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Elul - Das Treffen mit dem König während der 40 Tage der Gunst

Psalm 27,8

"Mein Herz erinnert dich: "Suchet mein Angesicht!" - Dein Angesicht, HERR, suche ich"


Die Herbstfeste beginnen mit einem vierzig Tage dauernden Zeitabschnitt, der im Hebräischen "Teschuwa" heißt, was "Buße tun" oder "umkehren" bedeutet. Dieser Zeitraum beginnt an Rosch Chodesch Elul (1. Elul), und endet am 10. Tischri nach 40 Tagen, an Jom Kippur. Diese 40-tägige Periode wird auch als "Jemei Ratzon" (Tage der Gunst) bezeichnet. Rosch ha-Schana ist der dreißigste Tag in diesem Zeitabschnitt der Teschuwa oder Buße. Gott gab uns auch diesen Tag, um uns über die Auferstehung der Toten und über die Krönung des Messias, die Hochzeit des Lammes und über vieles mehr zu lehren. Dieser Tag ist sowohl das biblische Neujahr als auch der Anfang einer Zeit, in der man seine Seele erforscht, bekannt als die "zehn Tage der Ehrfurcht" (Jamim Nora'im), "die Hochheiligen Tage" oder "die schrecklichen Tage", welche an Jom Kippur enden. Der Schabbat, der in diese Tage fällt, heißt "Schabbat Schuwa", der "Schabbat der Umkehr". Der erste und der zweite Tag dieser "Tage der Ehrfurcht" (1.-10. Tischri) werden als ein Tag angesehen (Neh 7,72; 8,1-2.13). Der siebentägige Zeitabschnitt vom 3. bis 9. Tischri wird ganz speziell als "Tage der Ehrfurcht" bezeichnet. Gott gab uns diese Tage in Seinem Kalender, um über die zukünftige Trübsalszeit zu lehren. Diese sieben Tage entsprechen den sieben Jahren der Trübsal, im Hebräischen auch als die "Geburtswehen des Messias" bezeichnet. Jom Kippur, der Versöhnungstag, wird am 10. Tischri begangen. Während uns Rosch ha-Schana über die Auferstehung der Toten sowie über die Krönung und die Hochzeit des Messias berichtet, lehren uns die "Tage der Ehrfurcht" über die Zeit der Trübsal. Jom Kippur lehrt uns buchstäblich über das zweite Kommen des Messias, wenn Er seine Füße auf den Ölberg setzen wird.

 

Umkehr (Teschuwa/ Buße) richtet sich an alle Menschen. Diejenigen, die an den Messias glauben, sind aufgerufen, ihr Leben zu prüfen und zu sehen, wo sie sich von Gott entfernt haben. Es ist ein Ruf, die Schrift zu erforschen und die Beweise zu prüfen, dass der Messias der ist, der Er sagt, dass Er ist. Gott hatte es zu allen Zeiten auf dem Herzen, die Menschen auf das bevorstehende Gericht hinzuweisen. Er warnte sie vor der Flut, und Er warnte, bevor Ninive zerstört werden sollte. Es ist Ihm ein großes Herzensanliegen, dass nicht einer den Zorn Seines Gerichtes empfängt (Hes 18,21-23; 30-32; 2Petr 3,9).

 

Rosch ha-Schana trägt auch den Namen Jom ha-Din, der "Tag des Gerichts". Jeder Jude unterläuft an diesem Tag einem geistlichen Gericht Gottes, und Gott beschließt, ob der betreffende Jude weiterleben darf oder während des kommenden Jahres stirbt. Es gibt zwölf Monate im Jahr und zwölf Stämme in Israel. Jeder Monat des jüdischen Jahres hat seinen repräsentativen Stamm. Der Monat Tischri ist dem Stamm Dan zugeteilt. Das ist von symbolischer Bedeutung, denn als Dan von Rachels Magd Bilha geboren wurde, sagte sie in 1. Mose 30,6: "Da sprach Rahel: Gott hat mir Recht verschafft (dannani) und meine Stimme erhört...". "Dan" und "din" (wie in Jom Ha-Din), werden beide aus der gleichen Wortwurzel abgeleitet, aus der hervorgeht, dass Tischri die Zeit des göttlichen Gerichts und der Vergebung ist. Ebenso hat jeder Monat des jüdischen Kalenders ein Tierkreiszeichen (hebr. Mazal). Das Tierkreiszeichen für Tischri ist die Waage, das Symbol für den Tag des Gerichts.

 

Die Botschaft vom 1. Elul bis Rosch ha-Schana ist klar: "Kehre vor Rosch ha-Schana um! Warte nicht bis nach Rosch ha-Schana, oder du wirst dich in den schrecklichen Tagen finden."

 

Der Monat Elul gilt daher als eine wichtige Zeit der Besinnung, Selbstbeobachtung und Umkehr vor diesen "Tagen des Gerichts". Um die ehrfürchtige Natur dieses Monats zu betonen, ertönt bei jedem Morgengebet im Monat Elul das Schofar- oder Widderhorn. Dies ist eine Zeit zum Innehalten und Nachdenken und in uns selbst hinein zu schauen, um herauszufinden, was erneuert und losgelassen werden muss. Wir können unseren Lebensstil reflektieren und überlegen, wo es einer Korrektur bedarf um sich so mit neuen guten Vorsätzen aufs kommende Jahr auszurichten. Dies wird getan, weil man das neue Jahr in voller Frische und Kraft beginnen will. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und jetzt ist die Zeit gekommen, sich von allem loszusagen, was einen daran hindert, mit einem reinen Herzen dem neuen Jahr begegnen zu können. Dieser Prozess gilt als geistliche Rückkehr zu Gott und ist nicht passiv sondern aktiv. Tatsächlich ist die hebräische Wurzel des Wortes "Schofar" das Wort "schaper", was auch "fair", "gerecht" oder "sich verbessern" bedeutet.

 

Der König ist auf dem Feld

Psalm 68,24

"Gesehen haben sie deine Umzüge, Gott, die Umzüge meines Gottes, meines Königs, ins Heiligtum"

 

Obwohl Elul ein Monat der Umkehr ist, ist es auch eine Zeit, über Gottes Barmherzigkeit und Vergebung nachzudenken. Es ist im Wesentlichen eine Zeit der Erneuerung; eine Gelegenheit, sich Gott zu nähern. Traditionell wird diese Zeit als eine Zeit betrachtet, in der Gott "erreichbar" ist - wenn "der König auf dem Feld ist".

 

Um sich mit einem König zu treffen, muss man gewisse Stationen durchlaufen, bevor man Zugang zum Thronsaal erhält. Ebenso muss man sich akribisch auf das Treffen vorbereiten, einschließlich der richtigen Kleidung.

 

Es gibt jedoch Zeiten, in denen der König seinen Thronsaal verlässt und aufs Feld geht. Zu diesem Zeitpunkt kann sich jeder an ihn wenden, und alle üblichen Anforderungen, zwecks einer Audienz beim König, werden aufgehoben. Während des Monats Elul wird gesagt, dass Gott sich auf diese Weise zugänglich macht.

 

Aufgrund der Anwesenheit des Königs wird mehr Zeit für das Studium der Tora, für eifrige und leidenschaftliche Gebete, für mehr Großzügigkeit und für mehr Geben aufgewendet.

 

Dies ist der Monat, in dem wir gewissermaßen als Kinder Gottes zurückgekommen sind. Wir erleben eine Verabredung mit dem Herrn des Universums. Um uns darauf vorzubereiten, müssen wir uns selbst genau prüfen. Trotz all unserer Sünden, haben wir die Gewissheit, dass Gott uns vergeben wird.

 

Diese 40 Tage sind eine Zeit der Begegnung mit dem König der Könige - eine Zeit der Gunst, Freude und des Glücks.

 

Als wiedergeborene Kinder Gottes wissen wir, dass uns der Thron Gottes durch Jesus immer zugänglich ist. Manchmal brauchen wir jedoch eine strukturierte Zeit, um das zu korrigieren, was schiefgelaufen ist. So können auch wir diese 40 Tage der Gunst voll ausnutzen und aufrichtig unsere Sünden gegen andere und gegen Gott bekennen und um seine Barmherzigkeit und Vergebung bitten, während wir denen Barmherzigkeit erweisen, die gegen uns gesündigt haben.

 

Matthäus 6,12

"und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben"

 

Wenn wir diese Schritte unternehmen, um unsere Schulden gegenüber anderen aufzuheben und über unseren eigenen Charakter nachzudenken, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um näher an Gott heranzukommen und uns auf einen Neuanfang vorzubereiten, indem wir mehr Hingabe an Ihn und Sein Wort sowie über Seine große Gnade nachdenken.

 

Hebräer 4,16

"Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!"

 

Elul und 40 Tage der Gunst

Sprüche 13,15

"Gute Einsicht verschafft Gunst, aber der Weg der Treulosen ist ihr Unglück"

 

Mit dem ersten Tag von Elul beginnt, wie bereits erwähnt, auch die 40-tägige Periode des Jahres, die als "Jemei Ratzon" (Tage der Gunst) bezeichnet wird. Nach jüdischer Tradition vergab Gott in dieser Zeit dem Volk Israel nach der Sünde des Goldenen Kalbs.

 

Warum 40 Tage?

Ein Rabbiner namens Raschi, ein berühmter Kommentator im Talmud, verbindet die Zeit mit der Aufforderung Gottes an Moses, den Berg Sinai dreimal für jeweils 40 Tage zu besteigen.

 

Beim ersten Aufstieg erhielt Mose die Tora. Bei seiner Rückkehr sah er, dass das Volk in Sünde gefallen war - der Gräuel, das goldene Kalb anzubeten. Im Zorn zerstörte er die beiden Gesetzestafeln am 17. Tammuz und verbrannte das Kalb am nächsten Tag (2Mo 32,19; 5Mo 9,11).

 

Dann bestieg er den Berg zum zweiten Mal, um Gott um Vergebung zu bitten. Er kehrte nach 40 Tagen am 29. Ab. zurück (2Mo 32,30-31; 5Mo 9,18).

 

Am 1. Elul bestieg er den Berg für einen dritten Zeitraum von 40 Tagen, um Barmherzigkeit und völlige Versöhnung zu erlangen. Laut dem Rabinner Raschi ist Mose dann am 10. Tischri, an Jom Kippur, den Berg mit den neuen Gesetzestafeln hinabgestiegen, mit Zusicherung von Gottes Vergebung (2Mo 34,1.27-28; 5Mo 10,1-5).

 

Diese 40-tägige Periode repräsentiert daher eine Periode der Reife und Barmherzigkeit nach dem Vorfall des Goldenen Kalbs. Es ist kein Zufall, dass diese Tage der Gunst 40 Tage dauern.

 

Die Zahl 40 hat im Judentum eine große Bedeutung; Es ist die Zahl der vollen Reife und Prüfung. Daneben geht es auch um Umkehr, Urteil, Erneuerung und Neubeginn. Das Muster der Bedeutung der Zahl 40 ist in der Bibel klar erkennbar:

 

• Die Prüfung des Gehorsams begann mit dem Baum der Erkenntnis, der im 40. Vers der Bibel (1Mo 2,9) genannt wird

 

• Gott prüft, ob wir Ihm alles Fett des Opfers geben (3Mo 3,16), denn Fett heißt hebr. "das Vorzügliche" und hat den Zahlenwert 40

 

• 40 Tage und Nächte Flutregen (1Mo 7,12.17)

• 40 Tage und Nächte war Mose auf dem Sinai (2Mo 24,18)

• 40 Tage Zeit und Erkundung Kanaans (4Mo 14,34)

• 40 Jahre Wüstenreise Israels (5Mo 8,4)

• 40 Schläge als Züchtigung für Schuldige (5Mo 25,3)

• 3*40 Jahre Lebensalter Moses (5Mo 34,7)

• 40 Jahre Philisterherrschaft über Israel (Ri 13,1)

• 40 Tage und Nächte die Wanderung Elias (1Kö 19,8)

• 40 Tage Frist zur Busse Ninives (Jon 3,4)

• 40 Jahre regierten David und Salomo (1Kö 2,11; 11,42)

• 40 Tage und Nächte in der Wüste + Fasten Jesu (Mt 4,2)

• 40 Tage Gemeinschaft mit dem Auferstandenen zwischen Auferstehung und Himmelfahrt (Apg 1,3)


Quellen:

  • free.messianicbible.com
  • eigene Anmerkungen

 

Gottes Segen Euch allen!

 

1. Thessalonicher 5,23

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und  vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

 

Amen