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Sukkot (Laubhüttenfest)

Nehemia 8,15-17

"15 ... Holt Zweige ..., um Laubhütten zu machen, wie es geschrieben steht! 16 Da zog das Volk hinaus und brachte die Zweige herbei. Und sie machten sich Laubhütten, jeder auf seinem Dach oder in ihren Höfen, in den Höfen des Hauses Gottes, auf dem Platz am Wassertor und auf dem Platz am Tor Ephraim. 17 Und die ganze Versammlung, alle, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, machten Laubhütten und wohnten in den Hütten ... Und es war eine sehr große Freude ..."

 

3. Mose 23,39-42

"39 Doch am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes eingesammelt habt, sollt ihr sieben Tage das Fest des HERRN feiern ... 40 Und ihr sollt euch ... 40 vor dem HERRN, eurem Gott, sieben Tage freuen ... 42 In Laubhütten sollt ihr wohnen sieben Tage"

Die Bibel erwähnt Sukkot als "das Fest der Laubhütten" (vgl. 3Mo 23,34) und ist das siebente Fest in Gottes Festzyklus, im siebenten Monat, dauert sieben Tage und ist somit das Fest der Vollendung.

 

Fünf Tage nach Jom Kippur wird Sukkot gefeiert und ist der Höhepunkt von Gottes Zyklus des Segens. Sukkot oder auch Laubhütten ist eine gesetzte Zeit, um kühn in Gottes Gegenwart einzutreten, mit dem Wissen, dass jedes Hindernis entfernt ist. Es ist eine Zeit, Gottes Herrlichkeit zu erleben, und mit Ihm in Freuden zusammen zu sein.

 

Historisch gesehen ist Sukkot das Gedenken der Tage in der Wildnis im Sinai nach dem Auszug aus Ägypten und die Reise ins gelobte Land. So bauten die Juden vorübergehende Unterkünfte (Laubhütten) um jede Generation daran zu erinnern, dass unsere Vorfahren als Nomaden lebten und vierzig Jahre lang in der Wüste umherzogen (vgl. 3Mo 23,42-43). Gemäß allen natürlichen Gesetzen wären die Israeliten zugrunde gegangen. Stattdessen aber wurden sie göttlich bewahrt. Prophetisch gesehen ist Sukkot das Fest, das über das Messianische Königreich lehrt und die Freude, die von diesen Königreich ausgeht.

 

Außerdem wird für eine reiche Ernte gedankt. Hier stehen Themen wie das zweite Einbringen des Getreides und die Ernte der Herbstfrüchte, der Beginn des landwirtschaftlichen Jahres und der erste Regen mit im Mittelpunkt.

 

Das Laubhüttenfest ist ein siebentägiges Fest (15.-21. Tischri), dessen letzter Tag Hoschana Rabba heißt. Der gesamte Festtagszyklus enden mit Schemini Azeret, der "heiligen Versammlung am achten Tag" (vgl. 3Mo 23,36; 4Mo 29,35), der in Israel mit Simchat Tora, dem Torafreudenfest, verbunden und an einem Tag gefeiert wird.

 

Schemini Azeret feiert man heute in Israel nur an einem Tag, doch in der Diaspora an zwei Tagen. In Israel wird Simchat Tora so gefeiert, als wäre es Teil des Festtages von Schemini Azeret. In der Diaspora ist Simchat Tora der zweite Tag des zweitägigen Festes von Schemini Azeret.

 

Die Feiern an Schemini Azeret und Simchat Tora konzentrieren sich auf die Tora – die Fünf Bücher Mose. Das Fest ist dafür bekannt, dass öffentlich mit den Torarollen im Arm getanzt wird. An Simchat Tora werden Schluss und Anfang der Tora gelesen, damit kommt der Jahreszyklus der Toralesungen zu einem Abschluss und wird sogleich wieder aufgenommen.

 

NAME:

Laubhüttenfest oder Fest der Laubhütten (hebr. חַג סוּכוֹת).

Sukkot ist die Pluralform des hebräischen Wortes Sukka (Laubhütte), was eine vorübergehende Behausung wie ein Zelt, eine Kabine oder eine Hütte meint. Die Sukka steht für die zeitweiligen Behausungen, in denen die Israeliten lebten, während sie in der Wüste umherirrten, nachdem der Herr sie aus Ägypten herausgeführt hatte.

 

HEBRÄISCHER NAME:

Chag ha-Sukkot (hebr. חַג סוּכוֹת) / (Fest der Hütten)

 

ANDERE BEDEUTUNG:

Chag (das Fest)

Wenn Juden über "das Fest" sprechen, dann meinen sie immer das Laubhüttenfest, denn es ist mit viel Plomp und Feierlichkeit verbunden.

 

Chag ha-Asif /Fest der Einsammlung (vgl. 2Mo 23,10.16; 34,22)

Der Name kommt nach dem "Einsammeln der Sommerernte" denn es bildet dessen Abschluss und ist das dritte Pilger-/ Wallfahrtsfest (Fest der ungesäuerten Brote, Wochenfest, Laubhüttenfest).

 

Seman simchatenu / Zeit unserer Freude (vgl. 5Mo 16,14)

Diesem Namen liegt die Aufforderung der Tora zugrunde, sich an Sukkot zu freuen.

 

Die sechs Tage zwischen Sukkot und Schemini Azeret werden von den Juden Chol ha-Moed genannt.

 

Schemini Azeret - Der achte Tag der Versammlung. Moses fügte zu den sieben Festtagen einen unabhängigen achten Tag hinzu, der sich unmittelbar anschloss und als ein Sabbat gefeiert werden musste. Dieser Tag bildet den Abschluss aller heiligen Festzeiten. Es kommen zwar später im Jahr noch Festtage, aber die gehören nicht mehr zu den zwei Zyklen der heiligen Feste des HERRN.

 

Simchat Tora - Die Freude über das Gesetz. Der Tag bezeichnet ebenso den achten Tag in Anlehnung an 4. Mose 29,35-38. Der Pentateuch wurde in 54 Portionen geteilt. Wöchentlich wird bis heute in allen Synagogen der Welt am gleichen Sabbat die gleiche Stelle vorgelesen. Dieser Zyklus endet am Laubhüttenfest. Man liest das Ende des 5. Mose und beginnt sofort den neuen Zyklus mit 1. Mose 1,1-5, um dadurch zu zeigen, dass das Lesen des Gesetzes niemals endet. Danach verlässt die Gemeinde die Synagoge und tanzt draußen um die Schriftrollen oder mit ihnen im Arm.

 

WANN:

Laubhüttenfest - vom 15.-21. Tischri (vgl. 3. Mose 23, 39-43).

Das Laubhüttenfest dauert sieben Tage, der erste und der siebente Tag sind hohe Feiertage (Ruhetage), die Tage dazwischen Halbfeiertage.

 

Schemini Azeret und Simchat Tora am 22. Tischri. Simchat Tora in der Diaspora am 23. Tischri.

 

BIBELSTELLEN:

Laubhüttenfest:

3Mo 23,33-44 (hier wird das Fest beschrieben)

2Mo 23,16; 34,22 (das Fest des Einsammelns nach der Sommerernte)

4Mo 29,12-34 (hier wird von den Opfergaben für jeden der sieben Tage des Laubhüttenfestes gesprochen. Während dieser Zeit wurden im Ganzen 70 Stiere geopfert. Laut der Lehre des Judentums repräsentieren sie die 70 Nationen aus 1Mo 10. Bedeutsam ist, dass die Juden dieses Fest mit den Heiden in Zusammenhang brachte, was sonst auf kein anderes Fest zutrifft)

5Mo16,13-15 (hier wird besonders die Festesfreude hervorgehoben. Man soll sich für volle sieben Tage freuen, sonst übertritt man das Gesetz!)

Neh 8,13-18 (berichtet von einem Neubeginn, der Wiedereinsetzung nach der babylonischen Gefangenschaft. Hier erfahren wir, dass das Fest seit der Zeit Josuas zum ersten Mal wieder gefeiert wurde. Mit anderen Worten, nach Josua wurde das Laubhüttenfest jahrhundertelang nicht mehr gefeiert, nicht einmal während der Regierungszeit von David und Salomo.)

Sach 14,16-19 (der Abschnitt wird unter "messianische Bedeutung" behandelt)

Joh 7,1 - 10,21 (hier wird berichtet, was der Herr Jesus am Laubhüttenfest sagte und tat)

 

Schemini Azeret:

3Mo 23,36.39

4Mo 29,35

2Chr 7,9-10 (bei der Beschreibung der Einweihung des Salomonischen Tempels in Jerusalem)

Neh 8,18 (bei der Feier nach der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil)

 

Simchat Tora:

4Mo 29,35-38

 

ALLGEMEIN:

Laubhüttenfest - Als letztes der drei Wallfahrtsfeste

Wie Pessach (Passahfest) und Schawuot (Wochen- oder Pfingstfest) ist auch Sukkot ein Erntedankfest (vgl. 2Mo 23,16; 34,22 - "Fest der Einsammlung — der Ernte —, wenn das Jahr um ist").

 

Ein landwirtschaftliches Jahr ist zu Ende gegangen. Die Ernte, besonders die Wein- und Obstlese, ist eingebracht. Die Arbeit auf der Tenne und in der Kelter ist beendet worden. Die Bußtage sind vorüber und mit Jom Kippur ist dem Volk der Zuspruch der Versöhnung mit Gott angeboten worden. Was jetzt bleibt, ist die Freude des Dankes. Deshalb hat Sukkot seine besonders festliche und freudige Note: Seman simchatenu — die Zeit unserer Freude! (vgl. 3Mo 23,40; 5Mo 16,14).

 

Im Gegensatz zu der eher düsteren Atmosphäre von Rosch ha-Schana und des Versöhnungstages war das dritte Fest im Monat Tischri eine Zeit unbeschwerter Freude, nachdem Israel die schrecklichen Tage, "Jamim Nora'im", die "Tage der Ehrfurcht" und "Tage der Buße und Umkehr" durchschritten hatte. Aus diesem Grund wird Sukkot die Zeit unserer Freude genannt, weil nach der Zeit der Teschuwa und der Erlösung von Jom Kippur Gewissheit und Freude darüber aufkam, dass die Sünden vergeben waren und Gott mit ihnen war.

 

Während der fünf Tage zwischen Jom Kippur und Sukkot errichten Zehntausende von Haushalten und Geschäften Laubhütten, in denen man sieben Tage lebt und vor allem die täglichen Mahlzeiten einnimmt. Es ist ein Fest, das an Unbeständigkeit und Vergänglichkeit erinnert. Diese Laubhütten sind jenen Hütten nachgebildet, in denen die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste lebten. Gott selbst wohnte während dieser Zeit in einem Zelt inmitten seines Volkes, in der Stiftshütte.

 

Das Laubhüttenfest feierte die Herrlichkeit Gottes, die unter seinem Volk lebte während sie in Laubhütten wohnten. Um das Laubhüttenfest richtig zu verstehen, müssen wir die Herrlichkeit Gottes verstehen.

 

Was ist Herrlichkeit?

Der Begriff von der wahrnehmbaren Gegenwart, zusammenarbeitende Kraft und Glanz, die sich manifestiert durch die Erscheinung einer Gottheit oder eines göttlichen Geistes. Die Gegenwart des HERRN Gott, sein Sohn oder sein Heiliger Geist. Die Herrlichkeit war mehr als eine glänzende Erscheinung. Sie beinhaltet auch ein Zeugnis von der Gunst und Gnade des HERRN. Die Herrlichkeit war ein Zeichen seiner Ehre sowie das Entgegennehmen der Opfer des Lobpreises von den vereinten Anbetern. Das hebräische Wort für Herrlichkeit ist kabod oder kavod /כָּבוֹד. Das griechische Wort ist doxa / δόξα, von dem wir den Begriff Doxologie (Anm.: Verherrlichung Gottes) erhalten haben. Herrlichkeit beinhaltet in Bezug auf seinen Schein, Ehre, Ansehen, Kraft und Segen. Bezüglich aller Definitionen von Herrlichkeit, ist ihr Ziel jemanden im geistlichen Bereich zu einer wichtigen Person “mit Gewicht” zu machen bzw. zu etablieren. Die Gegenwart Gottes bringt automatisch eine Zunahme in jedem Bereich, weil irdischer Reichtum und Wohlstand ihren Sitz in der geistlichen Welt haben. Die Herrlichkeit ist ein automatischer Aufbewahrungsort der Salbung. (Teilauszug aus dem "Prophet`s Dictionary" von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 237)

 

Die verschiedenen Facetten der Herrlichkeit Gottes

Gott ist zwar überall gegenwärtig, jedoch gibt es bestimmte Zeiten, an denen er seine Gegenwart unseren fünf Sinnen offenbar macht. In der Stiftshütte von Mose offenbarte sich Gott in einer leuchtenden Wolke. Am Berg Sinai offenbarte sie sich als Donner und Feuer. Manchmal ist Gottes Gegenwart augenscheinlich durch Wunder oder die Taten der Kraft wahrzunehmen. Elija fühlte die Gegenwart Gottes als ein sanftes Säuseln auf dem Berg Horeb (vgl. 1.Kö 19,12.13). Es gibt viele Wege auf denen sich die Herrlichkeit Gottes offenbaren kann. In Gottes Gegenwart finden wir Erlösung, Umkehr, Bekräftigung, Heilung, Versorgung und Vollständigkeit.

 

BIBLISCHER BRAUCH:

Das Fest dauerte sieben Tage. Nach dem jüdischen/biblischen Kalender begann es am 15. Tag des siebenten Monats. Ihm wurde ein achter Tag angehängt. Es war nach all der Betrübnis am Versöhnungstag eine Freudenzeit. Es war auch ein Fest der Erstlingsfrüchte der Herbsternte. Der achte Tag des Laubhüttenfestes beendet die zweite Hälfte im Zyklus der Feste des HERRN.

 

Man musste Hütten oder Laubhütten bauen, um der vierzig Jahre andauernden Wüstenwanderung zu gedenken, während der Israel in Hütten oder Laubhütten wohnen musste, weil es keinen festen Wohnsitz hatte. Zur Erinnerung daran wohnen die Juden jedes Jahr sieben Tage lang in diesen Hütten. Für den Bau der Hütten wurden viele Materialien verwendet, wie z.B. Zitronen-‚ Palmen-‚ Myrten- und Weidenzweige.

 

JÜDISCHER BRAUCH:

Für dieses Fest sind drei Symbole von großer Bedeutung; die Laubhütte, der Lulaw und der Etrog.

 

Da ist zunächst die Laubhütte, die zum Symbol der verlorenen, nationalen Hoffnung Israels wurde. Gleichzeitig symbolisiert sie nach Amos 9,11 die Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Hütte Davids.

 

Heute wollen sich viele Juden mit dem Leben in einer Laubhütte, der Sukka (hebr. Ausdruck für Laubhütte), bewusst machen, dass Gottes Schutz wichtiger ist als der vermeintliche Schutz eines festen Hauses. Sieben Tage lang erleben sie während der Laubhüttenzeit, dass das Leben vergänglich ist, der Mensch aber immer Geborgenheit in Gott finden kann. Ganz unabhängig von den äußeren Umständen. Die Laubhütte ist, wie Schirm, Schild oder Flügel (vgl. Ps 3,4; 17,8; 31,21; 32,7; 91,1-2; 119,114; Jes 25,4; Jer 16,19), ein Sinnbild für den umfassenden Schutz und gnädige Bewahrung Gottes, nicht nur während der 40-Jährigen Wüstenwanderung, sondern ganz allgemein während unseres irdischen Dasein. Gott sorgte in der Wüste Sinai auf übernatürliche Weise für Unterkunft, Kleidung und Nahrung, für Manna, Wachteln und Wasser. So erinnert Sukkot daran, dass man in irdischen Besitztümern keine Sicherheit, keinen festen Halt finden kann. Nur bei Gott gibt es wirklich Schutz und einen sicheren Zufluchtsort.

 

Das Dach der provisorischen, einfachen Hütten, die unter freiem Himmel stehen müssen, soll gemäß jüdischer Tradition so konstruiert sein, dass der Schatten, den die Zweige werfen, größer sein muss als die durch das eindringende Sonnenlicht beschienene Fläche, man aber trotzdem nachts die Sterne durch das Laubdach hindurch sehen kann (vgl. Jes 4,4-6). Als Material für das Dach ist alles geeignet, was aus der Erde wächst und abgeschnitten wurde, also beispielsweise auch Bambusstangen oder Strohmatten. Die Größe der Hütte ist ab einer gewissen Mindestgröße variabel. Sie kann für eine einzelne Person oder auch für Dutzende von Menschen konzipiert sein. Die Hütte ist winddurchlässig und steht immer offen, sie darf nicht verschlossen werden. Dies ist ein Bild für die Sensibilität und Offenheit gegenüber dem Wirken des Heiligen Geistes, des göttlichen Windes (vgl. 1Kö 19,11-13; Pred 11,5; Joh 3,26; Apg 2,2).

 

Ein weiteres Symbol ist der Feststrauch, der sogenannte Lulaw, der bei diesem Fest nicht fehlen darf.

Das Gebinde besteht erstens aus einem ungeöffneten Palmwedel, dem eigentlichen Lulaw, der mindestens 40 bis 50cm lang sein soll, zweitens aus zwei frischen Bachweidenzweigen (Aravoth), die an der Spitze noch nicht entfaltete Blättchen haben müssen und drittens aus drei mindestens 30cm langen Myrtenzweigen (Hadassim). Das Gebinde wird in der rechten Hand getragen. In die andere Hand nimmt man eine zitronenartige Frucht, Etrog genannt. Dies bezieht sich auf eine detaillierte göttliche Anordnung bezüglich des Laubhüttenfestes in 3. Mose 23,40-41.


Das Schwenken des Lulaw's und des Etrogs nach Norden, Süden, Osten und Westen stellt die allgegenwärtige Gegenwart Gottes auf der ganzen Erde und in unserem Leben dar.

 

Den vier Bestandteilen des Feststrauches (Arba Minim), wird im Judentum auch die Bedeutung von vier verschiedenen Menschentypen gegeben.

 

Welche vier Menschentypen beschreibt der Lulav?

Der Talmud beschreibt sie so:

Wie die Zitrusfrucht sowohl Geschmack hat als auch einen lieblichen Geruch, so gibt es in Israel Menschen, die sowohl gelehrt sind als auch ihren Glauben leben.

Wie die Früchte des Palmzweigs zwar Geschmack haben, aber geruchlos sind, so gibt es in Israel Menschen, die zwar gelehrt sind, aber ihren Glauben nicht leben.

Wie die Myrtenzweige zwar einen lieblichen Geruch haben, aber ungenießbar sind, so gibt es Menschen, die gute Werke tun, aber keinerlei Gelehrsamkeit besitzen.

Wie die Weidenzweige weder essbar sind noch einen angenehmen Geruch verbreiten, so gibt es Menschen, die weder gelehrt sind noch gute Werke tun.

Gott sagt: Damit Israel nicht untergeht, lasst sie alle zusammengebunden sein, wie die Pflanzen zu einem Bund zusammengebunden sind, so dass die Gerechten unter ihnen für die anderen Sühne bewirken.

 

All das erinnert Christen an Jesu Erzählung über das vierfache Ackerfeld und die Reaktion der vier verschiedenen Menschentypen auf das Hören des Wortes Gottes (vgl. Mt 13,1-8.18-23).

 

Darüber hinaus wird im Judentum der Feststrauch auch mit vier unterschiedlichen geschichtlichen Perioden Israels in Verbindung gebracht: Mit der Wanderung in der Wüste Sinai, der Eroberung des verheißenen Landes, der Rodung der Wälder und der Kultivierung des Ackerbodens.

 

Ebenso werden die vier Bestandteile des Lulav auch wie folgt interpretiert: Das Myrrthenblatt hat die Form des Auges, die Etrog die Form des Herzens, das Blatt der Bachweide die Form des Mundes und der hohe, gerade Palmwedel versinnbildlicht das Rückgrat des Menschen. Mit allen Organen will der Jude Gott dienen.

 

Das dritte Symbol ist eine Zitrusfrucht, der Etrog (Paradiesapfel), eine Frucht des verheißenen Landes und symbolisiert die Ernte der Früchte zum Laubhüttenfest. Diese Frucht wird als das wichtigste Symbol angesehen, denn sie hat einerseits Wohlgeruch und andererseits Geschmack. Die Palme trägt Frucht, aber sie duftet nicht; die Myrte duftet, hat aber keinen Geschmack; die Weide hat weder Duft noch Geschmack; aber der Etrog hat beides.

 

Zwei bedeutsame Zeremonien

Des Weiteren gibt es zwei bedeutsame Zeremonien, die zurzeit Jesu bei den Juden Brauch waren.

 

Die eine war das Ausgießen von Wasser. Dazu ging der Priester vom Tempel hinunter ins Kidrontal zum Teich Siloah. Dort wurden Krüge mit Wasser gefüllt. Dann ging er damit wieder hinauf auf den Tempelberg. Im Innenhof des Tempels wurde auf der ersten Stufe der 120. Psalm gesungen, auf der zweiten Stufe der 121. Psalm. So ging er die 15 Stufen hinauf und sang die Aufstiegs-Psalmen 120 bis 134. Dann goss er das Wasser in das große Becken beim Altar im Vorhof. Wenn er das tat, brach im Volke großer Jubel aus. Die Rabbinen sagten: "Wer die Freude beim Ausgießen des Wassers nie gesehen hat, der hat in seinem ganzen Leben noch keine Freude erlebt." Sie interpretierten das Ausgießen des Wassers als Symbol für das Ausgießen des Heiligen Geistes über Israel in den letzten Tagen und verkündigten damit, dass ein Tag kommen wird, an dem der Heilige Geist über das ganze Volk Israel ausgegossen werden wird.

 

Die andere, bedeutsame Zeremonie war das Anzünden der Lichter. Im Tempelbezirk wurden riesige, goldene Leuchter mit jeweils vier goldenen Lampenschalen aufgestellt. Sie wurden bei Sonnenuntergang angezündet. Da waren so viele Lichter und es wurde so hell, dass die Rabbinen sagten, es gäbe kein Haus in Jerusalem, das nicht von diesen riesigen Leuchtern angestrahlt werde. Im Judentum war dieses Licht ein Symbol für das Licht "der Schekina", der gegenwärtigen Herrlichkeit Gottes.

 

Besuch aus der Geschichte

Zahlreiche Juden empfangen in ihrer Laubhütte symbolisch an jedem Festtag einen von sieben biblischen Gästen genannt "Uschpizin" deren Leben durch das Thema Wandern bzw. Flucht geprägt war: Abraham, Isaak, Jakob, Josef, Aaron, Mose und David. Nach jüdischer Tradition besuchen diese Gäste jede Sukka. Die Uschpizin-Gäste repräsentieren die jüdische Geschichte:

 

Die Erzväter Abraham, Isaak und Jakob stehen für die Vergangenheit, für die Entstehung des Volkes. Abraham, der Vater, steht symbolisch für Barmherzigkeit, Isaak als der verheißene Sohn für Stätte und Kraft, Jakob letztlich als Stammvater Israels für Glanz und Pracht.

 

Mose und Aaron vertreten die Gegenwart, denn sie stehen stellvertretend für die Heilige Schrift und die Gebote, für das Wort. Der Alltag des Volkes wird maßgeblich durch sie bestimmt und geprägt. Mose wird mit Ewigkeit in Verbindung gebracht, denn er gab dem Volk die ewige Ordnung, Aaron mit himmlischer Herrlichkeit, da nur er allein ins Allerheiligste der Stiftshütte eintreten durfte.

 

Joseph und David letztlich stehen für die Zukunft, für das messianische Zeitalter, denn der Messias kommt aus dem Hause David. Josef gilt als der Gerechte, als Grundfeste, David als der gesalbte König, der für das königliche Reich steht.

 

Beide letztgenannten Personen sind in gleichem Maße ein wunderbares, prophetisches Bild des Messias, ja, der Inbegriff für biblische Gestalten, die prophetisch auf den Messias hinweisen, überhaupt.

 

MESSIANISCHE BEDEUTUNG:

Als Jesus auf Erden lebte, feierte Er auch das Laubhüttenfest, und dabei reagierte Er auf die beiden Hauptzeremonien des Festes. Bei der Zeremonie des Wasserausgießens, was die Ausgießung des Heiligen Geistes symbolisierte, sprach Jesus eine Einladung aus. Er sagte nach Johannes 7,37-38:

 

"37 An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen"

 

Johannes zeigt, dass Jesus auf das Kommen des Heiligen Geistes hinwies, der in jedem gläubigen Menschen wohnen wird. Das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschehen, denn Jesus war noch nicht verherrlicht worden. Das Wasser, das am Laubhüttenfest ausgegossen wird, ist ein Bild für den Heiligen Geist, der in gläubigen Juden und Heiden wohnt.

 

Im Blick auf die zweite Hauptzeremonie des Lichteranzündens sagte Jesus in Johannes 8,12:

 

"Jesus redete nun wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben."

 

Laut Sacharja 14,16-19 wird das Laubhüttenfest schließlich durch die Aufrichtung des messianischen Königreichs erfüllt.

 

Das Finale

Die Laubhütte weist für messianische Juden und für Christen auf das neue Zion, das himmlische Jerusalem hin, auf die Zeit, in der die Gläubigen beim Herrn sein werden:

 

2. Korinther 5,1

"Denn wir wissen, dass, wenn unser irdisches Zelthaus zerstört wird, wir einen Bau von Gott haben, ein nicht mit Händen gemachtes, ewiges Haus in den Himmeln"

 

Offenbarung 21,3

"Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott"

 

Der Prophet Sacharja beschäftigt sich mit der prophetisch noch zu erfüllenden Bedeutung des Laubhüttenfestes, mit dem messianischen Friedensreich und der Herrschaft des Herrn über die ganze Erde (vgl. Jes 66,18-23; Mich 4,1-4; Sach 14,7-9). Zunächst geht er auf den letzten Kampf um Jerusalem ein und spricht darüber, dass alle Völker der Welt sich zum Kampf gegen Jerusalem versammeln und der Herr gegen sie streiten wird (vgl. Sach 12,2-10; 14,2.12-15). Dann spricht er von der Wiederkunft des königlichen Messias auf dem Ölberg (vgl. Sach 14,3-4). Nach der letzten Schlacht um Jerusalem, wenn das messianische Königreich bereits begonnen hat und Jesus die Herrschaft innehat, beschreibt er Sukkot als ein Internationales Fest, zu dem "Menschen aus allen Nationen" nach Jerusalem pilgern werden, um dort Gott anzubeten (vgl. Ps 22,28; 65,3; 86,9; Jes 2,2-4; 60,3; 66,23; Jer 3,17; 16,19; Mal 1,11). Sukkot wird dann das Universalfest überhaupt für die Nationen der Welt sein:

 

Sacharja 14,16

"Alle Übriggebliebenen von allen Nationen, die gegen Jerusalem gekommen sind, die werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern"

 

Jeremia 3,17

"In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen"

 

Es wird einmal der Zeitpunkt kommen, ab dem alle Nationen das Laubhüttenfest feiern werden. Sacharja weist deutlich darauf hin, dass über alle Geschlechter, die nicht dazu bereit sind, zum Laubhüttenfest nach Jerusalem hinaufzuziehen, "kein Regen kommen" wird, sie also vom lebendigen Wasser, vom Heil, ausgeschlossen bleiben (vgl. Sach 14,17-19).

 

Das war auch der Grund, warum Petrus beim Anblick der Verklärung Jesu den Vorschlag machte, drei Hütten zu bauen. Er rechnete damit, dass nun das tausendjährige Friedensreich beginnen würde (vgl. Mt 17,1-4).

 

Das Laubhüttenfest ist das Fest der Vollendung, das siebte Fest. Nach furchtbaren Katastrophen und Gerichtszeiten mündet die Geschichte dieser Schöpfung in das tausendjährige Friedensreich des Messias als einer Zeit des Friedens und der Sabbatruhe ein.

 

SPEISEN & GETRÄNKE:

Traditionell wird an Sukkot Milch getrunken sowie milchhaltige Speisen wie beispielsweise Eierkuchen mit Quark oder Käsekuchen gegessen. Dieser Brauch begründet sich in dem Vergleich der Tora mit Milch, die das Volk Israels wie ein unschuldiges Kind trinkt.

 

Eine typische Speise ist Kreplach, eine Art jüdische Ravioli. Das ist Nudelteig, der mit gehacktem Fleisch und gehackten Zwiebeln gefüllt ist. Dadurch wird das Schlagen mit Zweigen symbolisiert, mit dem die Juden um Regen beten.

 

FESTTAGSGRÜßE (WÜNSCHE):

Chag Sukkot Sameach


Quellen:

Mein besonderer Dank geht an Daniel Glimm für die Bereitstellung der entsprechenden Botschaft und an Angi Walch für die Bereitstellung der Artikel-Grafik.

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen

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