Ysop, das Gewächs, mit dem das Blut an die Türpfosten gestrichen wurde, zum anderen an den Durchzug durchs Schilfmeer, denn die Kräuter werden in Salzwasser getaucht

• Salzwasser "mej melach" als Symbol für das Wasser des Schilfmeeres und die Tränen der Sklavenzeit

• Meerrettich bzw. bittere Kräuter "chaseret" und "maror" als Erinnerung an das bittere Leben und die Tränen der Sklavenzeit in Ägypten

• Dattelbrei "charosset", das Lehmartige, eine Mischung aus geriebenen Nüssen, Datteln, Äpfeln, Zimt und süßem Wein oder Traubensaft, der den Lehm von der Ziegelherstellung symbolisiert und die Süße der Befreiung durch Gott

• ein hartgekochtes Ei "biza" als Symbol des Pessachopfers im Heiligtum, (dies kam erst nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem dazu)

• ein ungebrochener Schenkelknochen eines Lammes "sroa" mit etwas Fleisch daran, als Erinnerung an das Pessachopfer im Heiligtum. (Anm.: Zur Zeit Jesu wurde gemäß biblischer Weisung das gesamte Pessachlamm gegessen. Nach der Zerstörung des Tempels und dem Ende des Opferdienstes wird nur noch ein einzelner Lammknochen verwendet. Es ist ein Zeichen für das Opfer, das man an diesen Tagen gebracht hätte).

• vier Kelche Wein für jeden Teilnehmer
 1. Der Kelch der Danksagung: Eröffnung der Zeremonie, verbunden mit einem Gebet.
 2. Der Kelch der Plagen, hierbei werden die 10 Plagen über Ägypten wiederholt.
 3. Der Kelch der Erlösung nach dem Mahl. Der Herr identifizierte diesen mit seinem Blut.
 4. Der Kelch der Lobpreisung am Ende, zusammen mit dem Singen des "Hallel" (Ps113-118).

• 5. Der Kelch des Elia "koss elijahu", der fünfte Kelch; dies ist normalerweise das kostbarste Trinkgefäß im ganzen Haus


FESTTAGSGRÜßE (WÜNSCHE):
Chag Pessach Sameach (חג פסח שמח)

WISSENSWERTES:

Jesus - Der Tempel Gottes
Das Blut der zu Zehntausenden geschlachteten Lämmer - hektoIiterweise Blut - das am Altar ausgegossen wurde, floss in ein gigantisches unterirdisches Kanalisationssystem unterhalb des Tempelplateaus in Richtung Hinnom-Tal ab. Dazu wurden große Mengen Wasser aus unterirdischen Zisternen in die Kanäle geleitet. Aus der Seite des Tempelplateaus heraus strömte zu Pessach eine regelrechte Flut von Blut und Wasser, ein Bild für Jesus, der seinen Leib als den Tempel Gottes bezeichnete (vgl. Joh 2,19-21)

Johannes 19,34
"sondern einer der Soldaten durchbohrte mit einem Speer seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus"

 

Jesus - Das Pessachlamm aus Bethlehem

Zu Zeiten Jesu kamen nur Lämmer aus Bethlehem als Pessachlämmer in Betracht. Also wurde das in Bethlehem geborene Lamm ausgewählt, von Osten (den Ölberg herab) nach Jerusalem gebracht und gelangte durch das Schaf-Tor in die Stadt. Dieses Tor lag im Norden und führte zum Tempel (vgl. auch Joh 5,2). Hier wurden die Schafe hineingebracht, die als Opfer auf dem ehernen Altar dargebracht wurden. Am zehnten Tag des ersten Monats ging Jesus, das Lamm, geboren in Bethlehem, den Ölberg herab und betrat Jerusalem durch das Schaf-Tor (dies wird als Sein "triumphaler Einzug" bezeichnet). Als er einzog, winkten die Menschen mit Palmenzweigen und riefen: "Gesegnet ist, der da kommt im Namen des HERRN! Rette uns, Sohn Davids!" Durch die Beifallsbekundungen der Menschenmasse wird Jesus als Israels Messias bezeichnet! Die Volksmenge hatte ihr Pessachlamm gewählt!

 

 


Quellen:

Mein besonderer Dank geht an Daniel Glimm für die Bereitstellung der entsprechenden Botschaft.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

 1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen und Amen